Das VLT nimmt NGC 6357 unter die Lupe

Tief im Inneren der Milchstraße im Sternbild Skorpion liegt der Nebel NGC 6357. In dieser Himmelsregion bilden sich gegenwärtig im Inneren chaotischer Gas- und Staubwolken zahlreiche neue Sterne. Die äußeren Bereiche des ausgedehnten Nebels sind jetzt mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO beobachtet worden. Dabei entstanden die bisher besten Aufnahmen dieser Region.

Das neue Bild zeigt einen breiten Strom aus Staub, der quer durch die Bildmitte verläuft und das Licht dahinterliegender Objekte absorbiert. Rechts befindet sich ein kleiner Haufen aus strahlend hellen, blau-weißen Sternen, die sich aus dem Gas des Nebels gebildet haben. Diese Sterne dürften nur wenige Millionen Jahre alt sein, sind nach kosmischen Maßstäben also noch sehr jung. Ihre intensive Ultraviolettstrahlung hat im Gas und Staub der Umgebung seltsame Hohlräume entstehen lassen.

Das gesamte Bild ist überzogen mit dunklen Streifen aus kosmischem Staub. Einige der interessantesten dunklen Strukturen befinden sich unten rechts am Bildrand: Dort hat die Strahlung der hellen, jungen Sterne seltsame Elefantenrüssel erzeugt, ähnlich den sogenannten “Säulen der Schöpfung” im Adlernebel (opo9544a). Der kosmische Staub ist viel feiner als sein irdisches Pendant und weist größere Ähnlichkeiten mit Rauch denn mit Alltagsstaub auf. Kosmischer Staub besteht überwiegend aus Silikaten, Graphit und Wassereis. Diese Bestandteile wurden von Sternen vorangehender Generationen erzeugt und ins Weltall geblasen.

Die helle Zentralregion von NGC 6357 enthält einen Haufen aus massereichen Sternen, die zu den hellsten in der gesamten Milchstraße gehören. Dieser innere Bereich, der freilich im hier gezeigten Bild nicht zu sehen ist, wurde ausführlich mit dem Hubble-Weltraumteleskop der NASA und der ESA untersucht (heic0619). Die neue Aufnahme zeigt jedoch, dass auch die weniger gut untersuchten Außenbereiche der Sternkinderstube faszinierende Strukturen enthalten, die durch leistungsfähige Teleskope wie das VLT enthüllt werden können.

Quellen: VLT/astronomie.de vom 24.06.2012

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