Neuer Rekord: Astronomen finden bislang schnellsten Pulsar

Kombinierte Beobachtungen im Gamma-, Röntgen- und Radiobereich zeigen, dass die Strahlungsquelle IGR J11014 vermutlich der bislang schnellste Pulsar ist. Er entfernt sich mit einer Geschwindigkeit von rund zehn Millionen Kilometern pro Stunde von seinem Entstehungsort. Dort ist – von der Erde aus gesehen – vor 15.000 Jahren ein alter Stern explodiert. Die extrem hohe Geschwindigkeit des kompakten Sternen-Überrests ist eine Herausforderung für theoretische Modelle von Sternexplosionen, schreibt das Entdeckerteam im Fachblatt „Astrophysical Journal Letters“.

Massereiche Sterne explodieren am Ende ihres Lebens als Supernova – sie stoßen ihre äußeren Schichten mit hohen Geschwindigkeit ins Weltall ab, zurück bleibt ein kompakter Überrest: ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch. Aufnahmen des europäischen Röntgensatelliten XMM-Newton hatten die Astronomen auf die Spur der Sternexplosion vor 15.000 Jahren geführt. Sie zeigen eine diffuse, Röntgenstrahlung emittierende Gaswolke, die durch die Stoßwellen der Explosion auf mehrere Millionen Grad erhitzt wurde. In der Nähe dieses Supernova-Überrests SNR MSH 11-16A zeigten Messungen des Gamma-Satelliten Integral eine punktförmige, hochenergetische Strahlungsquelle. Konnte es sich hierbei um den bei der Explosion herausgeschleuderten Neutronenstern handeln?

Diese Frage beantworten John Tomsick University of California in Berkeley nun mit einem vorsichtigen Ja. Ihre Beobachtungen mit dem amerikanischen Röntgensatelliten Chandra zeigen, dass die punktförmige Strahlungsquelle einen etwa drei Lichtjahre langen Schweif hinter sich her zieht. Dies ist ein Indiz dafür, dass sich das Objekt mit hoher Geschwindigkeit durchs All bewegt und dabei das umgebende Gas aufheizt. Versuche, die Radiostrahlung des Pulsars – so nennen Astronomen schnell rotierende Neutronensterne – mit dem Parkes-Radioteleskop in Australien nachzuweisen, waren ohne Erfolg. Für Tomsick und seine Kollegen ist dieses Ergebnis positiv, denn es bestätigt, dass es sich bei dem Pulsar nicht um ein zufälliges Vordergrund-Objekt handelt: Bei einer Entfernung von 30.000 Lichtjahren liegt die Radiostrahlung von IGR J11014 unter der Nachweisgrenze des Radiotelskops.

Zusammengefasst sehen Tomsick und seine Kollegen die Beobachtungen als Indiz dafür, dass IGR J11014 tatsächlich der bei der Explosion von MSH11-16A herausgeschleuderte Neutronenstern ist. Allerdings bedeutet das, dass diese Sternenleiche sich mit der immensen Geschwindigkeit von 8,7 bis 10,5 Millionen Kilometern pro Stunde bewegt. „Das ist höher als die Ausstoß-Geschwindigkeiten aller bekannten Pulsare“, so die Forscher – und es ist schwierig, derart hohe Geschwindigkeiten mit theoretischen Modellen von Supernova-Explosionen zu erklären. Deshalb versehen Tomsick und sein Team ihre Interpretation der Daten mit einem Fragezeichen und hoffen, dass weitere Beobachtungen die hohe Geschwindigkeit des Pulsars bestätigen.

Quellen: PRAVDA-TV/astronomie.de vom 02.07.2012

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