Urheberrecht: Verhalten sich Politiker wie Prostituierte?

Ein überaus polemisches Video aus anonymer Quelle erreichte bisher über 11.3 Millionen Zuschauer. Es beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern die Medienindustrie mit Geldgeschenken Einfluss auf die Politiker und ihre Entscheidungen nimmt. Die ehemaligenBetreiber von tvshack.net und Megaupload können davon ein Lied singen. Sie warten derzeit auf den Ausgang ihrer Auslieferungsverfahren in die USA.

Wer das Filesharing-Portal The Pirate Bay besucht, kommt derzeit nicht an diesem Video vorbei. Der Macher des Kurzfilms sagte gegenüber dem IT-Portal ars technica, er habe die Produktion aus eigener Tasche bezahlt. Er möchte für mehr Bewusstsein für die Verknüpfungen zwischen den Vertretern der Kreativwirtschaft und der Politik sorgen. Bestes Beispiel dafür ist die Ernennung des ehemaligen Senators Chris Dodd als Geschäftsführer des Verbands der amerikanischen Filmwirtschaft, MPAA.

Die weiteren Szenen des Films stellen die Problematik teilweise überspitzt dar. Dennoch sind momentan einige Personen von harten Strafen und einer Auslieferung in die USA betroffen. So auch der 24-jährige ehemalige Betreiber des Portals TVShack, der von Großbritannien nach Amerika überführt werden soll. Die Webseite von Richard O’ Dwyer speicherte seine Daten nicht in den USA, es gibt bis auf die drohende Strafe keinerlei Verbindung zu diesem Staat.

Kurios dabei: Großbritannien selbst hat bisher kein Interesse an einer Strafverfolgung gezeigt. O’ Dwyers Linksammlung beinhaltete das gleiche Material, was man auch über Google, Bing & Co. auffinden kann. Gegen die Suchmaschinenanbieter wurde kein Verfahren angestrengt, O’Dwyer soll hingegen hart bestraft werden. Zum jetzigen Zeitpunkt haben fast 243.000 Personen eine Petition von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales unterzeichnet, wonach das Auslieferungsverfahren fallengelassen werden soll. Doch die Problematik betrifft nicht nur die Macher von Linksammlungen oder Filesharing-Portalen, direkt oder indirekt ist jeder davon betroffen.

Ob das Video derartige Verfahren realistisch oder diese viel zu drastisch darstellt, ist natürlich Ansichtssache. Mit der Verhaftung eines Raubkopierers, seinem Abtransport oder der Ankündigung des MPAA-Chefs, man werde gegen jegliche Urheberrechts-verletzer in kriegsähnlichen Szenarien vorgehen, dürfte jedenfalls zahlreichen Zuschauern das Lachen vergehen. So wie dem Soldaten, der im Transporter den verhafteten Jugendlichen mit dem Sack über dem Kopf begleitet.

Für die Umsetzung des Streifens heuerte man übrigens mehrere Profis aus der Filmbranche an. Die Produktionskosten werden auf 5.000 US-Dollar beziffert. Seinen Namen möchte der Hersteller des Films aber nicht nennen. “Sie sehen doch was mit Leuten passiert, die damit zu tun haben?”, nannte er ars technica als Grund für die Geheimhaltung seiner Identität. Politiker unter Angabe des eigenen Namens in der Öffentlichkeit zu kritisieren, hält der Macher des Films für viel zu gefährlich. Er habe das Geld zusammen mit Freunden aufgebracht und habe beruflich mit Aktiengeschäften zu tun. Obwohl er selbst nicht in der IT-Branche tätig ist, will er anlässlich der Wahl des US-Präsidenten weitere Spots zum Thema Internet und Freiheit produzieren und veröffentlichen.

Sind Politiker nun käuflich oder nicht? Das muss letzlich jeder Leser für sich selbst entscheiden. Wer dafür noch ein wenig Background benötigt, die Webseite political-prostitution.com bietet diesbezüglich zahlreiche Informationen an.

 

Video: Are Your Politicians For Sale?

Quellen: political-prostitution.com/gulli.com vom 09.08.2012

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5 Antworten auf Urheberrecht: Verhalten sich Politiker wie Prostituierte?

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