Aus für Monsanto: Venezuela verbietet endgültig genetisch verändertes Saatgut

titel1

Nach El Salvador, Guatemala und Costa Rica hat sich jetzt auch Venezuela gegen Monsanto ausgesprochen. Die Nationalversammlung in Venezuela hat ein Gesetz verabschiedet, das die Verbreitung, den Import und die Produktion von genmanipuliertem Saatgut untersagt. So soll das alte Saatgut geschützt werden.

Im November musste Monsanto in Mexiko gleich zweimal eine Niederlage hinnehmen. Nun hat der US-amerikanische Saatgutkonzern Monsanto im Zuge einer juristischen Auseinandersetzung in Mexiko eingestanden, dass die traditionellen Maisanbaugebiete in dem Land im Falle der Anpflanzung gentechnisch veränderten Saatgutes kontaminiert würden.

Wird Unrecht zu Recht, dann wird Auswandern zur Pflicht!
>>> Wandere aus, solange es noch geht. Jetzt Grundstück sichern! < < <
Finca Bayano in Panama.

Bereits im August zeigten wir Ihnen am Beispiel El Salvador, unter welchem Druck die Länder Lateinamerikas stehen, wenn sie sich gegen Monsanto entscheiden. Die USA hatten El Salvador unter Druck gesetzt, GVO-Saatgut von Monsanto zu kaufen und drohten andernfalls die finanziellen Hilfsmittel zu streichen.

Eine der Bedingungen der Vereinigten Staaten für die Genehmigung einer beinahe 300-Millionen-Dollar-Hilfe war, dass El Salvador sich verpflichtet, gentechnisch verändertes Saatgut von Monsanto zu kaufen, statt Nicht-GV-Saatgut von den heimischen Bauern. Doch sie hatten alle nicht mit der Hartnäckigkeit der Bauern in El Salvador gerechnet. Der Widerstand der Bauern hat über die großen Konzerne wie Monsanto gesiegt.

Nach Mexiko,Guatemala und Costa Rica –  ein neuer Rückschlag für Monsanto. Nun verbannt auch Venezuela genmanipuliertes Saatgut.

Trotz Hugo Chavez‘ Verbot für transgene Nutzpflanzen im Jahr 2004 versuchen große multinationale Konzerne wie Monsanto, die aktuelle Wirtschaftslage zu nutzen, um auf den Anbau von GV-Saatgut in Venezuela zu drängen. Doch auch an Venezuela wird deutlich: Die Protestbewegungen gegen Monsanto und Co. führen immer mehr zu einem Sieg.

Der lange Kampf in Venezuela gegen Konzerne wie Monsanto, Cargill, Dreyfuss, DuPont, Syngenta, Pioneer, Dow, BASF und Bayer

Im Juni 2013 hatte José Ureña von der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) ein neues Saatgutgesetz in die Nationalversammlung eingeführt, die die 2002-Version ersetzen und das Verbot von 2004 anpassen sollte. Daraufhin kam es zu einem Protest von vielen Gruppen bestehend aus Landwirten, Umweltschützern und aus der Bevölkerung. Sie vermuteten hinter der neuen Fassung eine Hintertür für Transgene Organismen.

Bei einer Zusammenkunft in Caracas 2004 stellte Chavez klar, die Aussaat genmanipulierter Organismen widerspreche den Interessen der Bauern und Landarbeiter des Landes. Er legte den Plan Monsantos offen, 500 000 Pflanzen einfach aussäen zu wollen: „Ich habe die Beendigung dieses Projekts angeordnet“, sagte Chavez, „da diese Organismen (als Sojaprodukte) zur Verwendung kommen sollen. Das Projekt ist beendet.“ Chavez sagte: „Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten, Lateinamerikas und der Welt sollten sich dem Beispiel Venezuelas anschließen und frei von transgenen Organismen werden.”

bild2

Die internationale Organisation „Via Campesina“ („Sicht der Bauern“) repräsentiert mehr als 60 Millionen Landwirte. Sie machte Chavez auf die Problematik aufmerksam, als dieser Vertragsverhandlungen mit Monsanto begann.

In einem am 2. Mai 2014 veröffentlichten Statement wurde der Unmut der Protestbewegung und deren Standpunkt erklärt. Sie wollen keine transgenen Organismen und wiesen auf die Gefahr durch Monsanto und Co. hin. Die Protestbewegung gab sich nicht nur mit einem Statement zufrieden und zeigte auch immer wieder durch Demonstrationen, dass sie keine GMO im Lande haben wollen.

Venezuela soll ein „Territorium frei von genmanipuliertem Saatgut“ bleiben, so die Organisatoren. Dies müsse gesetzlich garantiert werden. Am 23. Dezember 2015 war es dann soweit: Das Gesetz wurde verabschiedet.

Das Modell des „Agro-Business“ transnationaler Konzerne wie Monsanto, Cargill, Dreyfuss, DuPont, Syngenta, Pioneer, Dow, BASF und Bayer muss in Venezuela verhindert werden. Dieses führe nur zu Abhängigkeiten, wie es in Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay der Fall sei, wo eine Soja-Monokultur vorherrscht und damit eine „Landwirtschaft ohne Bauern und eine Gesellschaft, die nicht souverän über ihre wertvollsten Güter verfügen kann“.

Bereits in der ersten Lesung hatte die Nationalversammlung Venezuelas im Oktober 2014 ein neues „Gesetz über Samen“ verabschiedet, das die inländische Lebensmittelproduktion fördern will und den Import von genetisch verändertem Saatgut verbietet. Das Gesetz reguliert die Herstellung, Verteilung, Aufbewahrung und den Gebrauch von Saatgut in Venezuela. Darin wird Saatgut als „strategisches öffentliches Gut“ definiert und seine Patentierung und Privatisierung eingeschränkt. Nun ist dieses Gesetz amtlich und kann nicht widerrufen werden.

Der Gesetzesentwurf war von verschiedenen sozialen und Umweltgruppen in insgesamt fünf Diskussionsrunden im ganzen Land ausgearbeitet worden. In den vergangenen Monaten hatten Gruppen von Aktivisten das Thema immer wieder auf die politische Agenda gesetzt und eine umfassende Kampagne gegen genmanipuliertes Saatgut geführt. Rund um die erste Lesung im Parlament fanden in Caracas mehrere Aktionstage zum Thema der Ernährungssouveränität statt. Siehe Venezuela sagt Nein zu Monsanto und Co. – Planting the People’s Seed Law in Venezuela

Das neue Gesetz verbietet GVO und zielt darauf ab, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten

Am Mittwoch, dem 23 Dezember 2015 hieß es erneut: alle gegen Monsanto und Co. Die Nationalversammlung Venezuelas hat einen Entwurf für das Saatgutrecht verabschiedet,  wonach der Staat die nachhaltige Landwirtschaft als strategische Grundlage für die Ernährungssicherheit genehmigt. „In Venezuela sind wir in der Lage, unsere eigenen Samen zu produzieren,“  erklärte Arnaldo Vásquez, der Direktor der Ezequiel Zamora Foundation.

Das neue Gesetz schlägt die Gründung einer nationalen Saatgut-Institution vor, welche die Saatgutversorgung prüfen und überwachen wird, um Verstöße gegen das GMO-Verbot zu verhindern, zu identifizieren und die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Zusätzlich wird die Institution das Saatgut der Farmer schützen, das seit Generationen Teil der Kultur ist und ein Produkt natürlicher Kreuzungen. Ein Sieg auf ganzer Linie für einheimisches und bäuerliches Saatgut!

Die Venezolanische Landwirtschaft wurde von der UN-Welternährungsorganisation für ihre Bemühungen für die Lebensmittelsicherheit und die Beseitigung des Hungers gelobt. Was schon erstaunlich ist, da diese ja immer wieder behaupten, dass genmanipuliertes Saatgut den Hunger beseitige, da diese mehr Ertrag brächten. Siehe World Food Prize 2014 für genmanipulierten Weizen

Zur Zeit wird Afrika mit dem Monsanto-Gesetz unter Druck gesetzt. Siehe: Neues ‘Monsanto Gesetz’ setzt Afrika unter Druck – New ‘Monsanto Law’ in Africa Would Force GMOs on Farmers

Sogar ein eigenes Monsantogesetz gibt es, gerade dann wenn man ein Freihandelsabkommen mit den USA abgeschlossen hat. Das haben wir Netzfrauen anhand der Kleinbauern in Guatemala gesehen: Manchmal siegt David im Kampf gegen Goliath doch. Trotz Bedingung für DR-CAFTA – Umstrittenes Monsanto-Gesetz in Guatemala wurde aufgehoben. In Lateinamerika tut sich etwas – gerade die Kleinbauern wollen sich nicht weiter von Monsanto und Co. versklaven lassen.

Nach Mexiko,Guatemala und Costa Rica – Ein ein neuer Rückschlag für Monsanto. Nun verbannt auch Venezuela genmanipuliertes Saatgut. Es ist offensichtlich: Die Motivation der Länder in Lateinamerika, den Einfluss von Biotech-Firmen auf die Anbaumethoden zu beschränken, ist sehr intelligent (Tribunal Monsanto Den Haag, 12. bis 16. Oktober 2016).

Wir fragen uns: Warum fehlt unseren Politikern in Deutschland, Österreich bzw. der EU eigentlich diese Intelligenz? Sollte man sie nach Lateinamerika zur Schulung schicken? Schaden kann es vermutlich nichts  …

Literatur:

Meine eigene Samengärtnerei von Constanze von Eschbach

Saat der Zerstörung. Die dunkle Seite der Gen-Manipulation von F William Engdahl

Mit Gift und Genen: Wie der Biotech-Konzern Monsanto unsere Welt verändert von Marie-Monique Robin

Tödliche Ernte: Wie uns das Agrar- und Lebensmittelkartell vergiftet von Richard Rickelmann

Quellen: PublicDomain/netzfrauen.org am 02.01.2016

Weitere Artikel:

51apiC3Q71L._SL210_ 516f2dP8DVL._SL210_

Weitere Artikel:

Tribunal Monsanto Den Haag, 12. bis 16. Oktober 2016

Monsanto fälschte eigene Studien über Glyphosat: Krebsrisiko seit den 80ern bekannt

Gefährliches Glyphosat soll erlaubt bleiben: EU Persilschein für krebserregndes Pestizid

Pestizid: Behörde hat Bevölkerung über Krebsgefahr im Dunklen gelassen

Monsantos Untaten rächen sich

Mehr Autismus durch Pestizide – Dumm durch Chemikalien

Niederlage für Monsanto & Co.: Mehrheit der EU-Staaten verbietet Genmais

Pestizide machen Spermien schlapp

Gentechnik: Monsanto im Team mit dem World Wildlife Fund (WWF) (Video)

Das Ende der Bienen: Weltweite Auswirkungen der giftigen Pestizide

Wir sind das »Unkraut« für Monsantos Roundup

Gentechnik: Der Widerstand wächst und gedeiht (Videos)

Pflanzen selbst vermehren, alte Sorten pflegen – von der Saatgutindustrie autark leben

Geschäft mit Samen: Die Saat des Bösen

Der eigene Naturkeller: Perfekte Gemüse- und Obstkeller für Heimgärtner

Warum Deine Großeltern keine Lebensmittelallergien hatten … Du aber schon

Moderne Phytotherapie: Die 30 besten Heilpflanzen (Video)

Monsanto’s Round Up: Ab jetzt auch in Honig erhältlich

Zeitbombe Nitrat: Krebsgefahr durch Trinkwasser (Videos)

Lebensmittel: Der bizarre Streit um die Gentechnik-Kennzeichnung

Trotz Koalitionsvertrag: Bundesregierung will Gentechnik-Produkte doch nicht kennzeichnen

EU-Kommission: Zulassungen für 19 Gentechnik-Pflanzen

Mit Terminator-Saatgut zur Kontrolle der Völker

Geheimverhandlungen: Privatisierung von Saatgut kommt

Saatgut: Patente auf Brokkoli und Tomaten

Schädlichkeit für Menschen seit Jahren: „Wissenschaft lügt zugunsten der Gen-Lobby“

Impfungen: Bill Gates Foundation in Indien angeklagt

30-Jahres-Studie: Wissenschaftlerin bringt Genfood mit Autismus in Verbindung (Video)

Saatgut: Monopol und Elend – von Afrika bis Europa (Video)

Bill & Melinda Gates Foundation, Weltbank und WHO: Übernahme des Gesundheitswesens in China

WHO-Studie: Roundup von Monsanto kann Krebs auslösen

Saatgut: Drei Konzerne bestimmen den Markt für Lebensmittel

Von der Großstadt aufs Land: Unsere kleine Selbstversorger-Farm (Video)

Kräftiger Anstieg: Lebensmittel werden schneller teurer

Lebensmittel-Preise: Die Welt wird globale Hunger-Katastrophen erleben

Auswertung von Satellitenbildern: Weltweit verschwinden Millionen Quadratkilometer Wald (Video)

Bolivien/Peru: Mehr Geld – mehr Hunger

Ringen um Nahrungsmittel – China pachtet gigantische Ackerfläche in der Ukraine

Steigende Nahrungsmittelpreise, Klimawandel und globale Unruhen

Revolution der Landwirtschaft: Äthiopiens grünes Wunder

Ungarn brennt 500 Hektar Felder mit Genmais ab, um Nahrungsmittelversorgung frei von Gentechnik zu halten

EU-Schwachsinn: Von Samen, Glühbirnen und Springtürmen 

Deutschland: “Kartoffel-Kartell” erschlich sich 1 Mrd. Euro

Patentierte Welt – Die Macht von Monsanto (Video)

“Monsanto Protection Act”: US-Gen-Konzerne stehen jetzt offiziell über dem Gesetz

Studie über Folgen von Genmais mit Ratten löst Debatte in EU aus

Pestizidwirkung bei Gärtnerinnen: Die Fortpflanzung und Nachwuchs sind beeinträchtigt

Gentechnik-Abhörskandal weitet sich aus

Zukunft pflanzen – Bio für 9 Milliarden / Sepp Holzer – Vielfalt statt Einfalt, ohne Pestizide – die Massen-Lemminge (Videos)

Wegweisendes Urteil eines französischen Gerichts gegen Monsanto

Pestizidwirkung bei Gärtnerinnen: Die Fortpflanzung und Nachwuchs sind beeinträchtigt

Zweite Studie beweist: Gentechnisch verändertes Futter macht unfruchtbar!

Alternatives Arbeitssystem: „20 Stunden Arbeit sind genug“ (Video-Dokumentation)

Polen verbietet Gentechnik-Mais und -Kartoffeln

Eugenik: Bill Gates und das sozialverträgliche Frühableben

Russland verbietet Einfuhr des umstrittenen GVO-Mais von Monsanto

Organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen – wie Patienten und Verbraucher betrogen werden

Ungarn wirft Monsanto und den IWF raus

Bevölkerungskontrolle: Die Machenschaften der Pharmalobby – Von den IG Farben der Nazis zur EU und den USA

Unser täglich Gift: Glyphosat in menschlichem Urin – danke Monsanto

Leopold Kohr: Leben nach menschlichem Maß (Video)

Bayerische Bauern sind besorgt um Ernte und hoffen auf Frühling

Was Putin verschweigt, sagt sein Berater: Deutschland steht unter US-Okkupation (Video)

 

About aikos2309

3 comments on “Aus für Monsanto: Venezuela verbietet endgültig genetisch verändertes Saatgut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*