Medizinethik: In den 1940er Jahren infizierten US-Ärzte in Guatemala ganz bewusst Menschen mit Geschlechtskrankheiten

Die Spritzen kamen ohne jede Warnung oder Erklärung. Federico Ramos, damals im Jahr 1948 ein einfacher Soldat im der Armee Guatemalas, bereitete sich gerade auf den Wochenendurlaub vor, als er in die von Amerikanern geführte Klinik kommandiert wurde.

Ramos ging auf Station, bekam dort eine Spritze in den rechten Arm und wurde aufgefordert, nach seinem Urlaub wiederzukommen. Als Ausgleich gab ihm der kommandierende Offizier etwas Geld fürs Bordell. Dasselbe wiederholte sich ein paar Mal in den ersten Monaten seines zweijährigen Wehrdienstes. Heute ist er sich sicher, dass man ihn damals vorsätzlich mit einer Geschlechtskrankheit infiziert hat.

Ramos, inzwischen 87 Jahre alt, erzählt, wie er die meiste Zeit seines Lebens unter den Folgen der Spritzen litt. Nach der Zeit in der Armee kehrte er in sein Heimatdorf zurück, das abgelegen an einem steilen Berghang nordöstlich von Guatemala City liegt. Auch heute noch gibt es in Las Escaleras keinen Strom und der Weg zu medizinischen Einrichtungen ist weit. Erst zwei Jahrzehnte nach den Spritzen, als er 40 Jahre alt war, wurde bei ihm Syphilis und Gonorrhö diagnostiziert. Eine Behandlung konnte er nicht bezahlen.

“Weil ich nicht genug Geld hatte, versuchte ich mich selbst zu heilen”, sagt Ramos. “Gott sei Dank brachte das mal etwas Besserung – aber ganz verschwinden sollte es nie.” Jahrzehntelang hat er immer wieder Schmerzen und Blutungen beim Wasserlassen ertragen, und er steckte auch seine Frau und Kinder an, berichtete er vor Kurzem der Zeitschrift “Nature” im Interview bei ihm zu Hause.

Sohn Benjamin leidet zeit seines Lebens an Symptomen wie genitalem Juckreiz, und seine Schwester wurde mit Geschwüren am Kopf geboren, die zu Haarausfall führten. Ramos und seine Kinder machen die USA für ihr jahrzehntelanges Leiden verantwortlich. “Das war ein Experiment der Amerikaner, um zu sehen, welchen Schaden es anrichtet”, meint Benjamin.

…der weitere Text ist unter diesem Link verfügbar.

Quelle: Spektrum vom 05.03.2012

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