Pannenserie vor Alaska: Shell stoppt Arktis-Bohrungen

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Der britisch-niederländische Mineralölkonzern Royal Dutch Shell wird seine umstrittene Ölsuche im Arktischen Ozean nach mehreren Pannen vorerst nicht fortsetzen. Die US-Regierung hatte im Januar bereits eine umfassende Überprüfung der Shell-Aktivitäten angeordnet. Damit haben die Bemühungen, im Eismeer Öl zu fördern, einen Rückschlag erlitten.

Shell teilte am Mittwoch mit, dass die Explorationsbohrungen in der Tschuktschensee zwischen Alaska und Sibirien und in der Beaufortsee nördlich von Alaska 2013 ausgesetzt würden. Die Pause würde genutzt, um die Ausrüstung und die Explorationspläne „für eine Wiederaufnahme der Aktivitäten in einem späteren Stadium vorzubereiten“. Shell ist nach Aussage des zuständigen Direktors, Marvin Odum, entschlossen, die Ölsuche fortzusetzen. Der Sprecher von Shell Alaska sagte nach Angaben der „Anchorage Daily News“, eine Wiederaufnahme 2014 sei möglich.

Der Rückgang des Meereises durch Klimaveränderungen und die Nachfrage nach Roh-stoffen haben das Interesse an der wirtschaftlichen Ausbeutung der Arktis gesteigert. Gegen den Protest von Umweltschützern hatte Shell im Sommer und Herbst in den beiden zum Arktischen Ozean gehörenden Meeren zwei Bohrlöcher gesetzt. Dabei handelte es sich aber nur um „Top-hole“-Bohrungen, die nicht in tiefe ölführende Erdschichten vordrangen. Shell hatte 2008 für 2,1 Mrd. US-Dollar (1,6 Mrd. Euro) Förderlizenzen in der Tschuktschensee erworben. Geschätzt wird, dass im äußeren Kontinentalschelf vor Alaska – sowohl in der zum Arktischen Ozean gehörenden Tschuktschen- und Beaufortsee als auch in der Beringsee und im nordpazifischen Golf von Alaska – unentdeckte, technisch abbaubare Ölreserven von 26 Milliarden Barrel und Gasreserven von 3,7 Billionen Kubikmetern liegen.

Mehrere Sicherheitsstandards verletzt

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Für die Bohrungen setzte Shell ein Bohrschiff und eine Bohrinsel ein, die „Noble Discoverer“ und die „Kulluk“. Bereits vor Beginn der Bohrungen war auf einem Begleit-schiff die Sicherheitsglocke, die im Unglücksfall Öl auffangen sollte, bei einem Test in einem Hafen im US-Staat Washington beschädigt worden. Nachdem Ende Oktober die Bohrungen mit einsetzender Eisbildung eingestellt worden waren, stellte die Küsten-wache mehrere Verletzungen von Sicherheitsstandards auf der „Noble Discoverer“ fest. Im Januar riss beim Abschleppen der Kulluk das Schlepptau. Sie lief im Golf von Alaska in der Nähe der Kodiak-Insel an einer kleinen Insel auf Grund.

Angesichts schwindender Ölreserven auf dem Festland Alaskas bei Prudhoe Bay soll Öl aus dem Ozean die Transalaska-Pipeline nach Valdez wieder füllen, die derzeit weit unter Kapazität betrieben wird. Shell betont stets, in der Lage zu sein, die Ölförderung im Eismeer sicher auszuführen. Umweltschützer fordern den Verzicht auf Offshore-Ölbohrungen im Eismeer. Sie befürchten im Fall eines Ölunglücks katastrophale Auswirkungen auf das sensible Ökosystem, das Heimat von Eisbären, Walen, Robben und Wasservögeln ist.

Die Pannen sind für die Umweltschützer ein Beleg, dass die Industrie technisch noch nicht so weit ist, sicher im Eismeer Öl zu fördern. Der Sprecher der Umweltorganisation Oceana, Mike LeVine, bezeichnete die Entscheidung von Shell als „die erste gute Entscheidung, die wir von Shell gesehen haben“. Die Erlaubnis, dass Shell im Arktischen Ozean nach Öl suchen durfte, sei „voreilig“ gewesen. „Angesichts der desaströsen Saison 2012 müssen unsere Regierungsbehörden die Gelegenheit nutzen, ihre Entscheidung zu überdenken, im Arktischen Ozean nach Öl zu suchen.“

Quellen: APA/diepresse.com vom 01.03.2013

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