Galaxiehaufen Laniakea: Die Erde hat übrigens eine neue Adresse (Video)

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Hinweis für alle Außerirdischen: Post an die Menschheit geht künftig bitte an „Erde, Milchstraße im Super-Galaxienhaufen Laniakea“. Letzterer wurde jetzt kartiert.

Klar, die Erde liegt in der Milchstraße. Ab heute geht es aber noch präziser. Unsere Heimatgalaxie gehört nämlich zum kosmischen Bezirk Laniakea. Dieser Super-Galaxienhaufen bekam seinen Namen von Brent Tully, Astrophysiker der University of Hawaii, der die Region im Weltall neu kartiert hat.

In der Sprache der polynesischen Ureinwohner Hawaiis bedeutet Laniakea „immenser Himmel“. Eine passende Wahl: Der Super-Galaxienhaufen umfasst hunderttausend Galaxien in einer Region mit einem Durchmesser von 500 Millionen Lichtjahren. Den Forschern aus Frankreich und Israel ist es damit erstmals gelungen, die Grenzen dieser gewaltigen kosmischen Struktur aufzuspüren (Tully et al., 2014).

Laniakea weist einen Durchmesser von rund 520 Millionen Lichtjahren auf und beinhaltet neben der Milchstraße rund 100 000 weitere Galaxien.

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(Die Milchstraße liegt in direkter Nachbarschaft zum Sternenbild Jungfrau)

Lange Zeit ist unklar gewesen, welche Ausdehnung der Super-Galaxienhaufen besitzt, zu dem unsere Milchstraße gehört. Die Milchstraße – eine Spiralgalaxie aus rund 200 Milliarden Sternen – ist das zweitgrößte Sternensystem in der fünf bis acht Millionen Lichtjahre großen lokalen Gruppe aus etwa 60 Galaxien. Viele Galaxien bilden noch größere Ansammlungen, Galaxienhaufen aus einigen Hundert bis Tausend Galaxien. Galaxiengruppen und -haufen wiederum formen im Kosmos ein Netz aus Filamenten, deren Knotenpunkte die Super-Galaxienhaufen sind.

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(Die Karten zeigen den Superhaufen Laniakea in supergalaktischen Koordinaten. Die Milchstraße befindet sich im Ursprung des Koordinatensystems, und 1000 Kilometer pro Sekunde entsprechen einer Entfernung von rund 43 Millionen Lichtjahren. Das Geschwindigkeitsfeld, entlang dem sich die Galaxien bewegen, ist durch die Fäden angedeutet)

Wie aber diese Superhaufen voneinander abgrenzen? Darüber herrschte bislang unter den Astronomen keine Einigkeit. Tully und seine Kollegen haben nun eine neue Methode ent-wickelt, die zu klar definierten Grenzen für Superhaufen führt. Die Forscher untersuchen dabei nicht nur die Verteilung der Sternsysteme im Weltraum, sondern auch ihre Bewegung im All. Denn die gewaltige Masse eines Superhaufens sollte seine Galaxien anziehen, sie müssten sich also überwiegend in Richtung dieser Anziehung bewegen.

Ausreichend genaue Daten lagen für mehr als 8.000 Galaxien in einem Umkreis von 300 Millionen Lichtjahren vor. „Wir sind auf Regionen im All gestoßen, die eine Divergenz der Geschwindigkeiten zeigen“, so Tully, „relativ eng benachbarte Galaxien bewegen sich dort in entgegengesetzte Richtungen.“

Der Astronom vergleicht die Erscheinung mit irdischen Wasserscheiden, die den Kamm eines Gebirges definieren. Im Weltall definieren die Geschwindigkeits-Scheiden die Grenze zwischen den gravitativen Einflussbereichen zweier Super-Galaxienhaufen. So konnten Tully und seine Kollegen über die Geschwindigkeiten der Galaxien die Außen-grenzen unseres heimatlichen Superhaufens präzise festlegen.

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(Modell der Galaxien die sich auf uns zu bewegen in blau, Galaxien die von uns weg-driften in rot)

Seitliche Bewegung bleibt verborgen

Die Schwierigkeit: Der gesamte Kosmos ist in permanenter Bewegung. Alle Sternsysteme scheinen sich von uns weg zu bewegen, mit umso größerer Geschwindigkeit, je weiter sie von uns entfernt sind. „Diese kosmische Expansion mussten wir zunächst abziehen“, so Tully.

Das nächste Problem: Die Beobachtungen erfolgen von einem Sternsystem aus, das selbst durch die Schwerkraft des lokalen Superhaufens in Bewegung ist. Und schließlich: Die Astronomen können bei weit entfernten Galaxien nur die Bewegung auf uns zu oder von uns weg messen, eine seitliche Bewegung bleibt ihnen verborgen.

Video: Laniakea: Our home supercluster

Quellen: NASA/ZeitOnline/Spektrum.de vom 03.09.2014

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2 comments on “Galaxiehaufen Laniakea: Die Erde hat übrigens eine neue Adresse (Video)

  1. ÜBERALL GIBT ES CLUSTER. CLUSTERBILDUNG EIN UNIVERSALES PRINZIP

    > Hinweis für alle Außerirdischen: Post an die Menschheit geht künftig bitte an “Erde, Milchstraße im Super-Galaxienhaufen Laniakea”. Letzterer wurde jetzt kartiert.

    Die Clusterbildung ist ein universales Prinzip. Das gilt auch für unser tägliches (Trink-)Wasser. Es gibt zwar die thermisch bedingten chaotischen Bewegungen der Moleküle. Es gibt aber mit diesem Vorgang auch Clusterbildungen von H2O-Molekülen. Diese Cluster existieren stabil nur sehr kurzzeitig, zerfallen und bilden an andern Orten neue Cluster, u.s.w. Die Phase zwischen zwei Clusterbildungen sind sehr kurz im unteren µs-Bereich. Dies kenne ich aus dem Buch „Homöopathie, kritisch betrachtet“ von Wolfgang H. Hopff.

    So, das aber nur nebenbei als Einführung. Dass es Cluster von Galaxien gibt, hier als Super-Galaxienhaufen bezeichnet, wundert mich überhaupt nicht. Mich wundert aber eine vergessene Information…

    Unser Sonnensystem ist in dem einen galaktischen Spiralarm keineswegs alleine und die andern Systeme mit Sonnen und teils mit Planeten sind mit unserem System nicht einfach chaotisch verteilt. Ein Blick in einen Spiralarm unserer Schwester-Galaxy ANDROMEDA zeigt es deutlich, wie so ein Spiralam angereichert ist mit Sternhaufen (Cluster). Das ist dem galaktischen Spiralarm, wo sich unser Sonnensystem befindet nicht anders. Es ist ein Cluster von vielleicht einigen 100 Sonnensystemen die in einem Cluster relativ nahe beieinander sind.

    Das hat kosmologische Konsequenzen, weil man darf davon ausgehen, dass in der Frühestphase der Sternsystementwicklungen innerhalb des Clusters einige synchron verlief und möglicherweise hatte dies Auswirkungen bis in die Gegenwart. Mit diesen Überlegungen im Hintergrund wird die kosmologische Forschung erst recht spannend, weil sich nämlich die Frage stellt, was findet man an Gemeinsamkeiten, sollte es der Menschheit je gelingen diese Forschungen im Bereich unserer innergalaktischen Nachbarn zu erweitern.

    Nur schon grad ein (verrückter) Gedanke. Wenn es einst der exobiologischen Forschung gelingt extrasolares Leben in andern benachbarten Sonnensystemen zu finden, ob die Natur zu ganz ähnlichen Genstrukturen sich entwickelte. Das würde schon mächtiges Staunen auslösen. Noch intensiver wäre dann das Staunen, wenn es die selben vier Aminosäuren sind: Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin. Ich denke, dann stehen wir vor einem sehr, sehr grossen Rätsel…

    Ist das völlig unmöglich? Nein aber sehr unwahrscheinlich, ausser das was in der Frühestphase synchron passierte, für alle beteiligten Sonnensysteme derart starkwirkende Signale weitergab, dass das höchst Unwahrscheinlich halt doch wahrscheinlich geworden ist. Vielleicht werden unsere Nachkommen das erleben. Leider wirkt dem ein sehr hohes Mass an kollektiver Dummheit entgegen die zur Selbstzerstörung der Humanspezies führen kann… 🙁

    Viel Spass beim Weitergrübeln sofern man Lust darauf hat…

    P.S.: Es gibt sogar von Gene Roddenberry mit einem seiner guten Startrek-Filme ein Beitrag der in diese Richtung weist. Es ist aber nicht der 3-Teiler „Gestern, Heute, Morgen“, wo die Relativitätstheorie stark in den Fokus gerät.

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