Online-Casinos erleben weiterhin einen Boom

Der Glücksspielmarkt befindet sich im Aufschwung. Online-Casinos boomen, obwohl sie in Deutschland keine Lizenz haben. Eine Betrachtung der Entwicklung.

Der Glücksspielmarkt konnte in den letzten Jahren einen deutlichen Zuwachs an Kunden und Umsätzen verzeichnen. Das trifft nicht nur auf Sportwetten, sondern auch auf Online-Casinos zu.

Immer mehr Menschen, auch in Deutschland, vergnügen sich in ihrer Freizeit mit Spielen wie Roulette oder Blackjack.

Dass man dazu nicht mehr das Haus verlassen muss, ist ein entscheidender Faktor für den flächendeckenden Erfolg in der Branche. In der Folge betrachten wir die Entwicklungen etwas genauer.

Der Glücksspielmarkt in Deutschland

Um einen Eindruck zur Relevanz des Glücksspielmarktes in Deutschland zu erhalten, betrachten wir den Markt im Allgemeinen und die einzelnen Bereiche im Speziellen:

  • Auf dem regulierten Glücksspielmarkt in Deutschland werden jährlich etwa 35 Mrd. Euro umgesetzt.
  • Die Bruttospielerträge liegen bei etwa 10 Mrd. Euro.
  • Als Bruttospielerträge werden die gesamten Spieleinsätze abzüglich der an die Spieler ausgezahlten Gewinn bezeichnet.
  • Etwa 200.000 Menschen sind in Deutschland im Glücksspielmarkt beschäftigt.
  • Zum Vergleich: Im bedeutendsten Industriezweig Deutschlands, der Autoindustrie, arbeiten etwa 800.000 Menschen.

Dadurch wird deutlich, dass der Glücksspielmarkt in Deutschland eine nicht unerhebliche volkswirtschaftliche Bedeutung hat. Die Zahlen gelten jedoch nur für den regulierten Bereich des Glücksspiels. Hierzu zählen:

  • Geldgewinnspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten (knapp 60 % des Umsatzes)
  • Staatliche Lotterien und Sportwetten des Deutschen Lotto- und Totoblock (20 %)
  • Spielbanken und Casinos (etwa 16 %)
  • Weitere Lotterien und Pferdewetten (etwa 4 %)

Abseits hiervon existiert jedoch in Deutschland weiterhin ein nicht-regulierter Markt. Anbieter im nicht-regulierten Markt verfügen nicht über eine Glücksspiellizenz in Deutschland, stattdessen über eine Lizenz in einem anderen Land der EU.

Aufgrund der Dienstleistungsfreiheit innerhalb der EU ist es diesen Anbietern möglich, ihre Leistungen auch in Deutschland anzubieten.

Die Anbieter im nicht-regulierten Markt kommen Schätzungen zufolge auf jährliche Bruttospielerträge von 2 Mrd. Euro. Darüber hinaus kommen Anbieter ohne eine Lizenz – weder aus Deutschland noch der EU – auf Erträge von etwa 1,5 Mrd. Euro.

Hier sollte man vorsichtig sein. Denn je mehr Betreiber von Online-Casinos zur Verfügung stehen, desto mehr geht der Überblick verloren und die Gefahr, abgezockt zu werden, steigt. Wer mit dem Gedanken spielt, sich bei einem Online-Casino zu vergnügen, sollte sich daher im Vorfeld auf einschlägigen Testvergleichsseiten informieren, die unter anderem die Seriosität der Anbieter prüfen.

Globale Betrachtung des Online-Glücksspiels

Aber nicht nur in Deutschland, sondern in allen wohlhabenderen Regionen auf der Welt ist der Erfolg des Online-Glücksspiels zu beobachten. 2016 betrug das Marktvolumen auf dem Online-Glücksspielmarkt, also der gesamte Umsatz des Sektors, insgesamt rund 642 Mrd. Euro.

Auf Europa entfielen dabei ganze 47 % (siehe Statistik). In Nordamerika liegt dieser Wert bei 12 %, was auch an der komplizierten Gesetzgebung in den USA liegt.

Hier verhält es sich ähnlich wie in Deutschland, da es kein einheitliches Gesetz auf Bundesebene gibt und die Staaten selbst für gesetzliche Regelungen in diesem Bereich verantwortlich sind. Hier kommt es je nach Bundesstaat zu Unterschieden, so dass auch in den USA vielen nicht klar ist, ob die Spieler nun legal oder illegal an den Angeboten der Online-Casinos teilnehmen.

(Statistik zur Verteilung des weltweiten Online-Glücksspielmarktes im Jahr 2016. Neben Europa wird der meiste Umsatz auf dem Online-Glücksspielmarkt in Asien und dem Nahen Osten generiert. Nordamerika befindet sich auf Platz 3)

Was sind die Gründe für den Boom der Online-Casinos?

Glücksspiele sind seit jeher Bestandteil der Kultur des Menschen. Das gilt fast flächendeckend für den gesamten Planeten. Auch wenn Glücksspiel teilweise einen zweifelhaften Ruf genießt, sind die Spiele doch in allen Gesellschaftsschichten beliebt.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass beispielsweise in Deutschland etwa drei Viertel aller 16- bis 70-Jährigen schon einmal an einem gewerblichen Glücksspiel teilgenommen hat.

Der Auftritt des Online-Sektors ist indes in den letzten Jahren viel professioneller geworden. Dank neuer Techniken und Entwicklungen in der Internet-Infrastruktur – etwa höhere Bandbreiten – und der Software können immer mehr Kunden erreicht werden.

Auch die Weiterentwicklung der Smartphones trägt ihren Teil dazu bei. Heutzutage sind aufwändigere Apps mit einer besseren Darstellung und Animationen verfügbar, wodurch die Online-Games an Zuspruch gewinnen.

Während 2012 gerade einmal ein Fünftel der Einnahmen auf mobile Endgeräte zurückzuführen war, sind es Schätzungen zufolge 42 % im Jahr 2017 (Quelle: H2 Gambling Capital). Das zeigt auch, wie wichtig die Entwicklung leistungsstarker Apps für die Anbieter ist.

Eine Umkehr des Trends ist auch hier genauso wenig zu erwarten wie bei der Entwicklung des Online-Glücksspielmarktes insgesamt.

(Statistik zu den Bruttospielerträgen im Online-Glücksspielmarkt von 2010 bis 2017. Die Erträge im Online-Glücksspielmarkt steigen jährlich um bis zu zehn Prozent. 2017 sollen die Bruttospielerträge insgesamt etwa 53,4 Mrd. US-Dollar betragen)

Der Erfolg liegt auch in der Tatsache begründet, dass das Online-Glücksspiel größtenteils anonym abläuft. Eventuelle Bedenken à la „Mich könnte jemand sehen“ bleiben komplett außen vor. Darüber hinaus kann man auch einfach und unkompliziert einige Minuten Casinospiele vom Sofa oder unterwegs aus in Anspruch nehmen.

Das Glücksspiel nebenbei wird also immer beliebter und das Angebot ist stetig verfügbar. Man muss das Haus nicht verlassen, braucht sich über Fahrtkosten und womöglich nervige Mitspieler keine Gedanken machen.

Darüber hinaus fallen keine Extra-Kosten für Essen oder Getränke an, wie es beispielsweise in einer Spielbank der Fall ist. Natürlich nimmt man einen Wegfall der Atmosphäre in Kauf, was die Anbieter versuchen, durch interessante Spiele und Live-Streams von einzelnen Spielvarianten abzumildern.

Der Staat muss endlich Regularien schaffen

Die Bedenken der Spieler ob der Sicherheit ihres investierten Kapitals sind in den vergangenen Jahren auch zurückgegangen, da es mittlerweile zuverlässige Online-Zahlungsmöglichkeiten wie eWallets gibt.

Zusätzlich bemühen sich die meisten Anbieter um ein seriöses und sicheres Glücksspiel, da sie es sich nicht leisten können, die Kunden abzuzocken, wenn sie langfristig Erfolg auf dem Markt haben wollen.

Wichtig ist aber, dass in absehbarer Zeit die Politik es endlich schafft, einheitliche Regulierungen zu finden. Der neue Glücksspielstaatsvertrag beinhaltet erneut keine Regeln für die Online-Casinos, wohl aber für private Anbieter von Sportwetten. Hier entgehen dem Staat nicht nur Steuergelder, sondern verfehlen auch das als vorrangig kommunizierte Ziel des Spielerschutzes.

Quellen: PublicDomain am 26.10.2017

  

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