Crowdinvesting: Die Renaissance des Wir

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Alle Macht den Banken – in den Jahrzehnten bis 2007 schien es tatsächlich so, dass die Banken immer stärker und mächtiger wurden. In den letzten Jahren hat dieses Bild zunehmend Risse bekommen. Die Pleite der US-Bank Lehman Brothers war der sprichwörtlich große Knall.

In der Folge haben Regierungen Banken immer neue Regeln in der Regulierung aufgezwungen. Zusätzlich – und diese Entwicklung ist vielleicht wirklich überraschend – erhöht der Kunde den Druck auf die Banken.

Veränderte Gewohnheiten und FinTech-Unternehmen, die man lange belächelt hat, die aber immer stärker werden, ziehen die Daumenschrauben an.

Mittlerweile kommen eigentlich typische Leistungen des Bankensektors ohne großes Zutun der Kreditinstitute aus – wie das Verleihen von Geld oder die Finanzierung von Unternehmen.

Crowdinvesting: Stark dank Masse

Das Konzept des Crowdinvesting (und des verwandten Crowdfunding) ist einfach: Mehrere Investoren tun sich zusammen und realisieren mit jeweils kleinen Beträgen gemeinsam ein Projekt.

Grundsätzlich lassen sich in diesem Bereich verschiedene Varianten voneinander abgrenzen.

  • Crowdfunding: Projektverantwortliche werben Geld von Mikroinvestoren ein, ohne dass diese Anspruch auf eine Beteiligung am Unternehmen oder Erträge erhalten. Crowdfunding kann auf Basis von Spenden (Donation) oder Reward-basiert erfolgen. Letzteres bedeutet, dass Investoren/Finanziers ein in der Entwicklung befindliches Produkt erhalten oder dieses vergünstigt erwerben. Crowdfunding hat sich beispielsweise für die Entwicklung von Publishern unabhängiger Software etabliert.
  • Crowdlending: Der Begriff Crowdlending bezieht sich auf die Geldleihe. Hierbei geht es in erster Linie um Kredite, die als Kreditprojekt von Privatpersonen formuliert und veröffentlicht werden. Mikroinvestoren können anschließend Kapital zur Verfügung stellen – und das Projekt auf diese Weise realisieren. Eingebürgert hat sich hierfür auch die Bezeichnung Peer-to-Peer Kredit oder Privatkredit.
  • Crowdinvesting: Das eigentliche Crowdinvesting richtet seinen Fokus auf Unternehmen – oft Start-Ups – die Mittel einwerben. Investoren können in diesem Bereich ganz unterschiedliche Projekte fördern. Die Palette reicht von Immobilien bis hin zu Unternehmensfinanzierungen im Neue-Energien-Bereich.

Was Crowdfunding bzw. Crowdinvesting so besonders macht, ist das verteilte Risiko. Da sich – je nach Umfang der Projekte – immer mehrere Mikroinvestoren zusammentun, muss nie einer allein das Ausfallrisiko tragen. Letzteres ist, wie Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, durchaus gegeben.

Im ersten Moment erweckt das Crowdfunding den Eindruck, alte Regeln werden vollkommen über Bord geworfen. Haushalte, die es aufgrund der finanziellen Situation schwer haben, einen Kredit zu beantragen, haben plötzlich wieder Geld. Und die Bonität spielt eh keine Rolle mehr.

Ganz so einfach ist es dann doch nicht, da auch beim Crowdinvesting gewisse Regeln gelten. Plattformen, die heute entsprechende Möglichkeiten bieten, achten sehr wohl darauf, dass Mikroinvestoren nicht ins offene Messer laufen. Wie die Plattformen Kontrolle ausüben, dazu finden Interessenten Infos auf https://www.aktiendepot.com/crowdfunding-vergleich/.

Crowdfunding: Kann das Konzept Zukunft haben?

Befürworter der Schwarmfinanzierung sehen hierin natürlich eine echte Konkurrenz zu klassischen Finanzierungsmodellen, wie sie Banken anbieten. Davon zu sprechen, dass deren Bedeutung dramatisch schwindet und die Macht der Banken gebrochen ist, wäre vermessen. Dazu ist das Volumen im Crowdinvesting derzeit noch zu niedrig.

Eine interessante Alternative sind die Ansätze aber in jedem Fall. Mehr Unabhängigkeit von der Bank bedeutet am Ende, dass deren Restriktionen und Auswahlkriterien nur bedingt gelten. Jeder Mikroinvestor entscheidet selbst, welche Projekte er fördern will. Ganz ohne Banken geht es dann aber leider doch nicht. Zumindest was die Abwicklung der Zahlungen angeht, haben Kreditinstitute nach wie vor „ihre Finger“ im Spiel.

Quellen: PublicDomain am 20.01.2018

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