Die Hochkultur der Megalithzeit: Verschwiegene Zeugnisse aus Europas grosser Vergangenheit

Wer erstmals davon hört, wird skeptisch fragen, ob in vorgeschichtlicher Zeit denn schon Landvermessung und gar Erdvermessung möglich gewesen sei, ausgerechnet in dem gegenüber den frühen Hochkulturen rückständigen Mitteleuropa?

Wenn überhaupt, so die allgemeine Ansicht, wäre dies doch allenfalls in Mesopotamien, Ägypten und dem antiken Griechenland denkbar gewesen. Doch das ist ein Irrtum, tatsächlich ist die Vermessung hierzulande älter als jene frühen Hochkulturen. Sie wurde in Europa mindestens seit der Zeit der Bandkeramiker und der Trichterbecherkultur (Megalithiker) ausgeübt. Wahrscheinlich ist sie sogar hier entstanden.

Wann gab es die Kultur der Bandkeramiker, der wir solche Kenntnisse zutrauen? Die amtliche Archäologie datiert heute diese Kultur und damit Ackerbau und Viehzucht in Mitteleuropa in Hessen auf 5.700 V. d. Zw. bis 4.900 V. d. Zw. und die bisher ältesten Fundplätze am Bodensee gar auf 6.000 v. d. Zw. Diese Kultur ist somit über 3.000 Jahre älter, als man vor 30 Jahren noch annahm.

In jüngster Zeit hat man in Europa, namentlich in Deutschland und Dänemark auf Luftbildern viele kreisförmige Erdwerke identifiziert.

Es sind keine Festungen, sondern zumeist frühneolithische Kalenderanlagen und Himmelsobservatorien. Sie sind in ihrer Funktion Stonehenge vergleichbar, aber um vieles älter. Darüber berichtete sogar „Der Spiegel“ in Nr. 33/1998, Überschrift: „Lichtkult hinter Palisaden“, und weiter: „Haben die Erbauer von Stonehenge nur abgekupfert“? ln Ostdeutschland sind riesenhafte Ringtempel aufgetaucht: Knapp 7.000 Jahre alt und mit Palisaden, dick wie Telefonmasten.“ usw.

Nachweisbar wurden solche Anlagen und die Häuser der Bandkeramiker aus der Zeit um 5.300 v. d. Zw. bereits nach einheitlichen Maßen errichtet, den gleichen Maßen, die die Megalithiker und 2.000 Jahre später die frühen Hochkulturen des Mittelmeerraumes benutzten. Diese Maße aber waren, wie ich selbst nachgewiesen habe, direkt und indirekt aus dem Erdumfang abgeleitet – vor mehr als 7.000 Jahren!

Allmählich wird erkennbar, daß die jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Kulturen Europas selbst schon Hochkulturen gewesen sind. Dies gilt besonders für ihr großartiges astronomisches, geodätisches und mathematisches Wissen.

Dazu gehörten die Beherrschung der Bruchrechnung, die Trigonometrie einschließlich der pythagoräischen Zahlen, die Geometrie des Kreises mit der Zahl pi = 22/7, und nicht zuletzt das Gesetz der„stetigen Teilung“, bekannt als „Goldener Schnitt“. Diese Kenntnisse fanden auch Anwendung, wie ich gezeigt habe (Die Kraft der Megalithen: Die Energie von Steinen nutzen (Video)).

Der Goldene Schnitt ist in dem Verrmessungssystem Alt-Europas allgegenwärtig. Aus seiner Häufigkeit ist zu schließen, daß die stetige Teilung von Strecken und die Konstruktion von harmonischen Dreiecken nach dem Goldenen Schnitt Standard gewesen sind, ebenso die Anwendung der Zahl pi = 22/7. Das belegen die ständig wiederkehrenden Zahlen oder Proportionen 7 und 22.

Ich selbst habe das Phänomen des Goldenen Schnitts in verschiedenen Gegenden Deutschlands, aber auch anderswo, in solcher Regelmäßigkeit festgestellt, daß eine „Zufälligkeit“ ausgeschlossen erscheint.

Woher schöpfte der Mensch der Vorzeit dieses naturwissenschaftliche Wissen? Es war nicht plötzlich da, sondern er hat es in Jahrtausenden durch kontinuierliche Himmelsbeobachtung erworben. Diese Beobachtungen befähigten ihn, die Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, Zeit und Raum zu messen und eine Ordnung zu schaffen, die es ermöglichte, sich in Zeit und Raum zurechtzufinden.

„Messen und Maße“ müssen seit frühester Vorzeit eine überragende Bedeutung gehabt haben. Das ergibt sich aus einer Fülle von Wendungen und Wörtern unserer Sprache. Wir benutzen sie täglich, ohne uns bewußt zu sein, daß die Ausdrücke ihren Ursprung in der Vermessung haben! Das gilt u. a. für Begriffe des Rechts oder Regierens.

Die indogermanische Stammsilbe „*reg“, die in „Recht“, „richten“, „Regel“, „richtig“, „rex“, „regieren“, „rechnen“, „recken“ usw. enthalten ist, bedeutet ursprünglich „eine gerade Linie ziehen“, „etwas begradigen“. Es handelte sich also um die Tätigkeit des Vermessens, des Visierens und Fluchtens gerader Linien.

Die dem Lateinischen entlehnten Wörter „visieren“ und „Visur“ haben den gleichen Stamm wie deutsch „weisen“, „weise sein“ oder „wissen“. Isländisch heißt der Wegweiser „visir“. Auch der höchste Ratgeber der Pharaonen, der „Vesir“, könnte demnach ein „Weiser“, „einer, der die Richtung weist“, gewesen sein.

Schon zu Beginn der Jungsteinzeit hatte man Maße, die aus dem Erdumfang abgeleitet waren, das bedeutet, daß bereits damals die Erde vermessen worden war. Die Anfänge der Geodäsie gehen vermutlich sogar bis in die jüngere Altsteinzeit zurück. Denn die Jäger, die im Sommer nach Norden wanderten, waren darauf angewiesen, in der wege- und vegetationslosen arktischen Landschaft, Standort und die Himmelsrichtungen bestimmen zu können.

Sie kennzeichneten sie durch Male und Richtungsweiser. So entstand allmählich ein Netz von Festpunkten. Solche Zeichen aus Stein mögen ausgesehen haben wie die Inukchuks im Nordosten Kanadas. Die Eskimos sollen sie dort vor 4.500 Jahren errichtet haben, als sie von Alaska nach Grönland wanderten. Steinhaufen als Wege-Zeichen gelten in der Mongolei noch heute als heilige Orte. Im frühen Griechenland gab es die Hermen, ursprünglich auch Steinhaufen, erst später Stelen.

Auf Bornholm heißen solche Steinhaufen „Varpem“, sie werden als vorgeschichtliche Wegemarken angesehen. In Deutschland ist „Warte“ ein häufiger Flur- oder Ortsname. Seine ursprüngliche Bedeutung ist „Wegezeichen aus Stein“. In den skandinavischen Sprachen hat „Warte“ noch heute konkret diese Bedeutung.

Auch geben Ortsnamen häufig Hinweise auf eine frühere Funktion als trigonometrischer Festpunkt oder Ortungsmal. Daher gehört die Analyse von Ortsnamen zu meinen wesentlichen Untersuchungsmethoden. Es waren nicht zuletzt Zweifel an der üblichen Deutung der Ortsnamen „Maasholm“ und „Winkelholm“, die meine Aufmerksamkeit auf die Vermessung lenkten. Meine Untersuchungen bestätigten, daß in der Tat beide Ortsnamen auf Vermessungsfunktionen in der Vergangenheit hinweisen.

Jungsteinzeit und Bronzezeit kannten Kugelgestalt und Umfang der Erde. Das ergibt sich schon allein aus der Tatsache, daß die seit mehr als 7.000 Jahren verwendeten Maße des alt-europäischen Maßsystems aus dem Erdumfang abgeleitet waren. Das geodätische Leitmaß war schon damals das Stadion, nicht das Megalithische Yard (MY). Zehn Stadien entsprechen heute noch der Länge einer Bogenminute (1.852 m) des Erdumfangs (Anm.: = l Seemeile!).

Das „Stadion“ um 185 m ist das alt-europäische Entfernungsmaß der Vorzeit gewesen. Wie Wolfgang Aarburg und ich festgestellt haben, steht das MY allerdings in einem speziellen Zusammenhang mit dem Stadion: Das MY ist ein Maß des Kreisumfanges, ein „Bogenmaß“, das abgeleitet ist von einem Kreis, der im Durchmesser ein Stadion mißt. Die Zahl pi = 22/7 als Multiplikator bildet die Brücke, die von der Gruppe der geodätischen Maße zu den „Bogenmaßen“ führt. Auch die noch heute gültige Einteilung in Breiten- und Längengrade, das Netzgitter, steht in engem Zusammenhang mit dem Maßsystem und ist genauso alt. Dafür gibt es auch hierzulande Belege.

Es waren sowohl den Erbauern der Cheops-Pyramide um etwa 2.600 v. d. Zw. als auch den Griechen, spätestens seit Pythagoras im 6. Jh. v. d. Zw., die Kugelgestalt der Erde und ihr Umfang bekannt. Angesichts der vielfältigen Zeugnisse der Antike von der Kugelgestalt der Erde, ist es unverständlich, daß wir uns über 1.000 Jahre haben weismachen lassen, die Antike hätte die Erde als eine vom Ozean umflossene Scheibe betrachtet! (Verbreitung der Flache-Erde-Theorie als Strategie der Diskreditierung kritischer Meinungsäußerung (Videos))

Dieses Weltbild ist nun wirklich eine Erfindung der römischen Kirche des frühen Mittelalters! Die Menschheit wußte seit Jahrtausenden, daß die Erde eine Kugel ist. Die Überlieferung berichtet, die Griechen hätten diese Kenntnis von den Hyperboreern erhalten und nach Diodor hat zuerst Atlas, Herrscher von Atlantis, die Kugelgestalt der Erde gelehrt.

Wie ich festgestellt habe, setzt sich eine seit alters bekannte Linie, die vier Kirchen Nordfrieslands auf „Sylt‘ ‘, „Föhr“, „Pellworm“ und „Eiderstedt“ verbindet, auch nach Süden über die Elbemündung zum „Silberberg“ in Niedersachsen und über „Rotenburg an der Wümme“, „Hildesheim“, ,Mühlhausen“, „Coburg“, „Vierzehnheiligen“ in die Gegend von „Neumarkt“ bis Oberfranken fort.

Außerdem ergab sich eine zugehörige Querlinie durch Eiderstedt. Sie verbindet die Kirche von „Tating“ mit der Kirche von „Oldenswort“. Die Entfernung zwischen beiden Kirchen mißt genau 88 Stadien (16,262 km) oder 4 x 22 Stadien.

Die alten Griechen rechneten zwar grundsätzlich mit 600 Stadien für die Bogenlänge zwischen zwei Breitenkreisen, öfter aber auch mit 700 Stadien, nachzulesen bei Arpad Szabo. Daraus ergibt sich dann ein kürzeres Stadion von 158,4 m und das bedeutet einen Erdumfang von 252.000 Stadien, genau der Erdumfang, den Eratosthenes im 3. Jh. V. d. Zw. gemessen hatte.

Er hat also offensichtlich dieses kürzere Stadion verwendet und so entgegen der landläufigen Meinung den Umfang der Erde völlig richtig berechnet! Von Eratosthenes, Leiter der Bibliothek in Alexandria, ist übrigens auch bekannt, daß er 500 Jahre vor Ptolemäus (!) eine Erdkarte mit Längen- und Parallelkreisen entworfen hat. Daß er der erste gewesen sei, der den Erdumfang gemessen habe, ist allerdings ein Märchen.

Es gab lange vor ihm Erdvermessung. Sogar eine, die den Erdumfang mit 400.000 Stadien bestimmte. Das sei völliger Unsinn meinen Wissenschaftler: Mitnichten! Die betreffenden griechischen Mathematiker haben damals wahrscheinlich ein „Stadion“ zu 100 Metern verwendet, mit anderen Worten das Meter!

Schon früh gab es das Gitternetz von Breiten- und Längenkreisen. Sobald man dieses geographische Netz nutzte, brauchte man nicht mehr die Linien unter Einhaltung bestimmter Winkel querbeet durch schwieriges Gelände zu fluchten. Man konnte stattdessen die geplanten Punkte in ein Gitter einzeichnen und ihre Koordinaten bestimmen. Anschließend brauchte man im Gelände nur noch den senkrechten Abstand vom Längenkreis nach Westen bzw. Osten einzufluchten und zu messen.

Das war um Vieles einfacher und könnte erklären, wie man großräumig Steinbilder oder andere Figuren in die Landschaft projizierte: Nicht die Verbindungslinien zwischen den Punkten, sondern nur die Punkte selbst wurden geplant und eingemessen.

Vielleicht kann man jetzt auch den folgenden Vers der Edda besser verstehen. Man muß bei solchen Versen bedenken, daß es zur nordischen Dichtkunst gehörte, Begriffe und Inhalte zu verdunkeln und Umschreibungen (Kenninge) zu verwenden. Der Inhalt sollte rätselhaft bleiben und nicht von jedermann leicht zu verstehen sein.

Deshalb haben die Germanisten nur geringen Erfolg bei ihrem Bemühen, die Inhalte einleuchtend zu interpretieren. Versuchen wir eine neue Deutung: Im Grimnirlied ist die Rede von „Walhall“, der „Welt-Halle“, in der die Menschen wohnen.

Die bewohnte Erde wird mit einem großen Versammlungsgebäude, verglichen. Davor erhebt sich das „heilige Walgitter“ oder „Weltgitter“, das Zugang gewährt oder verwehrt. Ich erkenne in diesem „Walgitter“ das geographische Gitternetz der nördlichen Halbkugel.

Walgitter heißt es, das vor geweihtem Tor heilig sich erhebt;
alt ist das Gitter, es ahnen nicht viele wie es der Schlüssel verschließt.
Fünfhundert Tore und vierzig dazu
kenn ich in Walhall wohl… (Grimnirlied)

(Anmerkung: Gemeint ist ein uraltes geographisches Gitter, dessen Geheimnis nicht viele kennen).

Wigrid heißt das Feld, wo sich treffen zum Kampfe
Surt und die gütigen Götter hundert Meilen ist’s lang und breit. (Die Götterdämmerung: Wöluspa)

(Anm: engl. grid = Kartengitter, Feld des Kartengitters, die Fläche begrenzt durch 2 x 2 parallele Linien. Die „Edda“ meint hier das ausgemessene, heilige „Feld“ eines geographischen „Gitters“).

Dieses Gitter wird ausdrücklich als alt bezeichnet! Daß „nur wenige“ sein Geheimnis „ahnen“ und wissen, wie es der Schlüssel „verschließt“, zeigt daß kein Profaner Zaun“ gemeint sein kann. Weiter heißt es, „Walhall“ habe 540 „Tore“ bzw. 540 „Golfe“ (Bilskirnir).

Setzen wir dies in Beziehung zum Gitternctz der Erde, wird klar, was gemeint ist: Die Einteilung des nördlichen Quadranten in 540 Abschnitte. Diese 540 Abschnitte, Tore oder Golfe, entsprechen noch heute 5.400 Bogenminuten oder 54.000 Stadien im Altertum. Daraus ergibt sich, daß jedes der 540 Tore 10 Bogenminuten oder 100 Stadien „weit“ ist, umgerechnet rund 18,5 km.

Kein Zweifel, Messen und Vermessung der Erde haben eine sehr alte und lange Geschichte, deren Anfänge wahrscheinlich bis in die jüngere Altsteinzeit zurückgehen. Die Geometer der Vorzeit waren mindestens seit der Jungsteinzeit in der Lage, den Erdumfang zu bestimmen und daraus einheitliche Maße abzuleiten.

Sie haben über große Teile der nördlichen Hemisphäre Ortungs- und trigonometrische Netze gezogen und Bilder in die Landschaft projiziert und sie gestaltet, wobei ihnen die Harmonie der Proportionen wichtig gewesen zu sein scheint. Über die Gründe, die sie dazu bewogen, müssen wir noch mehr Klarheit gewinnen.

Wir stehen am Anfang der Forschung, und wissenschaftlich ist die Archäogeodäsie noch nicht anerkannt, im Gegensatz zu Archäoastronomie und Archäometrie, obwohl alle drei Gebiete zusammengehören. Wahrscheinlich ist noch immer das falsche Weltbild von der Erde als Scheibe im Wege.

Zeugnisse für die Vermessung der Vorzeit sind in Fülle vorhanden. Ihre Erforschung eröffnet ein neues Geschichtsbild. Den „Schlüssel“ dazu halten wir in der Hand: Das „Stadion“, Europas uraltes Maß der Erde…«

Die hier aufgezeigte Thematik des uralten Wissens unserer Ahnen – und noch vieles mehr – wird in dem Buch Die Hochkultur der Megalithzeit“ von Hermann Zschweigert und Gert Meier detailliert beschrieben.

Hier das Inhaltsverzeichnis als PDF im Überblick.

Quellen: PublicDomain/lupocattivoblog.com am 05.04.2018

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