Trinkwasser in Vittel wird knapp: Wegen Nestlé

Jedes Jahr sinkt der Grundwasserspiegel in der französischen Gemeinde immer stärker ab. Der Grund ist, dass Nestlé seit Jahren riesige Mengen Wasser für die Wassermarke „Vittel“ abpumpt.

Vor allem in Deutschland gehört Vittel zu den bekanntesten Wassermarken von Nestlé. Nestlé besitzt mehrere Quellen und Teile des Landes rund um die kleine Stadt Vittel im Nordosten Frankreichs. Dort werden täglich mehrere Millionen Plastikflaschen mit Wasser abgefüllt.

Die Konsequenzen für den kleinen Ort sind fatal: Der Grundwasserspiegel sinkt jedes Jahr um 30 Zentimeter ab. Wenn das so weitergeht, ist bald nicht mehr genügend Wasser für die Gemeinde übrig. Schon jetzt wird Wasser in den heißen Sommermonaten knapp.

Der Bürgermeister ist dann gezwungen, Wasser mit Tankwagen von woanders zu holen. Nestlé weiß allerdings, dass etwas getan werden muss und sucht nach Lösungen, den Grundwasserspiegel nicht noch weiter abzusenken. Es soll auch schon konkrete Pläne geben – die Maßnahmen jedoch sind absurd.

Nestlé will für die Einwohner Wasser aus benachbarten Dörfern und Regionen heranschaffen. Dafür soll eine Wasserpipeline gebaut werden. Eigentlich wäre genug Wasser in Vittel für die Bewohner vorhanden.

Die Quellen gehören jedoch leider dem Lebensmittelkonzern. Dagegen können die Bewohner nicht viel ausrichten. Die Pipeline soll 20 Millionen Euro kosten und über Steuergelder finanziert werden.

Konkret heißt das: Die Bewohner sollen die Pipeline selbst bezahlen, damit sie wieder ausreichend Wasser zur Verfügung haben (Nestlé und Coca Cola privatisieren größtes Wasserreservoir in Südamerika).

Nestlé jedoch könnte somit ungehindert weiter Millionen Liter Flaschen Wasser verkaufen und exportieren. Der Konzern hatte sich zu diesem Vorfall mit der Rechtfertigung geäußert, dass man die Wasserentnahme bereits um 20 Prozent reduziert habe.

Der Konzern liege mit der Reduzierung schon unter den von den Behörden genehmigten Mengen. Außerdem überwache Nestlé regelmäßig die Pegel der genutzten Wasserquellen.

Nestlé ist aufgrund seiner Wassergeschäfte immer wieder in den Schlagzeilen und in der Kritik. Der Lebensmittelkonzern kauft weltweit Wasserechte und pumpt Unmengen an Wasser ab, auch in Dürregebieten (Kalifornien reagiert: Trotz Dürre pumpte Nestlé Konzern weiter Grundwasser ab).

Das Allgemeingut Wasser, das eigentlich allen Menschen gehören sollte, wird so auf Kosten der Umwelt und der Einheimischen zur reinen Profitquelle für den Konzern Nestlé, der für die Wasserrechte oftmals nur einen Spottpreis bezahlt.

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Literatur:

Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

Schwarzbuch Markenfirmen: Die Welt im Griff der Konzerne

Schwarzbuch WWF: Dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda

Jeremy Irons präsentiert: Weggeworfen – Trashed (Prädikat: Wertvoll)

Quellen: PublicDomain/watergate.tv am 15.05.2018

Weitere Artikel:

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2 comments on “Trinkwasser in Vittel wird knapp: Wegen Nestlé

  1. Und wer gräbt endlich mal Nestl€ das Wasser ab ? Die Unternehmensstrategie ist an Perversion nicht mehr zu überbieten: siehe Californien, Afrika… etc.
    Miliarden Gewinne bei 0 Kapitaleisatz und alles auf Kosten der örtlichen Bevölkerung.
    Dann lasst´s euch schmecken! , mir schmeckt´s schon lange nicht mehr!

  2. Ja, hier zeigt sich wie es ist, wenn ein Geschäft darauf basiert, dass ausschließlich der Gewinn auf den Raubbau natürlicher Ressourcen basiert. Jedes Land, Gemeinde und jede Stadt ist gut beraten keine Wasserrechte an Konzerne zu verkaufen und das eigene Trinkwassersystem gut auszubauen und zu erhalten. Es ist schon idiotisch, dass viele Menschen Wasser in Flaschen kaufen und das Trinkwasser aus der Leitung, sofern es vorhanden ist, nicht hoch genug schätzen.

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