Gesunde Alternative zu Alufolie und Hilfe bei Brandwunden: Bananenblätter (Videos)

In zahlreichen Ländern wird das Bananenblatt seit Menschengedenken genutzt. In Europa ist es hingegen noch kaum bekannt. Verständlich, da die Banane hier auch nicht heimisch ist. Dennoch gelangt man auch hier immer öfter an Bananenblätter und kann sie für viele Rezepte und naturheilkundliche Anwendungen nutzen.

Bananenblätter sind beispielsweise eine gute Alternative zur Alufolie, da sich darin Lebensmittel aller Art einpacken und auf gesunde Weise garen lassen. Da sie antibakteriell wirken, kann man Bananenblätter auch als heilfördernden Wundverband nutzen.

Bananenblätter statt Alufolie

Während die Frucht der Bananenpflanze in Europa zu den beliebtesten Obstarten zählt, gelten das Bananenblatt oder die Bananenblüte als weitgehend unbekannt. Dies ist natürlich darauf zurückzuführen, dass die Bananenpflanze auf ein tropisches bzw. subtropisches Klima angewiesen ist.

Sie wird zwar auch in der EU angebaut, z. B. auf den Kanarischen Inseln, auf den Azoren und auf Kreta, allerdings fast ausschliesslich für den heimischen Bananengenuss.

Als in Europas Grossstädten immer mehr asiatische, aber auch afrikanische und südamerikanische Restaurants eröffneten, begann langsam das Interesse für Gerichte aus aller Welt zu wachsen. Ob in Indien, Thailand, Indonesien, Mexiko oder im Kongo: Überall, wo die Bananenstaude gedeiht, sind Bananenblätter in der Küche seit Urzeiten unverzichtbar.

Die bis zu drei Meter langen, flexiblen und wasserdichten Bananenblätter werden dabei aber nicht gegessen, sondern verwendet, um Lebensmittel auf sehr schonende Weise zu garen. Während in Europa dazu die umstrittene und umweltschädliche Alufolie verwendet wird, wickelt man in den Tropen die Speisen in Bananenblätter.

Dabei geht das süssliche Aroma direkt auf die jeweiligen Lebensmittel über. Ausserdem werden aus Bananenblättern kunstvolle Essgefässe gefertigt oder die Gerichte werden direkt auf einem schönen grossen Blatt serviert.

Bananenblatt-Schiffchen reinigen die Seele

Das Bananenblatt ist jedoch nicht nur in kulinarischem Sinne, sondern auch in puncto Kultur und Religion seit Jahrtausenden von grosser Bedeutung. In vielen süd- und südostasiatischen Ländern war es lange die wichtigste Schreibfläche (Papier). Für Buddhisten und Hindus haben Bananenblätter eine rituelle Bedeutung und werden bei Zeremonien als dekoratives Element eingesetzt.

Beim thailändischen Lichterfest Loi Krathong (schwebendes Floss) werden aus dem Strunk und den Blättern der Bananenstaude kleine Opferschalen für die Mutter des Wassers gebastelt. Sie werden mit Blumen, Räucherstäbchen und Kerzen geschmückt und dann zu Wasser gelassen.

Die leuchtenden Bananenblatt-Schiffchen sind ein phantastischer Anblick und nehmen ausserdem – so sagt man – beim Davonschwimmen auch all den Ärger, das Böse und die Verunreinigungen der Seele mit sich fort (Das große Buch der Selbstversorgung).

Ein traditionelles Heilmittel und seine Inhaltsstoffe

In der traditionellen Medizin spielt das Bananenblatt seit langer Zeit eine mindestens genauso wichtige Rolle. Es wird vordergründig äusserlich angewandt, um Hautleiden wie Blasen, Geschwüre und Brandwunden zu kurieren. Studien haben gezeigt, dass Bananenblätter eine antibiotische bzw. antibakterielle sowie antioxidative Wirkung haben und die Wundheilung fördern.

Die medizinischen Wirkungen des Bananenblattes werden mitunter auf die darin enthaltenen Polyphenole zurückgeführt. Dazu zählt etwa das Antioxidans Epigallocatechingallat (EGCG), das auch im Grüntee steckt. Überdies sind Bananenblätter reich an ChlorophyllStudien haben bereits gezeigt, dass der grüne Farbstoff bei Akne und auch bei langsam heilenden Wunden hilfreich sind.

Wirkungsvolle Wundauflage bei Brandwunden

Brandwunden stellen beim Verbandswechsel eine grosse Herausforderung für Ärzte und Patienten dar. Denn gerade der Wechsel des Verbandmaterials geht hier mit starken Schmerzen einher. Am L.T.M.G. Hospital in Indien wurde schon im Jahr 1994 damit begonnen, Bananenblätter als Wundauflage einzusetzen, eine Anwendung, die man im Laufe der letzten Jahre immer weiter optimiert hat.

Bei der ersten Studie wurde im Jahr 2003 anhand von 30 Probanden mit Brandwunden festgestellt, dass der täglich durchgeführte Wechsel der Wundauflage nur geringe Schmerzen verursachte. Dieser Erfolg wurde auf die wachsartige, nicht wundhaftende und kühlende Oberfläche der Bananenblätter zurückgeführt. Ausserdem konnten die Wunden mit Hilfe des Bananenblatt-Verbandes gut geschützt werden und der Heilungsprozess wurde dadurch ebenfalls unterstützt.

An der zweiten Studie nahmen wiederum 30 Patienten teil, bei denen aufgrund schwerer Brandwunden eine Hauttransplantation durchgeführt werden musste. Anschliessend wurden sie alle zum Teil mit einer Vaseline-Gaze und zum Teil mit einer Bananenblatt-Wundauflage versorgt, um beide Anwendungen im Vergleich gegenüberzustellen. Zu den Kriterien zählten: Schmerzen im Allgemeinen, Schmerzen beim Verbandswechsel und dessen Handhabung.

Die Probanden bewerteten die Bananenblätter in allen Punkten als haushoch überlegen. Zudem verlief auch die Wundheilung schneller: Mit der Bananenblatt-Wundauflage war diese nach rund 8 Tagen und mit der Vaseline-Gaze erst nach rund 12 Tagen abgeschlossen. Den Forschern ging es darum, einerseits eine wirkungsvolle, andererseits aber auch eine kostenlose Wundauflage zu etablieren, was gerade in armen Ländern überaus relevant ist.

Ein spannender Erfahrungsbericht

In den Industriestaaten dürften derartige Heilmethoden kritisch betrachtet werden. So ging es selbst dem Heilpraktiker Dr. Jörg Berchem, als er auf einer seiner Afrikareisen miterlebte, wie ein kleiner Junge von einem traditionellen Heilkundigen unter freiem Himmel am Kopf operiert wurde.

Nach der OP wurde eine Paste auf die Wunde gestrichen und ein Druckverband mit Bananenblättern angelegt, der mit Bananenblattfasern befestigt wurde. Dr. Berchem staunte nicht schlecht, als der Junge danach aufstand und mit seiner Mutter nach Hause ging.

Doch als er das Kind am folgenden Nachmittag mit einem frischen Bananenblatt-Verband am Kopf wiedersah, konnte er seinen Augen nicht trauen: Der kleine Patient war nämlich gerade dabei, mit anderen Jungs Ball zu spielen! Etwa nach zwei Wochen trieb die Neugierde den Heilpraktiker erneut in das Dorf, um sich nach dem Kind zu erkundigen. Diesem ging es prächtig und die Narbe war bestens verheilt.

Dieser Bericht soll verdeutlichen, dass traditionelle Heilmethoden auf profundem, jahrtausendealtem Wissen beruhen und oft vorschnell als antiquiert und nutzlos angesehen werden. Nicht selten ist das, was als Fortschritt definiert wird, eigentlich ein Rückschritt.

Bananenblatt: Die Anwendung

Wenn Sie Bananenblätter als Wickel und Wundauflage bei leichten bis mittelschweren Verbrennungen und anderen Hautirritationen medizinisch anwenden möchten, sollten Sie unbedingt auf Bio-Produkte setzen. Dr. Berchem rät dazu, das Bananenblatt vorher gut mit fliessendem Wasser abzuspülen und zu sterilisieren. In puncto Sterilisation gibt es diverse Vorgehensweisen.

Insbesondere bei der Behandlung von offenen Wunden sollten Sie unbedingt auf Nummer sicher gehen. Studien zufolge ist die Dampfsterilisation die effektivste Methode, um Bananenblätter zu sterilisieren. Diese kann mithilfe eines Autoklavs, also auch mit einem Dampfdrucktopf, durchgeführt werden (Stufe 3 für 15 Minuten). Die heilenden Eigenschaften des Bananenblattes bleiben dadurch dennoch erhalten (Selbstversorgt! Gemüse, Kräuter und Beeren aus dem eigenen Garten (Videos)).

(Bananenblätter, 1 kg für Euro 21,76)

Bananenpackung bei rissiger, spröder und trockener Haut

  • Zerreiben Sie eine geschälte reife Banane mit so viel Olivenöl, bis eine homogene breiige Masse entstanden ist.
  • Tragen Sie diese auf die betroffenen Körperstellen als dicke Packung auf und legen Sie ein feuchtwarmes Mulltuch darüber.
  • Decken Sie die Packung mit einem Bananenblatt bzw. Stücken davon ab und belassen Sie die Packung für 40 bis 60 Minuten.
  • Nehmen Sie die Packung ab und spülen Sie die Haut mit warmem Wasser ab.

Bananenblätter in der Küche

Bananenblätter können wie oben erwähnt die inzwischen in Kritik geratene Alufolie ersetzen, wenn es darum geht, Lebensmittel eingewickelt zu garen, grillen, kochen, dämpfen oder zu backen. Bananenblätter ermöglichen eine sehr gesunde Speisenzubereitung, da durch sie die Inhaltsstoffe und somit auch der Geschmack der Lebensmittel nicht in Dampf aufgehen bzw. ins Kochwasser übergehen. Die Lebensmittel bleiben dadurch besonders saftig und nehmen ausserdem das spezielle Aroma der Bananenblätter an.

In der asiatischen Küche werden vor allem Obst wie etwa Kochbananen, Reis und Fisch gerne in den dekorativen Blättern eingepackt. In Südindien werden Bananenblatt-Currys gezaubert und auf den Philippinen sind in Bananenblätter eingewickelte Reisküchlein namens Suman sehr beliebt.

Bei der indonesischen Kochmethode „Pepes“ werden alle möglichen Zutaten wie Reis, Pilze, Fisch oder Tofu in Bananenblätter gefüllt und anschliessend gedämpft oder auf Feuer gegrillt. Die Gerichte werden stets mit einem Mix aus Kräutern und Gewürzen wie Chili, Ingwer, Tamarinde und Zitronengras versehen.

In lateinamerikanischen Ländern wird neben Reis vor allem Fleisch in Kombination mit Gemüse im Bananenblatt gegart. So enthält z. B. Nacatamal – eine Speise aus Nicaragua – Schweinefleisch, Reis, Kartoffelscheiben, Paprika, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Oliven, Chili und Minze.

Die köstlichen traditionellen Gerichte können aber auch wunderbar in vegetarischer Form präsentiert werden, indem das Fleisch z. B. durch Kichererbsen oder Tofu ersetzt wird. Alufolie ist also wirklich nicht mehr nötig, wenn man ein Bananenblatt zur Hand hat.

Wie werden die Bananenblatt-Päckchen hergestellt?

Es gibt hierbei die unterschiedlichsten Methoden, die Sie sich mit ein wenig Geschick und Übung prima selbst beibringen können. Die Päckchen können mit grünen Reishalmen, aber auch mit Zahnstochern oder Küchengarn verschlossen werden.

Videos auf YouTube können als Anschauungsmaterial sehr hilfreich sein. Sind die Blätter sehr fest, sollten sie für kurze Zeit in etwas heissem Wasser erhitzt werden. Dadurch werden sie weich und lassen sich leichter wickeln.

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Bananenblätter – das Rezept: Lontong

Lontong ist ein in Bananenblätter eingewickelter gepresster Reis, der insbesondere in Indonesien, Malaysia und Singapur als Beilage oder Snack serviert wird. Es gibt unterschiedlichste Varianten der Zubereitung. Eine optische Besonderheit ist, dass der Reis eine grünliche Färbung annimmt.

Zutaten: (als Beilage für 4 bis 6 Personen):

  • 4 Bananenblätter (rund 50 cm)
  • 400 g Basmatireis
  • Salz

Zubereitung

  • Waschen Sie die (aufgetauten) Bananenblätter sorgfältig unter fliessendem Wasser ab, überbrühen Sie sie bei Bedarf mit heissem Wasser und trocknen Sie sie mit einem Tuch ab.
  • Geben Sie den Reis in ein Sieb, waschen Sie ihn und lassen Sie ihn abtropfen.
  • Wickeln Sie nun in jedes Bananenblatt etwa 100 Gramm Reis ein, sodass zylinderförmige Päckchen entstehen.
  • Verschliessen Sie die Enden gut, z. B. mit Küchengarn.
  • Bringen Sie Wasser mit Salz in einem Topf zum Kochen, legen Sie die Reispäckchen hinein und lassen Sie sie bei mittlerer Hitze 2 bis 3 Stunden köcheln. Überprüfen Sie hin und wieder, ob Wasser nachgefüllt werden muss.
  • Sie können Lontong aber auch, wie in Thailand üblich, in einem Bambus-Dampfkörbchen oder in einem Dampf-Topfeinsatz schonend dämpfen.
  • Lassen Sie den Reis vor dem Servieren gut auskühlen.

Lontong kann je nach Vorliebe als Beilage mit anderen Gerichten wie z. B. Gemüse wie Karotten, Bohnen, Auberginen und Linsen kombiniert werden und harmoniert wunderbar mit gut gewürzten Speisen.

Setzen Sie beim Kauf auf Bio-Qualität

Bananenblätter sind z. B. in Feinschmeckergeschäften, Afro- und Asia-Läden bzw. in einschlägigen Online-Shops erhältlich. Sie werden entweder frisch oder auch tiefgekühlt angeboten.

Obwohl die Bananenblätter meist aus anderen Regionen als die Export-Bananen stammen und oft von Wildpflanzen gepflückt werden, sollten Sie beim Kauf besser auf Bio-Qualität setzen – ganz gleichgültig, ob Sie die Blätter zu Heilzwecken oder in der Küche verwenden möchten.

Bananenblätter selber ernten

Wenn Sie sich allerdings eine Bananenpflanze zulegen, sind Sie klar im Vorteil. Denn dann können Sie jederzeit auf Ihre eigenen Bananenblätter zurückgreifen. Die Banane ist zwar eine tropische Pflanze, kann aber auch in unseren Gefilden problemlos gedeihen. Dabei ist es entscheidend, dass Sie sich für eine Sorte entscheiden, die für den jeweiligen Standort geeignet ist.

Sollten Sie über einen Wintergarten oder ein Gewächshaus verfügen, ist dies der ideale Ort für tropische Sorten. Es gibt jedoch auch Stauden, die prima als Zimmerpflanze gehalten werden können. Bedenken Sie hierbei aber, dass Bananenpflanzen über 5 Meter hoch werden können. Für die Wohnung eignen sich daher kleinwüchsige Stauden wie z. B. die Musa coccinea Little Prince am besten (Alte Gemüse neu entdeckt: Die besten Sorten anbauen und genießen).

Bananenpflanze im Garten

Ausserdem ist es möglich, die Bananenstaude im Garten auszupflanzen. Besonders wichtig ist hierbei die Auswahl des Standortes, der hell, aber auch windgeschützt sein sollte. Denn wenn die Pflanze Wind oder sogar Sturm ausgesetzt ist, werden dadurch die Blätter arg zerfleddert. Im Handel werden inzwischen einige winterharte Sorten wie die Musa sikkimensis (Darjeeling Banane) oder die Musa yunnanensis (Wilde Waldbanane) angeboten, die meist aus asiatischen Gebirgsregionen stammen.

Doch auch die frostresistenten Bananenstauden benötigen unbedingt einen Winterschutz, um die kalten Monate unbeschadet zu überstehen. Dafür wird für die Pflanze vor dem ersten Frost mithilfe von vier dicken Holzpfosten und einem engmaschigem Draht ein eigenes „Häuschen“ errichtet.

Der Wurzelballen wird mit einer mindestens 40 Zentimeter dicken Schicht aus Laub – z. B. Ahorn- oder Eichenlaub – bedeckt. Ist die kalte Jahreszeit vorüber, produziert die Pflanze schnell neue Blätter, die dann bei Bedarf mit einer scharfen Schere abgeschnitten werden können.

Literatur:

Frisches Gartengemüse auch im Winter: Anbau und Ernte 40 ausgewählter Kulturen

Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger (GU Garten Extra)

Meine kleine Farm: Anleitung für Selbstversorger

Videos:

Quellen: PublicDomain/zentrum-der-gesundheit.de am 30.07.2018

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