WHO zweifelt an der Cannabis-Prohibition

Anfang Juni dieses Jahres kam das „Expert Committee on Drug Dependence“ (ECDD) der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) in Genf zusammen, um darüber zu diskutieren, inwieweit die Einstufung von Cannabis als gefährliche Droge noch haltbar ist.

Bei dieser „Vorprüfung“ stellte das ECDD fest, dass es genügend wissenschaftliche Beweise gibt, um die Klassifizierung von Cannabis in der Substanzkategorie der harten Drogen einem mehrstufigen Überprüfungsprozess zu unterziehen.

Cannabis sei ein „relativ sicheres Medikament“ und keine Substanz, die zu tödlichen Überdosen führe. Zudem lägen keine Beweise vor, dass die Einnahme von Cannabis das Herz-Kreislauf-System gefährde, vielmehr besäße das Heilkraut die Fähigkeit, das Wachstum von Krebszellen zu verlangsamen (Cannabis bekämpft Krebstumore und die Regierungen wissen es seit 1974 (Videos)).

Ein Gesundheitsrisiko bestehe nur beim Rauchen von Cannabis, doch das sei zu vernachlässigen, da sich die Anwender zunehmend anderer Konsumformen bedienen, etwa durch den Einsatz von Vaporizern oder die orale Einnahme. Die einzige Nebenwirkung von Marihuana sei „Euphorie, Lachen und Redseligkeit“.

Im November will die WHO erstmals eine gründliche Überprüfung der Heilpflanze durchführen. Wissenschaftliche Experten aus den Fachbereichen der Pharmakologie, Toxikologie und Epidemiologie werden die therapeutische Anwendung von CBD und THC untersuchen, um abschließend zu bewerten, inwieweit Cannabis unter Kontrolle gehört bzw. nach internationalem Recht einzuschränken ist.

„Viele Länder erlauben die Verwendung von Cannabis zur Behandlung von Krankheiten wie Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Depressionen, Schmerzen nach Verletzungen und Multipler Sklerose“, heißt es in dem Bericht des ECDD (Krankenkassen vermelden Kostenexplosion bei medizinischen Cannabis)

„Die dem Ausschuss vorgelegten Beweise deuten nicht darauf hin, dass Cannabispflanzen und Cannabisharz ähnliche schädliche Wirkungen haben wie andere Substanzen, die in Anhang IV des Einheitsabkommen über Betäubungsmittel von 1961 über Suchtstoffe aufgeführt sind. Die Einstufung von Cannabis und Cannabisharz in die Substanzkategorie IV scheint nicht mit den zugrunde gelegten Kriterien vereinbar zu sein.“

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus reagierte auf den Bericht der Kommission mit der Ansage, dass „es genügend Beweise gibt, um eine kritische Überprüfung aller Aspekte hinsichtlich des Hanfverbots vorzunehmen“.

Nach der vollständigen Überprüfung im November wird UN-Generalsekretär Antonio Guterres den Bericht des Expertenkomitees entgegennehmen und das Thema voraussichtlich vor die UNO bringen. Ein Rückzieher des ehemaligen Präsidenten der Sozialistischen Internationale wird nicht erwartet.

Denn der Linkspolitiker Guterres kennt sich als Ex-Premierminister von Portugal in Sachen Drogenpolitik aus wie keiner anderer: In seiner Amtszeit als Regierungschef entkriminalisierte Portugal 2001 den Besitz kleiner Mengen Drogen (Medizinische Anwendung: Wie Cannabiskonsum die geistige Leistungsfähigkeit von Patienten verbessert).

Sollte die UNO beschließen, Cannabis als harmlose Substanz umzuklassifizieren, wird es eng für all die Staaten, die aus rein ideologischen Motiven und im Auftrag der kriminellen Drogenkartelle am Anti-Hanf-Krieg festhalten. Vorneweg käme die US-Regierung in Zugzwang, die Klassifizierung von Marihuana in der Liste I des „Controlled Substances Act“ zu überdenken.

Es könnte also erstmalig in der Geschichte der Cannabis-Prohibition spannend werden, wenn die USA auf Anweisung der UNO den ohnehin nicht mehr aufzuhaltenden Paradigmenwechsel in der Drogenpolitik einleiten (müssen).

Auch die transatlantischen Busenfreunde Deutschland und Österreich könnten schwer ins Schwitzen geraten, wenn sich in naher Zukunft internationale Gerichte in die Drogenpolitik einmischen und von den rechtskonservativen Regierungen in Berlin und Wien Rechtsstaatlichkeit in Sachen Hanf einfordern (Cannabis: Geschichte einer Nutz-, Arznei- und Rauschpflanze).

Literatur:

Hanf als Medizin: Ein praxisorientierter Ratgeber

Cannabis gegen Krebs: Der Stand der Wissenschaft und praktische Folgerungen für die Therapie

Cannabis: Verordnungshilfe für Ärzte

Quellen: PublicDomain/hanfjournal.de am 10.08.2018

About aikos2309

3 comments on “WHO zweifelt an der Cannabis-Prohibition

  1. Egal wie diese manipulative “Überprüfung” ausgeht, in Deutschland wird man unter allen Umständen versuchen, daß eine staatliche Kontrolle zu 100% erfolgt und durch Steuern eine Profitquelle zwecks Ausbeutung der gesamten Volksmasse erhalten wird. Und die Heilpflanze gibt es nur mit ärztlichem Bettelschein vom Arzt. Der Staat und die Apotheken vergolden sich dabei die Nasen.

  2. Genau richtig Otto
    Es wird nur noch schlimmer werden, denn die Staaten werden – wie üblich – die Kontrolle übernehmen und die Käufer brutal abzocken.
    Faschistische Staaten, dazu gehören fast alle westlichen Staaten, nutzen seit jeher Unterdrückung, Manipulation der Meinung, Kontrolle, Besteuerung und Kriminalisierung der Bevölkerung um jeglichen Fortschritt zu verhindern. Hauptsache die Banken- und Pharmamafia verdient und der Knecht bezahlt ja genug bevor er elendig verreckt.

  3. Seit über 20 Jahren konsumiere ich Cannabis.
    Keine gesundheitlichen Folgen, im Gegenteil. Mit fast 50 immer noch fit und munter.
    Gegen staatliche Repression hilft nur „Ziviler Ungehorsam“!!!
    Wenn jeder Befürworter bzw. Konsument seine 2 Pflanzen daheim anbaut, dann kann „der Staat“ und seine Gehilfen nichts mehr machen.
    Viele Anwälte, Polizisten, Richter und Politiker kiffen zwar heimlich, aber sie tun es. Die sitzen genauso in der Zwickmühle, wie der Rest der Konsumenten.
    Also nur Mut, lässt den Planeten grüner werden.

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