Nahtoderfahrungen: Verblüffende Fakten

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Was sind Nahtod-Erlebnisse (auch Nahtod-Erfahrungen)? Wer noch nie davon gehört hat: Menschen, die fast gestorben wären, hatten Erlebnisse, die zunächst seltsam und verrückt aussehen mögen, die aber einem ganz charakteristischen Schema folgen: Bei diesem Erlebnis treten die Menschen aus ihrem eigenen Körper heraus, schweben an der Zimmerdecke und sehen ihren eigenen Körper unten liegen.

Oft konnten sie Dinge in diesem Raum oder in benachbarten Räumen beobachten, die sie normalerweise nicht hätten sehen können. Dann sind sie durch eine Art Tunnel auf ein extrem helles und warmes Licht zugegangen, das einen grossen Eindruck auf sie hinterlassen hat das mit keinem uns bekannten Licht verglichen werden kann.

Manche sagen, das Licht war heller als die Sonne und habe sie dennoch nicht geblendet. Vor oder nach dem Tunnelerlebnis zog ihr ganzes Leben wie in einem Film vor ihren Augen noch einmal vorbei. Manche haben Situationen aus ihrem Leben noch einmal gefühlt und aus einem anderen Blickwinkel bewertet. Sie waren in einer Welt ohne Zeit und Raum, Zeit und Raum spielte für sie keine Rolle mehr.

Viele haben dann verstorbene Angehörige getroffen und mit ihnen auf eine non-verbale Weise, eine Art Telepathie, kommuniziert. In manchen Fällen hat eine Person oder eine Gruppe von Personen ihnen mitgeteilt, dass sie wieder auf die Erde zurückkehren müssen. Dieses Erlebnis hat, anders als ein Traum, die Menschen nachhaltig beeindruckt.

Sie haben ihre Einstellung zum Tod vollkommen geändert, empfinden den Tod als etwas schönes und haben keine Furcht mehr davor. Viele haben daraufhin ihr Leben geändert und versucht, ihrem Leben mehr Sinn zu geben.

Meist handelt es sich um Situationen mit Todesgefahr, z.B. ein Herzkreislaufstillstand mit Reanimation. In der Regel war der klinische Tod eingetreten.

In diesen Fällen haben die Betroffenen oft aus einer Luft-Perspektive, quasi von der Zimmerdecke aus, beobachtet, was die Ärzte und Sanitäter bei der Reanimation gemacht und gesagt (und manchmal auch gedacht) haben und konnten dies später korrekt beschreiben, obwohl sie medizinisch während dieser Zeit bewusstlos waren.

Es gibt aber auch Fälle, in denen solche Erlebnisse ohne Todesnähe, in einem Zustand tiefer Entspannung, auftreten (50 Jahre Forschungen über Nahtoderfahrungen weisen nach, dass die „Seele“ real ist (Videos)).

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Erklärung der Begriffe

Der Begriff „Nahtod-Erfahrung“ oder „Nahtod-Erlebnis“ (NTE, Near-Death-Experience = NDE) wurde von Raimond Moody 1977 in seinem Buch „Das Leben nach dem Tod“ geprägt. Streng genommen bezieht er sich nur auf die Fälle, wo tatsächlich eine Nähe zum Tod bestand.

Der im Deutschen etwas holprig klingende Begriff „Nahtod-Erfahrener“ steht für einen Menschen, der einmal eine Nahtod-Erfahrung gemacht hat, und hat sich bei manchen Studien über dieses Thema als Übersetzung aus dem Englischen („near-death experiencer“) eingebürgert.

Wenn nur der erste Teil, also nur der Schwebezustand über dem Körper, ohne Tunnel- und Lichterlebnis, auftritt, dann nennt man das ausserkörperliches Erlebnis (AKE). Solche Erlebnisse sind auch bekannt unter dem Namen „Astralwanderung“ oder „schamanische Reise“ und können von manchen Personen durch Meditationstechniken willentlich ausgelöst werden (Die erstaunliche Nahtoderfahrung einer jungen Frau verändert nicht nur ihr Leben (Videos))

Warnung

Es hat tatsächlich schon Suizide „aus Neugier“ gegeben, daher füge ich diese Warnung ein. Die Welt, die von Nahtod-Erfahrenen geschildert wird, ist so schön und harmonisch, dass man auf die Idee kommen könnte, aus dem Fenster zu springen, um in diese Welt einzugehen. Aber die geschilderten NTE’n wurden nicht absichtlich herbeigeführt, und nur etwa 18% der Wiederbelebten hatten eine solche Erfahrung. Vor einem Selbstmord aus Neugier kann ich daher nur warnen.

Das Leben ist kein Spiel, auch das Jenseits nicht. Wir leben hier, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen nach einem bestimmten Plan. Wenn sich jemand dem durch Selbstmord entzieht, dann kann es sein, dass er noch einmal auf die Erde muss und wieder von vorn anfangen, und das wird dann nicht leichter. Je nach der emotionalen Verfassung kann es auch sein, dass man ein negatives Nahtoderlebnis hat.

Wer die jenseitige Welt kennenlernen will, macht das viel einfacher und ungefährlicher durch Luzides Träume  (Neurochirurg: Darum bin ich mir sicher, dass es ein Leben nach dem Tod gibt).

Beispiele aus der Geschichte

Die früheste niedergeschriebene Nahtoderfahrung des Soldaten „Er“ steht im 10. Buch des Werks „Politeia“ des griechischen Philosphen Plato, ungefähr 400 v.Chr.. In unserem Zeitalter veröffentlichte der Geologe Albert Heim als erster 1892 im Jahrbuch des Schweizer Alpenclubs einen Bericht über sein eigenes Nahtoderlebnis bei einem Absturz in den Bergen und sammelte danach 30 ähnliche Nahtoderfahrungen von Alpinisten.

Raimond Moody hat 1975 mit seinem Bestseller „Leben nach dem Tod“ (deutsche Übersetzung 1977) zahlreiche Fälle gesammelt und diskutiert und hat damit einen grossen Stein ins Rollen gebracht.

Jeffrey Long hat mit seiner Webseite zur Nahtoderfahrung (NDERF.org – Near Death ExperienceResearch Foundation) 1998 eine riesige Internet-Sammlung von Nahtod-Erlebnissen in Dutzenden von Sprachen und aus Dutzenden von Ländern der ganzen Welt begonnen. Er hat zunächst eine Studie über seine ersten 413, dann über 613 Fälle veröffentlicht, und in seinem Buch „Beweise für ein Leben nach dem Tod“ überblickt er 1300 Fälle.

Heute stehen auf seiner Webseite mehr als 4000 Fälle in englischer Sprache, leider wurden bisher nur die Fälle bis 2008, das war das Ende seiner Studie, ins deutsche übersetzt. Seine Ergebnisse u.a.: NTE sind auf der ganzen Welt ähnlich, unabhängig von Kultur und Religion, und NTE gibt es auch bei Atheisten! (Nahtoderfahrung: Sterben um ich selbst zu sein – Heilung an der Urquelle (Video))

Wissenschaftliche Erforschung von Nahtoderlebnissen

Nach einer Erhebung in den USA haben 5% der Menschen im Laufe ihres Lebens eine Nahtod-Erfahrung, in Deutschland sind es ungefähr 4%.

Dr. Pim van Lommel, Kardiologe, hat in Arnheim (Niederlande) seit 1995 systematisch Nahtod-Erlebnisse untersucht und seine (prospektive) Studie 2001 in der medizinisch- wissenschaftlichen Zeitung Lancet veröffentlicht. Von 344 Patienten mit Herzstillstand berichteten 62 (18 %) über eine aussergewöhnliche Erfahrung mit stark erweitertem Bewusstsein und konnten über Einzelheiten der Reanimation berichten, obwohl sie während dieser Zeit bewusstlos waren.

Die Nahtod Erlebnisse enthalten folgende Elemente:

  • out-of-body-Erfahrung, über seinem eigenen Körper schweben
  • Rückblick auf das eigene Leben, Lebensfilm (Lebensrückschau)
  • Durchtritt durch einen Tunnel
  • losgelöst sein von Raum und Zeit, Erfahrung einer Dimension ohne Raum und Zeit
  • Kontakt mit Personen, Kontakt mit verstorbenen Verwandten
  • Gefühl der Glückseligkeit, Bedauern, wieder zum irdischen Leben zurückkehren zu müssen
  • Nachhaltigkeit des Erlebnisses: geänderte Lebensorientierung, Hinwendung zu mehr Nächstenliebe, grössere Empfindungsfähigkeit

nicht jede Nahtod Erfahrung enthält alle dieser Elemente, die meisten enthalten jedoch mindestens die Hälfte dieser Elemente. Niemand wiederholt das an seinem letzten Tag erlebte, wie das gewöhnlicherweise in einem Traum in Form von psychologischen Symbolen geschieht.

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Erstaunliche Fälle

Verblüffend sind Beobachtungen aus der ausserkörperlichen Erfahrung über unserer Realität, die die betreffenden auf normalem Weg gar nicht machen hätten können:

Besonders gut dokumentiert ist der Fall Pam Reynolds. 1991 wurde bei ihr in Phoenix/Arizona eine Gehirn-Operation (Entfernung eines Aneurysmas) durchgeführt. Es wurde künstlich ein Herz-Kreislauf-Stillstand im Gehirn erzeugt und ihr Körper wurde auf 20° abgekühlt, damit man eine halbe Stunde Zeit für eine Operation im blutleeren Gehirn hatte.

Während der ganzen Zeit wurden die Gehirnströme per EEG an verschiedenen Stellen, auch im Stammhirn, gemessen, das ist alles minutengenau dokumentiert. Sie hatte ein Nahtod-Erlebnis und konnte genaue Details über die Operation beschreiben, z.B. technische Details über die verwendete chirurgische Säge. Anhand des zeitlichen Ablaufs ihrer Beschreibung lässt sich zeigen, dass während der meisten Zeit ihres Nahtod-Erlebnisses eine Nulllinie in ihrem EEG bestand.

Eine Frau aus der Studie von v. Lommel konnte exakt berichten, wohin man während der Wiederbelebung ihr Gebiss gelegt hatte (zitiert nach Prof. Dr. Günter Ewald „Ich war tot. Ein Naturwissenschaftler untersucht Nahtoderfahrungen“ Seite 5 deutsche Ausgabe)

„Marias Schuh„: In Seattle erlitt 1984 eine Frau namens Maria eine schwere Herzattacke und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Dort hatte sie einen Herzstillstand, wurde wiederbelebt und erzählte ihrer Sozialarbeiterin Kimberley Clark, dass sie während ihrer NTE von ausserhalb des Krankenhauses einen Tennisschuh in der dritten Etage im Nordflügel des Gebäudes gesehen hatte, der an der Stelle der kleinen Zehe abgetragen war, ein Schuhband war  unter der Ferse eingeklemmt. Die Sozialarbeiterin Clark hat das unmittelbar danach kontrolliert und tatsächlich genau einen solchen einzelnen Tennisschuh auf einem Fenstersims der dritten Etage gefunden.

Dieser Vorfall wird von Jeffrey Long in seinem Buch „Beweise für ein Leben nach dem Tod“(S.110 der deutschsprachigen Ausgabe) und noch ausführlicher von Kenneth Ring in seinem Buch „Im Angesicht des Lichtes“ (Kapitel 2, Abschnitt „Untersuchungen zum Wahrheitsgehalt“) beschrieben.

K.Ring beschreibt auch noch 2 weitere Fälle: eine Krankenschwester liess sich von einer Patientin einen einzelnen roten Schuh beschreiben, den diese während einer NTE auf dem unzugänglichen und abgeschlossenen Dach eines Krankenhauses gesehen hatte, und verifizierte dies. In einem anderen Fall konnte ein wieder belebter Patient eine ihm unbekannte klinischen Ausbilderin, die nur einige Minuten während der Wiederbelebungsmassnahme anwesend gewesen war, wiedererkennen und ihre Bekleidung zum früheren Zeitpunkt beschreiben “das gelbe Oberteil stand ihnen aber viel besser“.

Dr. Penny Sartori untersuchte 2004 in einer Studie die Beobachtungen von acht Nahtoderfahrenen zu ihrer Wiederbelebung. Diese Beobachtungen waren immer vollkommen korrekt, während Erzählungen einer Kontrollgruppe von wiederbelebten Patienten, die keine Nahtoderfahrung hatten, höchst ungenau waren (Der Tod – Ein neuer Anfang? Visionen am Sterbebett und Erfahrungen an der Schwelle des Seins).

Studien zu Nahtoderfahrungen

Nach dem Hirntod ist alles vorbei, das Bewusstsein ist verschwunden, der Mensch fühlt nichts mehr. Aber stimmt das eigentlich?

1. Längeres Bewusstsein

Forscher haben angenommen, dass man 30 Sekunden nach dem Aussetzen des Herzschlags und der Durchblutung nichts mehr wahrnimmt. Wissenschaftler konnten allerdings zeigen, dass das nicht immer der Fall ist. Bei einem 57-jährigen Sozialarbeiter aus Southampton konnte eine längere Bewusstseinsspanne nachgewiesen werden, da er zweimal Pieptöne einer Maschine gehört hatte, die Geräusche in einem Drei-Minuten-Intervall von sich gibt.

2. Test an Ratten

Die Gehirnfunktion steigt nach einem Herzstillstand für kurze Zeit stark an. Das fanden Forscher der Universität Michigan in einer Studie an Ratten heraus. Die Gehirnfunktion aller untersuchten Tiere war nach dem Herzstillstand kurzzeitig stark gestiegen.

3. Kulturelle Unterschiede

Beim Empfinden von Nahtoderfahrungen gibt es kulturelle Unterschiede. Das ist zumindest die These des Soziologieprofessors Hubert Knoblauch. Er ist der Meinung, dass alles Erleben an autobiographisch und kulturell geprägte Hirnprozesse gekoppelt sei. In Studien aus anderen Kulturen fand er heraus, dass eine Frau in Indien auf einer Kuh in den Himmel ritt, ein Amerikaner dagegen mit einem gelben Taxi in den Himmel fuhr.

In japanischen Erfahrungen ist es kein Tunnel. Es ist ein dunkler Fluss, den man überqueren muss. Üblicherweise gibt es einen Schiffer, der einen über den Fluss bringt. Wenn man auf die andere Seite gelangt, wer steht dort wohl winkend am Ufer? Die toten Verwandten.

4.  Vergessene Erinnerungen

Der britische Kardiologe Sam Parnia weist darauf hin, dass viele Menschen während einer Nahtoderfahrung geistige Aktivitäten zeigen, die Erinnerung an diese aber während der Erholungsphase verlieren.

Gründe dafür können Hirnverletzungen sein oder sedative Betäubungsmittel, die die Erinnerungen verblassen lassen, so die Ergebnisse der sogenannten „Aware“-Studie.

Literatur:

Jenseits des Greifbaren: Engel, Geister und Dämonen

Die dunkle Nacht der Seele: Nahtod-Erfahrungen und Jenseitsreisen

Das Leben danach: Was mit uns geschieht, wenn wir sterben

Neue Beweise für ein Leben nach dem Tod

Quellen: PublicDomain/Focus/jenseitswelt.eu am 30.01.2019

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