Gut für Gold: „desolates Finanzsystem und weltweite Überschuldung“

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Nachdem der Preis für Gold noch im Sommer einen Rekord erreicht hatte, ist er in den letzten Wochen gesunken. Manche Beobachter und Medien warnen bereits davor, dass das Hoch vorbei sein könnte. „Vor dem Hintergrund weltweiter Überschuldung bleibt das Umfeld für Gold weiterhin gut“, erklärt Markt-Analytiker Dimitri Speck im SNA-Interview.

Eine Unze Gold kostete Anfang August über 2.000 US-Dollar. Gegenwärtig wird der Goldpreis bei etwa 1862 Dollar (circa 1536 Euro) gehandelt. Der Preis für das Edelmetall habe zuletzt „kaum geglänzt“, melden Finanzmedien. Seit den Rekordpreisen im Sommer gehe es bergab, im November sei Gold „überkauft“ gewesen, so Meldungen.

Die unmittelbare Zukunft „könnte rauer werden, als es Edelmetallinvestoren in den vergangenen zwei Jahren gewöhnt waren“, berichtet das Finanz-Portal Investing.com aktuell unter Berufung auf Angaben der Deutschen Bank. Es werde für den Goldpreis „sehr schwierig sein“, wieder auf neue Höchststände zu klettern, zitiert das Portal einen Devisen-Analytiker.

„Ganz grundsätzlich ist erstmal zu sagen: Das mittel- und langfristige Umfeld für den Goldpreis bleibt sehr positiv“, schätzte er im SNA-Interview ein. „Ganz einfach aus dem Hintergrund heraus, dass wir uns in einem desolaten Finanzsystem befinden und die weltweite Verschuldung viel zu hoch ist“.

Dies nannte er als wichtigsten Einflussfaktor für den Goldpreis. Die Niedrigzinspolitik der Staaten und Zentralbanken provoziere diese Situation seit Jahren. „Dadurch wird die Rendite am Kapitalmarkt dauerhaft zu niedrig sein und das ist grundsätzlich positiv für den Goldpreis.“

„Goldpreis könnte bald wieder nach oben gehen“

„Dieser hat in der Tat, nachdem er sich sehr gut entwickelt hat, in den vergangenen Monaten wieder abgegeben“, analysierte Speck den Markt. Eine solche Entwicklung sei aber „ganz normal. Der Goldpreis war über 2.000 US-Dollar je Unze geschossen.“

Daher gebe es momentan keinen Grund zur Besorgnis, gab der Goldmarkt-Experte Entwarnung. Es gebe keine Gründe anzunehmen, dass nun das Edelmetall weiter abstürzen würde.

Unter Saisonalität werden jahreszeitlich bedingte Schwankungen verstanden, über die auch die Website von Gold-Experte Speck, „Seasonax.com“, informiert. Er verweist im aktuellen Zeitraum auf das typischerweise saisonale Zulegen des Goldpreises ab Mitte Dezember bis Februar („Wir leben nicht im Kapitalismus“: Warum Gold bald unser neues Geld sein könnte).

 

„Euphorie am Markt unbedenklich“

Danach erklärte er die Bedeutung von Stimmungsindikatoren für den Goldmarkt. „Wenn zu viel Optimismus in den Goldmarkt hineinkommt – dabei ist es egal, ob dieser von Groß- oder Kleinspekulanten ausgeht – dann neigt der Markt zu Korrekturen. Dann muss er sich bereinigen, weil zu viel Euphorie vorhanden ist.“ Sprich: Dann kommt es häufig zu Kurskorrekturen am Preis.

Tatsächlich habe Gold momentan ein höheres Optimismus-Niveau erreicht. „Dabei muss man aber eins berücksichtigen: Das Gesamtniveau des Optimismus in einer Hausse (in einem Hoch, Anm. d. Red.) verschiebt sich nach oben. Das war auch in vergangenen Gold-Haussen so.

Das heißt, wenn in einer Baisse (einem Tief, Anm. d. Red.) oder in einer Seitwärtsbewegung das Niveau der Optimisten erreicht ist und es dann typischerweise zu einer Korrektur kommt – so ist im Vergleich dazu dieses Niveau in einer Hausse nach oben verschoben. Das heißt, eine Hausse verkraftet grundsätzlich höhere Optimismus-Niveaus. Das gilt auch am Aktienmarkt.“

Insofern schätze er die aktuelle Lage und die „gewisse Euphorie“ am Goldmarkt als „völlig unbedenklich“ ein. „Das wird den Anstieg des Goldpreises nicht verhindern“, prognostizierte Speck (Das globale Finanzsystem: Wir lassen uns täuschen).

Zunehmende Überschuldung Grund für Gold-Hoch

Einen starken wie fundamentalen Grund für steigende Gold- und Silberpreise bleibe aus seiner Sicht „das desolate Finanzsystem und die weltweite Überschuldung.“

Tiefgreifende Veränderungen

„Wir haben seit Mitte der 1960er Jahre zunehmend eine laxe Handhabung des Finanzsystems, eine zunehmende Überschuldung“, sagte Speck dazu. Vor diesem Hintergrund erwarte der Finanz-Experte kurzfristig „am Ende dieses Wirtschaftszyklus“ tiefgreifende Veränderungen. Ob diese jedoch durch eine gezielte Währungsreform, eine galoppierende Inflation oder über Bankrotte ablaufen werden, sei aktuell noch nicht absehbar. Eventuell könnten inflationäre oder ähnliche Krisen die Sparer enteignen.

„Das sind Probleme, die durch die Wirtschaftsgeschichte der vergangenen Jahrzehnte angelegt und im Prinzip unvermeidbar sind.“ Speck erinnerte daran, dass es nach der Finanzkrise 2008 versäumt wurde, Schulden regulär zu tilgen. „Daher gehe ich von einer Sparer-enteignenden Verschuldung aus“, meinte er. Und eben davor schütze der Erwerb und Besitz von Gold (Ehemaliger Zentralbanker: „Die Welt ist auf dem Weg zu einem neuen Währungssystem, das Gold enthält“).

Tipps und Hinweise für Gold-Interessenten

„Glücklicherweise hat sich die Spanne zwischen An- und Verkauf, die während der Corona-Krise sehr hoch geworden ist, wieder weitgehend normalisiert“, sagte Speck in Hinblick auf Tipps für Gold-Investoren, Edelmetall-Halter und Interessenten.

„Insofern einfach physisches Material kaufen“, nannte er einen altbekannten Ratschlag. Der Goldmarkt-Insider empfiehlt demnach Ein-Unzen-Standardmünzen als Goldkauf. Hierbei sei „die Spanne zwischen An- und Verkauf gering und der Wiederverkauf im Zweifel sehr leicht möglich.

Ein weiterer wichtiger Tipp ist natürlich die sichere Lagerung, das wird meistens unterschätzt. Dies sind meines Erachtens die beiden wichtigsten Hinweise für Neuanleger.“

Literatur:

Die Angst der Eliten: Wer fürchtet die Demokratie?

Wehrt Euch, Bürger!: Wie die Europäische Zentralbank unser Geld zerstört

Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen: Der Weg in die totale Kontrolle

Wer regiert das Geld?: Banken, Demokratie und Täuschung

Quellen: PublicDomain/snanews.de am 09.12.2020

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