
Trump hat angekündigt, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Für deutsche Medien wie den Spiegel ist das ein Grund, wirtschaftlich eine regelrechte Untergangsstimmung zu verbreiten.
Das immer wieder vorgebrachte Argument, die US-Truppen in Deutschland seien ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor, weil sie ja Geld in Deutschland ausgeben, ist denkbar dumm, weil die US-Soldaten den Großteil ihres Bedarfes in Geschäften auf den US-Basen befriedigen und nur einen sehr geringen Teil ihrer Einkäufe in deutschen Geschäften machen. Von Thomas Röper
Nehmen wir einmal an, jeder US-Soldat in Deutschland würde im Schnitt 300 Euro monatlich in deutschen Geschäften und Restaurants ausgeben, was ich schon für recht hoch gegriffen halte.
Bei derzeit etwa 39.000 US-Soldaten in Deutschland würde das bedeuten, dass sie monatlich 11,7 Millionen Euro in Deutschland ausgeben, was aufs Jahr gerechnet 140,4 Millionen Euro wären.
Selbst, wenn wir die Zahl verdoppeln, wären das weniger als 300 Millionen Euro pro Jahr. Ist das etwa eine Summe, die irgendeinen Einfluss auf die deutsche Wirtschaft hätte?
Die mediale Panik
Nun will Trump 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen und die deutschen Medien schreien auf. Der Spiegel beispielsweise hat getitelt „Reaktionen auf US-Teilabzug – »Mit Familiennachzug sind das insgesamt 10.000 bis 12.000 Menschen, die wegziehen«“ und in dem Artikel als Einleitung geschrieben:
„Wen trifft es? Der von den USA angekündigte Teilabzug von Truppen aus Deutschland löst rund um die US-Basen Besorgnis aus. Länder und Kommunen fürchten Auswirkungen auf Wirtschaft und Infrastruktur.“
Der Spiegel befeuert also das dumme „Argument“, die US-Soldaten wären ein für Deutschland wichtiger Wirtschaftsfaktor, dabei ist das reine Propaganda, die den Deutschen die bis heute andauernde Besatzung des eigenen Landes durch die US-Truppen schmackhaft machen soll.
Wo sind denn die Aufschreie im Spiegel, wenn wieder mal eine Fabrik in Deutschland geschlossen wird und gleich mehrere zehntausend Menschen arbeitslos werden?

Das ist ein wesentlich schwerer Schlag für die deutsche Wirtschaft und die betroffene Region, denn die Entlassenen haben ihr ganzes Geld in Deutschland ausgegeben, nicht nur einen Teil davon. Hinzu kommt, dass deren Arbeitslosigkeit den deutschen Staat auch noch Geld in Form von Arbeitslosenunterstützung und anderem kostet.
Trotzdem sind Schließungen von Fabriken, bei denen zehntausende Menschen ihren Job verlieren und damit als Konsumenten ausfallen, dem Spiegel keine so langen Artikel wert, wie der mögliche Abzug von 5.000 US-Soldaten.
Schon daran sieht man, worum es wirklich geht. Es geht nicht um die wirtschaftlichen Folgen des Abzugs der US-Soldaten, es geht darum, den Menschen in Deutschland ein weiteres Mal in die Köpfe zu hämmern, wie wichtig die US-Basen in Deutschland angeblich für Deutschland sind.
Besatzungskosten
Hinzu kommt, dass Deutschland viel mehr für die Besetzung durch die US-Truppen bezahlt, als diese in Deutschland ausgeben. Der Begriff „Besatzungskosten“ wurde zwar schon in den 1950er Jahren abgeschafft, aber Deutschland bezahlt die Gelder trotzdem bis heute, nur dass das jetzt „Kosten für die Stationierung von Nato-Truppen“ genannt wird.
Die von den USA nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten Staaten zahlen seit dem Krieg jedes Jahr gigantische Summen an die USA. Schon 2021 habe ich darüber berichtet, denn damals hatten sich die USA und Japan gerade darauf geeinigt, dass Japan den USA für die US-Stützpunkte im eigenen Land jährlich etwa zwei Milliarden bezahlt.
Südkorea hat 2019 knapp eine Milliarde pro Jahr an die USA überwiesen und Präsident Trump hat damals eine massive Erhöhung gefordert.
Da stellt sich die Frage, wie das bei Deutschland ist.
Im Gegensatz zu Japan und Südkorea weiß offiziell niemand, wieviel Deutschland den USA für die Stationierung der US-Truppen in Deutschland bezahlt, denn um die Deutschen nicht mit allzu großen Summen zu verärgern, wurden die Kosten auf ganz viele Kostenstellen bei Bund, Ländern und Gemeinden aufgeteilt.
Auf Anfragen von Abgeordneten nach der Höhe der deutschen Zahlungen behauptet die Bundesregierung immer wieder, sie wisse das nicht und nannte nur die relativ geringen Summen, die aus dem Bundeshaushalt bezahlt werden. Wie viel es aber insgesamt ist, weiß offiziell niemand.
Wie viel bezahlt Deutschland den USA?
Die USA haben aber offenbar so etwas wie eine Preisliste für Besatzungskosten. Japan zahlte vor einigen Jahren für die Besetzung durch etwa 50.000 US-Soldaten fast zwei Milliarden Dollar, während Südkorea zeitgleich für die 30.000 US-Soldaten in seinem Land eine Milliarde Dollar bezahlt hat. Die Zahlen sind in den beiden Ländern recht transparent.
In Deutschland sind über 30.000 US-Soldaten stationiert, daher dürften die deutschen Zahlungen an die USA bei mindestens einer Milliarde pro Jahr liegen. Mit weniger dürften sich die USA nicht zufrieden geben. Nur behauptet die deutsche Regierung offiziell, sie wisse nicht, wieviel sie an die USA überweist.
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In Wirklichkeit weiß die Bundesregierung jedoch sehr genau, was Deutschland an die USA bezahlt. Das geht aus Veröffentlichungen der deutschen Botschaft in Washington hervor, die dort in den 2000er Jahren online waren.
Eine Initiative gegen Fluglärm hat davon Screenshots veröffentlicht (siehe hier und hier), die zeigen, dass die deutsche Botschaft damals ganz stolz gemeldet hat, dass die Bundesrepublik den USA schon 2003 jährlich eine Milliarde Dollar für die Stationierung der US-Truppen in Deutschland bezahlt hat. Heute dürfte das weitaus mehr sein.
Deutschland bezahlt heute also sicher weit mehr als eine Milliarde Dollar pro Jahr für die Stationierung von US-Truppen in Deutschland. Nach dem Krieg nannte man das „Besatzungskosten“, heute nennt man es „Kosten für die Stationierung von Nato-Truppen“, aber es ist das gleiche.
Die neue Bezeichnung wurde in den 1950er Jahren eingeführt, weil die Deutschen gegen das Wort „Besatzung“ aufbegehrten und kein besetztes Land mehr sein wollten, das auch noch für die eigene Besetzung bezahlt.
Aber die Änderung der Bezeichnung ändert nichts daran, dass Deutschland diese Kosten seit Kriegsende trägt.
Das aber erfährt man im Spiegel nicht, denn dann könnten Spiegel-Leser ja auf die Idee kommen, dass es besser wäre, die US-Truppen rauszuwerfen und die an die USA überwiesenen Milliarden künftig in die Entwicklung der vom Abzug der US-Truppen betroffenen Regionen zu investieren.
Das wäre jedenfalls weitaus mehr Geld, als die US-Soldaten in Deutschland ausgeben.
Quellen: PublicDomain/anti-spiegel.ru am 04.05.2026
