Dies geschah inmitten der militärischen Eskalation Israels im Libanon und nur wenige Stunden, nachdem Netanyahu der Armee den Befehl zu Angriffen in der libanesischen Hauptstadt Beirut gegeben hatte.

Iranische Medien berichteten zuvor, dass Teheran den Nachrichtenaustausch mit Washington wegen der israelischen Eskalation im Libanon eingestellt habe.
Der israelische öffentlich-rechtliche Sender KAN berichtete, Israel habe geplant, am Montagmorgen die südlichen Vororte Beiruts anzugreifen, habe sich aber aufgrund der Intervention der USA entschieden, den Bombardement zu verschieben.

Der Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, fordert Premierminister Benjamin Netanjahu auf, den von Washington vermittelten Waffenstillstand im Libanon abzulehnen.
„Herr Premierminister, Sie sagten, ein starker Premierminister sage dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, wenn möglich, ‚ja‘ und wenn nötig, ‚nein‘“, schreibt Ben Gvir auf X. „Jetzt ist es an der Zeit, unserem Freund, Präsident Trump, ‚nein‘ zu sagen.“
„Jetzt ist es an der Zeit, das Notwendige zu tun, um die Hisbollah zu bekämpfen, die Hände unserer Kämpfer zu befreien und die Sicherheit im Norden wiederherzustellen“, fügt der rechtsextreme Minister hinzu.


Nach israelischer Angriffsdrohung kommt es in der libanesischen Hauptstadt zu massiven Vertreibungen
Auf den Straßen und Zufahrten zu den südlichen Vororten Beiruts kam es zu massiven Verkehrsstaus, berichtet ein Reporter von Anadolu.
In den südlichen Vororten Beiruts setzte am Montag eine massive Vertreibungswelle ein, nachdem Israel trotz einer bestehenden Waffenruhe mit Bombardierungen der libanesischen Hauptstadt gedroht hatte.
Auf den Straßen und Zufahrten zu den südlichen Vororten kam es zu massiven Verkehrsstaus. Anwohner saßen stundenlang fest, bevor sie in Richtung Stadtzentrum von Beirut fahren konnten, berichtete ein Korrespondent von Anadolu.
Viele Bewohner verließen ihre Häuser, nachdem israelische Medien berichtet hatten, dass die Armee beabsichtige, Evakuierungswarnungen für Gebiete herauszugeben, die voraussichtlich Ziel von Angriffen sein würden.
Die Libanesische Universität hat unterdessen die Prüfungen in ihren Fakultäten und Instituten auf dem Rafic-Hariri-Universitätscampus in Hadath bei Beirut und in der südlichen Stadt Sidon unter Verweis auf die aktuelle Sicherheitslage bis nächste Woche verschoben.
Die Universität fügte in einer Erklärung hinzu, dass die Prüfungen in ihren anderen Zweigstellen planmäßig stattfinden würden.
Am Montagvormittag ordnete der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu der Armee an, Luftangriffe in Beirut durchzuführen – eine erneute Eskalation trotz der seit dem 17. April geltenden, von den USA vermittelten Waffenruhe.
Die Anordnung erfolgt am Vorabend einer neuen Verhandlungsrunde zwischen Beirut und Tel Aviv in Washington unter US-amerikanischer Vermittlung.


Der Iran behauptet, ein mit den USA und Israel verbundenes Schiff angegriffen zu haben, nachdem ein iranisches Schiff attackiert worden war
Die Revolutionsgarde warnt, dass sie auf jede militärische Aktion der USA in der Region entschieden reagieren werde, und erklärt, ihre Seestreitkräfte hätten eine „Vergeltungsoperation“ gegen ein Schiff durchgeführt, das ihrer Ansicht nach Verbindungen zu den USA und Israel habe.
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gaben bekannt, dass ihre Marinekräfte das Schiff MSC Sariska mit einem Marschflugkörper angegriffen hätten. Dies sei eine „Vergeltungsaktion“ gewesen, die auf einen angeblichen US-Angriff auf ein iranisches Schiff im Golf von Oman folgte.
Laut einer am Montag vom iranischen Staatssender IRIB verbreiteten Erklärung erfolgte der Angriff im Anschluss an einen von den Revolutionsgarden als „aggressiven Angriff“ des US-Militärs auf das iranische Schiff Lian Star im Golf von Oman bezeichneten Vorfall.
In der Erklärung wurde behauptet, die MSC Sariska gehöre dem, was als „US-zionistischer Feind“ bezeichnet wurde.
Die Revolutionsgarde erklärte, das Schiff sei im Rahmen einer „Vergeltungsaktion“ ihrer Seestreitkräfte angegriffen worden.
Es wurden keine Angaben zu Schäden am Schiff oder möglichen Opfern gemacht.
Die Revolutionsgarde warnte, dass jegliche weitere Aktionen der US-Streitkräfte in der Region eine „entschlossene Antwort“ nach sich ziehen würden.
„Jegliche Aggression des US-Militärs in dieser Region wird eine entschiedene Antwort nach sich ziehen“, hieß es in der Erklärung.


„Klare Verstöße“
Zuvor hatte das iranische Außenministerium erklärt, Teheran mache die USA für die Folgen der israelischen Waffenstillstandsverletzungen im Libanon verantwortlich und warnte, Teheran werde seine Interessen „wo immer nötig“ verteidigen.
Das Ministerium erklärte, das Waffenstillstandsabkommen vom 8. April habe den von den USA und Israel aufgezwungenen Krieg gegen den Iran an allen Fronten, einschließlich des Libanon, beendet.
Darin hieß es, dass die USA seit Inkrafttreten des Waffenstillstands wiederholt „klare Verstöße“ gegen das Abkommen begangen hätten, darunter die fortgesetzte Behinderung der iranischen Handelsschifffahrt.