
Um die Jahrtausende alte Kultstätte Stonehenge im Süden Großbritanniens ranken viele Mythen. Archäologische Funde stützen die Theorie, dass die Anlage als prähistorisches Observatorium diente.
Sie ist exakt auf den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende sowie die Mondwenden ausgerichtet. Es gibt sogar Hinweise, dass die Baumeister dieselbe Botschaft verschlüsselten, die der Kalender der Maya enthält. Von Frank Schwede
Grau und verwittert trotzen die Steinkolosse seit Jahrtausenden Wind und Wetter: Stonehenge ist ein Wunderwerk der steinzeitlichen Ingenieurskunst – erbaut zur Zeit der Pyramiden. Über 20 Tonnen wiegt jeder einzelne der insgesamt 80 Megalithen, die bis zu sieben Meter in die Höhe ragen.
Die Herkunft der Steinkolosse scheint entschlüsselt. Doch die prähistorische Kultstätte gibt Forschenden weiter viele Rätsel auf; etwa die Frage, was die Menschen in grauer Vorzeit dazu bewegt hat, diese gigantischen Felsblöcke aufzustellen.
Es gibt eine Menge Theorien dazu, die gängigste ist, dass Stonehenge als Observatorium diente, da die Strahlen der aufgehenden Sonne zur Sonnenwende genau ins Herz der Anlage scheint. Denkbar ist auch, dass hier eine Begräbnisstätte lag oder heidnische Rituale vollzogen wurden – Stonehenge ist und bleibt ein Rätsel.
Der Bau der gigantischen Anlage begann etwa 3100 vor Christus. Wissenschaftler sind sich sicher, dass die heute noch sichtbaren Überreste des steinernen Monuments nur ein Bruchteil der einstigen Anlage im Süden Großbritanniens sind, die im Laufe der Jahrtausende immer wieder verändert wurde. (Neue Pyramiden in Bosnien entdeckt)

Experten vermuten nach Auswertung wissenschaftlicher Untersuchungen, dass im Umkreis von mehreren Quadratkilometern möglicherweise weitere derartige Anlagen existierten.
Sicher ist: Der Ort hatte für die Erbauer eine ganz besondere Bedeutung. Anders lässt sich der riesige Aufwand, der hier betrieben wurde, nicht erklären. Forschende haben errechnet, dass mehrere Millionen Arbeitsstunden notwendig waren, um die gigantische Anlage zu errichten.
Vor allem der Transport der Steine und das mühsame Aufstellen der Kolosse ohne schweres technisches Gerät war eine ungeheure Herausforderung. Laut früherer Studien stammen die kleineren Basaltsteine aus einem 200 Kilometer entfernt gelegene Steinbrüche im heutigen Wales.
Die großen Felsbrocken sollen aus dem West Woods stammen, ein Hügelland, das rund 25 Kilometer nördlich von Stonehenge liegt. Wie der Transport der Kolosse ohne technische Hilfsmittel erfolgte, darüber herrscht bis heute Rätselraten.

War Stonehenge ein riesiger Kalender?
Eventuell wurden Baumstämme als Rollen benutzt oder die Megalithen wurden auf Schlitten gezogen, was aber aufgrund des hohen Gewichts wohl eher unwahrscheinlich ist. Immerhin ist jeder senkrechte Stein sieben Meter lang und wiegt etwa so viel wie 40 Autos.
Die Megalithen wurden so errichtet, dass sie Erosion und Naturkatastrophen bis heute standhalten. Das Gewicht wurde gezielt verteilt wird, wodurch die Struktur einem allmählichen Verfall widersteht und nicht plötzlich zusammenbricht.
Bis zum heutigen Tag hüten die Megalithen ihr Geheimnis. Möglicherweise war Stonehenge ein riesiger Kalender, denn mit Hilfe der Steinkolosse kann man eine Sonnenfinsternis berechnen.
Deshalb vermuten viele Wissenschaftler, dass Stonehenge als Observatorium gedient haben könnte – zur Beobachtung von Sonne, Mond und Sternen und ihren Bewegungen.
Alfred Watkins, der Entdecker der Ley-Linien, behauptete in seinem Buch „Early British Trackways“ (Frühe britische Straßen), alle megalithischen Bauten seien miteinander durch kerzengerade Wege und heilige Linien verbunden.
Die Idee, dass Stonehenge und andere megalithische Monumente etwas mit astronomischen Ereignissen zu tun haben könnten, lag also gewissermaßen auf der Hand.

Mitte der 1960er Jahre stellte der der US-amerikanische Astronom Gerald Hawkins die These auf, Stonehenge sei ein Observatorium gewesen. Der französische Archäologe und Megalithexperte Jean-Pierre Mohen erläutert in seinem Buch „Megalithkultur in Europa“ wie Hawkins sich die Funktionsweise von Stonehenge vorgestellt hat:
„Im Zentrum der Anlage werden die Trilithen, die in der Form eines nach dem Sonnenaufgang der Sommersonnenwende ausgerichteten Hufeisen aufgestellt sind, von 30 Steinpfeilern umgeben, die horizontale Verbindungsblöcke tragen, die sogenannten „Sarsen Stones“.
Zwei Reihen von 30 Gruben sind in zwei konzentrischen Kreisen parallel zu den Pfeilern abgeordnet. Für Hawkins entspricht das auf der Zahl 30 basierende System dem Mondmonat oder der Mondumlaufzeit, in der er alle seine Phasen durchläuft.
Ein als Zeiger benutzter Pfosten oder Stein erlaubt, sich in diesem Zyklus zurechtzufinden. Die Zahl 56 entspricht der Anzahl der Pfostenlöcher, den sogenannten „Löchern von Aubrey“, die die gesamte Anlage umgeben.
Sie entspricht 56 Jahre, dem dreifachen Mondzyklus von 18,6 Jahren, das heißt 223 Umlaufzeiten, nach denen der Mond wieder die gleiche Position am Himmel einnimmt.
Man hatte 18,6 mit 3 multiplizieren müssen, um eine praktisch ganze Zahl zu erreichen. Indem er jeden Tag den „Zeiger“ um ein Loch auf dem System von 56 Jahren weiterrückte, erhielt der prähistorische Beobachter die Position des Tages im Mondmonat.
Da die Mond- und Sonnenfinsternisse (4 oder 5 oder weniger totale im Jahr) ungefähr am gleichen Datum alle 9 Jahre mit verschiedenen und alle 18 Jahre mit ähnlichen Phasen stattfinden, war es möglich, die Finsternisse selbst nach der Beobachtung eines ersten kompletten Zyklus vorauszusehen.
Diese Voraussagen konnten nur annähernd sein, sie wurden nach und nach durch die Untersuchung der Extrempositionen bestimmter Gestirne überprüft. Man konnte dadurch leicht den Jahreszyklus am Tag der Sonnenwende überprüfen.
In dem komplexen Kreis von Stonehenge hat Hawkins besonders hervorgehobene Beobachtungslinien erkannt, und die gesamte Anlage wird schließlich als ein riesiges prähistorisches Observatorium dargestellt.

Auf markante Punkte ausgerichtet
Doch in Stonehenge gleich eine Art Computer oder wissenschaftliches Observatorium zu sehen, ist dann wohl doch ein bisschen zu weit hergeholt, selbst vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Grabmonumente und Steintempel der Megalithkultur tatsächlich nach bedeutenden Tagen im Mond- und Sonnenkalender ausgerichtet waren.
Es wird vermutet, dass dies auf die gleiche Weise geschah, in der unsere christlichen Kirchen in West-Ost-Richtung mit der Apsis im Osten ausgerichtet sind, oder die moslemischen Moscheen gegen Mekka.
Das geschah entgegen der modernen Auffassung nicht aus astronomischer Sicht, sondern aus geomantischer. Unter Geomantie versteht man die festgelegte Ausrichtung von Bauwerken im Einklang mit bestimmten kosmologischen und astrologischen Gesichtspunkten.
Die Geomantie sorgt dafür, dass sakrale Bauwerke auf dem Erdboden im Schnittpunkt von Erd- und Sonnenenergie stehen. Dieser Aspekt wird Anhand von Stonehenge besonders deutlich.
Die Steinkolosse sind an besonders auffälligen Sternen, Mond- und Sonnenaufgängen am Himmel und am Horizont orientiert, aber zugleich auch auf weitere megalithische Bauwerke im Umkreis, auf Bergkuppen und heilige Brunnen in der Umgebung.
Nach Meinung von Experten sollte diese besondere Ausrichtung auf markante Punkte am Boden, am Horizont und am Himmel wohl die „alchemistische Hochzeit“, die Verschmelzung von Himmel und Erde herbeiführen.
Die Baumeister, die die Steinkreise errichteten, waren keine Mathematiker und Astronomen im herkömmlichen Sinne, es waren in erster Linie Schamanen eines Totenkults – und vielleicht wussten sie viel mehr als wir heute ahnen.
Sie waren wie die Maya und Azteken geschulte Himmelsbeobachter und sahen Himmelsspektakel weit in Voraus – möglicherweise bis in die heutige Gegenwart.

Was wussten die Erbauer von Stonehenge?
Nicht ohne Grund zählt Stonehenge noch heute zu den bewundernswertesten Bauwerken. Die Megalithanlage machte in seiner gigantischen Dimension mit raffinierten Lichtspielereien einen Sonnenaufgang zu einem mystischen Erlebnis, auch wenn sie kein Computer oder Observatorium im herkömmlichen Sinne war.
In einem YouTube-Video wird jetzt behauptet, dass mit Hilfe künstlicher Intelligenz ein Code entschlüsselt werden konnte, durch den es möglich ist, mehr über die Hintergründe der Anlage in Erfahrung zu bringen.
Die Untersuchung des Geländes mithilfe KI-gestützter räumlicher Modellierung ergab Verhältnisse und Winkel, die über Jahrhunderte hinweg in den verschiedenen Bauphasen konstant blieben.
Die Analyse liefert den Hinweis, dass die Baumeister eher einem vorgegebenen Bauplan als künstlerischem Instinkt folgten – und anders als bei hölzernen Denkmälern oder schriftlichen Aufzeichnungen ist es nahezu unmöglich, das kolossale Werk ohne immensen Aufwand zu zerstören oder zu verändern.
Deshalb gehen die Analysten von der Vermutung aus, dass die Langlebigkeit dieser Stätte kein Zufall war, sondern Absicht. Diese Tatsache führt zu der Frage: Warum schufen die Erbauer diese Stätte für die Ewigkeit, wenn nicht irgendeine wichtige Botschaft darin enthalten ist, die für die Nachwelt wichtig ist?
Laut KI-Analyse verweist die Geometrie der Struktur beständig auf eine feste Himmelszone hin, die in alten Traditionen mit Zerstörung, Transformation und kosmischer Erneuerung in Verbindung gebracht wird.
Weisen die Erbauer auf Stonehenge möglicherweise genau auf dasselbe Ereignis hin, wie die Maya? Wenn ja, dass könnte Stonehenge dieselbe Botschaft enthalten wie der Kalender der Maya.

Was wussten die Erbauer von Stonehenge und was wollten sie der Nachwelt mitteilen? Eine Möglichkeit ist, dass die Anlage aufgrund der gerade stattfindenden besonderen kosmischen Ereignisse auf das Ende des Kali Yugas hinweist.
Eine weitere Möglichkeit ist die hohe Aktivität der Sonne und die außergewöhnlichen Sonnenflairs, die einen großen Einfluss auf das Bewusstsein haben und den Wandel einläuten.
Wenn das Wissen eine zukünftige Katastrophe, kosmischer, solarer oder geologischer Natur oder einen Zeitenwandel betraf und die KI-Analyse zutrifft, ist das Monument kein Relikt antiker Unwissenheit. Es ist eine Botschaft einer Zivilisation, die Zyklen verstand, die weit über ihre eigenen hinausgingen.
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Quellen: PublicDomain/Frank Schwede für PRAVDA TV am 07.07.2026
