
Ein britischer Industrieversicherer schlĂ€gt Alarm: Zwischen 2022 und 2025 ist die Zahl der gemeldeten BrĂ€nde an Solaranlagen in GroĂbritannien um 133 Prozent gestiegen.
Besonders betroffen sind Photovoltaik-Module auf WohnhĂ€usern â und Batteriespeicher, vor denen die Versicherer ausdrĂŒcklich warnen.
Die Daten stammen laut Medienberichten vom Versicherer QBE. Demnach registrierte man 2025 insgesamt 212 BrĂ€nde â mehr als doppelt so viele wie noch 2022.
Mehr Anlagen â aber noch schneller mehr Feuer
Das Naheliegende wÀre: Mehr Module, mehr ZwischenfÀlle. TatsÀchlich wuchs der britische Bestand von 1,27 Millionen Anlagen (2022) auf 1,94 Millionen (2025). Doch QBE betont, dass die Brandzahlen schneller kletterten als der Anlagenbestand.
AuffĂ€llig ist die Verteilung: 102 der BrĂ€nde entfielen 2025 auf WohngebĂ€ude. Und gerade Dachanlagen sind heikel, weil das Feuer aufs GebĂ€ude ĂŒberspringen kann. 2022 geschah das in 33 FĂ€llen â 2025 bereits in 88. Fast eine Verdreifachung in drei Jahren.
In Solarparks dagegen ging die Zahl leicht zurĂŒck, von 16 BrĂ€nden 2024 auf 14 im Jahr 2025. Das Problem sitzt offenbar dort, wo Laien, Handwerker und Hausbesitzer improvisieren â nicht in professionell ĂŒberwachten GroĂanlagen. (đȘ« ⥠Bundesnetzagentur bereitet Deutschland auf lang anhaltende StromausfĂ€lle vor)

Kabel, Stecker, Speicher: Wo es zĂŒndet
Als Auslöser nennt der Bericht fĂŒr 2025:
- 49 FĂ€lle: Kabel und Steckverbindungen
- 36 FĂ€lle: die Solarmodule selbst
- 23 FĂ€lle: Batteriespeicher
Vor letzteren warnt QBE besonders. Speicher wĂŒrden zunehmend serienmĂ€Ăig verbaut, könnten sich selbst erhitzen und BrĂ€nde auslösen, die schneller verliefen und schwerer zu löschen seien als andere.
Hinzu kommt ein Problem, das jede Feuerwehr kennt: Photovoltaik steht auch nach dem Abschalten noch unter Spannung. EinsatzkrĂ€fte mĂŒssen deshalb SicherheitsabstĂ€nde von einem bis fĂŒnf Metern einhalten. Im Brandfall können zudem gefĂ€hrliche Gase entstehen.

Und was heiĂt das fĂŒr Deutschland?
Deutschland ist beim Zubau um Klassen weiter â und damit auch beim möglichen Risiko. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren zum Jahresende 2025 hierzulande knapp 4,8 Millionen Photovoltaikanlagen installiert.
Branchendaten zufolge kommen rund 2,3 bis 2,4 Millionen Batteriespeicher hinzu, ganz ĂŒberwiegend in privaten Kellern und HauswirtschaftsrĂ€umen.
Statistisch bleibt das Brandrisiko einer einzelnen Anlage gering; Fachportale beziffern es auf deutlich unter 0,01 Prozent. Genau das ist aber nur die halbe Wahrheit:
Wenn Millionen Anlagen dazukommen, wĂ€chst die absolute Zahl der EinsĂ€tze â und mit ihr die Belastung fĂŒr Feuerwehren, die im Ernstfall oft nur kontrolliert abbrennen lassen können.

Politik verordnet, BĂŒrger tragen das Risiko
Aus Sicht unserer Redaktion liegt hier der wunde Punkt. Mehrere BundeslĂ€nder haben Solarpflichten fĂŒr Neubauten und Dachsanierungen erlassen, die EU-GebĂ€uderichtlinie schreibt den Ausbau schrittweise weiter fort.
Wer verpflichtet wird, fragt selten nach QualitĂ€t â er nimmt, was schnell und billig verfĂŒgbar ist.
Ein Windrad im bayerischen Kitzingen brannte im FrĂŒhjahr, weil das Feuer schlicht zu hoch hing, blieb die Feuerwehr zum Zuschauen verdammt.
In Griechenland sollen WaldbrÀnde durch Funken an einem Stromkabel entstanden sein, das Windstrom ins Netz transportierte.
Die Botschaft ist nicht: Solar ist Teufelszeug.
Sie lautet: Wer eine Technologie per Gesetz in Millionen Haushalte drĂŒckt, trĂ€gt auch Verantwortung fĂŒr Normen, Kontrollen und HandwerksqualitĂ€t. Politischer Eifer ersetzt keine ElektroprĂŒfung.
Quellen: PublicDomain/kettner-edelmetalle.de am 22.08.2026