
Laut Citadel Securities laufen am 18. September Optionen im Wert von 9,6 Billionen US-Dollar aus, die an US-Aktien gekoppelt sind – das größte Ereignis dieser Art in der Geschichte.
Das entspricht etwa 35 % des gesamten ausstehenden Volumens an US-Optionen, das an einem einzigen Handelstag wegfällt.
Warum das von Bedeutung ist:
Derzeit kaufen die Händler, die die Gegenpartei bei diesen Optionsgeschäften bilden, häufig Aktien, wenn die Kurse fallen; sie fungieren damit als eine Art unsichtbarer Stoßdämpfer für den Markt.
Sobald diese Optionen auslaufen, entfällt dieser Kaufdruck schlagartig.
Ohne diese Stütze könnten unerwartete Nachrichten – seien es Entscheidungen der US-Notenbank (Fed) oder Inflationsdaten – die Märkte in den darauffolgenden Tagen weitaus stärker bewegen als üblich.

Deshalb ist der 18. September kein beliebiger Tag. Es ist der Tag, an dem der Markt einen seiner wichtigsten eingebauten Stabilisatoren verliert.

9,6 Billionen US-Dollar verfallen – bis zu diesem Tag kann es krachen
Bis zum 18. September verfällt rund ein Drittel des gesamten US-Optionenengagements. Citadel-Stratege Scott Rubner warnt damit vor einem technischen Reset – ausgerechnet während Anleger kaum Schutz nach unten kaufen.
Bis zum 18. September laufen am US-Optionsmarkt Positionen mit einem zugrunde liegenden Engagement von 9,6 Billionen US-Dollar (rund 8,3 Billionen Euro) aus.
Laut Scott Rubner, Leiter der Aktien- und Derivatestrategie bei Citadel Securities, entspricht das rund 35 Prozent des gesamten US-Optionenengagements. Der Zeitpunkt ist heikel: Mit dem Verfall könnte ein Mechanismus schwächer werden, der Aktien bei Rücksetzern bislang automatisch stabilisiert hat.


Allein der große Quartalsverfall umfasst laut Rubner rund 6,2 Billionen US-Dollar beziehungsweise 23 Prozent des gesamten Engagements. Rund 4 Billionen US-Dollar davon entfallen auf Optionen auf den S&P 500. Läuft ein großer Teil dieser Positionen aus, kann die sogenannte Long-Gamma-Positionierung der Market Maker zurückgehen.
Vereinfacht gesagt kaufen Händler bei fallenden Kursen Aktien und verkaufen bei steigenden Kursen, um ihre Optionspositionen abzusichern. Das dämpft Bewegungen. Fällt dieser Puffer weg, können Ausschläge stärker werden.
Rubner sieht darin allerdings keinen langfristigen Bruch des Bullenmarktes. In einem Strategiebericht an Kunden schrieb er laut CNBC: „Dies ist keine Änderung unserer langfristig positiven Einschätzung des Aktienmarktes. Es handelt sich um eine Veränderung des kurzfristigen Risiko-Ertrags-Verhältnisses.“
Noch deutlicher wird er beim Blick auf die kommenden Wochen: „Die Aufwärtskatalysatoren werden weniger offensichtlich, während die Abwärtskatalysatoren immer zahlreicher werden.“
Dazu passt die Saison. Der September ist historisch der schwächste Monat für den S&P 500. Gleichzeitig war er laut Citadel seit 2019 auch der schwächste Monat für Käufe von Privatanlegern.
An schwachen Börsentagen lag deren durchschnittlicher Nettokauf im September nur etwa halb so hoch wie sonst. Zusätzlich beginnt um den 12. September die Sperrfrist für viele Aktienrückkäufe von Unternehmen, womit ein weiterer regelmäßiger Käufer zeitweise wegfällt.

Bemerkenswert ist, wie wenig Schutz sich Anleger bislang leisten. Der VIX war am Montag zeitweise bis auf 14,1 Punkte gefallen, den niedrigsten Stand des Jahres. Auch Absicherungen gegen Kursverluste sind laut Rubner ungewöhnlich günstig.
Genau darin liegt der Widerspruch: Ein riesiger Optionsverfall trifft auf einen historisch schwierigen Börsenmonat, weniger Rückkäufe und vergleichsweise sorglose Anleger.
Der Citadel-Stratege sieht deshalb kurzfristig deutlich mehr Risiken – obwohl er am langfristig positiven Aktienmarktbild festhält.
Quellen: PublicDomain/Wall Street Journal am 09.09.2026
