Pole Flip: Zusammenbruch des Erdmagnetfeldes – für 15 Minuten gegrillt!

Dass der magnetische Süd- und Nordpol wandern, ist kein großes Geheimnis. Aber sie bewegen sich nicht nur. Alle 200.000 bis 300.000 Jahre tauschen der magnetische Nord- und der magnetische Südpol ihre Position.

Solch ein Tausch hat natürlich Auswirkungen auf das Magnetfeld der Erde. Diese Auswirkungen wiederum werden an all der schönen Elektronik, von der unsere moderne Gesellschaft so abhängig ist, nicht spurlos vorbeigehen.

Zwischen den sogenannten „Pole Flips“ versuchen die Pole ab und an, wieder an ihre vorherige Position zurückzukehren. Ein solcher – erfolgloser – Versuch fand zuletzt vor knapp 40.000 Jahren statt. Der letzte komplette Tausch beider Pole liegt inzwischen schon knapp 180.000 Jahre zurück.

Mit anderen Worten: Wir sind langsam überfällig. Das Magnetfeld der Erde hat bereits mit Fluktuationen begonnen, die nahe legen, dass der Flip relativ kurz bevorsteht. Dies kann zwar noch nicht als Sicherheit bezeichnet werden, ist aber ein starkes Indiz.

Um zu untersuchen, ob es wirklich bald zu einem Tausch der Pole kommt, können Wissenschaftler Satellitendaten auswirken und die Veränderungen im Magnetfeld der Erde berechnen. Die Forscher fanden heraus, dass insbesondere der Nordpol momentan besonders instabil ist.

All das sagt noch nicht mit Sicherheit aus, dass es letztlich bald so weit kommen wird, aber es ist in jedem Fall möglich. Und auch wenn es in der Geschichte des Planeten bereits diverse Pole Flips gab, wird der bevorstehende mit hoher Wahrscheinlichkeit drastische Auswirkungen auf die Menschheit haben.

Das Magnetfeld der Erde beschützt unseren Planeten vor Sonnen- und kosmischer Strahlung. Wenn die Pole die Position wechseln, könnte dieses schützende Schild auf bis zu ein Zehntel seiner ursprünglichen Leistung abgeschwächt werden (Naturkatastrophen wie Erdbeben nehmen 2018 zu, weil der Äquator geschrumpft ist).

Der Prozess des Tauschs selber könnte sich über mehrere Jahrhunderte hinziehen, während denen die Erde deutlich mehr Strahlung ausgesetzt wären als sonst. Wenn diese Strahlung die Oberfläche erreicht, könnten betroffene Gegenden im Extremfall sogar für die Dauer des Tauschs unbewohnbar werden. Ganze Spezies könnten aussterben.

Nächster Polsprung hat wohl bereits begonnen

Womöglich hat der nächste Polsprung bereits begonnen. Ein Indiz dafür ist, dass sich das Erdmagnetfeld seit Beginn der Messungen vor 175 Jahren bis heute um zehn Prozent abschwächte.

Studien ergaben zudem, dass sich der magnetische Nordpol im vergangenen Jahrhundert um rund 1100 Kilometer von Alaska in Richtung Sibirien verlagerte. Dabei wanderte er in im Zickzack durch die Tundra, bevor er auf den aktuellen Nordkurs einschwenkte.

Zunächst dachten die Geologen, dass eine Polumkehr mehrere Tausend Jahre in Anspruch nimmt. Doch eine Umpolung kann auch sehr schnell geschehen: So fanden Geologen 1995 im US-Staat Oregon in alten Lavaströmen Spuren, die auf eine Drehung des Magnetfelds um sechs Grad pro Tag hindeuten – und das vor Millionen Jahren. Bei diesem Tempo dauerte die damalige Umpolung nur einen Monat.

Später fanden Forscher des U.S. Geological Survey einen 16 Millionen Jahre alten Lavastrom in Nevada, der sich zunächst abgekühlt hatte, innerhalb eines Jahres durch einen zweiten Lavafluss aber erneut erhitzt wurde und wieder abkühlte.

Dabei drehte sich das Magnetfeld um 53 Grad. Das bedeutet: Hochgerechnet hätte es sich damals in weniger als vier Jahren komplett umgekehrt.

Bevor dies passiert, würde das schwächere Magnetfeld Satelliten beschädigen, was wiederum zu massiven Problemen mit modernen Stromnetzen führen würde.

Diese Probleme könnten so massiv sein, dass es zu jahrzehntelangen Stromausfällen kommen könnte. Das ist vor allem deshalb problematisch, weil unsere Gesellschaft immer mehr von Elektronik abhängig ist.

Allerdings spricht vieles dafür, dass wir noch ein paar Jahre Zeit haben, um uns auf den Pole Flip vorzubereiten. Diese Zeit können wir nutzen, um Methoden zu ersinnen, mit denen wir der gefährlichen Strahlung entgegentreten können.

Hier wären sowohl Regierungen als auch private Unternehmen gefragt. Es könnte zwar genauso noch 1000 Jahre dauern, bis der Prozess beginnt, aber es wäre wohl besser, vorbereitet zu sein (Krisenvorsorge: Überleben nach Naturkatastrophen).

Wird es auf der Erde bald ungemütlich wie im All?

Das All sei ein ungemütlicher Ort, schrieb SPIEGEL ONLINE am 18.05.2004. Dies im Zusammenhang mit der Möglichkeit des Zusammenbruchs des Erdmagnetfeldes durch einen Polsprung oder gar eine Umpolung der Erde. Die Forscher sollen demnach bereits erste Anzeichen für eine Umkehrung entdeckt haben.

Dass „geomagnetische Veränderungen viel abrupter vor sich gehen können, als wir jemals geahnt haben“schrieb SPIEGEL ONLINE daraufhin am 13.12.2005 – und zwar unter der Überschrift „.Schnelle Wanderung – Magnetischer Nordpol in 50 Jahren in Sibirien“. „Nach rund 400 Jahren der relativen Stabilität hat der magnetische Nordpol wieder an Tempo zugelegt“, heißt es dort ebenso unter Bezugnahme auf wissenschaftliche Kreise. Nun sind diese Beiträge vom Spiegel schon relativ alt. Sie stammen aus den Jahren 2004 und 2005.

Was passiert aber nun, wenn das Erdmagnetfeld zusammenbricht?

Dann könnte es hier auf der Erde ungemütlich wie im All werden, um auf unsere Überschrift und die damalige Spiegel-Meldung zurückzukommen. Der Zusammenbruch sei aber insoweit kein Problem, wiegeln die Forscher selbstbewusst ab:

„Anstatt Mensch, Tier und Vegetation zu grillen, sprang die Sonne für das verschwundene Magnetfeld in die Bresche – indem der Sonnenwind, jener Strom aus elektrisch geladenen Teilchen, in Minutenschnelle ein neues Magnetfeld errichtete.“ (…) „In unseren Simulationen war die der Sonne zugewandte Seite innerhalb von 15 Minuten magnetisiert.“ (…) „Durch den enormen Geschwindigkeitsunterschied zwischen Sonnenwind und Ionosphäre werde in 350 Kilometern Höhe ein Magnetschirm erzeugt, der annähernd genauso stark sei wie das normale Dipol-Feld der Erde.“, so gegenüber SPIEGEL ONLINE im Jahr 2004.

Nur „annähernd genauso stark“? Und erst „innerhalb von 15 Minuten“ nach dem Totalzusammenbruch des irdischen Magnetfeldes soll es zu einem quasi „Ersatzschutz“ für die Strahlung aus dem All kommen, sagen die Forscher?

Aber vielleicht wissen Sie selbst, wie lange man oft auf einen gleichwertigen Ersatz warten muss. Denken wir nur an eine Autopanne oder wenn im Verein ein guter Fußballspieler unerwartet verletzt ausgefallen ist. Und selbst, wenn der „Ersatzschirm“ für die Erde tatsächlich innerhalb von 15 Minuten eintreffen sollte. Für einen Aufenthalt von 15 Minuten im All ohne speziellen Schutz dürfte die Sonnencreme wohl kaum ausreichen. Ebenso wenig ein Sonnenhut oder ein komfortabler Platz im Schatten oder vor dem TV auf der Couchgarnitur.

Kriegswaffe Planet Erde  

15 Minuten der Weltraumstrahlung ausgesetzt zu sein, was bedeutet dies überhaupt?

15 Minuten ohne Schutz im All? Überlebt man dies so einfach, zumal auf der der Sonne zugewandten Seite die Sonnenstrahlung in dieser Zeit voll, d.h. ungefiltert, einschlägt? (Polsprung: Erdkrustenverschiebung)

Und stellen Sie sich nur vor, aus den von wenigen Forschern vor vielen Jahren in ein paar Computersimulationen errechneten 15 Minuten ohne Schutz würden dann doch gar 30 Minuten werden, oder vielleicht sogar 45. Vielleicht auch eine Stunde oder mehr, denn irren sich diese Leute nicht schon häufig bei der Wettervorhersage für morgen oder übermorgen? Wie häufig mussten Sie schon das Grillen wegen des unvorhersehbaren Wetters absagen?

Und hier sprechen wir den Forschern zufolge nicht über das Wetter von morgen, sondern über ein enormes planetares Ereignis, das zum Totalzusammenbruch des irdischen Magnetfeldes führen könnte. Zum Totalkollaps dieses Planeten sozusagen. Denn das All ist ein ungemütlicher Ort, schrieb der Spiegel zu Recht im Jahr 2004. Der Mars kann hiervon ein Lied singen.

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Literatur:

Irrtümer der Erdgeschichte. Die Urzeit war gestern.

Die Erde im Umbruch: Katastrophen form(t)en diese Welt. Beweise aus historischer Zeit

Supervulkan

Erde im Aufruhr

Quellen: PublicDomain/trendsderzukunft.de/weather.com/sauberer-himmel.de am 03.02.2018

Weitere Artikel:

Naturkatastrophen wie Erdbeben nehmen 2018 zu, weil der Äquator geschrumpft ist

Polsprung: Erdkrustenverschiebung

Anomalie: Delle im Magnetfeld bereits in der Eiszeit

Erdmantel: Neuer „Atlas der Unterwelt“ offenbart bisher verborgene Platten

Erde: Wenn magnetische Pole sich ändern

„Polumkehr“ im Gange: Der Nordpol wird allmählich zum Südpol

 

About aikos2309

One thought on “Pole Flip: Zusammenbruch des Erdmagnetfeldes – für 15 Minuten gegrillt!

  1. Im Moment befindet sich noch der magnetische Südpol am geologischen Nordpol. Wie kann man Euren Ausführungen Beachtung schenken, wenn man schon bei grundlegendem Wissen und Recherche Versagen feststellt!

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