Natürlich kann ich Ihnen weder versprechen, dass ein Blackout eintritt, noch dafür haften, dass meine Empfehlungen Sie vor dem Schlimmsten bewahren. Deshalb bekommen Sie von mir keine To-do-Liste, sondern ich möchte, dass Sie selbst mitdenken und die richtige Strategie für sich finden.
Wichtig ist, sich mit dem auseinanderzusetzen, was absehbar ist, um nicht völlig unvorbereitet zu sein. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) schreibt in seiner Publikation Kapazitäten der Bevölkerung zur Bewältigung eines lang anhaltenden ächendeckenden Stromausfalles:
»Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Bewältigungskapazitäten in der Bevölkerung … deutlich höher ausfallen, wenn der Haushalt bereits mit dem Thema des lang anhaltenden Stromausfalles konfrontiert worden ist. … Das Risikobewusstsein der Bevölkerung muss im Hinblick auf lang anhaltende Stromausfälle gesteigert werden.«
In diesem Sinne möchte ich ein Bewusstsein schaffen. Was Sie am Ende tun wollen und können, hängt auch von Ihren individuellen Lebensumständen und Möglichkeiten ab – aber jede wie auch immer geartete Vorbereitung ist besser als keine Vorbereitung! (Vorsorge in der Krisenzeit: Wasser und Lebensmittel)
Thesen
Ich möchte diesem Buch drei Thesen voranstellen:
1. Ein Blackout kann schlimmere Auswirkungen haben als ein Krieg.
2. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann es zu einem Blackout kommt.
3. Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie die Gefahr erkennen.
Zu 1.: Ein Blackout kann schlimmere Auswirkungen haben als ein Krieg.
Ein großräumiger und lang andauernder tatsächlicher Blackout enthält alle Merkmale einer Katastrophe, abgesehen von extremen Wetterereignissen, sofern diese nicht gerade der Auslöser waren. Damit meine ich nicht nur die ausgefallene Energie, sondern vor allem die infolge des Infrastrukturausfalls nicht mehr oder nur noch beschränkt vorhandene Funktionalität von Lebensmittel- und Wasserversorgung, Verkehr und Bankwesen, Telekommunikation und Medien sowie staatlicher Verwaltung und öffentlicher Sicherheit.
Ein Krieg ist meist regional begrenzt; in den seltensten Fällen finden gleichzeitig landesweit Kampfhandlungen statt. Ein lang anhaltender und flächendeckender Stromausfall kann jedoch einer nationalen Katastrophe gleichkommen, wenn die gesamte Bevölkerung betroffen und von der Versorgung mit dem Lebenswichtigsten abgeschnitten ist.
Warum ziehe ich diese Parallele? Um Sie aufzurütteln! Denn während jeder Mensch vor einem Krieg Angst hat, machen sich viel zu wenige Menschen Gedanken über einen Blackout. Doch dafür ist dieses Thema zu weitreichend und zu ernst!
Zu 2.: Die Frage ist nicht, ob, sondern wann es zu einem Blackout kommt.
Ich habe bereits den Klimawandel, die Energiewende oder gezielte Anschläge als Gefährdungsfaktoren genannt. Die Aufzählung ist nicht abschließend, doch schon diese drei Beispiele machen – jedes für sich – die Bedrohung unserer Versorgungssicherheit deutlich.
Täglich ist Deutschland mit Cyberangriffen auf unsere Infrastruktur konfrontiert. Oft genug sind Hacker bereits in öffentliche Datennetze eingedrungen. Ein Vorfall aus dem Jahr 2015, bei dem Energieversorger im Zentrum von Cyberattacken standen, hat bereits gezeigt, dass auf diesem Weg auch die Stromversorgung manipuliert und gezielt abgeschaltet werden kann.
Ob man es dem Klimawandel zuschreibt oder nicht: Seit Jahren sind zunehmende Extremwetterereignisse festzustellen. »Jahrhunderthochwasser« finden alle paar Jahre statt. Orkane und Tornados gehören selbst in Deutschland zu den regelmäßigen Wetterphänomenen. Und trockene Sommer sowie schneereiche Winter führen unsere Stromversorgung an ihre Grenzen.
Das ist nicht zuletzt eine Folge der Energiewende, die eine völlige Systemumkehr bedingt und beinahe täglich stabilisierende Eingriffe erforderlich macht, um das nötige Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -verbrauch zu wahren.
Selbst wenn dies auch weiterhin gelingt und uns das Glück hold bleibt: Spätestens wenn am 31.12.2022 die letzten deutschen Kernkraftwerke vom Netz gehen, beginnt eine Phase gesteigerter Gefährdung – denn die Stromtrassen, die benötigt werden, um den in Norddeutschland erzeugten Ökostrom nach Süden zu transportieren und eine Erzeugungslücke zu vermeiden, werden nach aktueller Planung erst 2025 fertig.
Die Einschätzung, dass es keine Frage mehr des Ob, sondern nur noch des Wann ist, teilen viele Experten. Da ein Blackout ein Unglück ist, das nicht terminlich vorhersagbar ist, kann und will sich jedoch niemand auf ein Datum festlegen. Es lässt sich aber ganz klar absehen, dass die bereits von Jahr zu Jahr zunehmende Gefahr eines Blackouts spätestens in 5 Jahren, also bereits 2023, einen neuen Höhepunkt erreichen und so groß sein wird wie nie zuvor.
Zu 3.: Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie die Gefahr erkennen.
Mir ist bewusst: Nur wenn Sie selbst von dem überzeugt sind, was ich schreibe, werden Sie sich mit den Folgen eines Blackouts für sich persönlich und Ihre Familie auseinandersetzen – je nach Ihren Funktionen eventuell auch für Ihre Firma oder Ihr örtliches Umfeld.
Ich stelle meine esen diesem Buch voran. Was ich bisher nur angerissen habe, werde ich im weiteren Verlauf ausführlich vertiefen und belegen. Und ich bin mir sicher: Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie es verstehen.



Einführung
Ausgangslage
Wir leben in einer modernen, arbeitsteiligen und hoch technisierten Gesellschaft, in der die Versorgung der Bevölkerung mit (lebens-)notwendigen Gütern und Dienstleistungen durch ein eng verflochtenes Netzwerk sogenannter Kritischer Infrastrukturen (abgekürzt: KRITIS) erfolgt. Dank der hochgradigen Vernetzung können wir kurzfristig planen, brauchen nicht vorzusorgen, alles ist jederzeit verfügbar. Bahnschienen und Straßen, Kupferdraht und Glasfaser, Bluetooth und Wi-Fi durchziehen unser Land und verbinden uns.
Damit geht eine hochgradige interne Komplexität und Abhängigkeit der verschiedenen Sektoren voneinander einher. Man setzt voraus, dass all die Systeme, die im Hintergrund längst völlig automatisiert ablaufen, störungsfrei funktionieren. Besonders hoch ist die Abhängigkeit im dicht verbauten, urbanen Raum.
Vorstellungskraft (Krisenfall Survival: Es gibt 180.000 Prepper und Doomsdayer in Deutschland (Videos)).
Die meisten Menschen können sich das Ausmaß der Vernetzung und der gegenseitigen Abhängigkeiten nicht vorstellen – etwa dass alle Netze und Systeme auf einem funktionierenden Stromnetz basieren. Unser tägliches Leben ist jedoch komplett von der Stromversorgung abhängig, ohne dass uns das im Alltag bewusst ist. Wir nutzen den Strom an vielen Stellen völlig unbewusst…
Auszug aus dem Buch „Bedrohung Blackout„.
Literatur:
Selbstverteidigung im Straßenkampf: Hocheffektive Techniken für Mann und Frau, um den Angriff eines Straßenschlägers erfolgreich abzuwehren
Bushcraft: Survivalwissen Wildpflanzen Europas
Handbuch für das Überleben in Krisenzeiten
Überleben in Krisen- und Katastrophenfällen: Ein Handbuch für jedermann. Das Survival-Wissen der Spezialeinheiten
Quellen: PublicDomain/Kopp Verlag am 03.08.2018