
Die Externsteine im Teutoburger Wald erinnern uns an die Glaubenswelt und Naturverehrung unserer Ahnen. Manche Historiker bestreiten ihren Status als vorchristliche Kultstätte.
In unserer neuen Sonderausgabe „Die Germanen – Die Geschichte der ersten Deutschen“ klären wir den Fall. Hier mehr erfahren. Von Amelie Winther
Dreizehn mächtige, schroff zerklüftete Felsen ragen in die mondhelle Nacht im Teutoburger Wald. Ihre grauen ehrwürdigen Häupter hoch erhoben, recken sie sich wie Säulen einer vergessenen Welt hinauf in den nächtlichen Sternenhimmel.
Diesen Anblick vor Augen, vor den bis zu 47 Metern hohen Riesen stehend, kommen unwillkürlich Fragen auf: Was mag sich an diesem besonderen Ort in unserer Geschichte alles zugetragen haben?
Verfügten unsere Vorfahren über heute verloren gegangenes Wissen, das der Ausgestaltung solcher Stätten zugrunde lag? Mit welchen Gedanken und Wünschen kamen sie hierher – und welche Riten und Bräuche pflegten sie?
Kultstätte unserer Ahnen
Entstanden sind die heute in einer weitgehend steinfreien Umgebung senkrecht stehenden Externsteine bei Horn-Bad Meinberg (Kreis Lippe, NRW), als vor etwa 70 Millionen Jahren großräumige Faltungen die Sandsteinschichten des Osning senkrecht aufwarfen und in der Folge, bis heute andauernd, Erosion und Verwitterung die heutige Steinformation aus den Sedimentschichten herausarbeiteten.
Funde aus der Steinzeit belegen, dass bereits um 10.000 vor der Zeitenwende Menschen hier weilten. Die Ansichten über den Benutzungszeitraum der Externsteine als Kultstätte gehen aber auseinander.
Die ältesten verfügbaren Quellen berichten von einem einstigen heidnischen Heiligtum an der Steinformation, doch manche Forscher meinen, eine solche Nutzung sei erst in viel jüngerer Zeit erfolgt. In COMPACT-Geschichte „Die Germanen“ gehen wir der Sache auf den Grund.

Unabhängig davon spielen die Externsteine als eine der bekanntesten Natur-Sehenswürdigkeiten Deutschlands eine besondere Rolle in unserem nationalen Erbe. Denn die Rätsel und Fragen, die uns diese Anlage als Vermächtnis hinterlässt, sind zahlreich.
Weder ist die genaue Bestimmung einer im oberen Bereich eines Felsens ausgeschlagenen Höhlenkammer, die zur Sommersonnenwende durch ein angelegtes Loch im Gestein angestrahlt wird, möglich, noch weiß man mit letzter Sicherheit um den Sinn des sogenannten Arkosoliums – einer Art offenen Felsensargs mit einer mysteriösen Aussparung in Menschenform, der in einer künstlichen Nische der Externsteine angelegt wurde.
Weiter findet sich in der überaus beeindruckenden Formation eine Grotte, bestehend aus drei Räumen, mit einer halbkugelförmigen Opferschale und Runen an den Wänden. Auch an den Außenwänden der Felsen finden sich menschliche Bearbeitungsspuren, teilweise funktioneller, teilweise symbolischer Art.

Ein altes germanisches Heiligtum: Die Externsteine im Teutoburger Wald, von Südwesten her gesehen
Ein „deutsches Stonehenge“
Bei einem der Felsen soll zudem eine mächtige Irminsul gestanden haben, die dann im Zuge der Christianisierung offenbar zerstört wurde. Darauf deutet unter anderem ein christlich-religiöses Relief (das sogenannte Kreuzabnahmerelief) an einem der Steine hin, das eine gebogene (oder gefällte) Irminsul zeigt, auf der eine Figur steht, die man als biblischen Nikodemus deuten kann.
Die Irminsul war gemäß dem Glauben unserer Vorfahren das größte Heiligtum und bestand aus einem kräftigen Baumstamm, der als Stütze für das Weltall angesehen wurde und an einem heiligen Ort auf Berghöhen, an einer Quelle oder in einem Hain aufgestellt war.

In den Externsteinen erblicken wir in jedem Fall eine weit in die vorchristliche Zeit zurückreichende Wurzel unseres Volkes. Die Bedeutung dieses alten Heiligtums dürfte durchaus mit jener der großen Megalithbauten von Stonehenge – also des berühmten, vor über 4.000 Jahren in der Jungsteinzeit errichteten und mindestens bis in die Bronzezeit genutzten Steinringwalls in der Nähe von Amesbury (England) – zu vergleichen sein.
Sowohl die Externsteine als auch Stonehenge zeugen zudem vom astronomischen Wissen unserer Vorfahren, wie wir in COMPACT-Geschichte „Die Germanen“ mit fachwissenschaftlichen Quellen belegen.

Das sogenannte Kreuzabnahme-Relief an den Externsteinen. Unten rechts sieht man die gebeugte Irminsul
Als Zeichen der Verbundenheit unserer Ahnen mit den Kräften der Natur mahnen uns die Externsteine sowohl zur Erinnerung an unsere Vorväter und -mütter als auch zu einem pfleglichen Umgang mit unserer Umwelt.
Und sie zeigen, wie wichtig es ist, gegen äußere Einflussnahme zu kämpfen, um die eigene Kultur vor wesensfremder Verdrängung zu bewahren. Als Symbol unserer langen Geschichte zeigt die Felsformation im Teutoburger Wald die Größe einer heute nur noch in unserer mangelhaften Vorstellung lebendigen Zeit.
Mehr über die Externsteine und andere germanische Kultstätten erfahren Sie in der neuen Ausgabe unserer Reihe COMPACT-Geschichte mit dem Titel „Die Germanen – Die Geschichte der ersten Deutschen“. Alles über die Kultur und den Freiheitskampf unserer Vorfahren. Hier mehr erfahren.
COMPACT eine eigene TV-Serie in Auftrag gegeben. Regie führte Jonas Glaser, in der Hauptrolle des Germanenhelden Arminius sehen wir Martin Sellner, Thusnelda an seiner Seite wird von Alice Weidel gespielt. Das Drehbuch: Unsere neue Sonderausgabe „Die Germanen – Die Geschichte der ersten Deutschen“.



Nun gut, der Anfang war ein wenig geschwindelt, aber das Heft gibt es wirklich – und die Serie auch. Sie heißt „Barbaren“ und wurde in zwei Teilen auf Netflix veröffentlicht. Was die nationalmasochistische Filmszene in der BRD nicht zuwege brachte, mussten wieder mal deutschfreundliche Ausländer übernehmen.
Die französische Produktionsfirma Gaumont – gegründet 1895 und damit die älteste der Welt – hat realisiert, was die woken GEZ-Medien und die gender-versifften Studios in Deutschland schmählich versäumt haben – einen Blockbuster, der den Befreiungskampf unserer Vorfahren wirklich berührend und spannend in Szene setzt, sodass Millionen Zuschauer hinterher sagen werden:
„Ich bin stolz, ein Germane zu sein.“
„Barbaren“ schildert in der ersten Staffel die Vorgeschichte und den Ablauf der für die Cherusker und ihre Verbündeten siegreichen Varusschlacht im Jahr 9 nach Christi Geburt. In der zweiten Staffel werden die Römer unter dem Befehl von Tiberius wieder frech und wollen es noch mal wissen.
Wieder bekommen sie Saures: Die germanischen Stämme unter Arminius verbünden sich mit den Markomannen unter Marbod – und das Fort der Besatzer geht in Flammen auf.
Die geben Fersengeld und ziehen sich hinter den Limes zurück. Welche brillanten taktischen und strategischen Kniffe Hermann der Cherusker und Marbod dabei anwendeten, können Sie ausführlich in COMPACT-Geschichte „Die Germanen“ nachlesen. Kleiner Spoiler: Die beiden Germanenführer kannten Clausewitz schon, bevor es diesen überhaupt gab!
Antiimps der ersten Stunde
Zwei Faktoren machen die Netflix-Serie „Barbaren“ so besonders: Zum einen sprechen die Römer Lateinisch, zum Verständnis gibt es Untertitel. So geht historische Authentizität! Zum anderen sind die Germanen, entgegen dem Titel, absolut coole Typen.
Bärenfelle und Hornhelme, die uns Hollywood früher präsentierte, sind gottlob nicht zu sehen. Diese Jungs kommen mit Bärten und Muckis daher und palavern munter drauflos.
Arminius lässt sich „Ari“ nennen, was sich oft wie „Ali“ anhört, und auch die Syntax der Waffenbrüder ähnelt ein bisschen der von Ghettoboys aus Neukölln. Thusnelda, deren Name im Laufe der letzten hundert Jahre eine negative Konnotation bekommen hat und gern als Schimpfwort für altbackene Landpomeranzen verwendet wurde (ebenfalls großes Porträt in COMPACT-Geschichte „Die Germanen“), ist eine sexy Amazone mit Supermodel-Qualitäten und mit der Deutsch-Französin Jeanne Goursaud fantastisch besetzt.

Bei so viel Coolness geht natürlich die Faktentreue verloren: Ari und Thusnelda reden und gestikulieren wie ein Disco-Pärchen, und auch eine Quoten-Schwarze taucht auf, wenn auch historisch plausibel abgeleitet: Sie wurde von den Römern aus ihrer Heimat Karthago verschleppt.
Aber diese Zugeständnisse an den Zeitgeist haben auch ihr Gutes: Sie machen die Germanen zu Identifikationsfiguren für ein junges Publikum, das an solche Stereotype gewöhnt ist.
Am sensationellen Kern der Serie ändert das gar nichts: Alle Germanen, die in Rom ausgebildet wurden und sich zunächst als Römer fühlen, entdecken im Laufe der Handlung ihr Germanischsein.
Das gilt im Übrigen auch für Stilicho, der viel später lebte und in COMPACT-Geschichte „Die Germanen“ ausführlich porträtiert wird. Man sieht daran: Passnationalität und ethnische Identität sind zwei verschiedene Paar Stiefel.
Die Handlung nimmt sich natürlich viele Freiheiten heraus, aber historisch verbürgt ist die strategische Differenz zwischen Arminius und Marbod (was Sie auch in COMPACT-Geschichte „Die Germanen“ nachlesen können):
Der eine wollte den Kampf gegen das Imperium bis zur völligen Befreiung Germaniens weitertreiben; der andere suchte eine Art friedliche Koexistenz mit den Besatzern und sollte sein eigenes Reich später tatsächlich weit entfernt von ihnen aufbauen, im Gebiet des heutigen Böhmen.

Doch vorher muss er noch lernen, dass der Cherusker das aggressive Wesen des römischen Imperialismus besser durchschaut hat, und beide werden Waffenbrüder.
Mehr über Arminius, Thusnelda, Marbod, Stilicho, Theoderich, Geiserich, Widukind, Rollo, die Vandalen, die Goten, die Franken, die Kimbern, die Teutonen, die Nibelungen und den tausendjährigen Freiheitskampf der Germanen lesen Sie in unserer neuen Sonderausgabe „Die Germanen – Die Geschichte der ersten Deutschen“.
Die realen historischen Hintergründe zur Filmen und Serien wie „Barbaren“. Hier bestellen.
Quellen: PublicDomain/compact-online.de am 15.02.2024
