
In diesem Jahr öffnen sich die Türen der berühmt berüchtigten Bilderberger-Konferenz zum zweiten Mal in der US-Bundeshauptstadt Washington.
Das Treffen findet vom 10. bis 12. April 2026 statt. Zu den wichtigsten Teilnehmern gehören neben NATO-Chef Mark Rutte, US-Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Von Frank Schwede
Um die geheimnisumwitterte transatlantische Bilderberger-Konferenz ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Führende Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Geheimdiensten treffen sich jährlich in einer anderen Stadt zu privaten Gesprächen – dieses Jahr bereits zum zweiten Mal in der US-Bundeshauptstadt Washington, mitten im politischen Herz der Vereinigten Staaten.
Seit Tagen schon sorgt auf X die Liste der Teilnehmer für Aufsehen. Verbreitet wurde sie vom kanadischen Medienmacher Dan Dicks, der auf der Plattform schreibt: „The Bilderberg 2026 Participants has been LEAKED!“ (siehe unten)
Dicks ist bekannt als Gründer des Online-Portals „Press For Truth“. Seit Jahren bewegt er sich im systemkritischen Umfeld und beschäftigt sich dabei mit gewaltigen Themen wie Globalisierung, Elitennetzwerke und Zensur. Seine Nachrichten verbreiten sich wie ein Lauffeuer und erreichen in nur wenigen Stunden mehr als hunderttausend Nutzer.
Bereits am 3. April 2026 gab die Pressestelle der NATO bekannt, dass in diesem Jahr auch Generalsekretär Mark Rutte an dem Treffen teilnehmen wird. Das erste Mal, dass die NATO das Treffen ankündigt, bevor die Organisation das tut.
Rutte traf sich schon vor wenigen Tagen, am 8. April, mit Außenminister Rubio und Verteidigungsminister Hegseth, tags darauf sprach er beim Ronald Reagan Presidential Foundation Institute.
Kritiker spotteten, dass das kein Zufall sei. Interessant ist dabei, dass US Präsidenten Donald Trump als gegenwärtig schärfster Gegner der NATO, ausgerechnet seine engsten Minister mit Rutte an einen Tisch setzt, während er öffentlich gegen das Establishment austeilt. (Zusammenbruch der alten Weltordnung: Warum 2026 alles verändert)

Rutte führte zuvor auch ein offenes Gespräch mit Trump, in dem der Präsident erneut seine Kritik gegen die NATO unterstrich und klagte: „die NATO war nicht da, als wir sie brauchten.“
Rutte wurde zuvor von US-Außenminister Marco Rubio in Washington empfangen und hat sich anschließend mit Trump im Weißen Haus getroffen. Zuvor hatte Trumps Sprecherin gesagt, Trump werde während des Treffens mit dem NATO-Generalsekretär über einen möglichen Austritt aus der Allianz sprechen.
Hauptthema Künstliche Intelligenz
Ob und in welchem Umfang ein Austritt der USA aus der Allianz thematisiert wurde, gab Rutte nach dem Gespräch mit Trump nicht bekannt, jedoch fand der Generalsekretär lobende Worte für den US-Präsidenten. Rutte sagte, die Welt sei dank Trump „absolut“ sicherer als vor Beginn des Irankriegs.
Neben Rutte werden laut der geleakten Liste US-Außenminister Marco Rubio und Vertedigungsminister Pete Hegseth und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an dem Treffen teilnehmen. Aus der Tech-Branche sind Sam Altman (OpenAI), Demis Hassabis (Google DeepMind). Alex Carp (Palantir), Mustafa Suleiman (Microsoft AI) und Risikokapitalgeber Peter Thiel geladen.
Wie aus der Teilnehmerliste ersichtlich, ist die Künstliche Intelligenz, vor allem im Bereich Palantir-Technologie, in diesem Jahr neben Verteidigung offenbar Thema Nummer eins. Interessant ist, dass kein einziger Vertreter aus der Ukraine auf der Gästeliste vermerkt ist, dafür aber Chrystia Freeland, die zuletzt als Sonderbeauftragte für den Wiederaufbau der Ukraine in Erscheinung trat.
Zu den Teilnehmern aus Deutschland gehören: Roland Busch (Siemens AG), Mathias Döpfner (Axel Springer), Jeanette zu Fürstenberg (General Catalyst), Karl-Theodor zu Guttenberg ((Spitzberg Partner LLC), Uwe Horstmann (Stark), Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Gundbert Scherf (Helsing GmbH), Christian Sewing (Deutsche Bank AG), Bundesminister für Digitales Karsten Wildberger, Oliver Zipse (BMW AG).

Aus Österreich wird, wie bereits 2022, Außenministerin Beate Meinl-Reisinger teilnehmen. Meinl-Reisinger ist seit 2025 Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten. Als NEOS-Parteichefin nahm sie 2022 ebenfalls in Washington an dem Treffen teil.
Die Ministerin reist allerdings auch in diesem Jahr als Privatperson an. Kritik dazu kam von FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz, der die Teilnahme der Ministerin als wörtlich „pinken Kniefall vor den Globalisten“ bezeichnete. Er forderte „umfassende Aufklärung“ und sagte:
„Die Österreicherinnen und Österreicher haben ein Recht zu erfahren, worüber die Außenministerin hinter verschlossenen Türen mit den Mächtigen der Welt verhandelt – und ob sie dabei österreichische Interessen oder globale Agenden vertritt.“
Die FPÖ sieht, wie auch zahlreiche andere Kritiker, in der Konferenz ein Forum einflussreicher Netzwerke aus Politik, Wirtschaft und Medien, das jenseits der demokratischen Kontrolle agiere.
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Seit ihrer Gründung in den frühen 1950er Jahren verfolgt die Bilderberger-Gruppe zwei Hauptziele: Die Förderung der europäischen Integration und die transatlantische Zusammenarbeit.
Der sichtbarste Teil der Aktivitäten der Bilderberger-Gruppe ist ihre streng exklusive und vertrauliche jährliche Konferenz, die in der Regel drei Tage dauert. Das Treffen dient als Forum für Networking und Debatten über politische und wirtschaftliche Themen.

Es gibt ein formelles Programm, aber auch private Gespräche am Rande der Veranstaltung. Die Spieregeln sind seit 72 Jahren dieselben: Es gibt keine detaillierte Agenda, keine Abstimmungen, keine Beschlüsse und auch keine politische Erklärung.
Was intern besprochen wird, bleibt im Rahmen der Chatham-House-Regel intern. Inhalte dürfen zwar verwendet werden, Sprecher dürfen aber namentlich nicht zitiert werden.
In den Anfangsjahren nahmen rund siebzig Personen an dem Treffen teil, doch in den letzten Jahrzehnten hat sich Zahl der Teilnehmer nahezu verdoppelt. Das Netzwerk gliedert sich in zentrale Teilnehmer, die regelmäßig zu den Treffen eingeladen werden, und in periphere Mitglieder, die nur einmal eingeladen werden.
Teilnehmer sind Individuen
Laut offizieller Darstellung fand das erste Treffen vom 29. bis 31. Mai 1954 im Hotel De Bilderberg im niederländischen Oosterbeek statt – daher auch der Name Bilderberger; gedacht waren die Treffen als transatlantisches Gesprächsforum in einer Zeit, in der sich Westeuropa näher abstimmen sollten.
Prinz Bernhard der Niederlande prägte das Netzwerk jahrzehntelang mit, Józef Retinger gilt als einer seiner frühen Organisatoren.
Im Lenkungsgremium sitzen aktuell Ex-EU-Kommissionschef Manuel Barroso, heute bei Goldman Sachs, Microsoft-Chef Satya Nadella, Google-Ex-Chef Eric Schmidt, Tech-Investor Peter Thiel , Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner und Ex-ORF-General und heutige Präsident von Warner Bros. Discovery International Gerhard Zeiler.
Die offizielle FAQ hält fest, dass das jährliche Treffen von einem Steering Committee geführt wird und Teilnehmer als Individuen eingeladen werden.
Vor allem die Mischung aus enormer Prominenz und mangelnder Transparenz erklärt, warum Bilderberg seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit für Kritik und Spekulation sorgt. Denys Healey, Mitgründer und seit 30 Jahren Mitglied des Lenkungsausschusses, erklärte 2001:
„Zu sagen, wir strebten eine Weltregierung an, ist übertrieben, aber nicht völlig unzutreffend.“

Genau aus solchen Aussagen speist sich der Mythos des Treffens bis zum heutigen Tag: Keine Beschlüsse, dafür eine außergewöhnliche Dichte an Macht, Einfluss und Geheimniskrämerei. Die Liste der Verschwörungstheorien ist lang:
Demnach sei die Einführung des Euro und die deutsche Wiedervereinigung auf einer Bilderberger-Konferenz beschlossen worden. Unter anderem sollen die Bilderberger auch die US-Präsidentschaftswahlen beeinflussen.
Außerdem sei die Ölkrise im Jahr 1973 von den Bilderberger-Verschwörern initiiert worden, um den Dollar zu stabilisieren und lasten but not least sollen die Bilderberger den Irak-Krieg gegen Saddam Hussein angezettelt haben.
Im August 2010 wurden nach einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP zwei Kommentare von Kubas Staatschef Fidel Castro veröffentlicht, nach denen die Jugend der Welt aufgrund der Verschwörung einer Weltregierung einem atomaren Holocaust geopfert werden solle.
Hinter dieser Weltregierung stehe die Bilderberger-Konferenz. Castro beruft sich bei seiner Aussage auf das Buch des russischen Journalisten Daniel Estulin über die „wahre Geschichte der Bilderberger“, das 2007 auch auf Deutsch im Kopp Verlag erschienen ist.
Der Soziologe und Vertreter der Power Structure Research, Hans Jürgen Krysmanski, kritisiert, dass man über die Bilderberger, ähnlich wie über andere Begegnungen von Reichen und Mächtigen, so gut wie nichts weiß, während Sozialhilfe-Empfänger einer ständigen Kontrolle der Ämter unterworfen seien.

Er sagte:
„Macht hat auch etwas mit dieser Geld-Macht-Dimension zu tun und insofern können Politiker auch gar nicht die Ebene darüber, die Finanzeliten etwa, kontrollieren. Das hat Herr Tietmeyer ja schon 1996 sehr deutlich gesagt, die Politiker machten sich gar keine Vorstellungen davon, wie sehr sie von den Finanzmärkten abhängig sind.“
Zu den großen Namen des Netzwerkes gehörte auch der frühere US-Außenminister Henry Kissinger. Er wird auf der offiziellen Bilderberger-Liste als früheres Mitglied des Steering Committee geführt. Noch vor wenigen Jahren tauchte sein Name in den offiziellen Teilnehmerlisten auf.
Dan Dicks hat bereits angekündigt, dass er in Washington vor Ort sein werde, um mit den Teilnehmern des Treffens in Kontakt zu treten. Im vergangenen Jahr konfrontierte Dicks in Stockholm Peter Thiel mit dessen Verbindung zu Jeffrey Epstein – acht Monate bevor 3,5 Millionen Seiten der Epstein-Files publiziert wurden, in denen der Name Peter Thiel mehr als 2000 Mal auftaucht.
Fakt ist, dass die Mitgliedschaft in der Bilderberger-Gruppe ein Sprungbrett für Führungsrollen in internationalen Institutionen und natürlich auch in der Politik sein kann.
Ein herausragendes Beispiel ist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die an insgesamt vier Bilderberger-Konferenzen teilnahm, bevor sie 2019 ihre Präsidentschaft der Europäischen Kommission antrat.
Ihre Ernennung kam zunächst unerwartet. Manfred Weber galt aufgrund seines erfolgreichen Wahlsiegs der Europäischen Volkspartei bei den Europawahlen als aussichtsreichster Kandidat für das Amt des Kommissionspräsidenten.
Weber verfügte allerdings über weniger Kontakte, was offenbar einer der Gründe war, warum sich die EU-Politiker schließlich für von der Leyen entschieden. Das Magazin Politico brachte es schon formuliert auf den Punkt:
„Bilderberg. Davos. München… von der Leyen… hat sich still und leise ein weitreichendes Netzwerk in Politik und Wirtschaft aufgebaut – Verbindungen, die ihre Nominierung für den Spitzenposten der EU einbrachten.“
Wie üblich werden die globalistische Elite und ihre Handlanger, die an Konferenzen teilnehmen, gemäß den Chatham-House-Regeln zur Geheimhaltung verpflichtet.
Sie behaupten, dass ihnen diese Regeln erlauben, Themen frei zu diskutieren, ohne Kritik seitens der Medien oder der Öffentlichkeit befürchten zu müssen.
Mit anderen Worten: Sie planen die Zukunft der Menschheit, ohne dass die Menschheit erfährt, was sie planen.
Quellen: PublicDomain/Frank Schwede für PRAVDA TV am 09.04.2026
