
Windkraftanlagen verĂ€ndern das lokale Klima â messbar, signifikant und mit potentiell gravierenden Folgen fĂŒr die Landwirtschaft. Von Politik und Mainstream Medien werden WindrĂ€der als Mittel fĂŒr den âKlimaschutzâ verkauft. Sie tun das Gegenteil und zerstören noch dazu die Umwelt.
Eine im Juli 2026 im renommierten Fachjournal Boundary-Layer Meteorology (Springer Nature) erschienene Studie hat nun erstmals mittels hochauflösender Large-Eddy-Simulationen (LES) systematisch untersucht, wie Windturbinen unter verschiedenen atmosphĂ€rischen StabilitĂ€tsbedingungen auf Temperatur, Bodenfeuchte und EnergieflĂŒsse einwirken. Die Ergebnisse sind brisant â und sie bestĂ€tigen, was kritische Beobachter seit Jahren sagen.
Die Studie von Matthias Mauder der Technischen UniversitĂ€t Dresden mit dem Titel âImpact of Wind Turbines on Near-Surface Microclimate and Soil Moisture Under Different Stability Regimesâ (âAuswirkungen von Windkraftanlagen auf das Mikroklima in BodennĂ€he und die Bodenfeuchte unter verschiedenen StabilitĂ€tsbedingungenâ) ist ein Paukenschlag.
Kein Nischenpapier, sondern harte, peer-reviewte Wissenschaft aus einem der fĂŒhrenden Meteorologie-Journale der Welt. Werfen wir einen detaillierten Blick darauf.
Was die Studie untersucht hat â und warum das neu ist
Bisherige Feldmessungen litten unter einem grundlegenden Problem: Die natĂŒrliche VariabilitĂ€t der Wetterbedingungen machte es nahezu unmöglich, den isolierten Effekt von Windturbinen auf das Mikroklima herauszufiltern.
Die Forscher umgingen dieses Problem, indem sie das PALM-LES-Modell verwendeten â ein hochmodernes Large-Eddy-Simulationssystem, das vom deutschen Leibniz-Institut entwickelt wurde und als eines der prĂ€zisesten Werkzeuge fĂŒr atmosphĂ€rische Grenzschichtsimulationen gilt.
Der entscheidende Vorteil: LES erlaubt den direkten Vergleich zweier Szenarien â mit und ohne Windturbinen â unter exakt identischen Bedingungen. Keine Störvariablen, keine langfristigen Klimatrends, die die Messungen verfĂ€lschen. Was ĂŒbrig bleibt, ist der reine, unverfĂ€lschte Effekt der Turbinen. (đĄïž Klimatechnisch verursachte DĂŒrre, Hitzekuppel und WaldbrĂ€nde)

Die Forscher simulierten einen Windpark mit 25 Turbinen in 5Ă5-Anordnung, Rotordurchmesser 80 Meter, Nabenhöhe 57 Meter â eine Konfiguration, die reprĂ€sentativ fĂŒr reale Onshore-Windparks ist, allerdings mittlerweile eine relativ kleine Variante.
Getestet wurden neun verschiedene atmosphĂ€rische StabilitĂ€tsregime, von stark instabil (tagtypische Konvektion) bis stark stabil (nĂ€chtliche Inversionslagen). Die Bodenparameter wurden auf âcrops and mixed farmingâ â also landwirtschaftliche NutzflĂ€che â eingestellt. Genau jene FlĂ€chen also, auf denen auch in Ăsterreich und Deutschland die meisten Windparks stehen.
Die Kernergebnisse â eine unbequeme Bilanz
NÀchtliche ErwÀrmung: +0,695 Kelvin
Das markanteste Ergebnis: Unter stabilen Nachtbedingungen heizten die Windturbinen die bodennahe Luft (2 Meter Höhe) um 0,695 K auf. Die OberflĂ€chentemperatur stieg sogar um 0,76 K. TagsĂŒber, unter stark instabilen Bedingungen, zeigte sich dagegen eine leichte AbkĂŒhlung um 0,06 K.
Der Mechanismus ist physikalisch simpel und seit der bahnbrechenden PNAS-Studie von Baidya Roy und Traiteur (2010) bekannt: In einer stabilen Nachtschicht â warme Luft liegt ĂŒber kalter â durchmischen die Rotoren die AtmosphĂ€re und drĂŒcken die wĂ€rmere Luft nach unten. Das Ergebnis ist eine systematische nĂ€chtliche ErwĂ€rmung an der OberflĂ€che.
Was die neue Studie nun erstmals in dieser PrĂ€zision zeigt: Der Effekt ist unter stark stabilen Bedingungen am ausgeprĂ€gtesten â also genau dann, wenn die natĂŒrliche Turbulenz minimal ist und die Turbinen den gröĂten relativen Einfluss haben.

Bodenfeuchte: minus 2,09 Ă 10â»Âł % (v/v) â und das ist erst der Anfang
Noch alarmierender sind die Ergebnisse zur Bodenfeuchte. Unter stark stabilen Bedingungen wurde ein RĂŒckgang der Bodenfeuchte um 2,09 Ă 10â»Âł % (v/v) gemessen. Das klingt nach wenig â doch die Forscher warnen ausdrĂŒcklich vor den kumulativen Effekten:
âIn lĂ€ngeren ZeitrĂ€umen ohne Niederschlag oder BewĂ€sserung kann das Vorhandensein von Windkraftanlagen daher den RĂŒckgang der Bodenfeuchte um einige Prozent verstĂ€rken, sodass kritische Werte wie der Welkpunkt schneller erreicht werden. Eine solche anhaltende Austrocknung könnte Auswirkungen auf die Pflanzenentwicklung in verschiedenen Wachstumsstadien haben und möglicherweise zu einer verminderten ErnteertrĂ€ge fĂŒhren.â
Auf Deutsch: In Trockenperioden können Windparks den entscheidenden Unterschied machen zwischen âPflanze ĂŒberlebtâ und âPflanze vertrocknet.â Der Welkepunkt, also jener Schwellenwert der Bodenfeuchte, ab dem Pflanzen irreversibel geschĂ€digt werden, wird durch die turbineninduzierte Austrocknung schneller erreicht.
Latenter WĂ€rmefluss: +1,72 W/mÂČ â mehr Verdunstung, mehr Trockenheit
Der latente WĂ€rmefluss â also jene Energie, die fĂŒr Verdunstung aufgewendet wird â stieg unter stark stabilen Bedingungen um 1,72 W/mÂČ. Das mag technisch klingen, bedeutet aber in der Praxis: Die Turbinen verstĂ€rken die Evapotranspiration, also die Wasserverdunstung aus Boden und Pflanzen. Mehr Verdunstung bei gleichem oder sinkendem Wasserdargebot bedeutet: schnellere Austrocknung.
Die Forscher stellen fest, dass sich das Bowen-VerhĂ€ltnis (das VerhĂ€ltnis von fĂŒhlbarem zu latentem WĂ€rmefluss) in Richtung latenter WĂ€rme verschiebt â sowohl unter stark instabilen als auch unter stark stabilen Bedingungen. Das heiĂt: Die Turbinen verĂ€ndern die Energiebilanz an der OberflĂ€che grundlegend zugunsten von Verdunstungsprozessen.
Erhöhte Reibungsgeschwindigkeit: +0,073 m/s in 4 Meter Höhe
Unter stabilen Bedingungen stieg die Reibungsgeschwindigkeit in 4 Meter Höhe um bis zu 0,073 m/s. Das ist physikalisch bedeutsam, weil es zeigt, dass die turbineninduzierte Turbulenz bis in BodennĂ€he durchschlĂ€gt â also genau jene Schicht beeinflusst, in der Pflanzen wachsen und aus der sie ihr Wasser beziehen.

Die Methodik â warum diese Studie ernster zu nehmen ist als alles Bisherige
Die Forscher verwendeten das PALM-LES Modell (Version 24.04) in Kombination mit einem integrierten LandoberflĂ€chenmodell (LSM) und einem Actuator-Disk-Modell mit Rotation (ADM-R) fĂŒr die Turbinen. Anders als vereinfachte Modelle berechnet das ADM-R die TurbinenkrĂ€fte dynamisch auf Basis der Blattgeometrie, der lokalen Anströmung und der aerodynamischen Beiwerte â keine pauschalen Annahmen, sondern physikalisch realistische Simulation.
Die Turbulenz wurde ĂŒber eine âRecycling-Methodeâ an der Einstromgrenze eingespeist, sodass die ankommende Strömung bereits voll entwickelt turbulent war, bevor sie auf die Turbinen traf. Das ist methodisch State-of-the-Art und verhindert Artefakte durch unrealistische, laminare Einstrombedingungen.
FĂŒr jede StabilitĂ€tsbedingung wurden Ensemble-Simulationen durchgefĂŒhrt â bis zu zehn DurchlĂ€ufe fĂŒr instabile Bedingungen, fĂŒnf fĂŒr neutrale und stabile â um die statistische Signifikanz der Ergebnisse abzusichern. Die Standardabweichung Ă€nderte sich nach vier Ensembles nicht mehr signifikant â ein Indikator fĂŒr robuste, reproduzierbare Ergebnisse.
Der wissenschaftliche Kontext â diese Studie steht nicht allein
Die neue Arbeit reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Studien, die alle in dieselbe Richtung weisen:
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Baidya Roy & Traiteur (2010, PNAS): Erste Feldmessungen zeigten nĂ€chtliche ErwĂ€rmung und tagsĂŒber AbkĂŒhlung durch Windparks. Der Mechanismus der turbulenzgetriebenen Durchmischung wurde etabliert.
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Armstrong et al. (2016, Environmental Research Letters): Hochaufgelöste Messungen in einem schottischen Windpark: +0,18 °C nachts bei laufenden Turbinen, erhöhte VariabilitÀt der Boden- und OberflÀchentemperaturen, Effekt nahm logarithmisch mit der Entfernung ab.
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Zhou et al. (2012, Nature Climate Change): Satellitendaten aus Texas: nĂ€chtliche ErwĂ€rmung um 0,72 °C pro Dekade ĂŒber groĂen Windparks.
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Studie Innere Mongolei (2024): 10.755 kmÂČ WindparkflĂ€che untersucht: +0,23 °C nachts, RĂŒckgang der NettoprimĂ€rproduktion um 12,37 GC/mÂČ.
TKP Artikel dazu: Windparks reduzieren Biomasseproduktion und verursachen ErwĂ€rmung â Studie
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Bodenfeuchte-Studie China (2023, MethodsX): JĂ€hrlicher RĂŒckgang der Bodenfeuchte innerhalb von Windparks um 4,4 %, Effekt sowohl innerhalb als auch windauf- und windabwĂ€rts nachweisbar.
TKP-Artikel daazu:Â Windparks fĂŒhren zu RĂŒckgang der Bodenfeuchtigkeit â Studie
Die neue Boundary-Layer-Meteorology-Studie geht jedoch in zwei entscheidenden Punkten ĂŒber die bisherige Forschung hinaus:
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Erstmals wurde die Bodenfeuchte direkt im Modell mit simuliert â nicht nur aus Fernerkundungsdaten abgeleitet oder punktuell gemessen.
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Erstmals wurden neun verschiedene StabilitĂ€tsregime systematisch verglichen â vom stark instabilen Tag bis zur stark stabilen Nacht.
Das Ergebnis ist ein differenziertes, aber in der Tendenz eindeutiges Bild: Die Effekte sind unter stabilen Nachtbedingungen am stĂ€rksten, tagsĂŒber moderat â aber in der kumulativen Wirkung ĂŒber Tage und Wochen hinweg potentiell gravierend.

Was das fĂŒr die Landwirtschaft bedeutet
Die Forscher selbst benennen die landwirtschaftlichen Implikationen klar â ungewöhnlich deutlich fĂŒr eine naturwissenschaftliche Publikation, die sich normalerweise in vorsichtigen Formulierungen ergeht:
âAuch wenn die vorliegenden Simulationen nicht den gesamten Tageszyklus erfassen, deuten diese Muster darauf hin, dass der kumulative tĂ€gliche Effekt erheblich sein könnte. (âŠ) Eine derart anhaltende Austrocknung könnte Auswirkungen auf die Pflanzenentwicklung in verschiedenen Wachstumsstadien haben und möglicherweise zu einer verminderten ErnteertrĂ€ge fĂŒhren.â
Und weiter:
âZukĂŒnftige Arbeiten sollten diese Simulationen daher auf vollstĂ€ndige Tageszyklen ausweiten, damit sich die RĂŒckkopplungen zwischen StabilitĂ€t und Turbulenz auf natĂŒrliche Weise entwickeln können, um die kumulativen Effekte ĂŒber mehrere Tage hinweg zu untersuchen. DarĂŒber hinaus können die Wechselwirkungen mit Ertragsmodellen hilfreich sein, um die landwirtschaftliche Relevanz dieser RĂŒckkopplungen zwischen Land und AtmosphĂ€re besser zu quantifizieren.â
Mit anderen Worten: Die Studie zeigt eine klare Wirkrichtung auf, fordert aber weitere Forschung, um das volle AusmaĂ zu quantifizieren. Denn wenn bereits die erste systematische LES-Studie solche Effekte nachweist, darf man gespannt sein, was 24-Stunden-Simulationen ĂŒber mehrere Tage hinweg zutage fördern werden.
Interessant ist auch der Hinweis auf einen möglichen positiven Nebeneffekt: NĂ€chtliche ErwĂ€rmung durch Turbinen könnte in frostgefĂ€hrdeten Regionen das Frostrisiko reduzieren. Die Forscher verweisen auf die Parallele zu Windmaschinen, die Landwirte seit Jahrzehnten gezielt zur FrostbekĂ€mpfung einsetzen (siehe Brooks et al. 1961 und Battany 2012). In der Gesamtbilanz â ErwĂ€rmung plus Austrocknung â dĂŒrfte dieser Vorteil jedoch durch die negativen Effekte auf den Wasserhaushalt mehr als aufgewogen werden, insbesondere in ohnehin trockenen Regionen.
Die groĂe Leerstelle â warum das niemand diskutiert
Die entscheidende Frage lautet: Warum finden diese Erkenntnisse keinen Eingang in die öffentliche Debatte ĂŒber den Windkraftausbau?
Die Antwort: Weil die politische Klasse, die Energiekonzerne und die gleichgeschalteten Medien kein Interesse daran haben. Windkraft ist ein MilliardengeschĂ€ft â Subventionen, Einspeisevorrang, EU-Förderungen, grĂŒne Fonds. Dass Windparks das lokale Mikroklima verĂ€ndern, Böden austrocknen und die landwirtschaftliche ProduktivitĂ€t beeintrĂ€chtigen könnten, passt nicht ins Narrativ der âsauberen, harmlosenâ Energie. Von den gesundheitlichen SchĂ€den durch Infraschall, PFAS, erhöhten Stromkosten, Endlagerung und Ă€hnlichem nicht zu reden.
Dabei ist der physikalische Mechanismus im Grunde trivial: Ein 80-Meter-Rotor, der mit 390 km/h Blattspitzengeschwindigkeit durch die AtmosphĂ€re pflĂŒgt, ist ein massiver Eingriff in die Grenzschichtdynamik. Dass das Folgen fĂŒr Temperatur, Feuchte und EnergieflĂŒsse hat, sollte jeden ĂŒberraschen, der noch nie ĂŒber das Thema nachgedacht hat â aber nicht diejenigen, die sich mit AtmosphĂ€renphysik auskennen.
Die neue Boundary-Layer-Meteorology-Studie liefert nun die bislang prÀziseste Quantifizierung dieser Effekte.
Ausblick â die Rechnung kommt immer
Die Studie endet mit einem klaren Forschungsauftrag: 24-Stunden-Simulationen ĂŒber mehrere Tage, Kopplung mit Pflanzenwachstumsmodellen, Quantifizierung der landwirtschaftlichen Relevanz. Mit anderen Worten: Die Forscher wissen, dass sie erst an der OberflĂ€che gekratzt haben â und dass das, was darunter liegt, unangenehm werden könnte.
FĂŒr die Praxis bedeutet das: Jeder neue Windpark, der auf landwirtschaftlichen FlĂ€chen errichtet wird, ist ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Die bisherige Evidenz deutet darauf hin, dass die negativen Effekte auf den Bodenwasserhaushalt die positiven Effekte der COâ-Einsparung zumindest auf lokaler Ebene konterkarieren könnten. Trockenere Böden bedeuten weniger Ernte, weniger Grundwasserneubildung, mehr Stress fĂŒr Ăkosysteme.
Quellen: PublicDomain/tkp.at/ am 11.08.2026
