🎥 🤖 Video zeigt einen Raketeneinschlag der zum Einsturz eines Staudamms in Nepal und zur massiven und tödlichen Sturzflut in Nepal und Tibet führte (Video)

In den Sozialen Medien kursiert ein Video das eine Explosion in einem Damm zeigen der soll, der die Flut in Nepal ausgelöst hatte.

Wieder einmal wird einfach der Clip von allen möglichen Leuten wild geteilt und natürlich ungeprüft, weil es eine neuen coole Theorie ist.

verfiles.org berichtet:

Ein philippinischer Facebook-Nutzer veröffentlichte ein Video, das angeblich einen Raketeneinschlag zeigt, der einen Staudamm in Nepal zum Einsturz brachte, und behauptete, dies habe die massive und tödliche Sturzflut in Nepal und Tibet am 26. August verursacht. Dies ist eine Fälschung und wurde von künstlicher Intelligenz generiert.

Der am 27. August hochgeladene Clip enthielt überlagerten persischen Text sowie „Nepal 😢😢“, der offenbar von einem philippinischen Internetnutzer hinzugefügt wurde.

Die Bildunterschrift lautete:

„ Grabe 😱i to Pala ang totoong nangyare (sic) bumigay ang dam bete für NIPAL (sic) (Oh mein Gott, das ist also wirklich passiert. Der Damm ist zusammengebrochen. Bete für Nepal).“

Im Gegensatz zu den Behauptungen in dem gefälschten Video könnte der Zusammenbruch von Gletscherfelsen und Eis im Himalaya, gefolgt von Schlammströmen oder schnell fließenden Erdrutschen , die katastrophale Katastrophe ausgelöst haben , die Dörfer und Infrastruktur entlang der Grenze zwischen Nepal und Tibet zerstörte, so der United States Geological Survey.

VERA Files wandte sich an die Deepfakes Analysis Unit der in Indien ansässigen Trusted Information Alliance, um zu überprüfen, ob KI zur Erstellung des Clips verwendet wurde.

Die Keyframe- und Videoanalysen der DAU unter Verwendung von fünf Erkennungstools – ImageWhisperer, SightEngine, WasItAI, AIorNot und Hive Moderation – ergaben, dass das Video KI-generiert ist.

Abgesehen von der „miserablen Videoqualität, die wir in vielen [generativen KI-]Videos gesehen haben, die mit dem Vorwand kursieren, ein reales Ereignis zu zeigen“, enthüllte die manuelle Analyse der DAU darüber hinaus bestimmte Details, die „zu dem allgemein verdächtigen Charakter dieses Clips beitragen“.

VERA Files spürte auch weitere Kopien des Videos auf , die bereits im Mai kursierten . Diese waren mit Untertiteln in verschiedenen Sprachen versehen, darunter der Clip vom 8. August mit persischem Text, der von einem philippinischen Facebook-Nutzer erneut veröffentlicht wurde.

Wenn das Video echt wäre, dann würden die im Bild sichtbaren Fahrzeuge auf die Explosion reagieren und die Menschen bremsen, weichen aus oder versuchen zu fliehen. Also eine plumpe und schlechte KI-Version.

Das vom Facebook-Nutzer Samuel Nato veröffentlichte, inszenierte Video hat bisher 18.700 Reaktionen, 583 Kommentare, 2.000 Shares und 1,8 Millionen Aufrufe erhalten.

Die Zahl der Toten nach der Sturzflut im Himalaya liegt in Nepal mittlerweile bei mehr als 500. Mehr als 1.400 Menschen werden noch vermisst. Eine vierköpfige Familie aus dem Berchtesgadener Land wurde indes gerettet.

Am Mittag sprach die Bundesregierung von einer „niedrigen zweistelligen Zahl deutscher Staatsangehöriger“, die derzeit vermisst würden. Während zunächst lediglich von einem Gletscherabbruch als Auslöser für die Flut die Rede war, haben Wissenschaftler nun neue Details bekanntgegeben.

Wie ist die Situation vor Ort? Und wie verändert die Warnung vor weiteren Überschwemmungen die Hilfsmöglichkeiten? BR24 sprach mit Angela Gärtner, Nepal-Referentin bei Caritas international und BR-Journalist Alexander Brutscher aus der BR-Redaktion Berge. Das Video finden Sie oben eingebettet über dem Artikel.

Felssturz verstärkte laut Wissenschaftlern die Sturzflut im Himalaya

Der verheerende Gletscherabbruch hat nach Ansicht von Wissenschaftlern große Mengen Gestein mit in die Tiefe gerissen. Auf Satellitenbildern von Donnerstag sei zu erkennen, dass das Felsbett unter dem Gletscher kollabiert sei, sagten die Geomorphologen Kristen Cook von der Universität Grenoble Alpes und Dan Shugar, Professor an der Universität Calgary.

Cook und Shugar sagten, auf den ersten Bildern nach der Katastrophe sei nur zu sehen gewesen, dass sich ein Teil eines Gletschers vom Gipfel des gut 7.200 Meter hohen Langtang Lirung in Nepal nahe der Grenze zu Tibet gelöst habe.

Inzwischen sei die Sicht klarer. „Wir konnten erkennen, dass offenbar nicht nur dieser Gletscher abgebrochen war, sondern auch ein viel größeres Stück des Felsgesteins am Berghang selbst nachgegeben hatte“, sagte Shugar. „Dieser große Felssturz hat einen Teil des Gletschers mitgerissen.“

Cook sagte, nachdem die Geröllmassen auf den Talboden gekracht seien, hätten sie in dem engen und steilen Tal ihre Bewegungsenergie beibehalten. Eine mehrere Häuserstockwerke hohe Sturzflut aus Wasser und Schlamm sei durch die Ortschaften gedonnert.

„Die Masse wird durch das schmelzende Eis wie geschmiert und kann so hohe Geschwindigkeiten erreichen“, betont Andrea Fischer, Glaziologin der Österreichischen Akademie für Wissenschaften (ÖAW).

Niels Hovius vom GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung hatte zuvor bereits erklärt, dass bei dem Abrutschen über mehr als 1.000 Meter die – etwa durch Reibung frei werdende – Energie das Eis fast augenblicklich schmelzen lässt. Die Erschütterung beim Aufprall sei so stark gewesen, dass das Erdbebennetzwerk des GFZ ein Erdbeben der Stärke 5,7 aufzeichnete.

Wasserstand stieg binnen Minuten um neun Meter

Der Wasserstand des Flusses Trishuli stieg den Behörden zufolge durch die Sturzflut binnen 30 Minuten stellenweise um bis zu neun Meter. Satellitenbilder der Gebiete Kolpurtar, Betrawati und Syapru Besi in Nepal vor und nach der Katastrophe zeigen, dass der Fluss jetzt deutlich breiter wurde, weil er sich mit Geröll gefüllt hat und über die Ufer getreten ist.

Der Gebirgsgeograf Alton Byers von der University of Colorado in Boulder sagte, die Katastrophe sei die größte Gletscherflut, die er je gesehen habe. Er sieht einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. Die Erderwärmung lasse Gletscher und Permafrostböden schmelzen, wodurch es in großen Höhen zu Instabilität und zum Abbrechen gewaltiger Mengen von Schnee und Eis komme.

Cook und Shugar sagten dagegen, derzeit könnten sie noch nicht abschätzen, ob es einen direkten Zusammenhang mit dem Klimawandel gebe. Angesichts steigender Temperaturen sei der Gletscherabbruch allerdings nicht unerwartet gekommen.

Auch im Alpenraum seien diese Art von Prozessen in den vergangenen Jahren verstärkt aufgetreten, resümiert Gletscherforscherin Fischer, so zum Beispiel am österreichischen Fluchthorn oder im Schweizer Blatten.

Video:

Quellen: PublicDomain/br.de am 29.08.2026

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