
Präsident Donald Trump brachte die Möglichkeit eines Einsatzes des US-Militärs als letztes Mittel zur Intervention auf den Anleihemärkten ins Gespräch und äußerte diese bemerkenswerte Bemerkung während eines kurzen Austauschs mit Journalisten am Freitagnachmittag.
Laut einem Bericht von Mediaite äußerte sich der Präsident im Rahmen einer Fragerunde auf dem Rollfeld vor dem Einsteigen in die Air Force One. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die jüngsten Bemühungen von Finanzminister Scott Bessent, die steigenden Renditen langfristiger Staatsanleihen zu senken.
Nur wenige Tage zuvor hatte das Finanzministerium die Finanzmärkte überrascht, indem es Pläne ankündigte, seine Käufe von längerfristigen Anleihen ab dem nächsten Monat mindestens zu verdoppeln.
Die erste Reaktion war positiv: Langfristige US-Staatsanleihen legten deutlich zu, und die Rendite 30-jähriger Anleihen sank von einem 19-Jahres-Hoch. Diese Gewinne erwiesen sich jedoch als kurzlebig, da die Renditen später wieder stiegen.
Ein Reporter fragte Trump, ob er Bessent angewiesen habe, diese Maßnahme zu ergreifen, und ob die Idee vom Präsidenten selbst stammte. „Nein“, antwortete Trump.
„Überhaupt nicht. Nein, er ist ein sehr fähiger Mann. Er wollte es tun. Er ist sehr gut darin. Er hat ein gutes Gespür. Ein sehr natürliches Gespür für Anleihen und Zinsen. Und er hat es getan? Ja.“
Als der Reporter anmerkte, dass die Renditen inzwischen gestiegen seien und fragte, ob weitere Interventionen erwogen würden, erläuterte Trump die Optionen der Regierung.
„Wir haben viele Interventionsmöglichkeiten. Das ist eine davon“, sagte er. „Die ultimative Intervention ist der Einsatz des Militärs. Und wenn wir es einsetzen müssen, werden wir es tun.“ (⚠️ 💰 Für US-Staatsanleihen bricht der Tag der Abrechnung an, just als die US-Staatsverschuldung 40.000.000.000.000 Dollar erreicht)


Die Äußerungen ließen Fragen zum Umfang der Instrumente offen, die die Regierung einzusetzen bereit ist. Bessent war am Vortag im Sender CNBC aufgetreten und hatte ein, wie er es nannte, „umfangreiches Instrumentarium“ zur Stabilisierung des Anleihemarktes vorgestellt, ohne jedoch die konkreten Maßnahmen zu nennen.
Nach Trumps Bemerkungen blieb unklar, ob der Präsident und sein Finanzminister dieselben Optionen verfolgten.
Anleiherenditen und Schulden-Debakel – US-Regierung in der Rendite-Falle
Weltweit explodieren die Staatsschulden, die Defizite vieler Staatshaushalte sind enorm. Steigende Anleiherenditen machen die Neuverschuldung der Regierungen noch teurer und belasten die Volkswirtschaften, weil die Kreditkosten immer teurer werden. Eine Falle ohne Entkommen, gerade für die US-Regierung?
Eigentlich gäbe es ein Mittel: Ausgaben in den Staatshaushalten kürzen, wie Javier Milei es derzeit in Argentinien tut. Strukturelle Defizite im Haushalt abbauen, Überschüsse erwirtschaften, Staatsschulden abbauen.


Damit sinkt die Nachfrage der Regierungen nach frischen Schulden, was durch klare Marktmechanismen zu sinkenden Anleiherenditen führt. Damit kommen Staat, Bürger und Unternehmen auch wieder günstiger an Kredite, die Wirtschaft kann besser wachsen.
Das wäre zwar in der Theorie möglich, aber die USA, Frankreich, Deutschland und viele andere Länder sind offenkundig nicht willens, Staatsausgaben und Einnahmen in Einklang zu bringen. Man lebt strukturell über seine Verhältnisse. Deutschland nimmt massiv neue Schulden auf für Rüstung, Haushaltslöcher, Infrastruktur.
Die USA leben grundsätzlich weit über ihre Verhältnisse. Abgesehen von der aktuellen Inflation sind die hohen Defizite der US-Regierung und die massive Schuldenaufnahme der Hauptgrund für stetig weiter steigende Anleiherenditen.
Seit letztem Jahr kommt noch hinzu, dass KI-Unternehmen in riesigem Ausmaß neue Schulden über den Anleihemarkt aufnehmen, in diesem Jahr sind es bereits dreistellige Milliardenbeträge. Diese Konkurrenz am Anleihemarkt treibt das Rendite-Niveau weiter nach oben.


Bessent versucht gegenzusteuern – vergeblich
US-Finanzminister Bessent handelt bekanntlich im Auftrag von Präsident Donald Trump. Und was Trump seit Jahren gebetsmühlenartig predigt, und womit er auch der Fed „gehörig auf den Zeiger“ geht: Die Zinsen sollen runter, aber kräftig – und damit auch die Anleiherenditen.
Nichts hasst Trump mehr als hohe Zinsen. Wohl auch deswegen hatte Finanzminister Bessent am Mittwoch versucht die Renditen für 10 und 30 Jahre laufende US-Staatsanleihen runterzudrücken.
Er verkündete, man werde statt bisher 2 ab September 4 Milliarden Dollar pro Operation ausgeben für den Aufkauf langlaufender US-Staatsanleihen. Durch diese Hochdrücken von Anleihekursen senkt man automatisch die Renditen.
Und was geschah? Nur ein paar Stunden lang sanken die Anleiherenditen für 10 und 30 Jahre Laufzeit. Die „Show“ verpuffte.
Deswegen legte Bessent gestern nach, man könne noch mehr als 4 Milliarden Dollar pro Operation ausgeben, und man habe noch mehr Instrumente zur Verfügung. Verzweifelte Versuche um die Renditen zu drücken, so meine Meinung!

Wie problematisch die hohen Anleiherenditen sind, zeigen heutige Aussagen vom Top-Strategen der Wall Street, Michael Hartnett von der Bank of America. Er sagt aktuell, Risikoanlagen könnten verkauft werden, wenn Bessent es nicht schaffe die 30jährige Laufzeit unter 5 % zu drücken.
Danach sieht es aktuell aber nicht aus. Vor Bessents Aussagen am Mittwoch lag die 10-Jahresrendite bei 4,69 %, jetzt bei 4,72 %. Die 30-Jahresrendite lag vorher bei 5,26 %, jetzt auch bei 5,26 %. Im Chart sehen wir für die letzten zehn Jahre den Verlauf dieser beiden Renditen. Seit mehreren Jahren ist es ein deutlicher Anstieg.
Bessent´s Versuche sind also verpufft. Wie schlagkräftig kann das US-Finanzministerium sein? Man kann eigentlich nur das Stück „Linke Tasche Rechte Tasche“ aufführen, nämlich die Käufe lang laufender Staatsanleihen bezahlen, in dem man neue kurz laufende Schulden aufnimmt.
Wirklich helfen könnte eigentlich nur die Federal Reserve unter ihrem neuem Chef Kevin Warsh, der erst vor Kurzem von Donald Trump ins Amt gehievt wurde.
Wie sein Vorgänger, so zeigt auch Warsh, dass er keine Marionette von Donald Trump ist. Es gibt keine Aussagen von Warsh, dass die Zinsen nun rasch kräftig gesenkt werden müssen.
Und dass Warsh nun die Geldmenge der Fed wieder ausweitet (QE), um mit frisch „gedrucktem“ Geld US-Staatsanleihen zu kaufen, was wirklich helfen würde? Warsh will eher die Fed-Bilanz absenken. Von der Seite aus ist also kein Absenken der Renditen zu erwarten.


US-Regierung machtlos?
Die US-Regierung scheint machtlos zu sein. Ob nun 2 oder 4 oder 6 Milliarden Dollar Aufkauf von Staatsanleihen pro Operation. Der Markt für US-Staatsanleihen weist ein tägliches durchschnittliches Handelsvolumen von 1,21 Billionen Dollar auf. Gegen diesen Markt kommt man mit Kleinkram nicht an.
Die Anleiherenditen sind wohl deswegen nicht gefallen – weil der Anleihemarkt gesehen hat, welch kleinen Umfang Bessent´s angekündigte Aktionen haben werden, und dass sie nur mit anderen Schulden refinanziert werden.
Die Märkte sehen die hohe Inflation und wollen dafür in Form höherer Renditen eine Kompensation. Und sie wollen einen Risikoaufschlag für immer ausufernde Staatsverschuldungen!
Und siehe da, erst diese Woche ist die US-Staatsverschuldung erstmals über die große runde Summe von 40 Billionen Dollar gesprungen.
Eine große symbolische Marke! 17 Billionen Dollar Anstieg seit der Coronakrise, das ist gigantisch. Die jährliche Zinslast der US-Regierung beträgt laut aktuellem Stand 1,247 Billionen Dollar. Alleine das zeigt, dass dieses System von immer mehr Schulden immer untragbarer wird.

Man sieht: Bessent versucht in gewissem Umfang sein Bestes, im Rahmen seiner Möglichkeiten. Anleger davon abhalten US-Staatsanleihen zu verkaufen, und mit kurz laufenden Schulden lang laufende US-Staatsanleihen kaufen. Das ist aber keine Problemlösung. Der Markt wird stärker sein.
Eine gesunde Haushaltspolitik wäre die Lösung oder neues Gelddrucken der Fed mit dem anschließenden Kauf von US-Staatsanleihen. Oder kurzfristig würde auch helfen, dass Donald Trump den Iran-Krieg beendet, was die Inflationsaussichten absenkt, was wiederum Raum für sinkende Fed-Zinsen schafft.
Aber das strukturelle Problem der hohen Staatsschulden und Neuverschuldungen würde damit nicht verschwinden. Hohe Anleiherenditen bleiben ein brandgefährliches Thema für die Märkte!

Quellen: PublicDomain/endtimeheadlines.org am 23.08.2026
