
Das Haus, in dem Kanzlerin Angela Merkel mit Ehemann Joachim Sauer wohnt, wird schwer bewacht – eigentlich. Denn ein Dieb konnte einfach an den Wachleuten vorbeispazieren und in eine Wohnung einbrechen, die auf der Merkel-Etage liegt. Noch immer steht die Staatsanwaltschaft vor einem Rätsel.
Die deutsche Bundeskanzlerin gehört zu den am besten bewachten Personen der Welt. Deswegen stehen Beamten der Berliner Polizei regelmäßig Wache vor einem Wohnhaus in Berlin, in dem nach Angaben mehrerer Zeitungen auch Angela Merkel mit ihrem Ehemann Joachim Sauer wohnt. Trotz dieses Schutzes aber konnte ein Dieb einfach an den Polizisten vorbeispazieren – und eine Wohnung ausräumen, die auf derselben Etage wie die der Kanzlerin liegt. Das berichten die Berliner „BZ“ und die „Bild“-Zeitung am Samstag. Demnach liegt der Vorfall zweieinhalb Jahre zurück, die Staatsanwaltschaft ermittelt aber noch immer.
Am Dienstag, dem 12. Juli 2011, löst sich gegen 21 Uhr ein unauffälliger junger Mann aus einer Menschenmenge, geht auf das Haus zu, heißt es in dem Bericht. Er habe die Polizisten angesprochen und behauptet, er wolle seine Familie besuchen. Dieser Vorwand zog offenbar: Laut den Berichten ließen die Polizisten den Mann hinein, fragten nicht nach Ausweis oder Namen.
Dieb spaziert mit Beute aus dem Haus
Mit einem „illegal verschafften Schlüssel“ habe sich der Täter Zugang zu der Wohnung auf der Merkel-Sauer-Etage verschafft, heißt es laut „BZ“ bei der Berliner Staatsan-waltschaft. Die Beute: Eine edle Herrenuhr, 6500 Euro Bargeld und ein Autoschlüssel. Der Dieb verlässt das Haus, grüßt die Beamten nochmal – und soll mit dem Schlüssel zudem einen teuren Wagen entwendet haben. Das Blatt beruft sich bei dem Bericht auf Ermittlungsakten.
Der Fall blieb lange ungelöst. Erst nachdem der Dieb in anderen Bundesländern in weitere Wohnungen eingebrochen war, flog er auf. Er soll jetzt in Schwerin in Unter-suchungshaft sitzen.
Polizei bestätigt Einbruch erst auf Nachfrage
Warum die Beamten den Dieb einfach durchließen und ob die Kanzlerin ausreichend geschützt ist – diese Fragen sind nach wie vor offen, heißt es weiter. Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte gegenüber dem Blatt lediglich, der Diebstahl sei „Bestandteil eines größeren Ermittlungskomplexes wegen zahlreicher Einbrüche“.
Die Berliner Polizei selbst hätte den Fall offenbar am liebsten geheim gehalten: Sie ging mit dem Diebstahl nicht selber an die Öffentlichkeit und bestätigte den Vorfall laut „BZ“ erst auf wiederholte Nachfrage.
Quellen: GoogleMaps/FocusOnline vom 25.01.2014
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