BKA bildet Polizei in Mexiko seit Jahren aus

Teile die Wahrheit!

bka-polizei-mexiko

Schulungen finden trotz verheerender Menschenrechtsbilanz statt. Experten vermuten wirtschaftliche Interessen. Bundesregierung schweigt.

Obwohl die Bundesregierung trotz zunehmender Kritik an einer geplanten Ausweitung der sicherheitspolitischen Kooperation mit Mexiko Informationen zurückhält, sind nun neue Details über ein bilaterales Sicherheitsabkommen bekannt geworden. Zugleich wurde publik, dass das Bundeskriminalamt (BKA) mexikanische Polizeibehörden schon seit dem Jahr 2010 unterstützt.

(Foto: Agenten der Polizeibehörde PFM in Mexiko)

Einige der Polizeibehörden werden für eine Reihe schwerer Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht. Laut Amnesty International (AI) ist etwa die Bundespolizei in Fälle willkürlicher Verhaftungen, Folter und Vertuschung von Menschenrechtsverletzungen verstrickt. Die Justiz versagte dabei, die Verantwortlichen zu bestrafen, heißt es in einer AI-Studie zum Thema.

Die Debatte über diese Verbrechen und die deutsche Mexiko-Politik ist angesichts eines wahrscheinlichen Massakers an 43 Lehramtsstudenten im Süden Mexikos zuletzt wieder aufgeflammt. Trotz des Verbrechens, mit dem auch Polizei und Militär in Verbindung stehen, hält die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel an einer engeren Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden des lateinamerikanischen Landes fest.

Dabei unterstützt das BKA die mexikanische Polizei offenbar schon seit vier Jahren. Nach Recherchen des Vereins México via Berlín fanden zwischen November 2010 und September 2014 mindestens neun Ausbildungsmaßnahmen des BKA für mexikanische Polizei- und Justizbehörden statt. Von den Schulungen profitierten mehrere Dutzend mexikanische Beamte. Die Lehrgänge sind in der Regel so angelegt, dass die Absolventen ihr Wissen in den eigenen Behörden weitergeben.

Aktivisten des in Berlin ansässigen Akademikervereins hatten bei der mexikanischen Regierung ein Auskunftsgesuch gestellt. Aus der Antwort geht hervor, dass das BKA unter anderem mexikanische Spezialeinheiten im Kampf gegen die organisierte Kriminalität und Terrorismus schulte.

Zudem fand noch im Mai dieses Jahres ein Lehrgang für „Techniken und Methoden im Polizeieinsatz“ für die Bundespolizei PFM statt. Diese Einheit war 2001 nach dem Vorbild der US-amerikanischen Bundespolizei FBI gegründet worden, um den Kampf gegen den Drogenhandel mit anzuführen.

Neue Details sind auch zu einem geplanten Sicherheitsabkommen zwischen Deutschland und Mexiko bekannt geworden. Die Bundesregierung hatte auf wiederholte Anfragen zivilgesellschaftlicher Gruppen und oppositioneller Fraktionen im Bundestag zwar keine Informationen über das Abkommen preisgegeben. Allerdings hat ein mexikanischer Diplomat, der in der Botschaft des lateinamerikanischen Landes in Berlin beschäftigt war, Informationen zu dem Vorhaben in einer Fachzeitschrift preisgegeben.

Nach Darstellung von Sergio Sierra Bernal war der Vorschlag für eine bilaterale Sicherheitskooperation Berlin ursprünglich 2010 unterbreitet worden. Der Vorstoß sei von der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft ausgegangen und habe vor allem auf den Kampf gegen den Drogenhandel abgezielt, heißt es in dem Beitrag in der Mexikanischen Zeitschrift für Außenpolitik (Revista Mexicana de Política Exterior). Die deutsche Regierung habe im März 2011 einen Gegenvorschlag gemacht, der auf ein erheblich breiter angelegtes Abkommen abgezielt habe, schreibt Sierra Bernal. Weitere Entwürfe seien im Oktober 2012 (Mexiko) und im März 2013 (Deutschland) ausgetauscht worden. Die Bundesregierung habe dabei zuletzt auch Themen wie Verstöße gegen Handelssanktionen, den illegalen Handel mit Kulturgütern, Korruption, Glücksspiel, Umweltvergehen und Datenschutz in das Papier aufgenommen.

Die neuen Informationen zeigten, dass „die Ausbildung mexikanischer Polizisten durch Deutschland bereits im Gange ist“, erklärte der deutsch-mexikanische Verein in einer Pressemitteilung. Offenbar gehe es bei dem geplanten Abkommen also nur noch darum, den Polizeibehörden Mexikos – auch angesichts wachsender Kritik – Legitimation zu verleihen. Deutschland könne durch Ausbildungsmaßnahmen sowie den Verkauf von Waffen und anderer Militärtechnologie profitieren.

Quelle: amerika21.de vom 14.12.2014

300x250

Weitere Artikel:

Deutsche Gewehre im Einsatz gegen Studenten im mexikanischen Iguala

Mexiko: Im Würgegriff der Drogenmafia

Lateinamerika: Rechte Lobbyarbeit der Adenauer-Stiftung

300x250 boxone

Waffenhandel: Sig Sauer lieferte Tausende Pistolen illegal in den Irak

Ecuador: Weggang der Konrad-Adenauer-Stiftung nach politischer Einflussnahme

Waffenexporte: Merkels Mordsgeschäfte

Deutsche Waffenexporte: Die Kolumbien-Connection (Video)

Illegaler Waffenexport von Deutschland nach Mexiko: Heikle Beute

USA und Saudi-Arabien koordinierten Waffenlieferungen nach Syrien

Versenktes Gift: Wie alte Chemiewaffen bis heute die Meere vergiften (Video)

Der Iran hat zu Weihnachten (schon wieder) Atomwaffen

Der US-Kongress verabschiedet heimlich eine Waffenlieferung an Syrien und stört Friedensgespräche

USA testeten Biowaffen in den 60er auf Okinawa (Video)

Illegale Waffengeschäfte mit Mexiko: Die Bauernopfer wehren sich

Alexander Lehmann schüttet Waffenfabrik von Heckler & Koch zu

Waffenexporte an die USA: Drohnen, die nach Mercedes klingen

Operation „Fast and Furious“: Wie mexikanische Mörder US-Waffen bekamen

Die Crux mit den syrischen Chemiewaffen: vernichten ja, aber wo?

Österreichische Drohnen für Südkorea

Israel: Neuer Termin für Angriff gegen Iran – deutsches U-Boot für Raketenangriff auf Syrien eingesetzt

Rüstungsindustrie und Schwarzmarkt: „Deutsche zählen zu Korruptesten“

BRD-Diktatur: Wir liefern alles für Krieg und Terror (Videos)

„Fast and Furious“: Unheimlicher als erwartet

Wirtschaftsarmee Bundeswehr – Eine Bananen-Truppe (Videos)

Ranghöchste Befehlshaber über US-Nuklearwaffen von Aufgaben entbunden nach mysteriösem Transport von Gefechtsköpfen

Israels Arsenal an Kernwaffen: Die Geheimnisse sind enthüllt

Obamas “rote Linie” für syrische chemische “Massenvernichtungswaffen” ist absurd

9/11 von 1915: Versenkte ‘Lusitania’ mit Waffen an Bord – Wrack: Überall Schleifspuren, wer hat aufgeräumt? (Videos)

Deutschland exportiert immer mehr Waffen in den Iran

Eklat an der Humboldt-Universität: Studenten sprengen Vortrag des Verteidigungsministers (Videos)

Sunimex-Skandal: Die Israel-Tankstelle ohne Zapfsäulen – Monopol über BRD-Politik

About aikos2309

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert