Am 16. April wird Prinz Bandar bin Sultan offiziell seiner Ämter, sowohl als Berater der nationalen Sicherheit als auch als Chef des saudischen Geheimdienstes enthoben [19]. Für seine Abschiebung wurde König Abdallah von John Kerry unterstützt, der damit die Reaktionen des Prinzen für die Chemiewaffen-Affäre bestraft hat. Der Sudeiris Clan, dessen Chef Bandar ist, musste sich beugen. Das Königreich hat Ordnung in seine Angelegenheiten gebracht. Auf der einen Seite ordnete der König die Freilassung der französischen Geiseln an und auf der anderen Seite erließ er das Gesetz gegen den Dschihad. Daran jetzt teilnehmen ist verboten, aber die zurückkommenden Saudis werden nicht eingesperrt werden, sondern eher als verlorene Kinder begrüßt.
Am 20. April setzte eine der Al-Kaida Fraktionen in Syrien, die EIIL, vier französische Geiseln frei und übergab sie der türkischen Polizei. Offiziell waren die vier Männer Journalisten, die von Saudi Arabien (wir wissen ja, dass die EIIL von Prinz Abdul Rahman al-Faisal geleitet wird) gefangen gehalten wurden. Sie wurden angeblich ohne Gegenleistung freigelassen [20]. Jedoch war eine der vier Geiseln Mitglied des französischen Geheimdienstes, und laut der deutschen Zeitschrift Focus, wäre ihre Freilassung mit der Finanzierung des EIIL von $ 18 Millionen begleitet worden.
Am 6. Mai verhaftet Saudi-Arabien 62 Mitglieder der Al-Kaida, die wegen geplanten Aktionen gegen Würdenträger des Regimes angeklagt wurden [21].
Video: Die Doppelmoral der USA, Krieg statt Diplomatie. US-Außenminister Kerry fordert neues Engagement gegen die Regierung, hier
Die Verhandlungen über die Befreiung von Homs begannen Anfang März. Vor zwei Monaten. Sie wurde von 7. bis zum 9. Mai umgesetzt. Die Kombattanten und Zivilisten, die sie unterstützen, insgesamt 2250 Leute, durften die Stadt an Bord von Bussen ver-lassen. Sie durften ihre Kleinwaffen und persönliche Angelegenheiten mitnehmen. Das Dokument besagt, dass die Fenster des Busses getönt oder durch Vorhänge abgedeckt werden sollten. Ein iranischer Vertreter war an Bord jedes Fahrzeugs. Der Konvoi wurde bis zu einem Rebellen-Bereich, etwa 20 Kilometer nördlich, von der Polizei eskortiert.
Homs, das von der Propaganda der NATO und dem GCC als „Herz der Revolution“ beschrieben wurde, ist wieder unter der Kontrolle der Republik, und ohne Blutvergießen. Seine Befreiung markierte das Ende des Takfiristen-Projektes in Syrien. Beim Betreten der Altstadt haben die syrischen Soldaten mehrere Massengräber entdeckt, in die die Dschihadisten ihre Opfer warfen.
Die Vorhänge verbargen den Journalisten die Kämpfer. Daher ist nicht bekannt, wie viele ausländische Offiziere unter ihnen waren. Die einzige sichere Sache ist, dass sie Franzosen, Saudi Araber, und ein paar Amerikaner sind. Sie haben ihre schweren Waffen zurückgelassen. Sie sollten ihre Reise fortsetzen und über die Türkei freigegeben werden. Die syrische Regierung hat sich verpflichtet, das Vorhandensein von ausländischen Offizieren nicht öffentlich zu diskutieren, aber es ist ein offenes Geheimnis für die Journalisten, die den Zivilisten näher gekommen sind.
Wenn die Anwesenheit der Saudis auch nicht verwunderlich ist, ist die der Franzosen und Amerikaner es aber wohl. Paris hatte offiziell seine Kontakte mit den Dschihadisten in Syrien abgebrochen, seit seiner Rede in Mali im Januar 2013, für andere Dschihadisten. Dem war also nicht so, selbst wenn diese Kontakte diskreter waren. Was die Amerikaner betrifft, haben sie den Ruf, das Schiff den Verbündeten zu überlassen, wenn das Wetter umschlägt. Sie waren aber auch dabei.
Deshalb stellt sich die Frage, was ist die Absicht der NATO und des GCC? Es scheint, als sei der nicaraguanische Kriegs-Typ vorbei. Vielleicht weil die Republik widerstanden hat, vielleicht auch, weil es immer schwieriger wurde, geeignete Kandidaten für den Dschihad zu finden. Washington würde sich auf einfache Unterstützung seiner syrischen Kolla-borateure verlassen. Aus dieser Sicht entspricht die Freisetzung von Homs einer Eskalation gegen Damaskus. Seit einer Woche fiel ein Raketenhagel auf die Hauptstadt, der viele Opfer forderte.
Unter Berücksichtigung des Kräfteverhältnisses in der Bevölkerung, ist der Ausgang des Krieges aber ohne Zweifel und wird schnell kommen. Baschar Al-Assad dürfte mit großer Mehrheit seiner Mitbürger am 3. Juni demokratisch gewählt werden, und der Krieg würde langsam zu Ende gehen, da seine Finanzierung nur bis September gesichert ist.
Die von Washington geführte Kampagne, um die Dschihadisten daran zu hindern, wieder in die NATO-Staaten zurückzukommen, deutet darauf hin, dass man ihnen eine neue Verwendung finden wird. Seit mehr als einem Jahr ist die Russischen Föderation davon überzeugt, dass sie das nächste Ziel des Westens sein wird. So bereitet sie sich auf einen erneuten Schock vor, auch wenn sie nicht weiß, wo er genau passieren wird.
Darüber hinaus wird die Freisetzung von Homs das Blatt des Projekts der Herrschaft der arabischen Länder durch die Muslimbruderschaft wenden. Während sie seit 2007 die bevorzugten Gesprächspartner des State Department waren und Washington sie in der Türkei, in Katar, in Tunesien, Libyen, Ägypten und anderswo an die Macht gebracht hatten, ist sie heute im Rückgang. Jene die der Akademiker Robert S. Leiken im Jahr 2005 als die Moderate beschrieben hat, die die Lenkung der arabischen islamisierten Welt für die USA übernehmen sollten, wurden abgelehnt oder werden von allen Ländern, wo sie an der Macht sind, zurückgestoßen.
Schließlich kann der Sieg von Homs, die Möglichkeit einer zukünftigen Rivalität zwischen dem Iran und Russland bedeuten. Es ist klar, wenn Washington in diesem Ordner Ver-trauen in Teheran hatte, ist es, weil die beiden Staaten zuvor eine umfassende Verein-barung geschlossen haben. Es scheint, dass die Vereinigten Staaten versuchen, aus dem Iran den neuen Gendarm der Region machen zu wollen, wie er es zum Zeitpunkt des Schahs war.
In diesem Zusammenhang dürfte seine militärische Unterstützung der Hisbollah, der Arabischen Republik Syrien und den Palästinensern leicht abschwächen. Und Teheran würde seine Verbündeten zum Kompromiss bewegen. Im Gegenzug würde Washington ihm im Irak, Syrien, und sogar in den Libanon freien Lauf zugestehen. Es würde daraus folgen, dass der Schiismus, der seit Ajatollah Khomeini eine antiimperialistische Kraft war, nur eine Möglichkeit für den Iran wäre, seine Identität und seinen Einfluss geltend zu machen. Diese Entwicklung würde die russischen-US Projekte der Region ruinieren. Aber können diese immer noch in Betracht gezogen werden seit der ukrainischen Krise?
Verweise:
[1] “Congress secretly approves U.S. weapons flow to ’moderate’ Syrian rebels”, by Mark Hosenball, Reuters, January 27, 2014.
[2] „Die Vereinigten Staaten, die ersten globalen Finanziers des Terrorismus“, von Thierry Meyssan, Al-Watan (Syrien), Voltaire Netzwerk, 3. Februar 2014.
[3] „Türkische Justiz wirft der IHH Verbindungen zu Al-Kaida vor“, Voltaire Netzwerk, 16. Januar 2014.
[4] “John Kerry’s opening speech at the Geneva 2 Conference”, by John F. Kerry, Voltaire Network, 22 January 2014.
[5] “Briefing on Syria by Lakhdar Brahimi to the UN General Assembly”, by Lakhdar Brahimi , Voltaire Network, 14 March 2014.
[6] „Syrien wird „Frage der inneren Sicherheit“ in den USA und in der EU“, Voltaire Netzwerk, 10. Februar 2014.
[7] „Die Europäische Kommission ergreift die eingefrorenen syrischen Vermögenswerte“, Voltaire Netzwerk, 14. Februar 2014.
[8] “Spymasters gather to discuss Syria”, par David Ignatius, Washington Post, 19 février 2014. „Washington koordiniert den verdeckten Krieg gegen Syrien“, Voltaire Netzwerk, 22. Februar 2014.
[9] « Riyad conclut un cessez-le-feu entre organisations terroristes en Syrie », Réseau Voltaire, 30 janvier 2014.
[10] « L’ÉIIL est commandé par le prince Abdul Rahman », Réseau Voltaire, 3 février 2014.
[11] „Resolution 2139 und Debatte über Syrien im Sicherheitsrat“, Voltaire Netzwerk, 22. Februar 2014.
[12] „Geheimer Krieg zwischen Katar und Saudi-Arabien“, Voltaire Netzwerk, 18. März 2014.
[13] „Washington weist alle syrischen Diplomaten aus“, Voltaire Netzwerk, 22. März 2014.
[14] „Washington erteilt der syrischen Nationalen Koalition diplomatischen Status“, Voltaire Netzwerk, 7. Mai 2014.
[15] „Die türkische Armee hilft ausländischen Söldnern in Syrien einzudringen“, Voltaire Netzwerk, 25. März 2014.
[16] „Die türkische Armee zerstört ein syrisches Jagdflugzeug“, Voltaire Netzwerk, 25. März 2014.
[17] « Le Conseil de sécurité refuse de condamner l’attaque turco-terroriste de Kassab », Réseau Voltaire, 5 avril 2014. (auch auf Englisch) [Sicherheitsrat verweigert den türkisch-terroristischen Angriff auf Kassab zu verurteilen].
[18] “11 Countries Joint Statement on Syria”, Voltaire Network, 3 April 2014.
[19] „Prinz Bandar tritt zurück“, Voltaire Netzwerk, 21. April 2014.
[20] „Freistellung der französischen Geiseln von den mit Frankreich Alliierten in Syrien“, Voltaire Netzwerk, 23. April 2014.
[21] „Saudi Arabien verhaftet 62 Mitglieder der Al-Kaida“, Voltaire Netzwerk, 10. Mai 2014.
Quellen: Thierry Meyssan (Übersetzung Horst Frohlich) für voltairenet.org vom 12.05.2014
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