Die Deutschen wollen wieder Duckmäuser sein

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Als der Brite Jerome K. Jerome vor 120 Jahren Deutschland erkundete, entdeckte er den deutschen Untertan. Heute gibt es eine neue Neigung zum Duckmäusertum.

Der britische Schriftsteller Jerome K. Jerome (2.5.1859 – 14.6.1927) ist in Deutschland vielleicht am ehesten bekannt durch seinen Roman «Drei Mann in einem Boot» (Three Men in a Boat), der ihn, als er 1889 in Großbritannien erschien, mit einem Schlag berühmt machte und der zu einem Klassiker des englischen Humors wurde.

Allein bis 1909 wurde das Buch eine Million Mal verkauft (aber auch die Raubdrucke gingen in die Millionen), nicht nur in England, sondern weltweit. Später diente das Buch für mehrere Filme als Vorlage.

Weniger bekannt ist, dass Jerome im Jahre 1900 eine Art Fortsetzung der Geschichte von den drei reisenden Männern veröffentlicht hat, die den deutschen Titel «Drei Männer auf einem Bummel» (Three Men on the Bummel) hatte und die ausschließlich von Deutschland und den Deutschen handelte. Der Schriftsteller ließ die drei Männer aus dem Themseboot eine Tour durch Deutschland machen, die im Schwarzwald dann zur Fahrradtour wurde.

Jerome kannte Deutschland aus eigener Anschauung, und amüsiert, aber auch erschrocken liest man in diesem Büchlein, was einem Untertan ihrer Majestät der Queen Victoria in den Jahren des endenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts an Deutschland und den Deutschen aufgefallen ist, wobei Übertreibungen zum Stil dieser Art von Literatur gehörte („Hexenjagd und Hochverrat“ – Wie eine Künstlerexistenz in Deutschland zerstört wird).

Allerdings darf man keinen sehr genauen Bericht erwarten, die Schilderung der Landschaften ist nicht gerade Jeromes Stärke. Seine britischen Leser mussten nach Lesen des Buches den Eindruck gehabt haben, dass die Donau Schwarzwald und Vogesen trennt und nicht etwa der Rhein (zitiert wird hier immer nach der deutschen Taschenbuchausgabe von 1985):

«Wir hatten eine zehntägige Fahrt geplant, die ausser dem ganzen Schwarzwald auch noch einen Abstecher ins Donautal einschloss. Zwanzig Meilen lang, zwischen Tuttlingen und Sigmaringen gelegen, ist dies wohl das schönste deutsche Tal überhaupt.

Die Donau windet sich hier in einem Bett an altmodischen, unberührten Dörfern, an uralten Klöstern vorbei, eingekuschelt in grünen Weiden, wo noch immer der barfüssige und barhäuptige Klosterbruder, den häreren Strick fest um die Hüften geschlungen, mit dem Krummstock in der Hand seine Schafe auf den Hängen hütet, sie durchfliesst steinübersäte Waldlandschaften, eilt hindurch zwischen steilen Felswänden, deren emporragende Schroffen sämtlich von Ruinen gekrönt sind, ehemaligen Festungen, Kirchen oder Schlössern, das alles zusammen mit einem Blick auf die Vogesen, wo es die eine Hälfte der Bevölkerung bitterlich schmerzt, wenn du sie französisch ansprichst, während die andere sich durch Deutsch beleidigt fühlt, alle zusammen aber bei dem ersten Laut Englisch sich empörter Verachtung hingeben; ein Zustand, der das Gespräch mit dem Fremdling zu einem ziemlich beängstigenden Unterfangen macht.» (S. 121)

Die (oft nicht einfache) Verständigung mit der einheimischen Bevölkerung ist immer ein Thema in Reiseberichten, und ebenso standardmäßig ist in Reiseberichten über Deutschland natürlich die deutsche Sprache ein willkommener Anlass zur Schilderung von Merkwürdigem, so auch bei Jerome:

«Um das reinste Deutsch zu lernen, sagt man, sollte man nach Hannover gehen. Der Nachteil ist der, dass ausserhalb von Hannover, das nur eine kleine Provinz ist, niemand dieses reine Deutsch versteht. Somit musst du dich entscheiden, ob du gutes Deutsch lernen und in Hannover bleiben oder schlechtes Deutsch lernen und herumreisen willst. (…). Es ist wahr, dass auch ein englischsprechender Ausländer in den Mooren Yorkshires oder in den Bezirken Whitechapels in arge Verlegenheit käme; doch ist das nicht der gleiche Hut.

In ganz Deutschland wird nicht nur auf dem Lande und von den Ungebildeten am Dialekt festgehalten. Jede Provinz hat praktisch ihre eigene Sprache, auf die sie stolz ist und die sie bewahrt. Ein gebildeter Bayer wird dir zugeben, dass, rein akademisch gesehen, das Norddeutsche korrekter ist; dennoch wird er fortfahren, Süddeutsch zu sprechen und es seine Kinder zu lehren.» (S. 67)

Jerome schließt diese Betrachtung mit der Voraussage, dass Deutschland im weiteren Verlauf über diese Schwierigkeit hinwegkommen könne, indem es englisch spreche. Eine Prognose, die zwar so noch nicht eingetroffen ist, aber auch nicht als völlig irreal eingestuft werden kann.

Der «Himmel ist ein deutsches Fabrikat»

Im letzten Kapitel wird nun in diesem Buch die deutsche Mentalität begutachtet, eingeleitet durch eine interessante Bemerkung eines der Reisenden: «Jeder könnte über dieses Land herrschen, sogar ich könnte es.» Und er fährt fort: «Ich würde alles, was die Leute tun sollen, auf ein Stück Papier schreiben, mir eine gute Firma suchen und soundso viele Kopien drucken, die ich dann in Städten und Dörfern anschlagen liesse – und die Sache wäre erledigt.»

Nach dieser Einführung beginnt Jerome ein Beschreibung der obrigkeitsstaatlichen Einstellung der meisten Deutschen der damaligen Zeit, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt:

«Es ist zugegebenermaßen schwierig, in dem ruhigen, fügsamen Deutschen von heute, dessen einziger Ehrgeiz zu sein scheint, seine Steuern zu zahlen und das zu tun, was ihm von denen, die von der Vorsehung als Autorität über ihn gesetzt sind, zu tun befohlen wird, irgendeine Spur seiner wilden Vorfahren zu entdecken, für welche die persönliche Freiheit so selbstverständlich war wie das Amen in der Kirche (…).

Im heutigen Deutschland ist viel von Sozialismus die Rede, aber es ist ein Sozialismus, der nur ein Despotismus unter anderen Vorzeichen wäre. Individualismus spricht den deutschen Wähler nicht an. Er ist bereit, mehr noch, begierig, in allen Dingen überwacht und angeleitet zu werden. Er stellt nicht die Regierung selbst in Frage, nur ihre Form. Für ihn ist der Polizist eine Religion und wird es, so fühlt man, immer bleiben. (…).

Der deutsche Bürger ist ein Soldat, und der Polizist ist sein Offizier. Der Polizist befiehlt ihm, wo und wie schnell er auf der Strasse gehen darf. An den Enden jeder Brücke stehen Polizisten, um den Deutschen zu sagen, wie er sie zu überqueren hat. (…). In Deutschland übernimmst du keine einzige Verantwortung selbst. Alles wird für dich getan und zwar gut.

Man erwartet von dir nicht, dass du auf dich aufpasst; du wirst nicht gerügt, weil du unfähig bist, auf dich aufzupassen; es ist die Pflicht des Polizisten, auf dich aufzupassen. Dass du ein hilfloser Idiot bist, ist für ihn, sollte dir etwas zustossen, keine Entschuldigung. Wo immer du bist und was immer du tust, bist du in seiner Obhut, und er sorgt für dich – und sorgt gut für dich, das lässt sich nicht bestreiten.» (S. 177 – 179)

Nichts könne die Deutschen dazu bringen, Gesetzen oder Verordnungen zuwiderzuhandeln, selbst wenn das Risiko erwischt zu werden sehr gering ist. Jerome fragt sich angesichts dieses Befunds, ob der Deutsche noch ein Mitglied der sündigen Menschenfamilie sei oder ob diese „friedfertigen, sanften Leute“ nicht in Wirklichkeit als Engel für ein Glas Bier auf die Erde herabgestiegen seien. Aber da sie offenbar doch von ihm als Menschenwesen aus Fleisch eingeschätzt werden, fragt Jerome sich dann in der Folge, wie es mit den wilhelminischen Deutschen nach ihrem Erdenleben weitergehen würde, und kommt schließlich zu dieser Vermutung:

«Ich bin überzeugt, dass die überwiegende Mehrheit in den Himmel kommt. Wenn man sie mit den anderen christlichen Nationen der Erde vergleicht, wird man geradezu gezwungen anzunehmen, dass der Himmel in erster Linie ein deutsches Fabrikat ist.

Was ich nicht begreifen kann, ist, wie sie da hinkommen. Dass die einzelne Seele genügend Antrieb hat, um allein hochzufliegen und an Petrus‘ Tor zu klopfen, vermag ich nicht zu glauben. Ich bin eher der Ansicht, dass man sie in kleinen Gruppen unter Obhut eines verstorbenen Polizisten hinaufführt.» (S. 181)

«Blinder Gehorsam gegenüber allem, was Metallknöpfe trägt»

Einen gewissen Zynismus und Sinn für Übertreibung kann man dem Briten Jerome K. Jerome auch nicht absprechen, wenn er versucht, sich dem deutschen Charakter in weiteren irrealen Aspekten zu nähern:

«Ich weiss nicht, ob es sich so verhält, ab er nach dem, was ich vom deutschen Charakter beobachtet habe, wäre ich nicht überrascht zu erfahren, dass einem zum Tode verurteilten Mann in Deutschland ein Strick ausgehändigt wird mit der Weisung, sich zu erhängen. Es würde dem Staat große Mühe und Ausgaben ersparen, und ich sehe den deutschen Verbrecher seinen Strick nach Hause nehmen, dort sorgfältig die polizeiliche Gebrauchsanweisung durchlesen und ihr in einer Waschküche Folge leisten.» (S. 181)

An dieser Stelle fragt man sich unwillkürlich, ob ähnliche politisch unkorrekte Texte, angepasst natürlich an die aktuelle Zeit, heutzutage nicht zu einem Eklat z. B. auf einer deutschen Buchmesse führen würden. Vielleicht würde man den Autor heute ebenso zu den bösen Briten, den «Dunkelbriten», rechnen wie Boris Johnson und Nigel Farage (Deutschlaraffenland – bald abgebrannt).

Der Brite Jerome K. Jerome verhehlt nicht, dass ihm die deutsche Mentalität nicht gefällt, dass sie ihm unheimlich ist, wenn er schließlich resümiert, dass der deutsche Charakter in eine bestimmte Richtung schlage, die da heiße: «Blinder Gehorsam gegenüber allem, was Metallknöpfe trägt»:

«Das ist das Gegenteil des angelsächsischen Systems; da aber sowohl Angelsachsen wie Teutonen gedeihen, ist wohl an beiden Methoden etwas Gutes. Bisher hat der Deutsche das gesegnete Glück gehabt, außerordentlich gut regiert worden zu sein; wenn das so bleibt, wird es ihm wohlergehen. Schlimm würde es ihm ergehen, wenn durch irgendeinen Umstand etwas an der Regierungsmaschine kaputt ginge. Aber vielleicht hat diese Methode zugleich den Vorteil, unaufhörlich gute Staatsoberhäupter hervorzubringen; zur Zeit hat es jedenfalls den Anschein.» (S.183)

Intoleranz gegenüber «Falschdenkern»

Bekanntlich blieb das leider nicht so, und es hatte auch die entsprechenden Folgen, denn leider wurden in Deutschland nicht unaufhörlich gute Staatsoberhäupter hervorgebracht, sondern im Gegenteil wurde das Land im weiteren Verlauf von Leuten regiert, die es an den Abgrund führten.

Jeromes in ironische Beschreibungen und Vermutungen verpackte Kritik an der Untertanenmentalität der Deutschen und ihrer Obrigkeitsgläubigkeit war absolut berechtigt und seine Befürchtungen, was sich daraus entwickeln könnte, auch.

Nun hat die Polizei im heutigen Deutschland nachweislich nicht mehr den damaligen Stellenwert. Aber ist damit die deutsche Untertanenmentalität verschwunden, das Duckmäusertum, die Intoleranz gegenüber «Falschdenkern», der Drang zum oberlehrerhaften Einschüchtern von Andersdenkenden?

Keineswegs, und was sich heutzutage z. B. «Zivilgesellschaft» nennt und vorgibt, im Namen aller Anständigen zu sprechen und zu handeln, oder was sich gerade im Lager der „Klimaaktivisten“ entwickelt, ist durchaus imstande, die alten Reflexe der Unterwürfigkeit bei den Deutschen zu aktivieren, so dass die «gute alte Zeit» der Untertanen wiedererstehen kann.

Literatur:

Geplanter Untergang: Wie Merkel und ihre Macher Deutschland zerstören

Merkels Flüchtlinge: Die schonungslose Wahrheit über den deutschen Asyl-Irrsinn!

Die Getriebenen: Merkel und die Flüchtlingspolitik: Report aus dem Innern der Macht

Das Migrationsproblem: Über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung (Die Werkreihe von Tumult)

Quellen: PublicDomain/geolitico.de am 12.08.2019

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7 comments on “Die Deutschen wollen wieder Duckmäuser sein

  1. Bei uns sogenannten Deutschen gibt es immer wieder ein Problem !
    Die Hörigkeit gegenüber den Politdarsteller ist dabei das grösste Übel.
    Dank den verlogenen Politdarstellern hauen sich die Deutschen selbst die Köpfe ein bevor die bemerken dass die nur politisch Ausgenutzt und Missbraucht werden.
    Ich habe derzeit selbst mit solcher Problematik zukämpfen !
    Die Realität wird ignoriert und es wird den Leidmedien und den Politdarstellern geglaubt.
    :-/

    1. So ist.
      Der Obrigkeitsglaube ist inder Industrie und Forschung der große Vorteil.
      Einer gibt die Richtung an und alle ziehen an einem Strang.
      Die Zerstörer nutzen dies für unseren Untergang. Von allen Seiten Medien, Politik, Ausland,.. Wird auf die Deutschen eingehauen und alles schlecht geredet, nur damit die heutigen Deutschen,(unschuldig da nichts Verwerfliches getan) nicht zu sich selbst finden dürfen.
      Es ist Neid und Angst, vor erfolgreichen Deutschen, der die Zerstörer treibt.
      Und der Obrigkeitsglaube, lässt die meisten Deutschen halt zu Duckmäusern werden.

      1. Ohne Energetik, die Energie aus einer anderen Bewusstseinsform, der 4ten wenn man so will, der Energie die von oben hernab kommt, von den negativen Scheißern, würde es solche Sachen gar nicht geben. Doch weil diese Sachen mit Energie auf ALLE Menschen einwirkt, kann man auch viele bis die meisten Menschen dazu bringen mehr oder weniger nach der Pfeife zu tanzen. Diejenigen die sich dessen bewusst sind oder sich dagegen wehren, haben mit Gegenwehr zu rechnen. Diesejenige, welche sich wehren würde man einfach mit vielen Begrifflichkeiten Difarmieren ala rechte, rechtsextreme, rassisten, etc… Und der Rest folgt, da die Energie so geformt ist, da sie den mit nimmt der in ihr schwimmt, aber nicht gegen rudert, so ergibt sich diese 4te in der Sache, alles kaputt zu machen, was nicht schwimmt.
        Die Schwimmende sind schon in ihr, sind schon dieses, dass sie alles kaputt machen, die Energie dreht/wirkt sie dazu.

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