Die Bargeldabschaffung gibt dem Staat alle Macht

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Online-Banking und digitaler Finanztransfer ist einfach, schnell und für viele praktisch. Doch gibt es auch Schattenseiten dieser Entwicklung – die von Politik und Finanzwirtschaft vorangetrieben wird. Gerald Mann, Professor der FOM Hochschule in München, warnt vor der Abschaffung des Bargeldes.

Die Abschaffung des Bargeldes ist schon seit Jahren ein Thema. Während in Europa Schweden – beim Trend zur rein digitalen Währung – führt und das Land voraussichtlich 2030 bereits zu einer bargeldlosen Gesellschaft geworden ist, stehen die meisten Deutschen dieser Entwicklung nach wie vor misstrauisch gegenüber.

Selbst die Deutsche Bundesbank musste einsehen, dass die Deutschen schwer für ausschließlich digitalen Geldtransfer zu begeistern sind und weiterhin das Bargeld bevorzugen. Man könnte denken, dass das Thema für Deutschland vom Tisch ist.

Die Abschaffung geht schrittweise voran

Gerald Mann, Professor an der FOM Hochschule in München, ist sich jedoch sicher, dass die Abschaffung des Bargeldes im Hintergrund weiter voranschreitet. Finanzexperten würden das hartnäckig propagieren.

In einem Interview mit dem „Focus“ spricht er über die Interessen, Motivationen und Risiken im Zusammenhang mit dem digitalen Zahlungsverkehr.

„Die Bargeldabschaffung wird sicher nicht sofort kommen. Eine schrittweise Abschaffung halte ich hingegen für sehr wahrscheinlich“, so der Finanzexperte.

Statt ein Verbot auszusprechen, würde der Gebrauch von Bargeld von der Politik weiter reguliert und erschwert. Einige Länder hätten, so Mann, bereits Höchstbeträge eingeführt, bis zu denen mit Bargeld bezahlt werden kann. Schwarzarbeit, organisierte Kriminalität und Steuerhinterziehung sollen dadurch bekämpft werden, so die politische Begründung zum Vorgehen.

Alle Macht dem Staat und den Banken

Was sich in mancher Hinsicht als recht praktisch erweist, wie Online-Banking und Shopping, bleibt jedoch nicht ohne Risiko. Mann warnt vor den Folgen des „gläsernen Zahlers“.

Die Möglichkeiten, die dadurch für den Staat geschaffen würden, die Bürger zu kontrollieren, würden seiner Meinung nach „die Erwartungen von George Orwell übertreffen“.

„Man stelle sich nur vor, welche Macht der Staat über seine Einwohner bekäme. Er könnte jede Transaktion überwachen. Wer politisch unliebsame Bücher oder Zeitschriften kauft, könnte sofort erkannt werden,“ so Mann (Schweden und die Abschaffung des Bargelds: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie nicht ihren Banker).

Auch die Finanzinstitutionen treiben die Abschaffung des Bargeldes voran

Laut Mann sei die Abschaffung des Bargeldes aber auch im Interesse aller Finanzinstitutionen, die vom bargeldlosen Zahlungsverkehr profitieren. Für sie würde eine Konkurrenzwährung wegfallen, so dass ihre Marge steigen würde.

Vor dem Hintergrund der Staatsverschuldungen und einer drohenden Finanz- und Bankenkrise könnte durch die Abschaffung des Bargeldes zudem ein „Bankrun“ verhindert werden. „Wenn es kein Bargeld mehr gibt, kann man dieses Szenario verhindern,“ so der Finanzexperte.

Zudem solle der Sparer durch die Negativzinsen der Zentralbanken dazu gebracht werden, sein Geld auszugeben, dass sei „ein Angriff auf unsere gute Sparkultur“, betont Mann (Schweiz: Bargeldabschaffung vor der Tür?).

Kaum Vorteile für den Bürger

Für den Bürger sieht der Experte nur wenige Vorteile der Bargeldabschaffung. Die geringeren Kosten beim digitalen Finanzverkehr würden seiner Ansicht nach nicht zugunsten des Bürgers verwendet.

Auch wenn Bargelddiebstahl verhindert werden könne, gebe es hingegen vermehrte Gefahr durch Cyberangriffe auf Konten. Bei einem Stromausfall könnten die Bürger leichter in Panik geraten, wenn diese keine Möglichkeit mehr haben, auf ihr Geld zuzugreifen.

Gemeinsam mit Ulrich Horstmann veröffentlichte der Professor Gerald Mann ein Buch zum Thema mit dem Titel: „Bargeldabschaffung – Alles, was Sie über die Bargeldabschaffung wissen müssen.“

Droht Deutschland die Abschaffung des Bargelds?

Eine Welt ohne Cash ist das Ziel großer globaler Interessen. Im Visier dabei: Deutschland. Das erklärt der Journalist, Buchautor und Bargeld-Befürworter Norbert Häring im Sputnik-Interview. Der Autor des Buches „Schönes Neues Geld: Uns droht eine totalitäre Weltwährung“ nennt dabei die Verantwortlichen der Pläne zur Abschaffung des Bargelds.

Nicht nur Schweden, auch Deutschland droht in naher Zukunft eine mögliche flächendeckende Abschaffung des Bargelds. Darauf machen seit Jahren Geld-Experten und Kritiker des bargeldlosen Bezahlens wie Norbert Häring aufmerksam. Der promovierte Volkswirt und Wirtschaftsjournalist beim „Handelsblatt“ warnt schon lange vor einer geplanten Bargeldabschaffung in Deutschland.

„Bargeld an sich ist sehr sicher“, sagte der Bargeld-Befürworter im Sputnik-Interview. „Im Sinne, ob wir Bargeld noch lange nutzen dürfen, ist es ziemlich unsicher. Es ist erklärtes Programm der G-20, also der mächtigsten Regierungen der Welt, das Bargeld loszuwerden. Bei uns in den Industrieländern wird das heimlich gemacht.

Das hat der Internationale Währungsfonds IWF auch offen so empfohlen: Es heimlich zu machen. Es nicht öffentlich zu erklären, weil es zu viel Widerstand gibt. Aber in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern – die dafür Geld und technische Hilfen erhalten – ist es erklärtes Regierungsprogramm, möglichst schnell das Bargeld ganz schnell abzuschaffen.“ (Wie die Deutsche Presseagentur für Wirecard wirbt und das Bargeld bekämpft)

Dient bargeldlose Gesellschaft kollektiver Überwachung?

Die Vorteile des Bargelds für „uns Menschen sind, dass es anonym ist und dass es uns ermächtigt, selber die Kontrolle zu haben und es niemand verhindern kann, dass wir etwas kaufen. Ein weiterer Vorteil für uns ist, dass es nichts kostet. Es hält keiner die Hand auf, wenn wir etwas bar bezahlen. Das wiederum sind Nachteile für andere Akteure.“

Unter den Bargeld-Gegnern seien große Banken und Regierungen, die ihre Bürger „überwachen wollen“. An erster Stelle die US-Regierung. „Die wollen (personalisierte, Anm. d. Red.) Finanz-Daten haben. Da ist Bargeld natürlich lästig.“ Auch Kreditkartenunternehmen wie „American Express“, „Visa“ und „Master Card“ haben laut ihm ein Interesse an der Abschaffung von Münzen und Geldscheinen.

Häring nannte auch die Initiative „Better Than Cash Alliance” (mit Sitz in New York, Anm. d. Red.), bei der die genannten Kreditkarten-Anbieter neben weiteren globalen Konzernen Mitglieder sind. Auch die Regierungen folgender Länder setzen sich in der Initiative offiziell für eine bargeldlose Gesellschaft ein: Afghanistan, Äthiopien, Bangladesch, Elfenbeinküste, Ghana, Indien, Indonesien, Jordanien, Kolumbien, Kenia, Mexiko, Uganda, Uruguay, Vietnam und viele andere (Bargeldverbot vor der Tür: 100 Euro-Schein einfach streichen).

Schöne neue Welt? – „Schönes Neues Geld“

In seinem Buch „Schönes Neues Geld: PayPal, WeChat, Amazon Go – Uns droht eine totalitäre Weltwährung“ (2018 im Campus Verlag) schildert Häring diese Problemlage kenntnisreich in vielen Details und Aspekten.

Das Buch beinhalte „meine Recherche-Ergebnisse“ zu der globalen Anti-Bargeld-Kampagne. Der Autor erkläre darin, wie „diese aussieht. Von wo aus sie gesteuert wird. Also vor allem von Washington aus. Ich zeige auf, wer die Antreiber sind und wie die US-Regierung die G-20 für dieses Ziel eingespannt hat.“ Oftmals würde auch unter dem Vorwand der vermeintlichen Geldwäschebekämpfung das Ziel der Bargeldabschaffung vorangetrieben. Auch die Europäische Union (EU) sei dabei ein zentraler Akteur.

Das Ziel der Bargeld-Beseitigung laufe im Finanz-Sektor meist unbemerkt von der Öffentlichkeit ab und häufig auch ohne parlamentarische oder demokratische Kontrolle, so seine Kritik.

Schweden als „Versuchsfeld“

„Es wird so getan, als ob Bargeld die allergrößte Geldwäschegefahr überhaupt ist“, mahnte Häring.

Doch: „Das Bargeld ist das einzig richtige Geld“, betonte er. „Das einzige gesetzliche Zahlungsmittel. So wie Gold währungspolitisch einst (unter anderem durch US-Präsident Richard Nixon 1971, Anm. d. Red.) abgeschafft wurde, soll jetzt Bargeld abgeschafft werden.“

Mit Blick auf Schweden sprach der Finanz-Journalist von einer „mittelfristigen Gefahr“, dass dort die europaweit erste nationale Bargeldabschaffung durchgeführt werden könnte. Das skandinavische Land ist laut Häring eine Art „Versuchsfeld und Vorreiter“, in dem Maßnahmen ausprobiert würden, die später auch Länder wie Deutschland treffen könnten.

Hierzulande deuten Diskussionen und Medienberichte über die mögliche Abschaffung beispielsweise der 100-Euro-Scheine die Tendenz zu einer bargeldlosen Gesellschaft an (Bargeldabschaffung in Dänemark: Der nächste Schritt für die gesamte EU (Video)).

 

So sähe eine bargeldlose Gesellschaft aus

„Das wäre eine Gesellschaft, in der wirklich alles registriert wird“, beschrieb Häring das Szenario einer bargeldlosen deutschen Gesellschaft. Das ganze Leben und alle Aktivitäten des Alltags wären dann „am Bankkonto ablesbar.“

Die Menschen „müssen sich halt klar werden: Sie würden dann in einer Gesellschaft leben, in der jeder gläsern wäre. Das ist eine Horror-Vision, in solch einer Gesellschaft zu leben. Da würde es nur noch um Machtinteressen gehen.“

Andere Bargeld-Befürworter kritisieren die jüngste Personalentscheidung um die französische Politikerin und Ex-IWF-Chefin Christine Lagarde. Diese wird ab November die EZB als neue Chefin führen. Dafür gab das EU-Parlament am Mittwoch grünes Licht. Zuvor brachte die Französin die Idee einer Gesellschaft ohne Cash ins Spiel.

„Ich erwarte, dass Lagarde Ideen wie (…) Bargeldabschaffung eine glasklare Absage erteilt“, erklärte dazu der CSU-Europaabgeordnete in der EVP-Fraktion, Markus Ferber, laut Medien Anfang September. „Wer künftig eine der wichtigsten Zentralbanken der Welt führt, muss sich von solchen Ideen distanzieren. Der IWF hat unter Christine Lagardes Führung eine Reihe von zweifelhaften Gedankenspielen durchdekliniert, von denen sie sich als EZB-Chefin distanzieren muss.“

Literatur:

Die Unersättlichen: Ein Goldman-Sachs-Banker rechnet ab

Wehrt Euch, Bürger!: Wie die Europäische Zentralbank unser Geld zerstört

Der Weg ins Verderben: Wie die Eliten die nächste Krise vorbereiten und wie Sie sich davor schützen können

Wer regiert das Geld?: Banken, Demokratie und Täuschung

Quellen: PublicDomain/epochtimes.de/de.sputniknews.com am 23.09.2019

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