
Am Mittwoch berichteten die spanischen Behörden, dass der exzentrische Gründer der Antivirensoftware McAfee Antivirus und selbsternannte Libertäre nun Selbstmord begangen habe, während er dort in Haft saß. Aber hat McAfee wirklich Selbstmord begangen oder ist er im Ergebnis von etwas viel Ruchloserem gestorben?
Am Mittwoch berichteten die spanischen Behörden, dass John McAfee – der Gründer des ersten weltweit verbreiteten und kommerziell erfolgreichen Cybersicherheitsprogramms „McAfee Antivirus“ – im Alter von 75 Jahren in seiner Zelle tot aufgefunden wurde, während er ihn seine endgültige Auslieferung an die Vereinigten Staaten von Amerika wegen Steuerhinterziehung erwartete.
Die US-Regierung hatte behauptet, dass McAfee Millionen an US-Dollar als Einnahmen in Kryptowährungen vor den US-Steuerbehörden versteckt hätte. McAfee behauptete, er habe nichts mehr.
Angesichts anderer Begebenheiten – wie der höchst verdächtigen Todesumstände des Pädophilen Jeffrey Epstein, der Inhaftierung des Journalisten und Wikileaks-Gründers Julian Assange, der Verfolgung des NSA-Whistleblowers Edward Snowden, der Lügen der US-Regierung, die als Begründung für den Irak-Krieg dienten – sowie einer Vielzahl anderer höchst fragwürdiger Aktionen der US-Regierung wäre ein gewisses Misstrauen nun in Bezug auf die Umstände von McAfees Tod durchaus gerechtfertigt.(Melinda Gates begann 2019 ein Scheidungsverfahren aufgrund von Bill Gates Beziehung zum Pädophilen Jeffrey Epstein)
Schließlich hat McAfee einmal vorsorglich behauptet, wenn er einst „Selbstmord“ begangen haben soll, werde es nicht sein eigenes Werk gewesen sein.
McAfee verdiente anfangs sein Vermögen mit der Programmierung der Software und Gründung von McAfee Antivirus. Die in den späten 1980er Jahren gegründete Firma war das erste Unternehmen, das Cybersicherheitssoftware für die breite Masse von PC-Anwendern entwickelte und auch erfolgreich vermarktete.
McAfee verkaufte seine Anteile an der Firma im Jahr 1994 und wurde dadurch sofort ein sehr reicher Mann. Sein Nettovermögen wurde zu diesem Zeitpunkt auf weit über 100 Millionen US Dollar geschätzt. Er zog nach Belize und führte ein eher exzentrisches Leben, erwarb viele Immobilien, konsumierte Berichten zufolge große Mengen illegaler Drogen und war auch als ziemlicher Frauenheld bekannt, um es vornehm auszudrücken.
Doch McAfees Paradies in Belize und ebenso sein Reichtum brachen zusammen, als er auf dem Höhepunkt der großen Finanzkrise zwischen 2007 und 2008 fast sein gesamtes Vermögen einbüßte.
Sein vorheriger 100-Millionen-US-Dollar-Besitz war auf weniger als 4 Millionen US-Dollar geschrumpft. Er hatte dann große Schwierigkeiten, wenigstens seinen Immobilienbesitz zu liquidieren, und befand sich somit in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten.

Sein Ärger in Belize vergrößerte sich, als er wegen der Ermordung seines Nachbarn Gregory Faull für eine Befragung gesucht wurde. McAfee floh dann im Jahr 2012 endgültig aus Belize.
Im Laufe des nächsten Jahrzehnts stürzte sich McAfee von einem Geschäftsvorhaben ins nächste, anscheinend in dem Bestreben, sein verlorenes Vermögen mit allen Mitteln wiederzuerlangen. Seine berüchtigtste Unternehmung betraf seine Geschäfte mit einer wenig bekannten und spärlich gehandelten Firma für Sportwetten namens MGT im Jahr 2016.
Es wird vermutet, dass McAfee eine große Beteiligung an dem Unternehmen erwarb, das wegen der Abkürzung bequemerweise in McAfee Global Technologies umbenannt wurde. Ein konzertierter Versuch, den Aktienkurs zu hochzupumpen, wurde dank sachgrundloser Tweets von McAfee selbst erkennbar. Doch sogar das US-Finanznachrichtennetzwerk CNBC beteiligte sich an der Aktienpromotion.
Die Anzahl der gehandelten MGT-Aktien explodierte in kürzester Zeit von mehreren tausend Aktien pro Tag auf mehrere zehn Millionen Aktien täglich. Innerhalb weniger Wochen stieg auch der Kurs der MGT-Aktie exponentiell von 0,15 US-Cent auf einen Höchststand von 5,58 US-Dollar. Nach dem Höchststand stürzte der Kurs allerdings innerhalb einer Stunde wieder auf 2,65 US Dollar ab.
Aus all den grandiosen Ankündigungen McAfees über die Gründung eines neuen globalen Technologieunternehmens, das angeblich die Welt verändern werde, wurde nichts Konkretes.
Es scheint, dass er einfach seinen Namen und seinen Ruf benutzen wollte, um zu versuchen, einen schnellen Gewinn für sich und andere interessierte Parteien zu erzielen. Schließlich schaltete sich die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde (SEC: United States Securities and Exchange Commission, also das US-amerikanische Äquivalent zur deutschen BaFin) ein und das Unternehmen MGT wurde an der NASDAQ-Börse wieder gestrichen und auf dem OTC-Markt platziert.

In den Jahren nach MGT versuchte McAfee, sich stärker im Bereich der Kryptowährungen zu engagieren. Er war ein entschiedener Kritiker des US-Geldsystems und zog sogar mehrmals in Erwägung, als libertärer Kandidat für das Amt des US-Präsidenten zu kandidieren. Allerdings wurde sein ganzes Leben weiterhin von juristischen Problemen überschattet.
Im Januar 2019 gab McAfee bekannt, dass er auf der Flucht vor den US-Behörden sei und international auf einem Boot lebe, nachdem eine US-amerikanische Grand Jury Anklage wegen Steuerhinterziehung gegen ihn, gegen seine Frau und gegen vier seiner Mitarbeiter aus dem Präsidentschaftswahlkampf 2020 erhoben hatte.
Am 5. Oktober 2020 konnte McAfee auf Antrag des US-Justizministeriums wegen Steuerhinterziehung in Spanien verhaftet werden. In der Anklageschrift wird behauptet, dass McAfee von 2014 bis 2018 Millionen von US-Dollar verdiente, aber keine Einkommenssteuererklärungen abgegeben hätte. Am 6. Oktober 2020 reichte die SEC eine Klage ein, in der behauptet wurde, dass McAfee bestimmte Initial Coin Offerings (ICO’s) in betrügerischer Weise gefördert hätte.
Laut der SEC präsentierte sich McAfee als unparteiischer Investor, als er für die ICOs warb, obwohl er angeblich bereits 23 Millionen US-Dollar in digitalen Vermögenswerten als Gegenleistung für die Werbung erhalten hätte.
Am 5. März 2021 erhob die US-Staatsanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York formell Anklage gegen McAfee und einen leitenden Berater wegen angeblicher betrügerischer Förderung bestimmter Kryptowährungen und Durchführung von Marktmanipulationen nach dem Schema Pump and Dump, also Aufpumpen und Wegwerfen.