Handelt es sich hier um ein Phänomen der Neuzeit, oder gab es dass auch schon im Mittelalter. Die Antwort lautet ja. Sogar aus der Antike gibt es Aufzeichnungen über unheimliche Trompetenklänge und anderen seltsamen Himmelsgeräuschen, die häufig auch als stöhnend und metallisch beschrieben wurden, die den Hörnern aus der Johannesoffenbarung gleichen und noch heute gerne als Vorbote biblischer Ereignisse gedeutet werden.
Sogar dem Volk der Maya sollen solche Töne bekannt gewesen sein.
Jüngste Berichte kommen aus Brasilien. Dort haben im April 2020 während Corona viele Menschen derart seltsame Klänge gehört – viele glaubten die Posaunen von Jericho erkannt zu haben, die bekanntlich im Alten Testament, Josua Kapitel 6, das Ende der Welt ankündigen. Dort steht:
Vielfach wird der Bibeltext heute so interpretiert, dass es sich bei den Posaunen um sogenannte Schallkanonen gehandelt hat, die möglicherweise durch Außerirdische auf die Erde gebracht wurden – jedoch ist bis heute unklar, welche Schallenergie benötigt wird, um Häuser und Stadtmauern zum Einsturz zu bringen.
Tatsache ist, dass mittlerweile zigtausende Berichte aus der ganzen Welt zu dem Phänomen vorliegen, von dem man nicht weiß, ob es irdisch oder himmlisch ist.
Zwar gibt es zahlreiche unterschiedliche wissenschaftliche Erklärungen, doch sind das noch lange kein Beweis, weil ganz offensichtlich niemand die genaue Quelle zu kennen scheint.
In den Medien hielt das Phänomen 2011 Einzug, nachdem die ersten Berichte und Videos im Internet aufgetaucht sind – und schon im September des gleichen Jahres nahm es an Fahrt auf, bis schließlich im Februar 2012 Hunderte von Meldungen aus allen Teilen der Erde vorlagen.
Vieles davon ist natürlich Hokuspokus, die Geräusche wurden entweder künstlich erzeugt oder einfach von früheren Aufnahmen kopiert. Manchmal aber klingen sie so gruselig, dass man schon beim Zuhören Gänsehaut bekommt.




Die Riesenflöte von Forest Grove
So auch bei dem schrillen Flötenton aus der US amerikanischen Stadt Forest Grove im Bundesstaat Oregon. Die renommierte Washington Post beschreibt das Geräusch als eine Riesenflöte, die außerhalb des Spielfelds gespielt wird.
Ein Ton-Experte bezeichnet den Pfeifton als rätselhaft und vermutet, dass er aus von irgendwo der Nähe der Gales Creek Road kommt, die durch ein angrenzendes Waldgebiet führt – doch da ist nichts, außer Natur. Ist möglicherweise ein bis heute unbekanntes Tier für das Phänomen verantwortlich?
Mögliche Ursachen wie eine kaputte Gasleitung, Bahngleise oder ein makaberer Scherz unter Jugendlichen konnten ausgeschlossen werden. Laut Oregonlive haben Polizei und Feuerwehr den Fall eingehend untersucht, doch konnte auch sie keine logische Erklärung finden.
Autofahrer haben behauptet, dass der Ton auch über Autoradio zu empfangen sei. Einwohner, die schon länger in Forest Grove leben, haben berichtet, dass sie das Geräusch auch schon in der Vergangenheit gehört haben. Tom Coolery, ein Audio-Experte sagte zu Oregonlive:
„Normalerweise sind höhere Frequenzen wie dieser Ton richtungsmäßig eindeutig zu lokalisieren, niederfrequente Töne hingegen kommen scheinbar von überall her.“
Coolery glaubt, dass der Ton durch das Freisetzen von Druckluft oder Erdgas entsteht, das aber konnte das örtliche Gasunternehmen nach ausgiebigen Tests ausschließen.
Bis heute wurde der Geisterpfeiffer von Forest Grove nicht gefunden. Diverse Teams von Parapsychologen und Geisterjäger haben zwar versucht, Licht ins Dunkel zu bringen – doch vergeblich. Gerüchten zufolge soll an der örtlichen Universität tatsächlich ein Geist sein Unwesen treiben, ob es einen möglichen Zusammenhang gibt, wurde weder bestätigt noch dementiert.

Ob es knallt, dröhnt, pfeift oder wummert. An vielen Orten der Welt versetzen mysteriöse Geräusche Menschen in Angst und Schrecken. Auch in Burlington im US Bundesstaat Vermont. Hier knallte es im November 2011 so laut, dass sogar die Häuser wackelten.
Wissenschaftler glaubten, dass ein schwaches Erdbeben die Ursache war – doch das ist nur eine Vermutung, weil besonders in den USA die Quelle rätselhafter Geräusche oft für immer unentdeckt bleibt, wie der Fall Forest Grove beweist.
Tatsache ist, dass dieses Phänomen Wissenschaftler seit Jahrhunderten beschäftigt, ohne dass sie dem Geheimnis auf die Schliche kommen können. Auf der Herbsttagung der „Amerikanischen Geophysikalischen Union“ (AGU) 2011 in San Francisco stellten Forscher der NASA und andere Institutionen Schallmessungen vor, die das Rätsel der mysteriösen Geräusche auch nicht lösen konnten.
David Hill vom Geologischen Dienst der USA (USGS), der das Phänomen seit Jahrzehnten akribisch untersucht, sprach von einer großen Herausforderung für die gesamte Wissenschaft, weil sich die Geräusche von Land zu Land unterscheiden, was auch der Grund ist, dass jedes Land seine eigene Metapher dafür verwendet.
Die Belgier nennen sie Mistpouffers, die Inder sagen dazu Bansal-Pistolen und die Amerikaner bezeichnen sie als Seneca Pistolen. Hill sagt, dass im Mittelalter die Menschen noch an magische Ursachen geglaubt hätten, während heute oft vermutet wird, dass hochgeheime Militäraktionen dahinterstecken – allerdings lassen die sich an Orten, wo das Phänomen häufiger auftritt, über so lange Zeit kaum gehalten.
Für viele mysteriöse Geräusche gibt es oft sogar ganz simple Erklärungen. In der Wüste Sahara beispielsweise wissen Beduinen aus Erfahrung, dass Sand ein unangenehm dröhnendes Geräusch verursachen kann.
Der Grund dafür ist, dass in besonders trockenen Regionen große Sicheldünen heulen, wenn die steilen Hänge vom Wind versetzt werden – oft vibriert dann sogar der Boden. Auch für die Mistpouffers an der belgischen Küste und den Bansal Pistolen am Golf von Bengalen in Indien haben Forscher das Geheimnis lüften können.
Sie vermuten, dass Wellen, die von Stürmen auf offener See an die Küste getrieben werden, weit draußen auf Sandbänke treffen. Wellen, vor allem Tsunamiwellen, können oft noch auf Hunderte Kilometer Entfernung zu hören sein.



Auch die Apollo-Besatzung hörte himmlische Töne
Auch wenn viele unheimliche Geräusche in der Natur von der Forschung geklärt wurden, bleibt ein gutes Drittel möglicherweise für immer ein ungeklärt – dann helfen wirklich nur noch Spekulationen weiter – und die können zuweilen sehr skurriler Natur sein, auch wenn sie nicht unbedingt unlogisch sind, weil wir einfach noch zu wenig über die Erde und den Kosmos wissen.
Deshalb soll es auch nicht wundern, dass einige UFO-Forscher glauben, dass Himmelsgeräusche Schallwellen sind, die von außerirdischen Lebensformen stammen.
Schon die Besatzung von Apollo 10 hörte 1969 laut NASA-Aufzeichnungen seltsame Musik von der anderen Seite des Mondes. Eine Transkription der Bänder wurde erst 2008 von der Weltraumorganisation veröffentlicht. Die Aufnahmen beweisen, dass die Astronauten an Bord der Kapsel über Musik aus dem Weltraum sprachen, die an Bord zu hören war.
Der Ton hörte nach ungefähr einer Stunde auf und die Besatzung diskutierte, ob sie der Bodenstation davon berichten soll. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Astronauten keinen Kontakt zur Erde, weil die Umlaufbahn des Kommandomoduls sich gerade über der dunklen Seite des Mondes befand.
NASA Techniker und auch Apollo 11- Astronaut Michael Collins glauben, dass die Musik möglicherweise durch Funkstörungen zwischen den Instrumenten des Kommandomoduls und des Mondmoduls verursacht wurde, als sie nahe beieinander waren – aber wer weiß.
Dass Phänomen wird es bestimmt auch in hundert Jahren noch geben. Das heißt, Forscher werden künftig weiter spekulieren müssen.
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Quellen: PublicDomain/Frank Schwede für PRAVDA TV am 12.04.2023
