
Trump hat Zölle gegen die EU-Staaten eingeführt, die sich in der Grönland-Frage an die Seite Dänemarks gestellt und Soldaten nach Grönland geschickt haben. Von Thomas Röper
Außerdem hat Trump ziemlich offen angedeutet, auch Kanada annektieren zu wollen.
US-Präsident Trump hat auf TruthSocial einen langen Post veröffentlicht, in dem er Strafzölle für alle europäischen Länder ankündigt, die Dänemark in der Grönland-Frage unterstützen.
Genannt sind Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland. Der Strafzoll soll zunächst eine Höhe von 10, ab Sommer von 25 Prozent haben und so lange gelten, bis die Übernahme Grönlands durch die USA abgeschlossen ist.
Ich übersetze zunächst den gesamten Post von Trump und werde danach noch einige kurze Anmerkungen machen. (Spekulative Theorie: Warum Trump wirklich Grönland will)
Beginn der Übersetzung:
Wir haben Dänemark und alle Länder der EU sowie andere Staaten jahrelang subventioniert, indem wir keine Zölle oder sonstiges erhoben haben.
Nach Jahrhunderten ist es nun an der Zeit, dass Dänemark etwas zurückgibt – der Weltfrieden steht auf dem Spiel! China und Russland wollen Grönland, und Dänemark kann nichts dagegen tun. Sie haben derzeit zwei Hundeschlitten zu ihrem Schutz, einer davon wurde kürzlich hinzugebracht.
Nur die USA unter PRÄSIDENT DONALD J. TRUMP können dieses Spiel spielen, und zwar sehr erfolgreich! Niemand wird dieses heilige Stück Land anrühren, insbesondere da die nationale Sicherheit der USA und der gesamten Welt auf dem Spiel steht. Darüber hinaus sind Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland aus unbekannten Gründen nach Grönland gereist.
Dies ist eine sehr gefährliche Situation für die Sicherheit und das Überleben unseres Planeten. Diese Länder, die dieses gefährliche Spiel spielen, sind ein nicht tragbares und nicht nachhaltiges Risiko eingegangen. Daher ist es unerlässlich, zum Schutz des Weltfriedens und der globalen Sicherheit entschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um diese potenziell gefährliche Situation schnell und unmissverständlich zu beenden.
Beginnend am 1. Februar 2026 wird für alle oben genannten Länder (Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbriannien, die Niederlande und Finnland) ein Zoll von 10 % auf sämtliche in die USA gelieferten Waren erhoben.
Am 1. Juni 2026 erhöht sich der Zoll auf 25 %. Dieser Zoll ist so lange fällig und zu entrichten, bis ein Abkommen über den vollständigen Erwerb Grönlands erzielt ist.
Die USA bemühen sich seit über 150 Jahren um diese Transaktion. Viele Präsidenten haben es versucht, und das aus gutem Grund, doch Dänemark hat sich stets geweigert.
Angesichts des „Golden Dome“ und moderner Waffensysteme, sowohl offensive als auch defensive, ist der ERWERB Grönlands nun besonders wichtig. Hunderte Milliarden Dollar werden derzeit für Sicherheitsprogramme ausgegeben, die mit dem „Dome“ zu tun haben, einschließlich zum möglichen Schutz Kanadas.
Dieses hochentwickelte, aber äußerst komplexe System kann sein volles Potenzial und seine maximale Effizienz nur dann entfalten, wenn dieses Land einbezogen wird. Die USA sind sofort bereit, mit Dänemark und/oder jedem dieser Länder, die trotz all unserer jahrzehntelangen Bemühungen um ihren Schutz so viel aufs Spiel gesetzt haben, Verhandlungen aufzunehmen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Sache!
DONALD J. TRUMP
PRÄSIDENT DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
Ende der Übersetzung
Was die ersten Medienberichte, die diese neuen Zölle gegen europäische Länder melden, noch nicht sagen, ist, dass Trump hier auch seine Drohung gegen Kanada, auch das Land an die USA anschließen zu wollen, wiederholt hat.
Er weist darauf hin, dass er Kanada für seinen „Golden Dome“ brauche und wie das Beispiel Grönland zeigt, reicht es ihm offenbar nicht aus, dass die Länder den USA erlauben, die entsprechenden Basen für den „Golden Dome“ bei ihnen zu bauen, sondern er will die Länder annektieren.
Wie ich schon vor kurzem erklärt habe, meint Trump die Drohungen gegen Grönland ernst und er wird Grönland bekommen, weil die Europäer das nicht verhindern können. Die Details können Sie hier nachlesen.
Was das für Kanada bedeutet, werden wir sehen, denn Kanada gegen dessen Willen zu annektieren, wird weitaus schwieriger als bei Grönland.
Darüber habe ich einen sehr interessanten Artikel gefunden, den ich übersetze und am Sonntagmorgen veröffentlichen werde.
Zerlegt sich die EU?
Nun wird es interessant, wie die Europäer auf diese Zölle reagieren, denn sie haben durchaus das Potenzial, die EU zu sprengen. In der EU herrscht in der Grönland-Frage nämlich keineswegs Einigkeit.
Während sich die von Trump nun mit Strafzöllen belegten Länder an die Seite Dänemarks gestellt und sogar demonstrativ militärische Vorauskommandos nach Grönland geschickt haben, haben die meisten EU-Staaten sich daran nicht beteiligt.
Der italienische Verteidigungsminister verglich diese Vorauskommandos sogar mit einem Witz nach dem Motto „treffen sich 15, Deutsche, 15 Finnen, 15 Franzosen…“
Die EU-Kommission hat sich bisher mit relativ nichtssagenden Erklärungen zur Grönland-Frage geäußert, in der sie die üblichen Phrasen von der Achtung der territorialen Integrität Dänemarks wiederholt hat und so weiter. Aber aus Brüssel kam bisher nichts Konkretes.
Es ist keineswegs unwahrscheinlich, dass in der EU nun alte Streitigkeiten neu ausbrechen. Die polnische Regierung ist bekanntlich keineswegs Deutschland-freundlich und würde sich über eine Schwächung Deutschlands freuen.
Truppen nach Grönland schicken wollte sie auch nicht, weshalb man sich in Warschau über einen Streit zwischen Berlin und Washington freuen und sich auf die Seite der USA stellen dürfte. Und das ist nur ein Beispiel für in der EU nun wohl anstehende Machtkämpfe und gegenseitige Sticheleien.
Derzeit soll die EU Verhandlungen mit den USA über Handelsfragen führen. Es geht dabei um die Einigung, die Trump und von der Leyen vor einigen Monaten in Schottland erzielt haben, laut der die EU im Handel mit den USA einseitig Zölle zahlen soll.
Die laufenden Verhandlungen bedeuten, dass die EU-Kommission sich nun schnell positionieren muss und nicht auf Zeit spielen kann.
Immerhin bedeutet die Verhängung von Zöllen gegen einzelne EU-Staaten einen Angriff auf die EU-Kommission, die in der EU für Handelsfragen zuständig ist.
Und das bedeutet auch einen Angriff auf die Einigkeit in der EU, denn wenn die betroffenen Länder bei Trumps Strafzöllen Solidarität der anderen EU-Länder einfordern, könnte das zu einem sehr schwerwiegenden Streit in der EU und zu einer offenen Spaltung führen, weil die Länder, die an dem Alleingang der Truppenentsendung nach Grönland nicht beteiligt waren, kaum die Rechnung dafür zahlen wollen.
Trump spaltet hier also die EU, und das dürfte er sehr bewusst tun, weil er die EU als das wohl größte Problem Europas bezeichnet und sicher nicht traurig wäre, wenn sich dieser Block im Streit zerlegt.
Angesichts der immer sichtbarer werdenden Spaltung der EU in der Ukraine-Frage und nun auch in der Grönland-Frage ist so ein Szenario keineswegs ausgeschlossen.
Wie ich seit Jahresbeginn, also seit Trumps Venezuela-Coup, ständig wiederhole, wird das Jahr 2026 für die EU (und wohl auch für die NATO) ein sehr schlimmes Jahr werden.
Das zeigt sich schon jetzt, und wir haben erst Mitte Januar…
Quellen. PublicDomain/anti-spiegel.ru am 17.01.2026










