
Obwohl ein verborgener Tempel unter der Sphinx bisher offiziell nicht bestätigt werden konnte, vermuten einige Archäologen eine monumentale Halle unter der Sphinx auf dem Gizeh-Plateau.
Jahrtausende alte Aufzeichnungen der Ägypter sprechen von einem Ort des Wissens. Auch in einem jetzt bekannt gewordenen 70 Jahre alten CIA-Dokument soll es entsprechende Hinweise auf einen geheimnisvollen Tempel geben. Von Frank Schwede
Ein Großteil des Tempel-Mythos lässt sich auf den amerikanischen Hellseher Edgar Cayce zurückführen, der in den 1930er Jahren voraussagte, dass eines Tages unter der Pfote der Sphinx eine verborgene Kammer mit Aufzeichnungen aus Atlantis entdeckt werden würde.
Laut Cayce enthält das verborgene Archiv angeblich Texte, die die vergessene Geschichte der Menschheit, fortgeschrittene wissenschaftliche Erkenntnisse und katastrophale Ereignisse, die frühere Zivilisationen vernichtete, detailliert beschreiben.
Cayce sagte voraus, die Kammer würde eines Tages entdeckt werden, was schließlich zu jahrzehntelangen Spekulationen und Expeditionen zu dem Monument führte. In Trance sprach der „schlafende Prophet“ von einer „Halle der Aufzeichnungen“, in der auch das gesamte Wissen einer untergegangenen Kultur verborgen sei, vermutlich ist damit Atlantis gemeint..
Seine Behauptungen über den Ort des Wissens haben bedeutende Vorläufer, insbesondere in den pseudohistorischen Theorien über Atlantis, die von dem US-amerikanischen Juristen und Kongressabgeordneten Ignatius Donnelly im späten 19. Jahrhundert in seinem Werk „Atlantis, die vorsintflutliche Welt“ popularisiert wurden. Auch mittelalterliche Berichte über verborgene Gänge in Gizeh trugen zu dieser Erzählung bei.
Cayce selbst hielt sich für die Reinkarnation eines Hohepriesters, der früher selbst auf der Insel Atlantis lebte. Er vermutete, dass die Halle pyramidenförmig sei und um 10.500 v. Chr. erbaut worden sein könnte, was zu seiner umfassenden These passen würde, dass atlantische Flüchtlinge die frühe ägyptische Zivilisation beeinflusst haben.

Den Wahrheitsgehalt Cayce´s spiritistischen Eingebungen versucht man bis heute zu belegen. Zumindest die beiden US-Archäologen Graham Hancock und Robert Bauval unterstützen Cayce´s Theorien und spekulieren in diesem Zusammenhang über bahnbrechende Entdeckungen, die unser globales Geschichtsverständnis verändern könnten.
Hancock und Bauval monieren, dass die ägyptische Regierung alle Untersuchungen unterhalb der Sphinx blockiert hat, um zu verhindern, dass die unterirdischen Hohlräume lokalisiert werden.
CIA-Dokument aufgetaucht
Mondgott Hermes Trismegistos berichtet in seinen mystischen Werken, dass seine Ahnen die Tempel in Ägypten erbaut hätten, um alles Wissen darin niederzulegen, darunter Erkenntnisse über Alchemie und Astronomie, über Mathematik, Magie und Medizin.
Unter der Pfote der Sphinx soll demnach ein Labyrinth zu einer geheimnisumwitterten „Halle der Aufzeichnungen“ führen, wo alle Erkenntnisse über Alchemie und Astronomie, über Mathematik, Magie und Medizin niedergelegt sind. Doch nach diesem Ort suchen Forschende bis heute vergebens. Legende oder Wahrheit?
Ein mehr als 70 Jahre altes wieder aufgetauchtes CIA-Dokument facht nun erneut Spekulationen um die legendäre „Hall of Records“ an, nachdem in einem fotografischen Inventar aus der Zeit des Kalten Krieges ein kryptischer Hinweis auf einen Tempel unter der Sphinx gefunden wurde.
Die zehnseitige CIA-Akte vom 20. November 1952 trägt den Titel „Presentation Form for Graphic Material“. In der Akte befinden sich 11 Rollen Schwarzweiß-Fotonegative, die zwischen Juli und Dezember 1950 aufgenommen wurden.
Das Material in dem Dokument wurde offenbar zu Zwecken der Archivierung an das CIA-Hauptquartier weitergeleitet. Das Dokument soll laut vorliegenden Informationen kein Geheimdienstbericht sein und sich größtenteils auf Afghanistan konzentrieren.

Es katalogisiert Hunderte von Bildern, die sich mit archäologischen Ausgrabungen, Höhlenausgrabungen, lokalen Dörfern, Basaren, Infrastrukturprojekten sowie mit geologischen Untersuchungen beschäftigen.
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Anhänger Cayces Theorie halten die Formulierung „Tempel unter der Sphinx“ deshalb für so besonders, weil es nicht um eine gängige archäologische Beschreibung handelt, wie es heute üblich ist. Ein Nutzer schrieb auf X:
„Die CIA weiß also von dem Tempel unter der Sphinx. Willst du immer noch behaupten, die Geschichte vom Hall of Records sei Unsinn.“
Obwohl bislang kein verborgener Tempel unter der Sphinx offiziell bestätigt wurde, ist einigen Archäologen der antike Sphinx Tempel schon seit Langem bekannt. Schon vor mehr als 30 Jahren rückten US-amerikanische Forscher der Sphinx mit gewaltigen Bohrmaschinen zu Leibe.
Zwischen den riesigen Pfoten drangen sie sieben Meter tief in das Gestein ein. Die von höchster Stelle genehmigten Experimente sind heute höchst umstritten, denn beinahe hätten sie das gesamte Denkmal zerstört – doch die geheimnisvolle Halle wurde nicht gefunden.

Ein wieder aufgetauchtes CIA-Dokument aus dem Jahr 1952 heizt die Spekulationen um die legendäre „Halle der Aufzeichnungen“ erneut an, nachdem in einem Fotoarchiv aus der Zeit des Kalten Krieges ein kryptischer Hinweis auf einen „Tempel unter der Sphinx“ gefunden wurde.
Nichts, was auf einen Tempel hindeutet
Seismische Messungen liefern zwar Hinweise auf Kammern tief unter der Sphinx, doch handelt es sich dabei offenbar um ganz normale Hohlräume. Weitere Bohrungen hat die ägyptische Verwaltung untersagt. Der berühmte Ägyptologe Zahi Hawass hat die Existenz einer „Halle der Aufzeichnungen“ stets bestritten und gesagt:
„Die Sphinx wurde gründlich ausgegraben. Mein Freund und Kollege Mark Lehner und ich haben sie 1979 selbst untersucht. Nichts, was einer „Halle der Aufzeichnungen“ ähnelt, wurde in oder in der Nähe der Sphinx gefunden.“

Hawass bestätigt, dass Forscher ihn um Erlaubnis gebeten hätten, unter der Sphinx Ausgrabungen durchzuführen, was er jedoch abgelehnt habe. Er sagte, es mache keinen Sinn, weiter zu graben und fügte hinzu, er habe Beweise dafür gefunden, dass sich unter der linken Pfote nichts als fester Fels befinde.
Das aufgetauchte CIA-Dokument hat in Internetforen und unter Geschichtsforschern für helle Aufregung gesorgt, da sich nun neue Fragen ergeben haben. Eine davon lautet: Ist die CIA vor mehr als 70 Jahren zufällig auf etwas unter der Sphinx gestoßen? Ein Besucher auf Reddit teilte mit:
„Natürlich steckt hinter dieser Sehenswürdigkeit mehr als man auf den ersten Blick vermuten mag. Gerüchten zufolge befindet sich das Buch Thoth unter der Sphinx.“
Das Buch Thoth ist ein bedeutendes Element der ägyptischen Mythologie und dreht sich um die Suche von Nefer-ka-ptah, ein Prinz aus Ägypten, der einen heiligen Text sucht, der Thoth, dem Gott der Weisheit, zugeschrieben wird. Laut einer Legende soll auch das Buch Thoth in der legendären „Halle der Aufzeichnungen“ unter der Sphinx aufbewahrt sein.
Theoretiker überlegen bis heute, ob die Sphinx in grauer Vorzeit möglicherweise von einer gewaltigen Flut heimgesucht wurde. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot von Halikarnass, kurz Herodot, berichtete, dass die Pyramiden einst von einem Meerbusen umgeben waren.
Manche sehen in den auffälligen Erosionsmustern im Kalkstein ein Indiz für sintflutartige Regenfälle in der besagten Region. Hermes erbaute die Pyramiden, weil er die Sintflut kommen sah und das Erbe der Menschheit retten wollte, berichtet eine arabische Schrift. Der Fels, aus dem eines Tages die Sphinx erschaffen wurde, soll vor drei Millionen Jahren entstanden sein
Der Mathematiker René Schwaller des Lubicz begab sich vor 70 Jahren auf die Suche nach geologischen Spuren der Flutkatastrophe und stieß dabei auf vertikale Rillen in den Kalksteinschichten. Er führte sie auf Auswaschungen durch Wasser zurück.

Für Lubicz ließ das nur einen logischen Schluss zu: Die Sphinx muss ein Relikt eines versunkenen Volkes sein. Doch von einer „vorsintflutlichen Zivilisation“ war weit und breit nichts zu finden.
Die Debatte über die wahren Ursachen der Erosion schlug hohe Wellen. Heftige Regenfälle gab es in Ägypten zuletzt vor etwa 7000 Jahren. Zu früh für eine Hochkultur. Die Spuren der Verwitterung sind nach Meinung von Schulwissenschaftlern auf Wind, Sand und Salzausscheidung im Kalkstein zurückzuführen.
Mächtiger als die Pyramiden
Herodot will laut eigener Aussage die Halle der Aufzeichnungen sogar selbst zu Gesicht bekommen besucht haben, bevor sie aus der Geschichte verschwand, und er soll hellauf begeistert gewesen sein Er schrieb:
„Ich habe die Halle der Aufzeichnung tatsächlich gesehen und sie ist viel mächtiger als das Werk der Griechen. Eine Arbeit, die unbeschreiblich ist. Doch das Labyrinth übertrifft sogar die Pyramiden.“
Ausgehend von den Beschreibungen der alten Texte von Herodot und anderen, die das magische Labyrinth besuchten, schuf ein deutscher Jesuitenforscher namens Athanasius Kircher aus dem 17. Jahrhundert die erste bildliche Wiedergabe des rätselhaften Labyrinths, wie Herodot es beschrieb:

„Es sind zwölf Höfe, die einander zugewandt sind, sechs auf der Nordseite und sechs im Süden, die sich miteinander verbinden – und die gleiche Wand umgibt sie alle draußen.
Dort sind zwei Arten von Kammern, die eine Art unter dem Boden und die andere oben auf diesen, dreitausend an der Zahl, jede Art fünfzehnhundert. Die obere Reihe von Kammern sahen wir selbst.“
Gerne wird die „Halle der Aufzeichnungen“ mit der Bibliothek von Alexandria verglichen. Für die Verfechter Cayce´s Theorie wartet der Ort des Wissens nur darauf, eines Tages entdeckt zu werden.
Für traditionelle Archäologen und Anhänger der Schulwissenschaft, wird sie weiter nichts anderes als eine Verschwörungstheorie, bestenfalls ein Mythos bleiben.

Dass das CIA-Dokument zur Lösung des Rätsels beiträgt, ist unwahrscheinlich – also wird die Sphinx weiter das Geheimnis bewachen und hüten.
Quellen: PublicDomain/Frank Schwede für PRAVDA TV am 19.05.2026
