Die Geier aus der Wall Street segeln über dem Golf von Mexiko

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Die Regierung von Mexiko weiß weder aus noch ein: die Investoren wollen ihr Kapital in dem Land nicht investieren. Der Misserfolg der ersten Stufe der Versteigerung „Runde Eins“ bestätigt diese Hypothese. Die Ölfelder mit großen Reserven (in Tiefwasser) werden trotzdem im nächsten Monat versteigert, obwohl ihr Wert weiterhin durch die Wirtschaftskrise und den Ausbau des Drogenhandels herabgesetzt ist. Die Regierung von Enrique Peña Nieto wird gezwungen sein, für das Öl im Golf von Mexiko die von den multinationalen Energie- Unternehmen und den New Yorker Investmentfonds angebotenen Krümel zu akzeptieren.

Mit der Bestrebung seit mehr als drei Jahrzehnten, das Wachstum der mexikanischen Wirtschaft mittels desselben Planes voranzutreiben, entschied sich jetzt die Regierung von Enrique Peña Nieto für die Privatisierung des Erdöls.

Im Dezember 2013 unternahm die Regierungspartei‚ Partido Revolucionario Institucional (PRI) mit der mehrheitlichen Unterstützung der Abgeordneten der Nationalen Aktions-Partei (PAN) und der Partei der demokratischen Revolution (PRD) die Änderungen der Verfassung (Artikel 25, 27 und 28), damit auf diese Weise die Beteiligung privater Unternehmen in der Ölindustrie möglich wird [1].

Im Einverständnis mit der Diagnose der orthodoxen Ökonomen [2] sollte es für die Steigerung der Produktivität, zur Schaffung von hochwertigen Arbeitsplätzen, zur Förderung der technologischen Modernisierung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Sektors genügen, die Pemex (Petroleos Mexicanos) und ihre Aktivitäten zum Verkauf anzubieten, d.h. die rechtlichen Hindernisse zu beseitigen, die das Staatsmonopol des Öls seit 1938 gesichert hatten [3].

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Laut der Schätzungen der mexikanischen Regierung sollte, dank der institutionellen Stärke und der makroökonomischen Stabilität des Landes, der Anfang dieses Prozesses schließlich eine riesige Welle von Investitionen vom Ausland zur wirtschaftlichen Entwicklung auslösen.

Jedoch im vergangenen Jahr wurde deutlich, dass Mexiko keine starken Institutionen und makroökonomische Stabilität besitzt. Einerseits ist es offensichtlich, dass der Drogenhandel außer Kontrolle geriet, umso mehr, seit dem es Joaquin Guzman Loera (bekannt als „El Chapo Guzmán“, der Anführer des Sinaloa-Kartells) gelungen war, aus dem Gefängnis des Hochlandes zu entkommen. Die Unsicherheit wird grösser und das organisierte Verbrechen begegnet auf seinem Weg keinen Hindernissen, eine Folge der Korruption und der Bündnisse für Straflosigkeit, die sich auf allen Ebenen der Regierung entwickelt haben.

Andererseits ist die Wirtschaft am Rande des Abgrunds. Laut dem letzten Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeige die mexikanische Wirtschaft im Jahr 2015 ein schwaches Wachstum von 2,4 %. Obwohl die Bank von Mexiko die Stabilität des Wechselkurses schützen soll, ist der Peso gegenüber dem Dollar stark abgerutscht. [4]. Der Wechselkurs liegt derzeit bei 16,40 Pesos pro Dollar, während er Anfang dieses Jahres noch zwischen 14 und 15 lag. Die internationalen Reserven der Bank von Mexiko verschwinden in dem Masse, wie das Federal Reserve System (Fed) bereit zu sein scheint, den Referenz-Zinssatz („federal Funds Rate“) nächsten September zu erhöhen [5].

In diesem Sinne gab es kein Anzeichen, das die Stärke des Staatsapparats und der Wirtschaft gezeigt hätte, um vorauszusagen, dass die erste Stufe der Versteigerung für „Runde Eins“ erfolgreich sein würde. Die massiven Investitionen in dem Ölsektor glänzen durch ihre Abwesenheit.

Obwohl Anfang dieses Jahres die nationale Kommission der Kohlenwasserstoffe (CNH) hoffte, dass Energieriesen wie ExxonMobil, Chevron, British Petroleum und Shell viele Anlagevorschläge machten, hat keiner von ihnen noch seine wirtschaftliche Macht am Mittwoch, 15. Juli bestätigt.

Von den insgesamt 14 versteigerten Ölfeldern (gelegen in den Provinzen von Cuenca Salinas y Macuspana, im Südosten von Mexiko) konnten nur 2 verkauft werden. Der Leiter des Sekretariats der Energie (Sener), Pedro Joaquín Coldwell, rechnete damit, dass die Auktion eine Erfolgsquote von 30 bis 50 % bekommen würde, bekam aber kaum schwache 14 %.

Der Sierra Oil & Gas Company übernahm die Felder 2 und 7 in geringer Tiefe, welche ein Potenzial von 605 Millionen Barrel haben. Die Investitionen für die nächsten 5 Jahre werden auf rund 2 500 Millionen US-Dollar geschätzt.

Im Gegensatz zu dem, was in der nationalen Presse berichtet wird, ist der Sierra Oil & Gas Company keine mexikanische Gesellschaft. Der Verantwortliche ist der Venezolaner Iván Sandrea (British Petroleum Exekutivmanager und Ex-Beirat der Citigroup und Merrill Lynch), und die Sierra Oil & Gas hat keine Erfahrung in der Öl-Industrie, weshalb sie nicht in der „Runde Eins“ mitmacht, sondern im Konsortium der US-Talos-Energie und der britischen Premier Oil (die 3 Firmen haben $ 1 Milliarde, um Exploration und Öl-Produktion-Projekte zu entwickeln).

Die New York-Investmentfonds sind die Hauptlieferanten von Finanzen für Sierra Oil & Gas [6]. Im vergangenen Jahr investierten 3 Investitionsfonds mit US-Kapital und ein mexikanischer Investmentfonds 530 Millionen US-Dollar in das Unternehmen.

Es handelt sich um EnCap Investments, Riverstone Holdings, Riverstone Energy und Infraestructura Institucional; letztere war das einzige mexikanische beteiligte Unternehmen, bis der größte Anlagen-Fonds der Welt, BlackRock (der ein Portfolio von Vermögenswerten verwaltet, die die $ 4,5 Milliarden überschreiten) [7], sich anschickte sie aufzukaufen. Riverstone ist seinerseits mit der Carlyle-Gruppe verbunden, die angeblich im Besitz der Familie des ehemaligen Präsidenten George W. Bush ist [8].

Die Operationen von Carlyle Group und von Riverstone sind bei weitem nicht sauber und transparent. Beiden Unternehmen wurden in den Vereinigten Staaten in den letzten Jahren zahlreiche Vorwürfe für Bestechung und betrügerische Zahlungen mit dem Geld der Rentner von New York gemacht.

Wenn auch in der ersten Phase der Ausschreibung die globalen Energie-Unternehmen kein einziges der Öl-Felder gekauft haben, will das aber nicht heißen, dass das Öl des Golfs von Mexiko an Bedeutung entbehrt. Die „Deepwater“ Felder werden in den kommenden Monaten zur Auktionen hinzukommen, eben diejenigen, die vermutlich eine der größten Ölreserven der Welt besitzen.

Jedes Mal, wenn der Preis der mexikanischen Petroleum Mischung auf Mindestniveau steht [9], rund 50 Dollar pro Barrel, warten die US-Unternehmen auf den günstigen Zeitpunkt, wo die mexikanische Regierung gezwungen ist, ihre Forderungen in Auktionen zu reduzieren [10] Sie verließen die Wolkenkratzer von New York, überfliegen bereits den Golf von Mexiko, die Geier der Wall Street sind bereit, ihre Beute, das Öl mit ihren Krallen zu ergreifen…

Literatur:

Öldämmerung: Deepwater Horizon und das Ende des Ölzeitalters von Jörg Schindler

Deutschland die Drehscheibe des Waffenhandels: Parteien und Panzer sind Petro-Dollar von Walter Bolsinger

Schwarzbuch Öl: Eine Geschichte von Gier, Krieg, Macht und Geld von Thomas Seifert

Europa im Erdölrausch: Die Folgen einer gefährlichen Abhängigkeitvon Daniele Ganser

Verweise:

[1] «La ruina de la industria petrolera mexicana», por Marcos Chávez M., Contralínea (México), Red Voltaire, 21 de marzo de 2015

[2] «Mexico prepares for second oil revolution», Jude Webber, The Financial Times, July 14, 2015.

[3] «Oil in Latin America: The good oil boys club», The Economist, July 18, 2015.

[4] «Mexico’s falling peso: not (necessarily) about risk aversion», Jonathan Wheatley, The Financial Times, July 23, 2015.

[5] «Janet Yellen: Fed on Track for 2015 Rate Hike», Ben Leubsdorf & Jon Hilsenrath, The Wall Street Journal, July 10, 2015.

[6] «Mexico’s Only Oil Winners Backed by Riverstone, BlackRock», Brendan Case, Adam Williams & Andrea Navarro, Bloomberg, July 17, 2015.

[7] «BlackRock: The $4.3 trillion force», Carol J. Loomis, Fortune, July 7, 2014.

[8] « Les liens financiers occultes des Bush et des Ben Laden », par Thierry Meyssan, Proceso (Mexique), Réseau Voltaire, 16 octobre 2001 (Auch auf Englisch) [„Geheime Finanzverbindungen zwischen den Familien von Bush und Bin Laden“. Am Ende der 1980er Jahre, als G.W. Bush die Harken Energy Company, eine kleine texanische Öl Firma leitete, machte der amtierende US-Präsident ein Vermögen mit dem Vertrag der Öl-Konzession in dem Emirat Bahrain. Diese Übereinkunft und falsche Transaktion war nichts weniger als die Vergütung einer Kommission für Verkäufe von Präsident George Bush Vater in Kuwait. An der Operation waren verschiedene Zwischenhändler in Saudi Arabien beteiligt, unter ihnen Salem bin Laden, der älteste Bruder von Osama bin Laden und Aktionär der Harken Energie… Die Informationen geben die Finanz-Netzwerke von den Bush und bin Laden Familien preis, die sich seit 20 Jahren gemeinsam entwickelten. Eine verborgene Welt von Händlern, Waffenschmugglern und Drogen. Eine Welt, wo sich der Nazi-Bankier Francois Genoud und ehemalige Direktoren der CIA und die Geheimdienste von Saudi-Arabien begegnen. Ist dieser Aufruf zum „Krieg gegen den Terrorismus“ nicht der Ort von unvorstellbaren versteckten Interessen? AdÜ] .
«The Carlyle Group: C for capitalism The Economist, June 26, 2003.

[9] «Oil’s Slump a Blow to Mexico Amid Touted Energy Reforms»,The New York Times, February 11, 2015.

[10] «Mexico’s Oil Auction: short-term disappointment v long-term progress», Duncan Wood, The Financial Times, July 16, 2015.

Quelle: voltairenet.org vom 31.07.2015

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2 comments on “Die Geier aus der Wall Street segeln über dem Golf von Mexiko

  1. Liegt im Golf von Mexiko nicht Black Goo ( Intelligentes Öl )?
    Wenn ich mich nicht irre ist damals bei der Deepwater Horizon Katastrophe Black Goo ausgelaufen, oder?

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