Auf den Spuren der Hurrikane

Welche Schäden selbst ein Hurrikan der schwächsten Stufe anrichten kann, hat zuletzt “Isaac” in den US-Südstaaten gezeigt. “Issac” jedoch ist nur ein schmaler unerkennbarer gelber Strich auf der Karte des US-Wetterdienstes NOAA, die alle bekannten tropischen Wirbelstürme in Mittelamerika seit Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt. Der Atlas zeigt ein dichtes Liniengewirr.

“Isaac” war mit Windgeschwindigkeiten von 130 km/h ein Wirbelsturm der schwächsten Kategorie 1. Hurrikan Katrina hingegen peitschte vor sieben Jahren mit Böen vom mehr als 300 km/h über die gleiche Region – und zerstörte weite Teile der Stadt New Orleans.

Wie selbstverständlich solche Naturereignisse sind, zeigt die Hurrikan-Karte der NOAA: Hunderte Wirbel zogen im Laufe der letzten 160 Jahre über den Süden der USA, den Golf von Mexiko, über die Karibik und Mittelamerika.

Die meisten kommen vom Atlantik: Mit Ostwind aus Afrika gelangen Tiefdruckwirbel nach Westen. Die Luft gerät auf dem langen Weg in Schwingung, bildet Tausende Meter hohe Wellen. Wenn aufsteigendes Meerwasser zu Wolken kondensiert, setzt die Luft Energie frei, sie treibt den Aufwärtssog an.

Hurrikane kommen schneller auf Hochtouren

Über mehr als 26 Grad warmem Wasser nahe dem Äquator steigt viel Dampf auf, er liefert Treibstoff für Hurrikane. Die Erwärmung des Atlantiks habe dafür gesorgt, dass Hurrikane mittlerweile neun Stunden eher auf Hochtouren kommen als vor 25 Jahren, berichteten Forscher kürzlich.

Erst kühleres Wasser oder Festland bremst die riesigen Wolkenwirbel. Deshalb gelangen die meisten Hurrikane nicht weit landeinwärts – wie die Grafik beweist. Manche Wirbel schlängeln sich die die Ostküste der USA entlang nach Norden, wie 2011 der Hurrikan “Irene”.

Auch von Westen droht Gefahr: Im Pazfik werden die meisten Hurrikane südlich von Acapulco geboren. Weit nach Norden jedoch gelangen die Stürme nicht, wie die NOAA-Karte zeigt – Kalifornien ist in Sicherheit. Ursache ist eine kalte Meeresströmung, die von Norden her die US-Westküste nach Süden hin streift, sie raubt den Stürmen ihre Energie.

Ruhe herrscht ausgerechnet dort, wo das Meer am wärmsten ist – in den Tropen, also südlich der Hurrikanspuren. Dort wirkt sich die Erddrehung nicht aus, die Luft kommt nicht ins Kreisen. Abseits des Äquators wirkt die Corioliskraft: Die Rotation der Erde lässt Luft und Meere in ausgedehnten Bahnen wirbeln.

Quellen: NOAA/SpiegelOnline vom 09.09.2012

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