
Überland-Hochspannungsleitungen stellen nicht nur einen baulichen Eingriff in Naturlandschaften dar, sie stören auch die Bewohner dieses Lebensraums auf eine bislang nicht bekannte, da für uns Menschen unsichtbare Weise: Wie britische Forscher zeigen, nehmen viele Tiere die Überlandleitungen als verstörende Linien stets aufblinkender Blitze im ultravioletten Lichtspektrum wahr. Die Entdeckung erklärt, warum viele Arten die Umgebung von Hochspannungsleitungen meiden und natürliche Habitate und Territorien durch sie regelrecht durchschnitten und fragmentiert werden.
(Foto: UV-Aufnahmen von Koronaentladungen an einer Hochspannungsleitung)
Anhand einer Untersuchung an Rentieren in Norwegen konnten die Forscher um Professor Glen Jeffery vom University College London aufzeigen, dass die Tiere die Überlandleitungen selbst im Dunkeln sehen können, da die Augen der Tiere für Blitze ultravioletten Lichts empfindlich sind, die von den Leitungen aufgrund der elektrischen Hochspannungübertragung konstant abgegeben werden – für das menschliche Auge aber unsichtbar sind.
Neben den Rentieren sind auch viele andere Tierarten, von arktischen Vögeln bis hin zu afrikanischen Elefanten und sogar Hunde und Katzen dafür bekannt, ultraviolette Strahlung sehen zu können. Während die Überlandleitungen bislang als unschädlich – da nahezu unsichtbar – für die Tierwelt angesehen wurden, erklärt die aktuell im Fach-journal „Conservation Biology“ (DOI: 10.1111/cobi.12262) veröffentlichte Studie nun, warum sich dennoch Tiere offenbar von den Leitungen gestört fühlen und diese sogar meiden: „Wahrscheinlich sehen die Tiere sogar nicht nur einige wenige UV-Blitze sondern die ganzen Kabel als fortlaufende Linie aus hellen Blitzen“, so Jeffery.
Tatsächlich lassen Hochspannungsleitungen an bestimmten Punkten Anhäufungen von ionisiertem Gas entstehen, die sich in chaotischem kurzen Aufleuchten im UV-Spektrum äußern, wenn die ionisierten Gase in Form einer sogenannten Koronaentladung (Büschelentladung) plötzlich abgeleitet werden (s. Video). Die Stromlieferanten sind um die Minimierung dieser Phänomene bemüht, da sie zu Übertragungsverlusten führen.
„Schon zuvor war bekannt, dass Tiere menschliche Strukturen meiden. Im Fall von Überland-Hochspannungsleitungen bedeutet dies jedoch oft eine kilometerlange Barriere. Warum Tiere auch diese Leitungen meiden, war für die Wissenschaft bislang ein Rätsel, da die Leitungen weder als physisches Hindernis betrachtet noch direkt mit menschlicher Aktivität assoziiert wurden“, zitiert der „The Independent“ den Forscher.
Video:
Quellen: ucl.ac.uk/independent.co.uk/grenzwissenschaft-aktuell.de vom 14.03.2014
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