China – Russland – USA: Dollar-Dämmerung

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Die Dominanz des Dollars bedrohe die russische Wirtschaft, und russische Öl- und Gaslieferungen sollten künftig in Rubel abgerechnet werden, erklärte Präsident Putin jüngst auf der Krim. Ein bemerkenswerter Schachzug im neuen Kalten Krieg zwischen dem Imperium und der kleinen Großmacht, auch wenn die Deutschen als Großkunden russischer Energieexporte zögern werden, sich einer konstitutionellen Schwachwährung wie dem Rubel zu bedienen und dabei auch noch den Zorn der Amerikaner auf sich zu ziehen.

Ernster zu nehmen ist der strategische Plan Pekings, den eigenen Außenhandel ebenso wie Investment-Transaktionen in weitaus größerem Umfang als bisher in Yuan statt in Dollar abzuwickeln. Bereits im März unterzeichneten die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Börse entsprechende Abkommen mit der chinesischen Zentralbank.

Chinas Währung wird Alternative zum Dollar werden

Frankfurt wird neben Luxemburg und London zum dritten Handelszentrum für Yuan in Europa. Die Liberalisierung des chinesischen Kapitalmarktes und die Freigabe des Yuan-Wechselkurses werden folgen. Chinas Währung wird sich als Alternative zum Dollar etablieren. Angesichts chinesischer Währungsreserven von nahezu 4.000 Milliarden Dollar ist China ungleich schwerer angreifbar als Rußland.

Amerikanische Sanktionen gegen das Reich der Mitte nach dem Vorbild der jüngsten antirussischen Maßnahmen würden die internationalen Finanzmärkte in ihren Grund-festen erschüttern. Sie würden als Vorspiel zum Krieg interpretiert – so wie Präsident Roosevelts Blockade gegen das imperiale Japan.

Die vorsichtigen Chinesen werden den Showdown hinauszögern wollen. Ihre strategischen Denker sprechen seit Jahren von der Notwendigkeit, die Rolle des Yuan an den Kapitalmärkten zu stärken, die Dollar-Herrschaft zu brechen und die eigenen Goldreserven aufzustocken. Zu letzterem hatten sie 2013 Gelegenheit, als Goldman Sachs zur Attacke auf den Goldpreis blies und die amerikanischen Fonds in Panik verkauften.

Die Vordenker in Peking wissen – sie sagen es auch ganz offen –, daß China in der Dollar-Falle sitzt und in einer Währung überinvestiert hat, die nach amerikanischem Belieben abgewertet und im Konfliktfall blockiert werden kann. Die Option, die Dollarreserven der chinesischen Volksbank auf den Markt zu werfen, existiert in der Realität nicht. Praktikabel ist nur eine graduelle Lösung von der Weltreservewährung auf längere Sicht.

Annäherung von Moskau und Peking durch Amerika beschleunigt

In diesem Zusammenhang ist das im Mai abgeschlossene Erdgasabkommen zwischen Moskau und Peking von überragender Bedeutung. In etwa ab 2018 wird der russische Staatskonzern Gazprom 30 Jahre lang Erdgas in einem Gegenwert von geschätzten 400 Milliarden Dollar an China liefern, die Rechnungen jedoch nicht in Dollar, sondern in Yuan oder Rubel stellen. Die Ironie des Deals, der Washington alarmiert haben muß, besteht darin, daß die Amerikaner ihn selbst beschleunigt haben – durch ihre Straf-maßnahmen gegen Moskau. Sie treiben Rußland in die Arme Chinas.

Deutschland und die EU hingegen scheinen sich mit den bestehenden Verhältnissen abgefunden zu haben. Die Bundesrepublik fungiert als unsinkbarer Flugzeugträger der einzigen Weltmacht, die amerikanischen Truppen hierzulande einschließlich ihres zivilen Gefolges und der Geheimdienstmitarbeiter genießen exterritorialen Status und unter-liegen nicht deutscher, sondern amerikanischer Gerichtsbarkeit. Die US-Justiz besteht auf der Geltung amerikanischen Rechts auch in Europa – und sie kann den Anspruch durchsetzen.

Zuletzt akzeptierte die französische Großbank BNP Paribas eine milliardenschwere Strafzahlung an die US-Behörden wegen Umgehung amerikanischer Sanktionen gegen den Iran, den Sudan und Kuba, obwohl die Geschäfte nicht auf amerikanischem Boden, sondern in Genf und Paris getätigt wurden. Es genügte, daß in Dollar fakturiert wurde – eine perfekte Illustration, wie der sogenannte Dollar-Imperialismus funktioniert. Die französischen Politiker waren empört – und gaben klein bei. Kein zweiter de Gaulle in Sicht, nirgends.

Deutsches Gold bleibt in Amerika

Unterdessen ist aus London zu hören, daß internationale Handelsgeschäfte zunehmend in Gold abgewickelt werden. Dabei wechseln die Barren an den Handelsplätzen Singapur, Shanghai, Dubai oder Istanbul den Eigentümer. Weil nichts über Bankkonten und Clearingstellen läuft und die Transaktionen für das US-Justizministerium nicht einsehbar sind, können die Amerikaner auch nichts blockieren oder verbieten.

Auch damit wird ein neues Kapitel in der langen Saga der Dollar-Dämmerung ge-schrieben. Die USA, immer noch im Besitz der größten Goldreserven der Welt, beginnen die Kontrolle über den Markt für Gold – die maßgebende werthaltige Alternative zum Dollar – zu verlieren.

Nicht aber die Kontrolle über den Teil der deutschen Goldreserven, der zusammen mit einigen tausend Tonnen anderer Länder im Keller der Federal Reserve Bank of New York liegt. Noch 2013 hatte sich der CDU-Außenpolitiker Philipp Mißfelder mit Unterstützung der Bild-Zeitung dafür stark gemacht, das deutsche Gold aus New York zurückzuholen.

Im Frühjahr 2014 verlor er sein Amt als Amerikabeauftragter der Bundesregierung. Als er sich dann auch noch die Freiheit nahm, den Geburtstagsempfang für Altbundeskanzler Gerhard Schröder in Sankt Petersburg zu besuchen, auf dem Wladimir Putin, der Leibhaftige, gesichtet wurde, war er bei den Amerikanern unten durch.

Seitdem schwindet auch die Chance auf ein baldiges Wiedersehen mit dem amerikani-sierten deutschen Gold. Spiegel-Online meldete am 24. Juni: „Bundesregierung will Gold in den USA lassen.“ Der lange Arm von Uncle Sam – bis Peking reicht er nicht, aber bis Berlin.

Quelle: jungefreiheit.de vom 23.08.2014

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27 comments on “China – Russland – USA: Dollar-Dämmerung

  1. Man kann nichts zurpck geben, was nichtmehr existiert (das Gold).
    Fort Nox ist leer, was „echtes“ gold angeht.
    Wer allerdings gold angemahlte Fakebarren will…..

  2. SEIT MINDESTENS 2400 JAHREN NICHTS DAZU GELERNT !

    Liest man das Ganze hier, überkommt mich zwangsläufig der Gedanke, dass das geistige Niveau sich auf niedrigstem materialistischen und wertbefreitem Pegel befindet. Es ist eben reine Politik und sonst nichts, – einfach nur hohl und leer.

    Seit mindestens 2400 Jahren, als Platon sich über den geistigen Wert der Politker – offenbar mit Recht – äusserte, hat sich nie etwas verbessert. Seine Aussagen gelten heute noch genau so unverändert.

    Als Höhepunkt zum Inhalt, das hier aus obigem Text:

    > Amerikanische Sanktionen gegen das Reich der Mitte nach dem Vorbild der jüngsten antirussischen Maßnahmen würden die internationalen Finanzmärkte in ihren Grund-festen erschüttern. Sie würden als Vorspiel zum Krieg interpretiert – so wie Präsident Roosevelts Blockade gegen das imperiale Japan.

    Das heisst doch nichts anderes, als dass *man* den Krieg haben will. Und ich denke es läuft im Prinzip auf das selbe hinaus, wie bei der Pharmaindustrie:

    Die Kriegsindustrie braucht immer genug Soldaten, die möglichst überzeugt in den Krieg ziehen, weil nur durch Kriege und Tod kann die Kriegsindustrie blühen. Das Schlimmste was dieser Industrie passieren kann, ist der Ausbruch des totalen Friedens. Und das gilt es mit Hilfe der Politik mit Einsatz von fadenscheiniger Propaganda-Politik zu verhindern.

    Die Pharmaindustrie braucht immer genug Kranke und Sterbende, damit die Forschung immer weitergeht und zur Finanzierung dieser, der Strom an teuren Medikamenten (Cytostatika) nicht versiegen wird.

    Im Prinzip hätte es der Mensch in der Hand beiden Systemen grundsätzlich einen massiven Strich durch die Rechnung zu machen.

    In beiden Fällen distanziert man sich vom Mainstream und Establishment, weil die Menge der Lügen unerträglich ist. Man diszipliniert sich gegen Propaganda die immer faul ist, weil sie nie dem Volk dient.

    Im Klartext: Man sorgt sich möglichst selbst um die eigene Gesundheit, hört auf die welche orthomolekular-medizinisch geschult sind und viel besser wissen, was für den Menschen gut ist, als die offiziellen Empfehlungen. Die orthomolekulare Medizin ist Teil der Schulmedizin. Natürlich gibt es noch viel mehr, das ist nur grad ein Beispiel. Und man macht sich immun gegen Kriegshetzerei und stellt alles sehr kritisch in Frage was von den Regierungen gesprochen wird, sei es von links oder rechts. Was zählt ist die eigene Vernunft!

    Es muss soweit kommen, dass es weltweit zur Kriegsdienstverweigerung kommt bei Aggressionskriegen. Die imperalistischen Supermächte USA, Russland und China müssen auf diese friedliche Weise geschwächt werden. Verteidigungskriege, falls es denn wirklich auch echte Verteidigungskriege sind, müssen legitim bleiben.

    Fazit: Ich weiss, dass dies alles ein Wunschtraum ist und kaum je erreicht wird. Wenn dem aber so ist, warum und wozu soll dann die Menschheit langfristig überleben? Ich weiss jedenfalls keinen praktischen und logisch nachvollziehbaren Grund.

    Ich kann mir jedenfalls sehr gut einen von Menschen befreiten Planeten vorstellen. Ein ganz grosser Feind der Natur würde es nicht mehr geben. Wäre doch ein wahrer Segen, oder…?

    1. Nennen wir den Mensch nicht Feind:
      Nennen wir ihn: Fehlkonstruktion.
      Ich frag mich oft, ob es so gekommen wäre wenn es einen ebenbürdigen Fressfeind zu uns gäbe…
      Ich glaube das ist ein großer Grund bei dme Problem.

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