Eine Weltwirtschaft auf Tauchgang

In den Schwellenländern breitet sich die Währungskrankheit aus. Die Probleme in der Peripherie werden sich auf das Zentrum ausbreiten. Gold war ein Schnäppchen in den frühem 2000ern und ist ein Schnäppchen heute.

Viele Schwellenländer werden gerade zu „Abtauch-Ländern“. Ein Land nach dem anderen hat sinkende Wirtschaftsleistungen, Währungs- und Aktienmarktkurse zu verzeichnen.

Die Währung ist oft der beste Indikator für die ökonomische Verfassung eines Landes. Schauen Sie sich nur folgende sechs Währungen an, die gerade in die Finsternis abtauchen.

Die Währungskrankheit breitet sich aus

Das sind nur einige der schlimmsten Beispiele. Die Währungseinbrüche breiten sich wie ein Lauffeuer aus. Ein Land nach dem anderen ist von hoher Inflation und Hyperinflation betroffen. Hier sind noch ein paar weitere Länder, wo 2018 die Währungen einbrechen: Sudan -61%, Angola -39%, Liberia -8% und Indien -12%.

Die Liste geht weiter. Es gibt noch mindestens 15 weitere Länder, wo die Währungen in diesem Jahr gegenüber dem Dollar um 10 % oder mehr abgewertet haben.

Globaler Aktienmarktabschwung beginnt

Weltweit signalisieren uns jetzt auch viele große Aktienmärkte, dass eine säkulare Baisse der Weltwirtschaft beginnt. Chinas Aktienmarkt ist 2018 um 25% gesunken, in Brasilien sind es -20%, in der Türkei -23%, Italien -16%, Spanien -15%, Deutschland -10% und in Großbritannien – 10%. Der Schwellenländer-ETF ist mit 20% im Minus.

Die BRIC-Länder – Brasilien, Russland, Indien und China – vereinigen 40% der Weltbevölkerung auf sich und haben ein BIP von 20 Billionen Dollar. Somit ist die Schwäche dieser Volkswirtschaften ein unheilverkündendes Zeichen für das, was kommen wird.

Natürlich erreicht der Abschwung in diesen Ländern nicht die Größenordnungen, die wir in Venezuela und Argentinien beobachten. Sie sind dennoch ein Signal dafür, dass die Weltwirtschaft an ihren Rändern zu zerfasern beginnt (Finanzmarkt: Das letzte Hurra, bevor die dunklen Jahre kommen)

Aufkommende Dollar-Schulden-Katastrophe

Ein wirtschaftlicher Abschwung wäre nicht so gravierend, wenn die Welt nicht bis zum Anschlag verschuldet wäre. Die westlichen Volkswirtschaften haben Schulden, die sie nie zurückzahlen können. Noch schlimmer ist die Situation jedoch in den Abtauch-Ländern, deren Wachstum weitgehend durch Verschuldung in US-Dollar finanziert wurde.

Im Jahr 2000 betrug die Verschuldung dieser Märkte noch 8 Billionen Dollar, heute nähert sie sich der 50 Billionen Dollar-Marke an.

Der Anteil der Schulden in US-Dollar ist dabei exponentiell gewachsen. Da die meisten dieser Währungen gegenüber dem Dollar deutlich an Wert verlieren, dürfte es in den kommenden Jahren wahrscheinlich zu Zahlungsverzug und Zahlungsausfällen kommen. Wie die Grafik unten zeigt, ist die US-Dollar-Verschuldung in den meisten dieser Länder um das 5- bis 10-fache gestiegen.

Die Währungen praktisch aller unten gezeigten Länder befinden sich in einem rapiden Verfall und werden solange weiterfallen, bis sie buchstäblich wertlos geworden sind.

Argentinien – Zinssatz 60 %

Wenn wir einen kurzen Blick auf Argentinien werfen, erkennen wir ein Muster, das nicht nur die Schwellenländer treffen wird, sondern auch den Westen. Im Umfeld hoher Inflation und einem Einbruch der Landeswährung Peso um 50 % hat Argentinien die Zinssätze auf 60 % angehoben.

Mit Zinssätzen von 60 % kann kein Land fertigwerden, besonders dann nicht, wenn es stark verschuldet ist. Derartige Zinsniveaus sind also blanker Wahnsinn und werden den Patienten, wenn es so weiter geht, umbringen.

Die Botschaft könnte nicht deutlicher sein. Die exponentiell und völlig überproportional zum BIP-Wachstum ansteigende Verschuldung wird am Ende zum Währungseinbruch und somit zu Zahlungsausfällen führen. Die Welt könnte mit einer Zahlungsunfähigkeit Argentiniens zurechtkommen. Das ist schon mehrfach passiert.

Gleiches gilt für die katastrophale Wirtschaft Venezuelas. Trotz eines Totalzusammenbruchs von Wirtschaft und Gesellschaft, hätte allein das noch keine globalen Auswirkungen (Der nächste Wirtschaftscrash wird richtig “hässlich”).

Immer mehr Maulwurfshügel

Wie so oft beginnt der Ärger in der Peripherie. Aktuell sehen wir also keine einmaligen Vorkommnisse im Rahmen eines lokal begrenzten Problems. In jedem Land tauchen gerade Maulwurfshügel auf, die sich bald auch im Westen ausbreiten werden.

Geduld – Eine verlorene Tugend

Vor einigen Jahren wurde ich in einem Interview gebeten, einige der wichtigsten Dinge zu nennen, die ich im meinem langen Berufsleben gelernt habe. “Geduld” war meine sehr klare Antwort. Wenn man jung ist, muss alles schnell gehen.

Sofortige Befriedigung ist zu einem wichtigen Teil der heutigen Kultur geworden, weil die meisten Menschen rastlos und wenig gefestigt sind. Das gilt für Jung und Alt. Niemand kann länger als eine Sekunde still sitzen, bevor das iPhone herausgeholt wird. Mobiltelefone sind die Zigaretten von heute, ohne sie werden die Menschen ängstlich und nervös. Doch leider sind sie auch mit ihnen nervös.

Noch schlimmer ist: Wenn jungen Menschen zusammenkommen, ist es wichtiger mit dem Rest der Welt über Instagram oder Snapchat zu kommunizieren, als mit einem Freund zu sprechen, der direkt neben einem sitzt.

Und jeder, der eine E-Mail oder eine Nachricht sendet, erwartet sofort eine Antwort. Wer vor hundert Jahren einen Brief an jemand auf der anderen Seite des Atlantiks schrieb, wartete viele Wochen auf eine Antwort. In vielerlei Hinsicht war die Lebensqualität damals besser als heute. Doch die technologische Entwicklung vollzieht sich mit immer höherer Geschwindigkeit (10 Jahre Finanzcrash: Ex-BIZ-Chefvolkswirt und Ex-EZB-Chef fürchten nächste Megakrise).

Probleme in der Peripherie werden sich auf das Zentrum ausbreiten

Um zu verstehen, was als nächstes passieren wird, gehen wir zurück in die Peripherie, um zu sehen, mit was einiger Länder bereits zu kämpfen haben. Sinkende Währungskurse sind dabei nur die eine Seite. Natürlich sieht man auch, wie Gold die Misswirtschaft eines Landes offenbart und zudem vor einem totalen Vermögensverlust schützt.

Mit einer wertlosen Währung ist Venezuela eindeutig ein hoffnungsloser Fall. Aber angesichts eines Goldpreises von 300 Millionen Bolivar wäre jeder Venezolaner, der Anfang dieses Jahres ein wenig Gold besaß (oder noch besser schon seit einigen Jahren) nicht in der verzweifelten Situation, in der sich heute fast alle Venezolaner befinden.

Das Gleiche gilt für die anderen Länder. Wer physisches Gold und etwas Silber hält, versichert das eigene Vermögen nicht nur gegen die Zerstörung des Papiergeldes, sondern auch gegen einen potentiellen Bail-In oder einen Zusammenbruch des Bankensystems (Viktor Orbán warnt Ungarn im Rundfunk: Finanzcrash steht bevor).

Aktuell kommen aus der ganzen Welt zahlreiche Warnsignale. Die Dunklen Jahre haben in der Peripherie bereits begonnen und werden schnell in das Zentrum vorstoßen. Einige Aktienmärkte (z.B. in den USA) bewegen sich noch in der Nähe ihrer Höchststände. Doch grundsätzlich können Blasenmärkte jederzeit zusammenbrechen.

Die technischen Signale deuten jetzt auf einen unmittelbar bevorstehenden Crash hin. Auch bei Gold und Silber: Sie sind bereit für eine Wiederaufnahme des langfristigen Aufwärtstrends und eine große Aufwärtsbewegung.

Diese Bewegungen könnten jederzeit einsetzen. Sollten sie sich kurz verzögern, so macht das keinen Unterschied. In der Weltwirtschaft wird es diesen Herbst zur Wende kommen, und die Folgen für die Welt werden schrecklich sein.

Literatur:

Die Unersättlichen: Ein Goldman-Sachs-Banker rechnet ab

Wehrt Euch, Bürger!: Wie die Europäische Zentralbank unser Geld zerstört

Der Weg ins Verderben: Wie die Eliten die nächste Krise vorbereiten und wie Sie sich davor schützen können

Wer regiert das Geld?: Banken, Demokratie und Täuschung

Quellen: PublicDomain/goldreporter.de am 25.09.2018

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