Gesundheit: Neembaum als Zimmerpflanze – Die Apotheke für Selbstversorger

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Ein echter Geheimtipp an alle, die vorbereitet und unabhängig sein wollen, also an die Prepper und Selbstversorger unter Euch: besorgt euch Samen vom Neembaum (auch bekannt als Niem, Margosa, Azadirachta indica, Nimtree oder Indian-lilac) und pflanzt sie so schnell wie möglich ein.

In seinen Anbaugebieten ist der Neembaum als Dorfapotheke bekannt, auch als Wunderbaum, Geschenk des Himmels und vierziger Baum, da er über vierzig Krankheiten heilen kann. Neemöl hat eine desinfizierende, wundheilende, antivirale, antimykotische, antioxidative und pflegende Wirkung. Neemprodukte werden nicht nur als Heilmittel und Kosmetika für Zwei- und Vierbeiner eingesetzt, sondern dienen auch in der Landwirtschaft als Dünger und Insektenschutzmittel, als Lampenöl mit natürlicher Mückenabwehr und vieles mehr. Von KatCze

Der Neembaum enthält mehr als 100 verschiedene Inhaltstoffe von denen aber bisher nur 34 erforscht sind. Die als Heilmittel nutzbaren Teile der Pflanze sind die Rinde, die Blätter und die Früchte, in denen sich die Samen befinden, aus welchen das begehrte Neemöl gewonnen wird. In diesen Pflanzenteilen liegen unterschiedliche Wirkstoffe in unterschiedlicher Konzentration vor. Doch dazu später mehr.

Dem Selbstversorger wird der Neembaum vermutlich anfangs hauptsächlich in der Gärtnerei nützen. Zumindest werden Neemprodukte in Europa bislang hauptsächlich in der Landwirtschaft eingesetzt. Es werden Samen und Öl als Dünger und zur Bekämpfung sowie Vorbeugung von Insekten-, Nematoden-, Milben- und Pilzbefall verwendet.

Ein großer Vorteil des Neems gegenüber den üblichen Chemiekeulen ist, dass keinerlei Resistenzen gegenüber Neem als Schädlingsbekämpfungsmittel beobachtet werden konnten und das laut Untersuchungen keinerlei schädigende Wirkung auf nützliche Insekten wie Bienen bekannt sind. Die für die Insektenbekämpfung wirksamen Inhaltsstoffe der Neemsamen sind Azadirachtin, Salannin, Meliantriol, Nimbin und Nimbidin.

Einige dieser Wirkstoffe haben eine abstoßende Wirkung auf die Schadinsekten und hindern diese daran die Kulturpflanzen zu fressen und sich zu vermehren. Andere Inhaltstoffe haben eine wachstumshemmende Wirkung auf Insekten, speziell auf das Wachstum des Außenskeletts sowie eine

Hemmung der Fortpflanzungsfähigkeit. Des Weiteren verlieren Larven durch den Neem-Einsatz ihre Beweglichkeit und einige Schädlinge ihre Flugfähigkeit und es vergeht ihnen schlicht und weg der Appetit, da Neem extrem bitter ist. Durch all die breitgefächerten Wirkungen des Neemöls wird die Lebensdauer der Schädlinge auf mehrfache Weise stark reduziert, aber vor allem wächst keine nächste Generation mehr heran.

In der ayurvedischen Medizin wird Neemöl u.a. gegen Anämie, Blutarmut, Bluthochdruck, chronischen Hauterkrankungen, Entzündungen aller Art, Hepatitis, Fieber, Geschwüre, Lepra, Nesselsucht, Rheuma, Schilddrüsenerkrankungen, Verdauungsstörungen und Wurmbefall eingesetzt wird. Außerdem wird Neem als Mittel gegen Kopfläuse, Atemwegserkrankungen, Durchfall, Darmentzündungen, erhöhten Cholesterinspiegel und für die Zahnpflege und Mundhygiene eingesetzt und soll ebenso als Heilmittel gegen Diabetes mellitus und Krebs wirken.

Je nach Anwendungsfall wird Neem innerlich oder äusserlich angewendet. Um den Punkt der Zahnpflege aufzugreifen, hierfür pflücken sich die Inder einfach einen kleinen Zweig vom nächstbesten Neembaum und kauen einige Minuten lang auf diesem rum, bis die Holzfasern bloß liegen und einem Pinsel ähneln.

Dieser wird dann wie eine besonders effektvolle Einweg-Zahnbürste genutzt, da die Bakterien, die für Karies und Paradontose verantwortlich sind, durch die antibakterielle Wirkung abgetötet werden. Außerdem ist es in Indien üblich nach den Mahlzeiten ein bis zwei Neemsamen zu essen, um die Verdauung zu fördern und gleichwohl schädliche Bakterien im Mundraum abzutöten (Selbstversorgung aus dem Hausgarten – „Gemeinsam nach vorne säen“).

Neemöl bzw. die Samen können obendrein als Empfängnisverhütung für Frau UND Mann eingesetzt werden. Wie könnte man unabhängiger sein, als sein eigenes Verhütungsmittel anzubauen. In der indischen Armee wurde die empfängnisverhütende Wirkung an den Soldaten und Soldatinnen getestet. Nach sechs Wochen setzte die Wirkung bei Männern ein, hielt während eines Jahres (der gesamten Versuchszeit) und die verhütende Wirkung hörte ebenso sechs Wochen nach der Absetzung beim Mann wieder auf.

Der verhütende Effekt bei Männern beruht auf der Hemmung der Spermienausbildung, wodurch die Beweglichkeit und die Anzahl der Spermien eingeschränkt werden. Bleibt der Neem-Wirkstoff aus, produziert der Körper wieder unbeeinflusst und ganz normal

Spermien. Des Weiteren gab es Forschungen, bei denen geringe Mengen Neemöl in den Samenleiter gespritzt wurden und die männlichen Probanden daraufhin bis zu acht Monaten nebenwirkungsfrei fortpflanzungsunfähig waren. Es traten keinerlei Nebenwirkungen wie Libidoverlust oder Impotenz auf. Bei den Frauen beruht die empfängnisverhütende Wirkung auf eine Immunreaktion.

Die Einnistung eines befruchteten Eies wird durch diese Immunreaktion vereitelt und es kommt zu einem Abgang des Eies. Während in Madagaskar die Frauen täglich einige Neembaumblätter zur Empfängnisverhütung kauen, zeigen die übrigen Quellen die Einnahme der Neemsamen oder des Neemöls als Verhütungsmittel auf. In Indien wurde nach diversen Versuchen an Zwei- und Vierbeinern, ein Verhütungsmittel für Mann und Frau auf den Markt gebracht und in Punkto Nachwuchskontrolle durch den Mann sind uns die Inder in diesem Fall einen Schritt voraus.

Ebenfalls bei den Haustieren lässt sich bestimmt ungewollter Nachwuchs durch die Verabreichung von Neem verhindern. Sei die Neemgabe an den Rüden, die Hündin, den Kater oder die Katze, mit Neem hat der Tierhalter nun eine unabhängige und natürliche Möglichkeit zur temporären tierischen Empfängnisverhütung und eine Alternative zur Kastration. Ebenso lässt sich Neemöl wohl auch als Heilmittel für sämtliche oben aufgezeigten Beschwerden für die Zweibeiner anwenden, aber in abgeminderter Dosis.

Jedoch scheint sich die Forschung noch nicht ausreichend mit diesem Thema beschäftigt zu haben, zumindest sind dazu keine abschließenden Studien zu finden. Anders sieht dies bei den tierischen Parasiten aus. Neemöl wirkt nachweislich gegen Flöhe, Zecken und Milben. Vornehmlich wird das Neemöl zu 3-5% ins Haustiershampoo gemischt und das Tier wie gewohnt gewaschen, dann alles noch bis zu zehn Minuten einwirken gelassen und anschließend gut ausgespült.

Das Neemöl wirkt hier wie bei den Schädlingen in der Landwirtschaft, indem es den Parasiten durch extreme Bitterkeit den Appetit verdirbt. Aber die wichtigste Wirkung des Neemöls ist auch hier, die Parasiten Fortpflanzungsunfähig zu machen und das Außenskelett des bereits vorhandenen Nachwuchses im Wachstum zu hemmen so das diese sterben. Das muss bei der Parasitenabwehr mittels Neemöl im Auge behalten werden, um einen langen Atem zu bewahren. Denn es können bis zu zwei Wochen verstreichen, bis die gesamte Ungeziefergeneration ausgerottet ist.

Sind Floh und Co aber erst einmal vernichtet, so braucht Neemöl nur noch prophylaktisch angewendet werden, um einen Neubefall zu unterbinden. Auch für den Haushalt kann ein Fläschen Neemöl sehr nützllich sein. So hilft Neem z.B. Hausstaubmilben zu bekämpfen, in dem es die Nahrungsgrundlage der Milben, also Hautschuppen, ungenießbar macht und das Wachstum der Larven stoppt (Kleingärtner als Schwerkriminelle: 25.000 Euro Strafe für den Anbau alter Obst- und Gemüsesorten (Video)).

Des Weiteren konnte in Studien nachgewiesen werden, dass Neemöl einen hervorragenden Schutz vor Stechmücken darstellt. Für ein Antimückenmittel braucht man lediglich Kokosöl und 2% ätherisches Neemöl vermischen. Aufgetragen auf der Haut hält diese Rezeptur 96-100% der anwesenden Anopheles-Mücken ab, 85% der Gelbfieber übertragenden Mücken und bis zu 94% der europäischen Culex-Mücken fern.

Hat man erst einmal keimfähige Samen, so lassen sich diese erstaunlich leicht zu einer Zimmerpflanze heranziehen. Da es sich um eine Tropenpflanze handelt sollte diese im warmen stehen, also im Winter, Frühling und Herbst auf jeden Fall drinnen bei 20-35Grad. Die Samen keimen nach ein bis vier Wochen und es sollte unbedingt Staunässe vermieden werden.

Bis zur ersten Ernte der Früchte mit den begehrten Samen vergehen nur vier Jahre. Im Vergleich zum Apfelbaum, bei dem vom Samen bis zur ersten Frucht 8-10 Jahre vergehen, ist der Neembaum ein echter Schnellerzeuger. Die Neemblätter können in kleinem Maße bereits noch früher verwenden werden.

Zugegeben, den Neembaum mit dem Ziel der Holzgewinnung in Nordeuropa zu kultivieren wird wohl eher nichts. Aber diejenigen mit einer Finca im Süden oder einem noch stillliegenden Land in warmen Gefilden, gerne auch Wüstenregionen, können den Wunderbaum getrost großflächig anbauen, denn termitenresistentes Bauholz wird wohl immer gefragt sein.

Ebenso lassen sich Neemblätter und der Presskuchen, also die Rückstände der Neemölgewinnung, als nährstoff- und mineralstoffreiches Viehfutter verwenden, ganz zu schweigen von sämtlichen bereits erörterten Anwendungsfällen (Alte Saat: Darum müssen wir sie bewahren (Videos)).

Abschließend sei denn noch erwähnt, das Neemöl schwach toxisch wirkt, diese toxische Wirkung jedoch zu gering ist, um schädlich zu sein. Es wird dennoch vor einer innerlichen Anwendung bei Kindern unter vier Jahren gewarnt.

Um eine Vorstellung der Toxizität zu haben: bei einer oralen Einahme des Neemöls von 30-50ml und mehr, soll eine Überdosis auftreten. Durch die extreme Bitterkeit kann eine Einnahme aus Versehen aber so gut wie ausgeschlossen werden. Außerdem soll es selten zu Unverträglichkeiten kommen, aber dennoch wird für die erste Einnahme eine kleine Dosis empfohlen, die sich dann steigern kann.

Dies gilt für das Neemöl, die Neemblätter wirken natürlich viel schwächer und sind in keinster Weise toxisch und kommen für die medizinische Anwendung überwiegend zur Verwendung.

Literatur:

Frisches Gartengemüse auch im Winter: Anbau und Ernte 40 ausgewählter Kulturen

Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr: Säen, pflanzen, ernten. Inkl. DVD und App zur Gartenpraxis: Storl zeigt, wie’s geht! (GU Garten Extra)

Meine kleine Farm: Anleitung für Selbstversorger

Quellen: PublicDomain/KatCze für PRAVDA TV am 09.06.2020

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