Quittung für Mainstreammedien – Auflageneinbrüche bei Bild, Welt, Spiegel, FAZ & Co.

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Reichelt, Poschardt, Klusmann & Co: Dies sind die Namen von Verlierern. Als Chefredakteure führen sie die Riege deutscher Print-Leitmedien an – und die sind auch weiter auf strammer Talfahrt – wie die jetzt veröffentlichten Auflagenzahlen für das 2. Quartal belegen.

Immer weniger Leser interessieren sich für das weitgehend angepasste und regierungsergebene, zeitgeistkompatible „betreute Denken“ in Druckform. Die Auflagenverluste sind die Quittung dafür, dass Haltung statt Information zum obersten Sinn erkoren wurde.

Vor allem die linksgedrehten Medien wie „Bild“, „Welt“ und „Spiegel“, aber auch die einst als bürgerlich-konservativ geltende „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) brechen massiv ein.

Das Medienmagazin „DWDL“ veröffentlichte unter Berufung auf Zahlen von Meedia und der Vertriebskontrollgemeinschaft „IVW“ die aktuellen Trends aus dem zweiten Quartal im Vergleich zu den Vorjahreszahlen -und sie sind alarmierend.

Der größte Verlierer unter den deutschen Printmedien war im vergangenen Jahr die „Welt“ mit einem Minus von satten 43 Prozent verkaufter Druckauflage. Bei „Bild“ waren es 18 Prozent, beim Spiegel immerhin 9,3 Prozent und bei der FAZ 13,8 Prozent.

Faule Ausreden wegen „Flugnummern“

Tatsächlich hatten während des Lockdowns die zuhause verharrenden Medienkonsumenten erst recht mehr Zeit zum Lesen – was sich in Auflagensteigerungen, und nicht -rückgängen hätte bemerkbar machen müssen.

Weil dies ausblieb, deutet vieles darauf hin, dass es inhaltliche Unzufriedenheit der Leser mit den Printmedien war, die sie auf Distanz gehen ließen. Kritik an Trump, AfD, Corona-Demonstranten und Lockdowngegnern in Maßen – gut und schön.

Doch das permanente Bashing, Framing und voreingenommene Niederschreiben „inakzeptabler“ Standpunkte stößt jeden denkenden Menschen irgendwann vor dem Kopf… und so erklären sich dann die Rückgänge.

Das kommt davon, wenn man seinen journalistischen Verstand morgens vor der Redaktionskonferenz mit den Resten von Wachmachern, Aufputschmitteln oder Schlimmerem durch die Klospülung jagt (Bundesregierung kauft sich wohlwollende Berichterstattung: 200 Millionen Euro an private Print-, Online- und TV-Medien).

Bei den genannten Springer-Flaggschiffen fällt der Niedergang übrigens zusammen mit der Verantwortungsübernahme durch Julian Reichelt und Ulf Poschardt: Zunehmend aktivistisch statt journalistisch, verstärkt weltanschaulich statt neutral präsentieren sich beide Tageszeitungen – und machen dabei auch vor oppunistischen Kurswechseln nicht halt; heute Lob für Merkel, morgen Kritik an von ihr zu verantwortenden Zuständen.

Vor einigen Jahren „Refugees Welcome“-Buttons der gedruckten Auflage beilegen, 2020 die Zustände in deutschen Innenstädten dank krimineller und illegaler Migranten bejammern. Für diese Beliebigkeit steht vor allem „Bild“.

Reichelt als Minus-Mann

Wie ein Fähnchen im Wind wechselt Reichelt den Kurs; nachdem er erfrischend unorthodoxe, vernunftbasierte Standpunkte zur drohenden EU-Schuldenunion, zur Zuwanderungskritik und zum sich ausbreitenden Islam veröffentlicht hatte und sich dafür angeblicher „AfD-Nähe“ schmähen lassen musste, wurde er kürzlich augenscheinlich zurückgepfiffen:

Möglicherweise auf Druck von Merkel-Busenfreundin Friede Springer oder deren Intimus und Springer-Vorstandschef Matthias Döpfner hin gab er vorgegangene Woche bekannt, dass die AfD in „Bild“ fortan keine Plattform mehr erhalte und niemand aus der Partei – die immerhin die größte Oppositionspartei im Land ist – dort mehr interviewt werde.

Ob Reichelt den weiteren Absturz seines Blattes im Print-Bereich damit aufhalten kann, ist fraglich. Wahrscheinlicher wird sein, dass er am Ende zwischen allen Stühlen sitzt (Medien: Deutscher Fernsehpreis 2020 – ausgezeichnet für das Verbreiten von Angst und Konformität).

 

So lassen sich Zeitungen käuflich machen

220 Millionen Euro für Zeitungsverlage aus dem Bundeshaushalt – Beschlossen vom Bundestag im Nachtragshaushalt – Die Subventionierung wird der Glaubwürdigkeit der Blätter zusätzlich schaden – Bisher schon Gefälligkeitsanzeigen, die Wohlverhalten honorieren – Von 2015 bis 2019 Regierungsanzeigen für 184,74 Millionen Euro – Aus bisher nur verdeckter wird jetzt auch offene Subventionierung – Aus Verschämtheit wird Schamlosigkeit – Selbstgleichschaltung anstelle von Gleichschaltung auf Anweisung.

Zeitungen und Zeitschriften werden mit Steuerzahlergeld jetzt offen subventioniert. Diese Subvention ist ein Ausgabeposten im Nachtragshaushalt. Beschlossen hat ihn der Bundestag mit den Stimmen der Fraktionen von CDU/CSU und SPD am 2. Juli. Erhalten sollen das Geld Verlage, die Zeitungen, Zeitschriften und Anzeigenblätter herausgeben (Medien: Lückenpresse – die Lücken werden größer und wie die Mainstream-Medien die Gesellschaft spalten).

Für das laufende Jahr sind 20 Millionen Euro vorgesehen, in den Folgejahren zusammen 200 Millionen. Mit dem Geld wollen die Parteien der großen Koalition den Absatz und die Digitalisierung der Verlage unterstützen. Die Subvention soll dazu beitragen, die Vielfalt und Verbreitung der Medien zu erhalten. Klingt harmlos, ist es aber nicht.

Jetzt werden auch die an den Staatstropf gehängt, die als „vierte Gewalt“ die anderen drei Gewalten – Legislative, Exekutive, Judikative – unabhängig und kritisch begleiten und zügeln helfen sollen.

 

Literatur:

Propaganda als Machtinstrument: Fakten, Fakes und Strategien. Eine Gebrauchsanleitung

Bewußtseins- und Gedankenkontrolle

Die Macht um acht: Der Faktor Tagesschau (Neue Kleine Bibliothek)

Die Gefallsüchtigen: Gegen Konformismus in den Medien und Populismus in der Politik

Quellen: PublicDomain/journalistenwatch.com/freiewelt.net am 26.07.2020

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