
(Titelbild: KI generiertes Symbolbild)
Danke an Ulf Porschardt (Welt Online):
»Mit einer gespenstischen Pressekonferenz stößt die CDU ins Endstadium der Realitätsverleugnung vor. Es fehlen die mutigen Kräfte, die Friedrich Merz zu verstehen geben, dass seine Zeit vorbei ist. Er versteht es nicht. Er fühlt es nicht.
Und er kann es nicht. Friedrich Merz’ Auftritt im Konrad-Adenauer-Haus toppt in seiner hölzernen Sprache sogar das Gestammel seiner Generalsekretärin am verregneten Sonntagnachmittag davor.
Er spricht vom günstigen Leben, von Gerechtigkeit und von Sicherheit und verrät einmal mehr die DNA jener Politik, für die er gewählt wurde – als Mann der Reformen und des Wirtschaftswachstums. Stattdessen: ein beispielloser Sozialpopulismus und Opportunismus.
Der Kanzler wählt eine bürokratisch-prosaische Sprache, die in ihrer radikalen Verklemmtheit wohl keinen einzigen verlorenen Wähler zurück zur Union lockt. Merz scheint sich selbst ein Rätsel. Wofür steht er eigentlich? Er, der kantige Wahlkämpfer gegen links, ist zum hageren Gespenst des Status quo einer nach links gekippten Bundesrepublik geworden.
Als Parteivorsitzender der letzten Volkspartei der Mitte verweigert er sich dem Anforderungsprofil der Gegenwart. Merz hat sein Rendezvous mit der Geschichte – und verstolpert es beispielhaft. Das hat auch mit seiner Personalpolitik zu tun: Die neue Generalsekretärin verkörpert die Belanglosigkeit ihres Chefs und verstört mit einer Elegie abgestandener Floskeln. (🇩🇪 🤡 Berichte über Drohung mit Minderheitsregierung sorgen für Streit in Berlin Zoff in der Regierungskoalition: Laut Pressebericht drohte Merz mit SPD-Rauswurf und Minderheitsregierung)

Am Ende erinnert diese mit großer Spannung erwartete Pressekonferenz eher an einen Podcast aus der Senioren-Union als an die Erklärung eines programmatisch gefestigten Parteichefs. Die Union ist ins Endstadium der Realitätsverleugnung vorgestoßen. Es fehlen die mutigen Kräfte, die dem CDU-Vorsitzenden endlich zu verstehen geben, dass seine Zeit vorbei ist.
Auch wenn Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident, am Sonntag bei „Caren Miosga“ selbst in der Gegenwart verheddert schien, wirkte das kraftvoller als der Auftritt des Kanzlers.
Doch weder CSU- noch CDU-Chef scheinen ein Rezept zu haben für eine Union, die in manchen Umfragen bei 17,5 Prozent landet – und für ein Land, das mit seinem lausigen Perspektivwachstum ökonomisch keinen Millimeter vorankommt, egal, was die medialen Jubelperser behaupten.
Das Lärmen gegen die AfD wirkt albern angesichts der Machtverhältnisse in den Umfragen und in den Bundesländern. Die CDU ist längst kein Kanzlerwahlverein mehr, weil die CDU, wenn sie so weitermacht, keinen Kanzler mehr stellen kann.
Mit Kadavergehorsam beschleunigt sie den eigenen Untergang, und die Generalsekretärin beugt sich den nächsten Niederlagen willfährig entgegen. Sie ist erst wenige Wochen im Amt – und wirkt so erschöpft, als würde sie den Niedergang schon seit Jahren verwalten.
Die Hoffnungsträger der Partei werden diese schauerliche Pressekonferenz aufmerksam verfolgt haben. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein wird wahrscheinlich danach mit seinen Vertrauten sprechen.

Hendrik Wüst wird weiter an seinen Lippen knabbern, um herauszufinden, ob er nicht doch den Finger heben müsste. Und Markus Söder wird fränkisch lächelnd im engsten Beraterkreis die eine oder andere sarkastische Bemerkung fallen lassen.
Die ganze Verantwortung lastet nun auf den Jungen. Am kommenden Wochenende ist Deutschlandtag der Jungen Union. Und nun liegt es einmal mehr am mutigen Johannes Winkel zu zeigen, dass die Jungen nicht gewillt sind, der Selbstzerstörung ihrer Partei, die sie so sehr lieben, willenlos zuzusehen.
Begehren sie nicht auf, haben sie unter Umständen in ein paar Jahren keine Partei mehr, in der sie Karriere machen können.«
FocusOnline schreibt:
Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim Deutschen Arbeitgebertag am Dienstag seine Politik erklärt
Zuvor hatte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger angemahnt, dass die Regierung auch „unbequeme“ Reformen durchsetzen müsse, und zwar auch, „wenn sie auf Widerstand stößt“. Dagmar Rosenfeld, die Moderatorin der Diskussion, wollte daher von Merz wissen, ob er „bereit ist, persönlich in diesen Konflikt zu gehen, damit Deutschland wettbewerbsfähiger wird?“
Der CDU-Chef antwortete prompt:
„Frau Rosenfeld, ich bin mittendrin in diesem Konflikt. Wenn ich in diesem Konflikt nicht wäre, dann wären meine persönlichen Umfragewerte besser. Aber ich habe nicht die Absicht, der Liebling der Nation zu werden, sondern ich habe die Absicht, dieses Land so auf Kurs zu bringen, dass wir vor allen Dingen für die junge Generation wieder eine vernünftige Perspektive eröffnen.“

Gleichzeitig warb der Bundeskanzler auch für mehr Optimismus und Aufbruchstimmung. Dazu wollte er sich an einem geläufigen Sinnbild bedienen, geriet aber etwas durcheinander. Das sorgte für Lacher im Publikum:
„Deutschland wird von außen ganz anders gesehen, als wir uns selbst von innen sehen. Wir haben so diese fatale Neigung, ständig immer nur zu sagen: Das Glas ist halb voll, allenfalls halb voll … Nein, es ist halb leer! Es ist halb voll und wir sind auf einem guten Weg. Ja, noch nicht ganz.“
Rosenfeld stellte dem Politiker mit einem „Bitte“ ihr volles hin. Merz schob sein nicht mehr ganz volles Glas zur Moderatorin: „Das halbe für Sie …“
Deutschland Kurier berichtet:
Kanzler Merz auf dem Arbeitgebertag „Habe nicht die Absicht, Liebling der Nation zu werden“
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hält trotz Gegenwind aus der SPD an den geplanten Sozialreformen fest. Das machte er in seiner Rede auf dem Arbeitgebertag in Berlin deutlich. Dabei ging er auch seine historisch schlechten Umfragewerte ein.
Wörtlich sagte Merz: „Ich habe nicht die Absicht, der Liebling der Nation zu werden“. Er habe vielmehr die Absicht, das Land so auf Kurs zu bringen, dass man der jungen Generation wieder eine vernünftige Perspektive bieten könne.
Nur ein Sozialstaat, der verlässlich schütze und nachhaltig finanziert sei, werde von auch von der jungen Generation mitgetragen. Viele Jüngere hätten aber den Glauben daran aufgegeben, dass das Sicherheitsversprechen auch für sie gelte.

Merz betonte, Ziel sei es, die Beitragssätze langfristig stabil zu halten. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Rainer Dulger, forderte mehr Tempo bei den Reformen.
Auf den Schuldenberg, den er nachfolgenden Generationen hinterlässt, ging Merz nicht ein.
Quellen: PublicDomain/Deutschland Kurier am 14.10.2026
