
An der Akademie der Wissenschaften der DDR arbeitete Angela Merkel unter dem Physiker Hans-Jörg Osten, der von der Stasi als IM „Einstein“ geführt wurde. Dort galt er als zuverlässiger Informant.
Angela Merkels (links im Bild) Chef an der Akademie der Wissenschaften der DDR, Hans-Jörg Osten (Foto: Dritter v. l.), wurde von der Staatssicherheit als IM „Einstein“ geführt. Heute lehrt der 56-jährige Physiker an der Leibniz-Universität Hannover.
„Der O. wurde 1983 als IM auf der Basis der politisch-ideologischen Zusammenarbeit geworben“, zitiert die Bild-Zeitung ein Stasi-Dokument. Sowohl Osten als auch seine Ehefrau hätten eine Verpflichtung zur inoffiziellen Zusammenarbeit unterschrieben. Er wurde von der DDR-Auslandsspionage geführt.
Osten war 1983 für ein Jahr zu einem Arbeitsaufenthalt an die Universität Chicago entsandt worden. „In seiner operativen Tätigkeit ist er hauptsächlich zu Abwehrfragen sowie für die Erarbeitung von Personendossiers tätig. Dabei arbeitete er stets zuver-lässig“, so ein Stasi-Dokument aus der Zeit nach der Rückkehr des Physikers in die DDR.
Heute sagt Osten: „Als ich in die USA gegangen bin, musste ich viele Erklärungen unter-schreiben. Ich kann mich nicht an alle erinnern, eine explizite Verpflichtungserklärung als Stasi-IM war nicht dabei.“
Osten gehörte wie Merkel zur Führung der ostdeutschen Jugendorganisation FDJ am Zentralinstitut für physikalische Chemie. Berichte über Merkel wurden in den Stasi-Dokumenten bislang nicht gefunden.
Osten ist nicht der erste Kollege und Freund von Merkel, den die Stasi als IM führte: Auch zwei Büro-Kollegen, die Inoffiziellen Stasi-Mitarbeiter „Bachmann“ und „Manfred Weih“ spitzelten in den 80er Jahren in Merkels Umfeld.
Die Bundeskanzlerin verteidigte kürzlich den US-Geheimdienst NSA und sagte, ein Vergleich zwischen der Stasi und den Nachrichtendiensten in demokratischen Staaten sei nicht gerechtfertigt.

(Bild: Die Akten der gesamten Akten der Stasi hätten in einem größeren Museum Platz. Die Akten des NSA bräuchten ausgedruckt und abgeheftet eine Fläche, die größer ist als Europa)
Merkel irrt: NSA ist sogar viel besser als die Stasi
Der US-Geheimdienst hat bisher fast 1.000.000-mal so viele Daten gesammelt wie die Stasi. Zudem arbeite das NSA aufgrund der Digitalisierung viel effektiver.
Die Überwachung durch die Geheimdienste der USA und Großbritanniens ist wiederholt von der deutschen Politiker heruntergespielt worden. Mit der Stasi sei das NSA nicht vergleichbar, sagten Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck. Doch tatsächlich hat der US-Geheimdienst millionenmal so viele Daten gesammelt.
Die Staatssicherheit der DDR hat circa 200 Aktenkilometer Daten gesammelt, das ent-spricht 48.000 Aktenschränken. Diese benötigen circa 19.000 Quadratmeter, berichtet OpenDataCity. Das NSA hingegen hat bisher circa 5 Zettabyte an Daten gesammelt, be-richtet NPR. Das entspricht 42 Billionen Aktenschränken beziehungsweise 17 Millionen Quadratmetern. Europa hat eine Fläche von circa 10 Millionen Quadratkilometern.
Bundeskanzlerin Merkel verteidigte kürzlich den US-Geheimdienst NSA und sagte, ein Vergleich zwischen der Stasi und den Nachrichtendiensten in demokratischen Staaten sei nicht gerechtfertigt. Und Ende Juni sagte auch Bundespräsident Gauck, das NSA sei nicht mit der Stasi zu vergleichen.
„Wir wissen zum Beispiel, dass es nicht so ist wie bei der Stasi und dem KGB, dass es dicke Aktenbände gibt, wo unsere Gesprächsinhalte alle aufgeschrieben und schön abge-heftet sind“, so Gauck. Da hat der Präsident vollkommen Recht. Beim NSA laufen diese Vorgänge digital ab und somit viel effektiver. Die Daten werden sofort gespeichert und können in Sekundenschnelle wieder abgerufen werden. Das NSA ist eindeutig viel besser als die Stasi.
Video: Stasi-Lehrfilm – Perfide Video-Anleitung zum richtigen Schnüffeln
Quellen: PRAVDA-TV/Axel Springer Verlag/FocusOnline/Deutsche-Wirtschafts-Nachrichten vom 12.07.2013
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