Wie falsch diese Betrachtungsweise ist, geht daraus hervor, dass der Cholesteringehalt des Blutes unabhängig ist vom Cholesteringehalt der zugeführten Nahrung. Er wird von zahlreichen anderen Faktoren bestimmt.
Hier liefert der Autor „eindeutige Beweise“, wie er selbst angibt, aus seiner jahrzehntelangen Praxiserfahrung: „Ändert man bei einem Menschen, dessen Cholesteringehalt zu hoch ist, den Kohlehydratanteil der Nahrung, indem man die raffinierten Kohlenhydrate Auszugsmehl und Fabrikzucker einschränkt, bzw. meidet, so kommt es sofort zu einer nachweislichen Senkung des Cholesteringehalts im Serum.“
Mit diesem Hintergrundwissen werden dann auch Vorgänge verständlicher, die nach bisheriger Ansicht – die Folge einer einseitigen Betrachtung -, nicht sein dürfen.
Dr. Bruker berichtet an dieser Stelle weiterhin nicht nur von Patienten, deren Cholesterinspiegel nach dem Weglassen raffinierter Kohlenhydrate sank, sondern auch von solchen, die im Rahmen einer vitalstoffreichen Vollwertkost statt Margarine Butter bekamen und deren Cholesterinspiegel ebenfalls sank.
„Was würden Sie zum Beispiel dazu sagen, wenn man die Ursache der Arterienverkalkung darin sehen würde, dass der Betreffende zu viel Kalk gegessen hätte? Genauso widersinnig ist es, krankhafte Cholesterinablagerungen damit zu begründen, dass der Kranke angeblich zu viel Cholesterin gegessen habe.“
Ungesättigte Fettsäuren senken den Cholesterinspiegel
Doch von welchen Faktoren hängt dann der Cholesterinspiegel im Blut ab? Schenkt man den Worten des Autors Glauben, so ist die Tatsache, dass die Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren den Cholesteringehalt im Blut senkt, gesichert und bekannt.
Zwar würde dies die Butter im Vergleich zu den pflanzlichen Fetten mit ihren hoch ungesättigten Linol- und Linolensäuren schlechter da stehen lassen, doch gerade unter den tierischen Fetten nimmt die Butter in Bezug auf die ungesättigten Fettsäuren eine bevorzugte Stellung ein.
Dr. Bruker appelliert an dieser Stelle an den gesunden Menschenverstand und wirft wieder einen Blick zurück in die Geschichte: „Die Menschen auf dieser Erde haben seit Jahrtausenden das Milchfett in Form von Milch oder Butter genossen und sind dadurch nicht krank geworden, geschweige denn, dass sie durch den Genuss von Butter einen Herzinfarkt bekommen hätten.“
Die Höhe des Cholesteringehalts im Blut geht nicht mit dem Verzehr tierischer Fette parallel. Auch die Muttermilch enthält übrigens grosse Mengen an Cholesterin.
Es gibt Fälle schwerster Arteriosklerose, bei denen im Blut keine Vermehrung der Fettstoffe vorhanden ist, und umgekehrt gibt es Fälle mit hohem Cholesterinwerten, in denen fettarme Kost keine Besserung bringt.
Und genau an dieser Stelle kommt unser Stoffwechsel wieder ins Spiel. So ist laut dem Autor jeder Mensch mit einem intakten Stoffwechsel in der Lage, das angebotene Fett richtig zu verarbeiten, so dass es nicht zu krankhaften Ablagerungen kommt.
Doch die Voraussetzungen hierfür liegen in erster Linie in einer richtigen gesunde Ernährung, die alle Stoffe enthält, die für den richtigen Ablauf der Stoffwechselvorgänge erforderlich sind.
So ist es für den Leser eigentlich selbstverständlich, dass Dr. Bruker an dieser Stelle zu dem Fazit kommt, dass die in den letzten Jahrzehnten zugenommen Zivilisationskrankheiten in dem selben Mass zunahmen und zunehmen wie die Arteriosklerose und der Herzinfarkt. Dabei steht Dr. Bruker nicht alleine.
Stoffwechselstörung durch Zucker und Weismehl
Auch Prof. Yudkin vom Ernährungswissenschaftlichen Institut in London kam zu der Schlussfolgerung, dass Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel durch Genuss isolierter Kohlenhydrate (Fabrikzucker und Auszugsmehle) für die Entstehung der Arteriosklerose von entscheidender Bedeutung sind.
Butter, das einzige Fett, dass der Körper direkt verwenden kann
Doch zurück zur Butter: Auch diese ist Inhalt von Dr. Brukers Vollwerternährung. Der Butter wird dabei besonders gute Bekömmlichkeit und Verträglichkeit für Leber-, Galle-, Magen-, Darm- und Bauchspeicheldrüsenkranke bescheinigt. Allerdings muss beachtet werden, dass die Butter (wie andere Fette auch) nicht mit den Speisen zusammen gekocht wird, sondern nach dem Kochprozess zugesetzt wird.
Butter ist übrigens auch das einzige Fett, welches nicht erst in der Leber umgewandelt werden muss, sondern direkt vom Körper verwendet werden kann.
In den 70er Jahren investierte die Margarine-Industrie mehrere Millionen Mark, um das Cholesterin, welches in der Butter anzutreffen ist, schlecht zu machen. Damals waren Parolen wie „Butter macht Herzinfarkt“ oder „Butter verkürzt ihre Lebenserwartung“ an der Tagesordnung – die Bevölkerung war regelrecht geschockt.
Doch die Margarine-Industrie hatte erreicht, was sie wollte: Umsatz und Einnahmen stiegen schier ins Unermessliche. Ausreichend Geld also, um weitere Gutachten über die angeblich gesündere Margarine zu veröffentlichen.
Margarine hat nichts mit der Natur gemein
Heute werden weltweit mehrere Milliarden Tonnen Margarine produziert und abgesetzt, davon etwa eine Million Tonnen allein in Deutschland.Ein Indiz für den überaus erfolgreichen Reklamefeldzug der Margarine-Industrie.
Doch Bruker legt dar, was heute wirklich bei der Margarine-Herstellung vor sich geht und dass dies mit Natürlichkeit nichts mehr zu tun hat.
Mittlerweile ist zwar das Herstellen von Quark aus Hühnerfedern möglich, und auch aus Darm- und Schlachtabfällen werden „wohlschmeckende“ Nahrungsmittel regelrecht gezaubert, aber die Butter ist und bleibt unübertrefflich.
Nachdem die Bundesärztekammer sich den Empfehlungen für den Margarineverzehr erst einmal anschloss, gab sie später zu, dass dies nicht wissenschaftlich begründet sei.
Der Beirat der Bundesärztekammer bedauerte in seinem Empfehlungs-Widerruf sogar, „dass eine wissenschaftliche Auseinandersetzung über die Bedeutung […] durch die Einflussnahme kommerzieller Interessen erschwert wird.“
Cholesterin – unentbehrlich für die Bildung von Hormonen
Cholesterin wird – ähnlich wie Lecithin – für den Aufbau der Zellmembran benötigt. Cholesterin ist eine fettartige Substanz und ein ubiquitär im menschlichen (und tierischen!) Organismus vorkommendes Steroid, also lebensnotwendig! Es ist unentbehrlicher Bestandteil von Zellen und Gewebe, verantwortlich für den Fett-Transport und unentbehrlich für die Bildung von Hormonen.
Cholesterin stellt der Organismus selbst her, wenn mit der Nahrung nicht genügend zugeführt wird – und umgekehrt, wird zu viel Cholesterin angeboten, produziert er weniger.
Übergewicht durch Mangel an Vitalstoffen
Auch die Krankheit Fettsucht entsteht jedoch nicht durch Fettverzehr. Wie? Der intakte Stoffwechsel baut Fett zu den Endprodukten Kohlensäure und Wasser ab. So liegt die Ursache des Übergewichts nicht an zuviel Kalorien oder Fett, sondern im Fehlen biologischer Wirkstoffe (Vitalstoffe), durch deren Mangel die zivilisatorische Kost gekennzeichnet ist.
Durch dieses Fehlen kommt es zu einer Fehlsteuerung des Stoffwechsels, der das krankhafte Stoffwechselzwischenprodukt Fett entstehen lässt und im Körper deponiert. Überschüssige Kohlenhydrate werden so in Fett umgewandelt.
Ironischerweise entsteht dieses Fett auch bei Reduktionskost von nur 800 Kalorien am Tag. Das Fett wird jedoch abgebaut, sobald man naturbelassene Fette und Öle und eine vitalstoffreiche Kost zu sich nimmt, auch wenn sie 2000 – 3000 Kalorien und mehr enthält! Dies bestätigten jahrzehntelange Beobachtungen seitens des Autors.
Diabetes – Ursache ist eine Stoffwechselstörung
Die dritte sog. „Risikogruppe“ ist die der Zuckerkranken, die an Diabetes mellitus leiden. Hier macht jedoch nicht das Cholesterin krank. Es handelt sich stattdessen um das Symptom einer komplexen Stoffwechselstörung, deren Ursache in der zivilisatorischen Fehlernährung liegt. Hier spielt neben den raffinierten Kohlenhydraten oft auch der übermässige Verzehr von tierischem Eiweiss eine entscheidende Rolle.
Glaubt man den Ausführungen des Autors, so gibt es keinen einheitlichen Normwert für den „Cholesterinspiegel“.
Die Faktoren sind ausserordentlich verschieden und zeigen eine starke Variationsbreite. Dies gilt noch mehr für Laborwerte, die von zahlreichen Faktoren abhängig sind. Sie unterliegen ständigen Schwankungen und es gibt unzählige Menschen, die völlig gesund und leistungsfähig sind und keinerlei Beschwerden haben, bei denen aber einzelne Laborwerte von der Norm erheblich abweichen.



Fatale Nebenwirkungen von Cholesterinsenkern
Laut IMS Health wurden bereits im Jahr 1990 in Westdeutschland für etwa 400 Million D-Mark Cholesterin senkende Medikamente verkauft. Elf Jahre später, 2001, waren Cholesterinsenker die führende Arzneimittelgruppe mit einem Volumen von 1,14 Milliarden Euro und einem Plus von 18,4% gegenüber dem Vorjahr.
Über Sinn und Unsinn wissen wir jetzt genug, doch vielleicht schadet ein Blick auf den Beipackzettel nicht, wenn es um die Nebenwirkungen eines Medikaments geht, welches als „intelligente Lösung bei erhöhtem Cholesterin“ beworben wird.
Der Anwender kann hoffen, dass er von folgenden Nebenwirkungen verschont bleibt: Leber-Funktionsprobleme, akutes Nierenversagen, Muskelschwäche, Grauer Star, Hautausschlag, Magen-Darm-Beschwerden aller Art, Muskel- und Skelettschmerzen, Infektion der oberen Atemwege, Schnupfen, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Müdigkeit, Brustschmerzen, Herzschmerzen.
Cholesterinsenker erhöhen Diabetesrisiko
Nachdem nun also seit vielen Jahren weltweit 25 Millionen Menschen ihre angeblich zu hohen Cholesterinspiegel mit Cholesterin senkenden Medikamenten (Statine) bekämpfen und dabei die oben genannten Nebenwirkungen riskieren, kam im Jahr 2012 zur langen Liste der unerwünschten Arzneimittelereignisse noch eine weitere hinzu: Diabetes.
2015 wurde die Steigerung des Diabetesrisikos durch Statine von erneuten Studien bestätigt. Zusätzlich stellte sich heraus, dass ein erhöhter Cholesterinspiegel offenbar mit einem geringeren Risiko für die Parkinson-Krankheit einhergeht. Umgekehrt können Statine sodann das Parkinson-Risiko erhöhen, wie wir hier beschrieben haben: Parkinson & Diabetes durch Statine
Weiterlesen: Ärzteblatt vom 11. September 2012 (Webseite als PDF)
Verweise:
Cholesterin – endlich Klartext!: Ihr Weg zu optimalen Blutfettwerten von Volker Schmiedel
Cholesterin – Der lebensnotwendige Stoff von Max O Bruker
Lass dich nicht vergiften!: Warum uns Schadstoffe chronisch krank machen und wie wir ihnen entkommen von Joachim Mutter
Whoriskey P: The U.S. government is poised to withdraw longstanding warnings about cholesterol. Washington Post vom 10. Feb. 2015
Ravnskov U: Mythos Cholesterin. Hirzel, Stuttgart 2008
Rosch PJ: Cholesterol does not cause coronary heart disease in contrast to stress. Scandinavian Cardiovascular Journal 2008; 42: 244-249
Erickson DR: Edible Fats and Oils Processing: Basic Principles and Modern Practices. AOCS 1990
Teicholz N: The Big Fat Surprise Why Butter, Meat and Cheese belong to a Healthy Diet. New York, Simon & Schuster 2014
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Keys A: Coronary heart disease – the global picture. Artherosclerosis 1975; 22: 149-192
Keys A: Atherosclersosis: a problem in newer public health. Journal of the Mount Sinai Hospital 1953; 20: 118-139
Keys A: Prediction and possible prevention of coronary disease. American Journal of Public Health and the Nations Health 1953; 43: 139-1407
Quellen: deutschlandradiokultur.de/zentrum-der-gesundheit.de vom 05.06.2015
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