
Mit kreativen Protestformen machen Aktivisten derzeit in Brüssel gegen die TTIP-Verhandlungen mobil.
Anlässlich der 14. TTIP-Verhandlungsrunde in Brüssel haben Aktivisten mehrere elektronische Werbetafeln in der Stadt gehackt und dort Botschaften gegen das geheim verhandelte Abkommen hinterlassen (Bild: Gehackte Werbetafel mit Anti-TTIP-Botschaft in Brüssel).
Schon in der Nacht von Sonntag auf Montag wurde eine große Werbetafel von Coca Cola manipuliert, wie die belgische Zeitung La Capitale berichtet.
So prangen auf Werbetafeln in Brüssel in großen Lettern die Worte: »TTIP Gameover – No Negotiations – No more Free Trade Deals – It’s time for action« (Keine Verhandlungen – Keine Freihandelsverträge – Zeit für Aktionen).
Zum Auftakt blockierten am frühen Donnerstagmorgen kleinere Gruppen entschlossener TTIP-Gegner das Verhandlungsgebäude. Am Verhandlungsort selbst bewarfen Aktivisten einige TTIP-Unterhändler mit Konfetti und Glitter. Am Verhandlungsgebäude hatte sich zudem ein Aktivist abgeseilt, er wurde unter Einsatz eines Feuerwehrfahrzeugs entfernt.
Die Aktionen gehen auf die Kampagne #TTIPGameOver zurück. Weitere Proteste sind noch bis zum 16. Juli angekündigt.
Einem amerikanischen Verhandler ist es jetzt noch anzusehen, als er im Cafe gegenüber des Verhandlungsgebäudes auftaucht. Die TTIPGameOver-Aktivisten hatten die Unterhändler heute vor dem Verhandlungsgebäude mit Konfetti und Glitter beworfen, das den Verhandlern jetzt noch im Gesicht klebt. Lustige Truppe (Europa tappt in die TTIP-Falle).
Die Gruppe hat angekündigt, dass es noch mehr Guerilla-Aktionen bis zum Ende der Verhandlungsrunde geben werde.
Wie lange die Botschaft zu sehen war, ist unklar, die Aktivisten veröffentlichten jedoch ein Video ihrer Aktion auf Twitter.
Auch an mehreren anderen Standorten wurden Werbetafeln gehackt. TTIP gilt als umstritten, da es die Umweltstandards in Europa deutlich senken würde.

(Protest gegen TTIP vor dem Gebäude der EU-Kommission in Brüssel)
Legitim sei der Einsatz zivilen Ungehorsams, weil die Verhandlungen über TTIP völlig undemokratisch seien: »Sie finden hinter verschlossenen Türen statt, mit wenig Transparenz für die Zivilgesellschaft. Außerdem votierten europäische Bürger in dem bisher größten Europäischen Bürgerbegehren (über 3 Millionen Unterschriften) mit überwältigender Beteiligung gegen das Projekt.« (Geheime TTIP-Papiere geleakt: „Anlass zu ernsthafter Besorgnis – Sieg des Big Business“ (Video))

Über 1500 europäische Städte und Kommunen hätten bisher ihre Ablehnung des Abkommens gezeigt.
1
2
Literatur:
Die Freihandelslüge: Warum TTIP nur den Konzernen nützt – und uns allen schadet von Thilo Bode
TTIP, CETA & CO: Zu den Auswirkungen der Freihandelsabkommen auf Kultur und Medien: Aus Politik & Kultur 13 (2. erweiterte Auflage) von Olaf Zimmermann
Ändere die Welt!: Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen von Jean Ziegler
Quellen: PublicDomain/netzpolitik.org/neues-deutschland.de am 14.07.2016
Weitere Artikel:
CETA und die nationalen Parlamente – freut Euch nicht zu früh!
Europa tappt in die TTIP-Falle
Geheime TTIP-Papiere geleakt: „Anlass zu ernsthafter Besorgnis – Sieg des Big Business“ (Video)
Flüchtlinge, Terror, Öl, TTIP und die totale Kontrolle – in Riesenschritten zur Neuen Weltordnung
TTIP: Zentrales Argument der Befürworter des Freihandelsvertrages entfällt (Video)
Warnung vor TTIP: „Völlige Entmachtung der Politik“ – Contra Freihandel (Video)
Geplante Auflösung staatlicher Verwaltung – Berlin im Schatten von TTIP
Atlantikbrücke, TTIP und Flüchtlingskrise: die geheimen Spiele der Mächtigen
Die USA proben ihre TTIP-Macht schon an VW
US-Justiz erklärt VW den Krieg – wie GM die Straßenbahnen der USA ruinierte
Kampf gegen TTIP & CETA: 40.000 Kläger fechten Freihandel in Karlsruhe an
TTIP: Im Leseraum des Schweigens (Videos)
