Medien: Fake-News und Expansion – „Bild“ schmiedet gefährliche Pläne

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Kaum ist das Jahr gestartet, kündigt „Bild“-Chef Julian Reichelt in einer Mail an seine Mitarbeiter große Veränderungen an: Einen eigenen Video-Streaming-Dienst, ähnlich wie Netflix, aber für News und Videos. Das könnte Folgen haben, denn die ethisch verwerfliche Meinungsmache der „Bild“ hat inklusive Fake-News einen neuen Höhepunkt erreicht.

Neulich beim Bäcker: Eine Kundin fragt den Bäckermeister, warum es in seinem Laden keine „Bild“-Zeitung mehr zu kaufen gebe. Der Mann antwortet völlig ernst, dies habe mit der Lebensmittelverordnung zu tun: Nahrungsmittel und Dreck dürfe man nicht im gleichen Raum lagern.

Es folgt spontaner Applaus seitens übriger Kunden. Eine exemplarische Szene, die unter anderem den stetigen Auflagenschwund des Boulevard-Blattes erklärt.

Neue Reichweiten müssen her…

Die verkaufte Auflage der „Bild“ ist in den vergangenen zehn Jahren um durchschnittlich etwa 7,2 Prozent pro Jahr gesunken. Das ist ein Abwärtstrend, den in dieser Form nahezu keine andere Boulevard- oder Tageszeitung in Deutschland zu verzeichnen hat.

Online allerdings liegt „Bild“ mit seiner Menge von zahlenden Digital-Abonnenten europaweit sogar in einer führenden Position. Das will Chefredakteur Julian Reichelt nutzen, um dem Axel-Springer-Erzeugnis zu einer neuen Reichweite zu verhelfen.

Die Massen bewegen…

In einer Mail an die Mitarbeiter erklärte Reichelt vor wenigen Tagen, dass mit dem Jahr 2020 ein Zeitalter beginne, das medial von Live News dominiert werden würde. Der Rundbrief trägt die Überschrift „2020 – The Decade of News“.

#Politische Nachrichten sind nach Ansicht des „Bild“-Chefs aufregender, als es die US-Serie „House of Cards“ je ein könne. Weiter heißt es in der Mail, die mehrere Medien veröffentlicht haben, das höchste Gut in diesem Jahrzehnt werde es, „die Sprache der Massen zu sprechen“ und die Gefühle der Menschen zu verstehen:

„Was Netflix für die Welt von Fiction und On-Demand geschaffen hat, können in der Real-Time-Welt der Live-News weltweit nur wenige Marken – und BILD gehört dazu.“ (Medien: Krise und kein Ende – Spiegel, Stern und Focus setzen das Kiosk-Tief fort – ARD und ZDF kommen bei der Jugend nicht an)

Das erklärte Ziel: Schnelle Verbreitung von Nachrichten, eine hohe Reichweite und eine hohe Anzahl von kleinen und großen Meldungen.

Und „Bild“ will das „Netflix“ der Live-Nachrichten werden: „Wir denken TV in den Emotionen des Social-Media-Zeitalters.“

Die Vision Reichelts ist es, dass in drei Jahren über die Hälfte des von „Bild“ online verbreiteten Video-Materials von den Lesern selbst stammen soll. Das Ganze klingt wie eine Weiterentwicklung des „Bild-Leser-Reporters“, bei dem schon jetzt jedermann der Redaktion Videos und Fotos mit vermeintlichem Nachrichtenwert senden kann. Journalistische Standards rücken da in den Hintergrund.

Dabei braucht die „Bild“ eigentlich gar keine Hilfe, wenn es um die Erfindung von Fake-News geht. Allein in diesem noch jungen Jahr produzierte das Blatt gleich mehrere äußerst bedenkliche Meldungen. So zeigte das Titelblatt am 7. Januar – völlig unverpixelt und gut erkennbar – Fotos des mutmaßlichen Rasers in Südtirol und der Opfer des schlimmen Verkehrsunfalls.

Die Schlagzeile lautete: „Diese jungen Leben zerstörte der Totraser“. Abgesehen davon, dass die Veröffentlichung des Fahrer-Portraits einem Pranger aus dem Mittelalter gleicht, gehörte eine in dem Blatt gezeigte Frau gar nicht zu den Unfall-Toten. Tatsächlich hatte sie mit dem Unfall gar nichts zu tun und erfreut sich bester Gesundheit.

Ein US-Kuschelkurs…

Oder nehmen wir den Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Es ist kein Geheimnis, dass es zur „Bild“-Firmenpolitik gehört, bei außenpolitischen Thematiken stets die transatlantische Sichtweise einzunehmen. Doch nach dem US-Anschlag auf den iranischen General Solaimani im Irak überschlug sich die Springer-Presse geradezu mit Lobeshymnen auf den US-Präsidenten, denn Trump habe laut „Bild“ einen gefährlichen Top-Terroristen eliminiert.

Am 9. Januar hieß es auf der Titelseite des Boulevardblattes sogar: „Kein Krieg! Danke Mr. President!“. Die größten Bedrohungen für den Frieden sind laut „Bild“ von jeher sowieso entweder das sogenannte „Mullah-Regime“ im Iran oder traditionell der Kreml in Russland.

Dass die Springer-Zeitung dabei allerdings nicht etwa die Meinung der Bevölkerung aufgreift, sondern selbst Stimmung machen will, wird schnell klar. So gar nicht in das Weltbild von Julian Reichelt dürfte da eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gepasst haben, die sogar von Trumps Lieblingssender „FOX NEWS“ veröffentlicht wurde.

Demnach sehen 41 Prozent der in Deutschland Befragten den US-Präsidenten als die größte Bedrohung für den Weltfrieden. Mit großem Abstand auf Platz zwei liegt laut der Umfrage der Nordkoreanische Oberbefehlshaber Kim Jong Un mit 17 Prozent, gefolgt von Irans Oberhaupt Ali Khamenei und Russlands Präsident Wladimir Putin mit jeweils acht Prozent.

Der „Messer-Mann“…

Doch zurück zum Kerngeschäft der „Bild“: Ängste schüren. So veröffentlichte die Redaktion vor wenigen Tagen ein Video, in dem die Polizei in Gelsenkirchen einen „Terror-Anschlag“ verhindert haben soll. Der Verdächtige, den die „Bild“ nur „Messer-Mann“ nennt, wurde bei dem Einsatz erschossen. Die Polizei selbst ist jedoch sichtlich verwundert, einen geplanten Terror-Anschlag habe es laut Behörden gar nicht gegeben, der Getötete habe eine psychische Erkrankung gehabt.

Das ist lange nicht alles…

Weitere Beispiele für wahrlich tendenziöse und schlicht falsche Berichterstattung gefällig? Mitte Dezember veröffentlichte „Bild“ online einen Artikel, in dem es hieß, die neue SPD-Chefin Saskia Esken habe ihre Mitarbeiter ausspioniert. Am 9. Januar dann die Richtigstellung seitens der Redaktion in einer kleinen Randmeldung: Zu keinem Zeitpunkt habe Frau Esken Email-Konten von Mitarbeitern bespitzelt.

Größer war dagegen am gleichen Tag eine Nachricht der „Bild“, wonach die SPD-Chefin laut neuesten Umfragen einer Mehrheit der Deutschen immer noch unbekannt sei und nur 14 Prozent der Befragten mit der Arbeit Eskens zufrieden seien. Hat sich die „Bild“ einmal auf eine Person eingeschossen, bleibt die negative Berichterstattung bestehen.

Fast schon amüsant ist es da, wenn die „Bild“ über den Rückruf von 172.000 Autos der Marke „Mazda“ berichtet, da der Notbremsassistent defekt sei. In dem Artikel zu sehen ist das Foto eines „Nissan“-Fahrzeugs. Zugegeben, beides japanische Erzeugnisse, nur eben völlig unterschiedliche Konzerne und völlig unterschiedliche Autos.

Ebenfalls amüsant: Am 4. Januar veröffentlicht die „Bild“ online einen Artikel mit der Überschrift: „Das miese Geschäft mit Greta Thunberg“. Darin wird angeprangert, dass mit dem Bild der Umweltaktivistin auf T-Shirts und Tassen viel Geld gemacht werde. Zu lesen war der Artikel mit einem Foto der Umweltaktivistin aber nur hinter der „Bild+“-Bezahlschranke. Das ist fast schon konsequent.

Die gelebte Doppelmoral…

Es begab sich im Jahr 2011, als die Sängerin der deutschen Band „Wir sind Helden“, Judith Holofernes, als Werbebotschafterin für die „Bild“ angefragt wurde. Ihre vehemente Absage darauf war ebenso bemerkenswert, wie der veröffentlichte Antwortbrief der Musikerin. Darin machte Holofernes auf die aus ihrer Sicht große Gefahr aufmerksam, die von dem Blatt ausgehe:

„Die Bildzeitung ist kein augenzwinkernd zu betrachtendes Trash-​Kulturgut und kein harmloses “Guilty Pleasure” für wohlfrisierte Aufstreber, keine witzige soziale Referenz und kein Lifestyle-​Zitat.“

Schon gar nicht sei die „Bild“ ein hassgeliebtes aber weitgehend harmloses Inventar eines eigentlich viel schlaueren Deutschlands, wie es die Redaktion laut der Sängerin häufig darstellen wolle. Die Bedeutung des Boulevard-Blattes gehe weit darüber hinaus:

„Die Bildzeitung ist ein gefährliches politisches Instrument – nicht nur ein stark vergrößerndes Fernrohr in den Abgrund, sondern ein bösartiges Wesen, das Deutschland nicht beschreibt, sondern macht. Mit einer Agenda.“

Und genau diese Agenda der Springer-Presse wird vor allem bei außenpolitischen Themen immer wieder deutlich und sichtbar. Denn der einstige Werbespruch „BILD Dir Deine Meinung!“ hat eben nichts mit neutraler und erklärender Berichterstattung zu tun, wie man es gerne den Lesern weismachen möchte. Das ist zwar alles nicht neu, gilt heutzutage aber mehr denn je.

Boulevard bleibt Boulevard…

Sollte die „Bild“ nun also auch noch expandieren und sollte Julian Reichelt seine Pläne für ein „Netflix“-ähnliches Video-News-Portal umsetzen, die Schwemme von tendenziösen und gefährlich manipulierenden „Nachrichten“ dürfte noch größer werden. Die „Bild“ sollte sich lieber auf das beschränken, was sie im Kern ist: Ein buntes Boulevard-Blättchen ohne journalistischen Sachverstand.

Das wird sich auch in den kommenden zwei Wochen wieder zeigen, wenn die „Bild“ jeden Tag reißerisch und aufgeplustert über das jetzt beginnende RTL-Dschungelcamp berichten wird. Genau da liegen die Kompetenzen des Blattes: Öffentlichkeitswirksam mit Dreck werfen.

Respekt deshalb für jeden Bäcker, Kioskbesitzer und Zeitungshändler, der dieses unappetitliche Erzeugnis nicht mehr in seiner Auslage anbieten möchte. Richtig so. Vielen Dank!



Literatur:

Codex Humanus – Das Buch der Menschlichkeit

Weltverschwörung: Wer sind die wahren Herrscher der Erde?

Geboren in die Lüge: Unternehmen Weltverschwörung

Quellen: PublicDomain/de.sputniknews.com am 11.02.2020

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