Kernschmelze am Kryptomarkt – aber Risikokapitalgeber pumpen weiter Milliarden in den Markt

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Der Kryptomarkt erlebt 2022 ein Blutbad. Durch die Bank werden Kryptowährungen verkauft, immer wieder verstärken Hiobsbotschaften den Verkaufsdruck. Doch Risikokapitalgeber setzen offenbar weiter auf die Blockchain und Web3.

69.000 US-Dollar mussten Kryptokäufer noch im November vergangenen Jahres für einen Bitcoin auf den Tisch legen. Inzwischen ist es deutlich günstiger geworden, in das Urgestein unter den Cyberdevisen zu investieren: Mit Kursen von zeitweise unter 20.000 US-Dollar hat der BTC 2022 ein neues 18-Monatstief erreicht.

Die Krise am Kryptomarkt geht aber weit über eine Bitcoin-Schwäche hinaus. Nahezu alle Kryptowährungen wurden in den vergangenen Monaten stark abverkauft, der Wert des Gesamtmarktes ist massiv abgesackt.(Darum könnte der Bitcoin von Krypto-Crash und Terra/LUNA-Debakel profitieren)

Zahlreiche Belastungsfaktoren

Dabei sind es zahlreiche Faktoren, die die Stimmung am Kryptomarkt belasten und Anleger dazu veranlassen, sich von ihren Investments zu trennen. So hat die grundsätzlich pessimistischere Börsenstimmung auch Bitcoin & Co. erfasst – die Korrelation insbesondere zu den US-Techwerten, die im bisherigen Jahresverlauf überproportional verloren haben, ist gestiegen.

Hinzu kommt: Das Investorengefüge am Markt hat sich geändert. Während vorangegangene Marktrallys eher von Kleinanlegern getrieben waren, die aus Angst, eine Chance zu verpassen, für eine starke Wertentwicklung bei Kryptowährungen gesorgt hatten, war die letzte Rally im Kryptosektor insbesondere durch den Einstieg institutioneller Investoren befeuert worden.

Ebendiese sorgen nun dafür, dass sich der Verkaufsdruck verstärkt, denn sie reagieren mit dem Verkauf von liquiden Assets auf die schwerer werdenden Zeiten am Markt, die durch hohe Inflationsraten, die Zinswende der Notenbanken sowie die Angst vor einer Rezession bestimmt werden.

Diese ungünstige Gemengelage wurde zusätzlich verstärkt durch den Zusammenbruch des Stablecoin-Blockchain-Projektes Terra (LUNA), das sich als wenig krisenresistent erwiesen und Anlegervermögen auf breiter Front vernichtet hat.

Auch der Kryptolending-Dienst Celsius geriet daraufhin ins Trudeln und gab bekannt aufgrund „extremer Marktbedingungen“ alle Auszahlungen, Swaps und Überweisungen zwischen Konten pausieren zu wollen. Mit Babel folgte ein Konkurrent diesem Beispiel nur wenige Tage später.(Wir haben es getan! Bilder aus „Der Hollywood-Code“ nun als NFTs bei OpenSea!)

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Risikokapital fließt weiter in den Markt

Kryptostartups bekommen die pessimistische Marktstimmung aber offenbar nur am Rande zu spüren, denn Risikokapitalgeber investieren weiter unbeirrt Geld in den Markt.

So hat der Silicon-Valley-Investor Andreessen Horowitz einen 4,5-Milliarden-Dollar-Fonds für das Thema Web3 an den Start gebracht.
Hierzulande wurde vom Berliner FinTech F5 Crypto ein offener Kryptofonds für institutionelle Anleger aufgelegt.

Das Krypto-Risikomanagement-Startup Cloudwall Capital hat Anfang Juni 6,3 Millionen US-Dollar an Investorengeldern eingesammelt.

Daneben hat das Brokerage Startup FalconX seine Bewertung auf acht Milliarden US-Dollar innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt, nachdem in einer Finanzierungsrunde der Serie D 150 Millionen Dollar eingenommen wurden.

Die Kryptobörse Huobi Global hat unterdessen einen neuen Investmentfonds mit dem Namen Ivy Blocks mit Fokus auf Dezentralisierte Finanzdienstleistungen (DeFi) und Web3 ins Leben gerufen, der einen Umfang von einer Milliarde US-Dollar hat.

Die Gelder sollen für „Investitionen in vielversprechende Blockchain-Projekte“ zur Verfügung gestellt werden.

  

Wagniskapitalgeber mit anderem Fokus

Dass weiterhin in großem Umfang Venture-Kapital in den Kryptomarkt fließt, ist insbesondere damit zu begründen, dass Wagniskapitalgeber eben nicht explizit in Kryptowährungen sondern Web3-Projekte investieren.

Ihr Fokus liegt auf der Blockchain-Technologie und den damit verbundenen Anwendungsmöglichkeiten – Krypto gilt in diesem Zusammenhang nur als eine von vielen Anwendungsoptionen.

Investoren in diesem Segment sind gezwungen, langfristig zu denken und früh mögliche Trends zu erkennen und mit Geldern zu unterstützen – unabhängig von der aktuellen Stimmung am Markt. Jenny Zheng, Business Development Lead für Bybit NFT Marketplace und Mitgründerin von Blockcast Ventures, sieht VC-Geber sogar in schwachen Marktphasen auf dem Vormarsch.

Sie investiert in einem Abwärtsmarkt mehr, um in einem Aufwärtsmarkt zu wachsen. „Wenn es nach oben geht, ist es wie 100 Mal, wenn es nach unten geht, könnte es um 99 % nach unten gehen, also ist der Einstiegspunkt viel wichtiger im Vergleich zur traditionellen Finanzwelt“, wird die Expertin von Cryptomonday zitiert. „Der Schlüssel ist, den neuen Trends zu folgen und in einem frühen Stadium mitzumischen.

Auch das Risikokapital folgt den Trends. Defi, Gamefi und NFT sind die erste Wahl, und sie werden noch viele Jahre bleiben“, so Zheng weiter.

Zeichen für anstehende Erholung des Kryptomarktes?

Dass Risikokapital auch während enttäuschenden Marktzyklen wie aktuell weiter in den Markt fließt, dürfte aber nicht uneingeschränkt zu der Erwartung führen, dass der Markt für Kryptowährungen in absehbarer Zeit eine deutliche Erholung starten wird.

Denn die kommenden Monate werden zeigen müssen, ob die Krypto-Projekte, die sich jetzt mit Kapital ausstatten konnten, Erfolg haben werden – trotz der ungünstigen makroökonomischen Gemengelage.

Tun sich am Markt neue vielversprechende Anwendungsfälle auf, kann dies zu einer Sogwirkung führen, die auch dem angeschlagenen Kryptowährungssektor neuen Schwung verleiht.

Möglich ist aber auch, dass Kryptowährungen als Anwendungsfall weiter Skepsis entgegengebracht wird, während Web3 sich zunehmend emanzipiert.

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Quellen: PublicDomain/finanzen.net am 08.07.2022

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