
Die Zeichen stehen auf Sturm. Während die Ampelregierung noch immer von einer friedlichen Zukunft träumt und lieber über Gendersternchen debattiert, hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) offenbar die Realität erkannt.
BBK-Präsident Ralph Tiesler kündigte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung an, dass Deutschland dringend eine Million neue Schutzplätze benötige. Ein Eingeständnis des kompletten Versagens unserer aktuellen Politik?
Das Ende der Illusionen
Jahrzehntelang haben uns die politischen Eliten eingeredet, Krieg sei in Europa undenkbar geworden. Man müsse nur genug Dialog führen, genug Verständnis zeigen, genug Kompromisse eingehen.
Diese naive Weltsicht rächt sich nun bitter. Tiesler räumte ein, dass lange Zeit in Deutschland der Glaube vorgeherrscht habe, Krieg sei kein Szenario, auf das man sich vorbereiten müsse.
Diese Einschätzung habe sich fundamental geändert. Das Risiko eines großen Angriffskriegs in Europa treibe das Amt nun um.
Die Realität hat die deutsche Politik eingeholt. Während man sich hierzulande mit Klimakleber-Aktivisten und Regenbogenfahnen beschäftigt, bereiten sich andere Nationen auf härtere Zeiten vor.
Die baltischen Staaten und Polen haben längst verstanden, was auf dem Spiel steht. Nur Deutschland hinkt wieder einmal hinterher. (Versteckt in DUMBs: Insiderin – die wahren Herren dieser Welt sind „dämonisch“ (Video))

Milliarden für die Sicherheit – endlich!
Der BBK-Präsident rechne mit Kosten im zweistelligen Milliardenbereich. Konkret fordere er für die nächsten vier Jahre mindestens zehn Milliarden Euro, in der kommenden Dekade sogar 30 Milliarden. Summen, die angesichts der verschwendeten Milliarden für ideologische Prestigeprojekte der Grünen geradezu bescheiden wirken.
Endlich einmal Geld für etwas Sinnvolles – für den Schutz der eigenen Bevölkerung.
Pragmatische Lösungen statt Luftschlösser
Immerhin zeigt sich der BBK-Chef pragmatisch. Statt teure neue Bunkeranlagen zu bauen, solle man bestehende Infrastruktur nutzen: Tunnel, U-Bahnhöfe, Tiefgaragen und Keller öffentlicher Gebäude könnten zu Schutzräumen umfunktioniert werden.
Diese Räume sollen mit Nahrung, Toiletten und möglicherweise Feldbetten ausgestattet werden. Apps und Schilder würden auf die Schutzräume hinweisen.
Es ist bezeichnend, dass erst die unmittelbare Bedrohung unsere Behörden zum Handeln zwingt. Jahrelang wurde die Bundeswehr kaputtgespart, wurden Warnungen ignoriert, wurde jede Mahnung zur Vorsicht als „Panikmache“ abgetan.
Nun müssen im Eilverfahren Schutzräume geschaffen werden, weil man die Zeichen der Zeit verschlafen hat.

Die Rechnung für politisches Versagen
Die Notwendigkeit von einer Million Schutzplätzen ist ein Armutszeugnis für die deutsche Politik der letzten Jahrzehnte. Während man sich in Berlin mit Gendertoiletten und Veggie-Days beschäftigte, haben andere die geopolitischen Realitäten im Blick behalten.
Die Quittung für diese Realitätsverweigerung zahlen nun die Bürger – mit ihrer Sicherheit und mit ihren Steuergeldern.
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Im Sommer wolle das BBK ein konkretes Schutzraumkonzept vorstellen. Man darf gespannt sein, ob bis dahin die politisch Verantwortlichen endlich aufgewacht sind oder weiterhin in ihrer Traumwelt verharren.
Die Bürger jedenfalls haben längst verstanden: Die Zeiten, in denen man sich auf den Staat verlassen konnte, sind vorbei.
Auszug aus dem Buch „DUMBs: Von unterirdischen Welten, geheimen Energiewaffen und seltsamen Ereignissen„
Der Großschutzraum in der U-Bahnstation Bonn Bahnhof
Die U-Bahn-Haltestelle Bonn Hauptbahnhof, wo täglich Tausende Fahrgäste ein- und aussteigen, war auch ein Luftschutzbunker. Ein riesiger sogar.
Im Ernstfall sollte er Platz für 4500 Menschen bieten – und zwar auf den gesamten vier Bahnsteigen und in 24 U-Bahnwagen, die dort vorher hätten abgestellt werden müssen. Bei kompletter Belegung hätte eine Person eine Aufenthaltsfläche von gerademal 0,81 Quadratmetern gehabt – und das bei einem maximalen Aufenthalt von bis zu 14 Tagen.

Im Ernstfall wäre der Tunnelstutzen durch acht dicke Hubschwenktore verschlossen worden. Menschen unterzubringen ist die eine Sache, sie mit Lebensmittel und dem Nötigsten zu versorgen die andere.
Auf der D-Ebene, eine Etage unterhalb der Bahnsteige, befindet sich in einem Minitunnel zwischen den Gleisen 1 und 3 und hinter verspiegelten Türen eine Notküche, wo große Kaffeekannen und Kochtöpfe noch originalverpackt in den Regalen stehen. In einem Nebenraum der Küche lagern Pakete mit Schüsseln, Bechern und Massen an Toilettenpapier und Windeln – alles Original aus den 1970er Jahren, wo die Anlage geplant und realisiert wurde.

Abb. 49: Grundriss der Anlage, Querschnitt
Hinter einer weiteren Spiegeltür gegenüber befinden sich ein langer Gang und eine Treppe, die nach oben führt, deren Stufen in fluoreszierenden Farben leuchten. Rechts des Ganges ist ein Raum mit 90 Toiletten und Urinalen, angeordnet in mehreren Reihen und nur mit dünnen Plastikwänden abgetrennt. Statt Türen gibt es Plastikgardinen. Links befindet sich eine Hebeanlage, mit der Wasser abgepumpt werden kann.
Ein paar Treppenstufen weiter oben steht hinter einer Tür ein riesiger 16.000 Liter Wassertank, der über einen gebohrten Brunnen gleich daneben gefüllt werden kann. Es folgen Technikräume, Trafos und jede Menge Elektrik.
Die Kosten für den bunkerbedingten Mehraufwand bezifferte man damals auf rund 11 Millionen Deutsche Mark. Der Bau soll 14 Tage lang einen „Grundschutz“ vor Druckwellen, Radioaktivität, biologischen und chemischen Stoffen, Feuer und herabfallenden Trümmern bieten – aber nicht vor direkten Treffern. Inzwischen wurde die Bunkeranlage an die Stadt Bonn zurückgegeben, sie kann sie nun nutzen, wie sie möchte.

Neben der U-Bahnstation Bonn HBF gab und gibt es in der Stadt noch weitere Verkehrsbauwerke mit der Zusatzfunktion als öffentlicher Schutzraum. Insgesamt wurden fünf Zivilschutzanlagen in Kombination mit U-Bahnstationen, sieben in Kombination mit Tiefgaragen und ein Schutzraum in Kombination mit einem Straßentunnel errichtet.
Auch in zahlreichen Behördenbauten befinden sich noch heute Tiefgaragen, die gleichzeitig als Behördenschutzraum errichtet wurden, die aber nicht der Öffentlichkeit zugänglich waren. Schutzbauwerke mit einer Doppelnutzung tragen die Bezeichnung „Mehrzweckanlagen“ (MZA) und wurden bis Anfang der 1990er Jahre beim Neubau von Verkehrsbauwerken durch Zuschüsse gefördert.

Abb. 50: Längsschnitt der Anlage
In Deutschland existieren noch immer 600 Bunker, die im Verteidigungsfall je nach Zustand in zwei Tagen, zwei Wochen oder erst in zwei Jahren wieder nutzbar wären. Eine Wiederinbetriebnahme hängt auch davon ab, mit wie viel Aufwand und Geld die Instandsetzung betrieben werden würde.
Manchmal ist eine Wiederinbetriebnahme, vor allem im Ernstfall, wenn es um Stunden oder sogar um Minuten geht, gar nicht so einfach. Denn zunächst einmal müssten die Schutzräume und Bunkeranlagen, je nach Zustand, freigeräumt oder sogar saniert werden. Das aber ist im Ernstfall nicht möglich, schließlich wird der ja nicht Monate vorher angekündigt.
Freiräumen ist sicherlich der geringste Aufwand, schwieriger gestaltet sich das Problem mit dem Belüftungs- und Filtersystem, weil Schutzräume nach außen hermetisch abgeschlossen sein müssen. Da spielt die Luftzufuhr natürlich eine zentrale Rolle. Wenn nämlich die Belüftung nicht mehr funktioniert, lassen sich Pumpen und Filter möglicherweise nicht so ohne Weiteres reparieren. Hinzu kommt, dass die Technik in der Regel 30 Jahre oder noch älter ist – das könnte nach Aussagen von Experten nicht nur aufwändig, sondern zudem auch recht kostspielig werden.
Kulturbunker Barbara-Stollen
Auch das kollektive Gedächtnis der deutschen Geschichte befindet sich unter der Erde. Die Wahl fiel auf den Barbara-Stollen bei Oberried, einen Untersuchungsstollen eines 1903 aufgefahrenen, ehemaligen Silberbergwerks im Hörnergrund am Fuße des Schauinsland. Der Stollen führt rund 680 m tief in das aus Granit und Gneis bestehende Massiv und ist mit einer Überdeckung von rund 200 m im Lagerbereich mehr als ausreichend sicher.
Die gleichbleibende Temperatur von rund 10° C und eine Luftfeuchtigkeit von rund 75 Prozent ließ ihn auch klimatisch ausreichend konstant und damit geeignet erscheinen. Nach den notwendigen Umbauten konnte hier 1974 die erste Einlagerung stattfinden – bis zu diesem Zeitpunkt lagerte das Material bei den einzelnen Verfilmungsstellen. 30.000 Kilometer Kultur aus dem gesamten deutschsprachigen Raum lagern in dem stillgelegten Silberbergwerk in Oberried am Fuße von Freiburgs Hausberg Schauinsland.
Auf Mikrofilme gebannt, eingelagert in Fässern aus rostfreiem Stahl und in Regalen gestapelt. Der Inhalt dieser Fässer sind Abbilder von Handschriften, Vertragstexten, Gerichtsakten, Urkunden und Notenblättern. Den Eingang des Barbarastollen zieren drei blau-weiße Wappenschilder, das Zeichen der Haager Konvention zum „Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten“, ausgehandelt im Jahr 1954. Über hundert Nationen sind ihr bisher beigetreten, Deutschland erst im August 1967.

Abb. 51: Eingangsbereich zum Stollen
Seither werden überall die blau-weißen Rautenwappen verteilt. Man sieht sie auf den Fassaden deutscher Burgen, Schlösser und Museen. Die dreifache Ausführung verweist auf besonders schützenswerte Schätze. Drei Wappen haben in Europa nur noch der Vatikan und das Rijksmuseum in Amsterdam. Deshalb dürfen Flugzeuge die Region nicht überfliegen und Militärfahrzeuge und Uniformierte müssen dem Stollen in einem Bannkreis von drei Kilometer fernbleiben. So steht es in der Konvention.
Dennoch kann niemand verhindern, dass im Ernstfall alle Schutzverdikte missachtet werden – so wie die Taliban in Afghanistan 2001 die durch die Konvention geschützten Buddhastatuen in Bamian gesprengt haben, so wie Serbenführer Radovan Karadzic 1992 die Nationalbibliothek in Sarajevo mit Granaten beschießen ließ und so wie die Deutschen in zwei Weltkriegen in halb Europa Kulturschätze abfackelten, unter anderem 1914 die Universitätsbibliothek im belgischen Löwen, trotz der damals gültigen Vorläuferregeln zur Haager Konvention.

1466 Fässer stehen im Barbara-Stollen eng aneinander, je zur Hälfte auf dem Boden und auf einstöckigen Regalen, darüber wölbt sich die Stollendecke. Jeder Behälter wiegt 122 Kilogramm und enthält 16 Filmrollen a 1.520 Meter, das entspricht pro Rolle rund 50.000 Einzelaufnahmen, pro Fass sind das 800.000. Bevor die Spezialbehälter verschlossen werden, verbringen sie vier Wochen unter konstanten Bedingungen bei einer Temperatur von 10° C und einer Luftfeuchtigkeit von 35 Prozent in einer Klimakammer. Ein- bis zweimal im Monat erfolgt ein Transport nach Oberried.
Bundesweit sind rund 75 Mitarbeiter für den Zentralen Bergungsort beschäftigt. Die Verwaltung obliegt dem Bundesverwaltungsamt – Zentralstelle für Zivilschutz – und wird im Wege der Amtshilfe zum Teil durch das Bundesvermögensamt wahrgenommen. Die Kosten dieser größten Datensicherung belaufen sich auf rund 0,20 Cent pro Aufnahme bis zur erfolgreichen Einlagerung.

Abb. 52: Links eine Drucktür zu einem Lagerstollen. Rechts ein Lagerstollen
Es sind Kopien der wichtigsten und ältesten Dokumente, die in ganz Deutschland in staatlichen und städtischen Archiven aufgehoben werden. Dazu zählen auch der Vertragstext des Westfälischen Friedens, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete, die Urkunde von Hitlers Ernennung zum Reichskanzler durch Hindenburg, die Baupläne des Kölner Doms und als ältestes Schaustück eine Urkunde Karls des Großen zugunsten des Klosters St. Emmeram in Regensburg, die auf den 22. Februar 794 datiert ist.
Die Auswahlkriterien werden von Bund und Länder gemeinsam festgelegt. In der Fachwelt ist das Auswahlverfahren keineswegs unumstritten. Private, kirchliche und andere nicht staatliche Archive und Bestände – und seien sie kulturell noch so wertvoll – fallen oft vollkommen unter den Tisch.
Die Verfilmung erfolgt nach den „Grundsätzen zur Durchführung der Sicherungsverfilmung von Archivalien“ bundesweit in dreizehn Verfilmungsstellen, von denen zwei (Bundesarchiv, Geheimes Staatsarchiv) dem Bund gehören. Das Jahresvolumen liegt bei maximal etwa fünfzehn Millionen Aufnahmen. Bei 36 Bildern pro laufenden Meter Film entspricht das fast 420 Kilometer Filmmaterial.
Von 1961 bis 1999 wurden insgesamt 587.108.973 Aufnahmen gemacht und eingelagert. Das sind rund 16.308 Kilometer Mikrofilm. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands kamen noch rund 8.200 Kilometer Film aus der ehemaligen DDR hinzu, deren Acetat-Filmmaterial sich zum Teil bereits zersetzt hatte. Ein Umkopieren auf Polyester-Material war deshalb unumgänglich. Zum Jahreswechsel 2003 / 2004 war die Arbeit abgeschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt lagerte das noch nicht komplett kopierte DDR-Filmmaterial aber sicher aufbewahrt in einem Gerätehauptdepot der Bundeswehr bei Lorch.
Die Einlagerung geschieht nicht direkt am Stollen, sondern in zwei 50 Meter langen, 3 Meter hohen und 3,4 Meter breiten Längsstollen, die vom Hauptstollen aus durch Drucktüren erreichbar sind. Die Drucktüren befinden sich 330 bis 440 Meter tief im Berg quer zum Zugangsstollen und wären selbst bei einem Atomschlag einer vergleichbar geringen Belastung ausgesetzt. Die gesamte Anlage ist mit der Außenwelt über Telefon, Video- und Alarmleitungen verbunden. Der ausgebaute Stollen endet kurz hinter dem Zugang zur zweiten Einlagerungskammer, ein Gitter trennt ihn vom Altbergbau.
Ursprünglich war der 350 Meter lange, leicht abschüssige Stollen als Transportstollen aufgefahren. Er wurde aber nie benutzt. Die letzte bergmännische Befahrung fand im Oktober 1954 statt, danach wurde er mit einem Betonpropfen versiegelt.
Bis zur ersten Einlagerung im Jahr 1974 war das Material bei den einzelnen Verfilmungsstellen untergebracht. Rund vier Jahre später, am 22. April 1978, wurde der „Zentrale Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland“, so der offizielle Name der Anlage, in das internationale Register der Objekte unter Sonderschutz bei der UNESCO eingetragen.
Zumindest zu einem kleinen Teil hat sich die Einrichtung bereits bewähren können. Als Dresden im Sommer 2002 von einer Flutkatastrophe heimgesucht wurde, gingen auch einige Archivalien im Original verloren, die in Kopie in Oberried lagerten. Übrigens ist eine solche Einlagerung nichts Ungewöhnliches.
Die Schweiz verfügt beispielsweise über einen ähnlichen Bergungsort in einer Kaverne eines stillgelegten Sandsteinbruchs in der Nähe von Bern. Dort lagern rund 50.000 Mikrofilme in sehr ähnlicher Art und Weise. Und zwischen Deutschland und der Schweiz herrscht ein reger Erfahrungsaustausch zum Thema Kulturgutschutz.

Vorbereitete Sperren auf Deutschlands Straßen
Bis 2006 gab es in der Bundeswehr sogenannte „Wallmeister“, die im Bereich der Infrastrukturmaßnahmen die bauliche Landesverteidigung planten. Dazu gehörte unter anderem auch die Sperrung wichtiger Verkehrspunkte durch vorbereitete Sperren.
Das sind militärisch angelegte Vorrichtungen an Verkehrsanlagen, die nach Auslösung den Angriff eines Gegners verlangsamen und kanalisieren sollten. Zu den vorbereiteten Sperren zählten Sprengschächte, Trägerstecksperren, Rampensperren, Fallkörpersperren und Schaumsperren. Die Lage der meisten Sperren war artilleristisch vermessen, um den zu blockierenden Feind direkt unter Beschuss nehmen zu können.
Die Sperreinrichtungen selbst hätten im Ernstfall lediglich einen verzögernden, lähmenden oder behindernden Charakter gehabt. Im Jahr 1966 sah die Planung insgesamt 4.812 Sperranlagen vor. 60 Prozent davon waren zu diesem Zeitpunkt bereits fertiggestellt.
Von strategischer Bedeutung waren Brücken, Unter- und Überführungen, aber auch Straßen und Wege, die durch unwegsames Gelände führen, sowie eigene, zivile und militärische Infrastruktur. Laut Planung wäre eine ausgelöste Sperre im Ernstfall immer von Panzer- oder Artillerie-Truppen bewacht worden, um ein Vordringen des Gegners, der ja beim Versuch, die Sperre zu überwinden, ein leichtes Ziel gewesen wäre, zu verhindern.
Jede Sperre war auf speziellen Karten im Maßstab 1:50.000 und auf einer eigenen Karte mit Lageplan und Foto verzeichnet. Aufgrund der individuellen Gegebenheiten waren die meisten vorbereiteten Sperren unterschiedlich ausgeführt, jedoch gab es nur wenige Typen. Hier die wichtigsten:
Sprengschächte
Ein Sprengschacht ist ein in die Straße eingelassenes Bauwerk. Sprengschächte wurden hauptsächlich in Straßen, Wegen und aufgeschütteten Brückenrampen, hin und wieder aber auch in Brücken selbst eingesetzt. Auf den ersten Blick sahen sie aus wie ganz gewöhnliche Abwasserschächte oder Gullydeckel. Lediglich die Halteschraube in der Mitte machte den Unterschied.
Der Schacht bestand aus Ringen, die übereinander gesetzt wurden, bis die notwendige Tiefe von in der Regel sechs Meter erreicht war. Schließlich wurde er unten von einem Endstück mit Ablauf und oben von einem Ring und dem Deckel abgeschlossen.
Die Sprengschächte hatten einen Durchmesser von etwa 60 Zentimeter und eine Tiefe von zumeist vier bis sechs Metern. Der Deckel verfügte über ein Durchmesser von 92 Zentimeter und ein Gewicht von 150 Kilogramm. Die Halteschraube befand sich im Inneren des Deckels und wurde durch die außen angebrachte, sichtbare Marke verdeckt.
Die Tiefe des Schachtes, die Art des umgebenen Gesteins sowie die gewünschte Trichtergröße spielten eine wichtige Rolle bei der Berechnung der Sprengkraft. Die bei solchen Analysen gewonnenen Ergebnisse wurden in einem Sperrheft hinterlegt. Als ausgesprochen effektiv galt die Faustformel 100 kg je laufendem Meter Schachttiefe.
Sprengschächte waren stets leer und wären erst unmittelbar vor einer Sprengung mit der dafür vorgesehenen Sprengladung bestückt worden, die in Sperrmittelhäusern gelagert wurden. Das Laden einer Anlage mit drei Schächten hätte etwa neunzig Minuten in Anspruch genommen.

Abb. 53: Wallmeistertrupp bei der Wartung eines Sprengschachtes. Rechts ein Sprengschacht
Sprengröhren
Sprengröhren kamen vor allem an Autobahnen und Gleisanlagen zum Einsatz. Sie konnten aufgrund ihrer Konstruktion nur an Stellen installiert werden, an denen die Fahrbahn, respektive die Gleise, auf einem erhöhten Damm verlaufen. Äußerlich zu erkennen waren sie an den charakteristischen Metalltüren im Hangbereich unterhalb von Fahrbahn oder Gleisbett, hinter der sich ein Kunststoffrohr zur Aufnahme einer Sprengladung befand. Minimal 26 Kilogramm pro Meter Rohrlänge waren dafür vorgesehen. Um eine ausreichende Sprengwirkung sicherzustellen, waren mindestens drei Röhren hintereinanderliegend vorgesehen….
Ende des Auszugs aus DUMBs: Von unterirdischen Welten, geheimen Energiewaffen und seltsamen Ereignissen

Mehr über die DUMBs in Stuttgart, Berlin und Ramstein lesen Sie in dem Buch DUMBs: Geheime Bunker, unterirdische Städte und Experimente: Was die Eliten verheimlichen
Quellen: PublicDomain/kettner-edelmetalle.de am 08.06.2025
